Ein Kommentar von Christian Albrecht.

Wenn ich die Diskussion um Impfung anhöre und der soziale Druck auf sogenannte "Ungeimpfte" erhöht wird, denke ich: In der Debatte um die Impfung geht es oft gar nicht um den Schutz vor schwerer Krankheit oder Tod, sondern um die Rückkehr zu den alten Freiheiten. Zur sogenannten "alten Normalität".

Bisherige Impfungen sollten gefährliche Infektionskrankheiten verhindern. Mein Eindruck bei der Corona-Impfung ist aber ein anderer. So drohte auch der Grünen-Politiker Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, nicht etwa mit einer Gesundheitsgefahr für Leib und Leben, sondern mit weiterhin eingeschränkten Freiheiten. Im Interview mit dem Deutschlandradio sagte Kretschmann:

"Wir haben jetzt über ein Jahr das mitgemacht, was das Virus mit uns macht. Immer wieder Wellen, wo wir dann mit Maßnahmen reagieren müssen: Die Freiheiten einschränken bis  hin zum Lockdown. Das ist doch alles höchst beschwerlich, mit großen Kollateralschäden etwa für unsere Kinder und Jugendlichen oder für die Wirtschaft. Nur eine hohe Impfquote kann gewährleisten, dass das [= Freiheiten einschränken und Lockdowns] alles zu Ende geht. Und darum mein dringender Appell an alle: Lassen sie sich impfen, impfen, und nochmal impfen! Und zwar möglichst schnell, jetzt, und nicht später."
"Die Menschen, die sich haben impfen lassen, die sind ja davon befreit. Und in Zukunft wird es eher so sein: Große Freiheiten für die, die sich haben impfen lassen, und die sich haben nicht impfen lassen für die wird es einfach beschwerlicher. Sie werden sich ab Mitte September beteiligen müssen an den Kosten, die das Testen verursacht."

Interessant ist, was der Grünen-Politiker nicht gesagt hat:

"Wir haben jetzt seit über einem Jahr gesehen, wie viele unserer Mitmenschen an der Seuche krank geworden sind und starben. Immer wieder Todeswellen, wo wir dann mit Maßnahmen reagieren mussten: Abstand halten und Lockdowns zu unserem Schutz. Das ist doch alles höchst beschwerlich, so viele Kinder und Jugendliche wurden krank, viele sterben an dem Virus, auch in den Firmen werden so viele Arbeitskräfte krank, die Wirtschaft geht daran kaputt. Nur eine hohe Impfquote kann gewährleisten, dass die Seuche sich nicht weiter verbreitet... Darum lassen Sie sich bitte impfen, jetzt, und nicht später!"

Kretschmann sagt, mit Impfdruck habe dies nichts zu tun, "Druck entsteht ja durch das Virus". Dann schwächt der grüne Ministerpräsident seine eigene Aussage aber ab, als habe er sich selbst bei etwas ertappt:

"Das Virus führt zu einer Pandemie mit schwersten Nebenfolgen für die, die da erkranken." Dann stockt Kretschmann kurz und korrigiert sich selbst: "Oder... für möglicherweise schwerste Folgen für die, die daran erkranken."
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In Deutschland wenig gefährdet: Junge und mittlere Altersgruppen

Wenn die Corona-Impfung eine gefährliche Krankheit verhindert, würde ich mich sofort impfen lassen. Wenn die Pest wieder ausbrechen sollte, hätte ich keine Zweifel, dass die Impfung dazu dient, Menschenleben zu retten und nicht nur, "in die alte Normalität zurückzukehren". (Und ich bin überzeugt, diese alte "Geißel der Menschheit", der Schwarze Tod, wird eines Tages aufgrund Antibiotika-Resistanz und multiresistenter Killer-Bazillen mit Schrecken zurückkehren und viele Millionen Seelen töten - weit mehr, als alle "neuartigen Corona-Viren" zusammen. Da wird dann kein Kretschmann mehr von "Freiheiten" sprechen, sondern an allen Orten rafft die Pest Familienangehörige, Freunde, Arbeitskollegen und Nachbarn dahin. Der alte Schrecken des Mittelalters, neu erwacht. Die Pest, laut der Bibel eine der vier großen Strafgerichte Gottes.)

