Man könnte meinen, dass es in der SPD nicht weiter bergab hätte gehen können. Zwar hat sich die Partei schon vor Jahren von den Bergmännern abgewendet, doch Taschenlampen werden die meisten jetzt mehr denn je brauchen. Unterirdisch dunkel ist es geworden, nicht zuletzt wegen Saskia Esken und Olaf Scholz.

Die düstere Atmosphäre kommt nicht von ungefähr, sondern liegt daran, dass die Parteiführung kein Charisma hat. In viel zu großen Anzügen und ohne Krawatte läuft der 62-Jährige Scholz (der sein ganzes Leben Krawatten anhatte) herum, wahrscheinlich weil ein P-R Experte gesagt hat, dass er so Jung wirken würde. Das sieht man. Scholz ist Politiker, kein Wählerfänger. Darauf sollte man setzten.

Vergangen ist die Zeit der stolzen Sozialdemokraten a la Thierse und Brandt, jetzt sind die Jusos dran. Esken hat den gestandenen Scholz, der, wenn er zu seinen eigenen Überzeugungen stehen würde, sympathisch sein könnte, gezüchtigt. Jetzt ist er kein guter Politiker mehr, sondern folgt treu den Befehlen der vollkommen ungeeigneten  Parteispitze. Bloß nicht die Millennials verschrecken, heißt es dort. Das fast keiner aus dieser Zielgruppe je die Partei überhaupt wählen würde, wird ignoriert. Dafür geht die Stammwählerschaft verloren- und emigriert vielleicht sogar zu einer anderen Partei. Dann würde genau das Gegenteil von dem erreicht, was an positiven Erneuerungen in der Partei eigentlich angestrebt wird. Daran ändern auch die guten Ergebnisse in Rheinland-Pfalz nichts.  

Außerdem: ohne eine klare Vision ( ca. 46% der SPD-Wähler in Baden-Württemberg wissen nicht, was die Parteirichtung ist), ist die SPD ja selbst für dieses begrenzte Neu-Publikum unwählbar. Dem gefallen die Grünen sowieso besser. Wenigstens stehen die für etwas.

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