Teil 1:

Geschichten aus der Apotheke - Teil 1: “Ich habe mich vergiftet!” (Version 2.0)
Die Geschichte über meine Kundin, die sich vergiftet hatte.

Teil 2:

Geschichten aus der Apotheke - Teil 2: “Da werden wir nochmal mit der Ärztin reden müssen, warum sie uns so einen Quatsch aufschreibt!” - Version 2.0
Ein junges Pärchen erfährt, dass das, was ihre Ärztin für ihren Säugling verordnet hatte, keine richtige Medizin ist.

Teil 3:

Geschichten aus der Apotheke - Teil 3: “Ich möchte diese Tropfen, die meinen Puls sofort senken, wenn ich nervös bin.” (Version 2.0)
Die Bach-Blüten-Essenzen entstehen durch das Einlegen verschiedener Blüten und Pflanzenteile in Wasser. Dadurch sollen ihre Schwingungen an das Wasser übertragen werden. Klingt logisch, oder?

Teil 4:

Diese Geschichte ist vor ein paar Jahren passiert, aber sie gehört zu den Geschichten, die man immer mal wieder erzählt, weil sie einen wütend macht.

Jeder Apotheker hat Kunden, die er nicht mag. Kunden, bei denen er hofft, dass sie zum Kollegen gehen. Kunden, bei denen es einem schwer fällt, freundlich zu bleiben.

Einer dieser speziellen Sorte war ein etwa 50-Jähriger Mann — ein Privatpatient.

Während gesetzlich versicherte Kunden nur die Zuzahlung für ihre Arzneimittel leisten müssen, bezahlen Privatpatienten erstmal die gesamte Summe aus eigener Tasche und bekommen das Geld anschließend von ihrer Krankenkasse zurück.

Es gibt privat versichterte Patienten, die lassen mehrere hundert Euro in der Apotheke, manche über tausend Euro.

Es gibt aber auch gesetzlich versicherte Patienten, deren Arzneimittel mehrere tausend Euro kosten. Sie zahlen dann eben nur zehn Euro Zuzahlung und eventuell einen Eigenanteil. Das teuerste Arzneimittel, das ich bisher auf ein Kassenrezept abgab, kostete ca. 20.000€ (rund 700€ pro Tablette).

Dazu muss man verstehen, dass eine Apotheke an einem rezeptpflichtigen Arzneimittel nicht unbedingt viel verdient.

Grob: 3% auf den Apothekeneinkaufspreis + 8,35€

Genau: siehe ABDA

Teure Medikamente, wie zum Beispiel das eben angesprochene, sind immer ein Risiko für die Apotheke. Man streckt das Geld zuerst vor und bekommt es dann - wenn alles gutgeht - von der Krankenkasse des Kunden zurück. Es kann aber auch vorkommen, dass man Abzüge bekommt oder das Arzneimittel überhaupt nicht erstattet wird.

Wenn der Arzt zum Beispiel seinen Vornamen auf dem Rezept abgekürzt hat oder seine Berufsbezeichnung fehlt, ist das Rezept eigentlich ungültig und die Krankenkasse kann sich dazu entscheiden, es nicht zu bezahlen.

Klingt komisch, ist aber so. Hier stehts: AMVV §2

Anderes Beispiel: Steht auf dem Rezept hinter dem Namen des Arztes zum Beispiel “Dermatologie” statt “Dermatologe”, weiß jeder Mensch, dass der Herr Doktor Dermatologe ist. Aber Dermatologie ist nun mal kein Beruf. Ich bin ja auch keine Apotheke, sondern Apotheker. #DerApotheker.

Ninja
Eigentlich wollte ich das Ninja-Emoji nur hinter #DerApotheker kopieren. Keine Ahnung, warum der jetzt so groß geworden ist. Egal. 😉

Das zusätzliche “i” kann also theoretisch darüber entscheiden, ob die Apotheke auf den Kosten der verschriebenen Arzneimittel sitzen bleibt oder nicht.

Dieses Hintergrundwissen ist wichtig, um die kleine Geschichte zu verstehen. Also zurück zu meinem Kunden:

Dieser Mann meinte, er wäre als Privatpatient etwas Besonderes. Da er ja immer so viel Geld bei uns lasse, habe er das Recht, sich unfreundlich zu benehmen und unzählige “Geschenke” zu verlangen.

Er ließ alle drei Monate ca. 150 € für seine Medikamente in der Apotheke. Nicht allzu viel Gewinn für die Apotheke also.

Jedes Mal, nachdem ich ihm die Arzneimittel in die kostenlose Tüte gepackt hatte, kam der Spruch: “Und machen Sie mir die Tüte noch schön mit Geschenken voll, Sie verdienen immerhin ordentlich an mir!”

Jedes Mal war ich genervt von diesem Spruch. Aber ich setzte jedesmal mein Pokerface auf und packte ihm wortlos irgendwelche Proben ein. Proben, die wahrscheinlich den Betrag überstiegen, den wir an ihm verdienten.