Ein Blick auf die Statistik vom Robert Koch-Institut zeigt, dass nur wenige Deutsche zwischen 0 bis 59 Jahren "an oder mit" Corona verstorben sind: Von den nach staatlichen Angaben über 90.000 deutschen Corona-Opfern ist eine kleine Gruppe von rund 5.000 Personen unter 59 Jahre alt. Bei Menschen zwischen 0-14 Jahren gibt es laut Graphik sogar gar keine Verstorbenen. Und trotzdem sollen auch alle Kinder und Jugendlichen geimpft werden. (Graphik von Statista, Daten vom RKI, Stand 02. August 2021.)

Auffällig an der Statistik: Die Altersgruppen werden seit der letzten Graphik jetzt überraschenderweise zusammengezogen. In der Statistik mit Stand 13. Juli 2021 wurden die Altersgruppen noch in Zehn-Jahres Schritten getrennt. Also 0-9, 10-19, 20-29 usw. In der aktuellen Graphik werden die Altersgruppen aber deutlich weiter gefasst, einmal sogar in einem 20-Jahres Schritt. So sieht man jetzt nicht mehr die Todeszahlen der 60-69 und 70-79 Jährigen getrennt, sondern zusammengefasst als 60-79 Jahre (20 Jahres-Schritt). Das kaschiert die die viel geringere Sterbezahl in der jüngeren Altersgruppe der 60-69 Jährigen:  Stand 13. Juli 2021 waren das laut Graphik 8.318 Verstorbene. Die aktuelle Statistik rechnet nun die Toten von den 60 bis zu den 79 Jährigen hoch. Ergebnis: damit sind es 27.383 Verstorbene, also eine Zahl mehr als dreimal so hoch. Ich halte das für eine subtile Manipulation der Statistik. Sehr geehrtes RKI und Bundesgesundheitsministerium, wie kommen Sie zu diesen ungewöhnlichen Änderungen?
(Nachtrag vom 20. August: Die Statistik zeigt inzwischen wieder die üblichen Zehn-Jahres-Schritte. Hier sieht man jedoch, dass die Graphik am 03. August tatsächlich 15 bis 20-Jahres-Schritt zählte.)

Die Risiko-Altersgruppen über 70 sind so gut wie durchgeimpft und genießen bereits die vermeintliche Corona-Schutzwirkung. Laut offiziellen Angaben der pharmafinanzierten Studien sind sie also vor schwerem Krankheits-Verlauf geschützt. Und die anderen Jahrgänge zeigen bisher offenbar insgesamt keine außergewöhnlich hohe Anfälligkeit für eine schwere COVID-19 Erkrankung. Schlimme Einzelfälle sind tragisch, bilden aber keine gesamtgesellschaftliche Gefahr für alle ab.

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Die Impf-Erpressung

Wenn ich dann von Kretschmann höre, "Lasst euch impfen, damit ihr wieder ins Restaurant und ins Kino und in die Disko dürft und wir Volksvertreter euch Bürger nicht wieder in einen Lockdown zwingen!", fühle ich mich erpresst. Warum macht Kretschmann solche Aussagen? Geht es dabei überhaupt um den Gesundheitsschutz?

Wie Kretschmann im Interview mitteilt, ist für ihn "beschwerlich" an der Corona-Zeit, dass man ohne Impfung nicht ins Kino gehen darf. Er argumentiert nicht mit schwerer Krankheit mit häufiger Todesfolge.

Kann man sich gegen staatlichen Freiheitsentzug und Erpressung impfen lassen?

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