Eines Tages eskalierte das Ganze

Als ich ihn zur Tür hereinkommen sah, wollte ich am liebsten nach hinten fliehen, aber ich war nicht schnell genug. Plötzlich stand er mit Handy am Ohr laut telefonierend vor mir und pfefferte — ohne mich zu begrüßen oder gar anzugucken — sein Privatrezept auf den HV-Tisch. Ich war schon genervt, als ich ihn nur sah. Dieses respektlose Verhalten aber verärgerte mich. Mein Pokerface war leider nicht sehr stabil.

Ich wollte gerade losgehen und ihm wortlos seine Arzneimittel holen, da unterbrach er sein Gespräch und meinte zu mir: “Dieses Medikament brauche ich nicht, geben Sie mir dafür einfach eine Packung Orthomol Immun.” Daraufhin wandte er sich wieder seinem Gesprächspartner zu und erwartete von mir, dass ich seinen Befehl ausführte. Sir, yes, sir!

Was er von mir verlangte war also, dass ich so tat, als hätte ich ihm das von seinem Arzt verordnete Medikament abgegeben. Dazu muss das Rezept mit Preis und Pharmazentralnummer (PZN) des Medikamentes bedruckt werden, das er nicht bekam. Stattdessen wollte er das Orthomol-Präparat für ca. 50 Euro haben. Das andere Arzneimittel kostete ca. 25 Euro.

Er hätte also 150 Euro in der Apotheke bezahlt, die er von seiner privaten Krankenkasse erstattet bekommen hätte. Davon 125 Euro für das Arzneimittel, das er nicht bekam und 25 Euro für das andere. 75 Euro hätte er  also durch den Betrug an seiner Krankenkasse gut gemacht. Und ich mich strafbar.

ABER NICHT MIT MIR, FREUNDCHEN!

Auf solche Betrügereien habe ich nämlich keine Lust! Er habe das woanders wohl schon öfter so gemacht. Mag sein, dass andere Kollegen das tatsächlich machen, um Kunden zu binden, aber ich mache das nicht. Schon aus Prinzip nicht.

Ich sagte ihm also, dass ich kein Interesse daran hätte, seine Krankenkasse zu betrügen und mich strafbar zu machen. Daraufhin kam es zu einer lauten Diskussion, die darin endete, dass ich ihn einfach stehen ließ.

Ich ging nach hinten und bat meine Kollegin, ihn zu übernehmen.

Sie erfüllte mir meinen Wunsch — seinen erfüllte sie ihm allerdings nicht. Ich sah ihn nie wieder. So schade.

Trotz des gewaltigen Umsatzverlustes überlebte die Apotheke und es gibt sie auch heute noch.

Ende gut, alles gut.

Nachtrag Januar 2021:

Zum Glück wurde das mittlerweile geändert. Seit 2019 darf man keine "Geschenke" mehr bei verschreibungspflichtigen Arzneimitteln dazugeben, da das als nicht zulässiger Rabatt gewertet werden kann. Erlaubt sind nur noch die übliche Apothekenzugaben, wie Zeitschriften, Traubenzucker und Taschentücher.

Wenn jemand also ein Rezept einlöst und eine Creme dazu kauft, darf ich ihm theoretisch keine Probe einer anderen Creme mitgeben.  

Teil 10:

Geschichten aus der Apotheke: Teil 10: Der Querdenker
Die Geschichte von dem Mann, der seine seine Maske vom Gesicht zog.

Teil 11:

Geschichten aus der Apotheke - Teil 11: Das verschreibungspflichtige Nasic.
“Ich hätte gerne Nasic Nasenspray!” “Das ist leider verschreibungspflichtig. Dafür bräuchten Sie ein Rezept”, erwidere ich.

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Ansonsten freue ich mich über jeden, der mein Buch kauft, das im April 2021 erscheinen wird und in das ich sehr viel Liebe reingesteckt habe. Das Buch ist voll mit Infos zu Arzneimittel und Produkten, die gerne Arzneimittel wären.

Ich denke, jeder kann daraus etwas lernen. Ich zumindest habe beim Schreiben einiges gelernt.

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Und da manche immer wieder geschrieben haben, dass sie den ein oder anderen Spruch oder Tweet gerne auf einem T-Shirt hätten, könnt ihr verschiedene Designs von mir bei Supergeek erwerben. Aber nicht nur T-Shirts, sondern auch Hoodies, Tassen und vieles mehr. Bald wird es auch Masken geben.

#DerApotheker - Supergeek.de
Er wünscht sich, dass die Apotheken und die Medizin frei von Pseudomedzin sind und, dass während der Corona-Pandemie sich so wenig Menschen wie möglich infizieren. Deshalb wird er nicht müde, darauf hinzuweisen, dass Masken nicht nur getragen, sondern auch korrekt getragen werden sollten. #Maskenkor…

Aber keiner soll sich dazu verpflichtet fühlen, ich freue mich auch schon, wenn ihr mir auf den verschiedenen Social-Media-Plattformen folgt.

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Danke für stilistische und orthographische Korrekturvorschläge der ersten Version an Dr. Ulrike Koock alias Schwesterfraudoktor.

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