Dies ist wichtige Information. Es ist gut, sie Anderen zugänglich zu machen.

Gluten ist das Klebereiweiß des Getreides.

Es nützt uns insofern, als es ermöglicht, dass das Getreide im Teig schön zusammenklebt und eine gewisse Konsistenz erhält.

Ohne Gluten kein Brot, keine Pizza und keine Nudeln. Jedenfalls schwierig wäre es.

Und nun ein kleiner Ausflug. Wir machen ihn nach Italien, weil ich mich diesbezüglich dort besser auskenne. Aber es könnte überallhin gehen, denn diese Geschichte kann sich überall abspielen.

In Sizilien gab es immer schon Weizen. Man weiß von mindestens 10.000 Jahren.

Sizilien war von Weizen bedeckt.

Diese antiken Weizensorten waren unverwüstlich, wuchsen von allein, hatten keine Krankheiten und vermehrten sich von selbst. Sie wurden mit jeder Generation stärker statt schwächer. Heutige Sorten werden mit jeder Generation schwächer und kränker.

Es gab eine unglaubliche Vielfalt an Weizensorten.

Allein diese Sorten gab es in Sizilien:

  • Amedeo
  • Appulo
  • Arcangelo
  • Biancolilla
  • Biancuccia
  • Bidì
  • Bronte
  • Bufale
  • Cannizzo
  • Casedda (tenero)
  • Castiglione
  • Ciccia
  • Colosseo
  • Creso
  • Cuccitta (tenero)
  • Duilio
  • Farro Lungo
  • Francesa
  • Gentil Rosso
  • Gigante
  • Giustalisa
  • Grano Monococco
  • Inglesa
  • Iride
  • Latino
  • Margherito
  • Maiorca (tenero)
  • Maiorca di Pollina (tenero)
  • Maiorcone (tenero)
  • Martinella
  • Mantu di Maria
  • Mongibello
  • (Farro)
  • Norba
  • Palmentella
  • Paola
  • Perciasacchi
  • Pietrafitta
  • Quadrato
  • Radioso
  • Realforte
  • Realforte
  • Regina
  • Rieti
  • Robba janca
  • Romano (tenero)
  • Russello
  • Ruscia
  • Rusticano
  • Sambocara
  • Sammartinara
  • Sant'Agata
  • Saragolla
  • Scavuzza
  • Scorzonera
  • Senatore Cappelli o Cappelli
  • Simeto
  • Strazzavisazz
  • Timilia o Tumminia o Triminia
  • Tresor
  • Tripolino Realforte
  • Urria
  • Vendetta
  • Verna

Die meisten waren autochtone Sorten, wie es das für die meisten Pflanzen gab. Das sind Sorten, die an einem bestimmten Ort wachsen, weil sie dort am besten gedeihen.

Diese wunderschöne Sorte heißt Monococco.

Diese Sorten brachten etwas weniger Ernte als heutige Sorten. Sie vertrugen aber Trockenheit und man brauchte sich nicht um sie zu kümmern. Sie wuchsen von allein.

Sie waren resistent gegen Krankheit und Parasiten.

Ihr Gluten war für jeden verdaulich.

Gluten besteht aus Molekülketten. Die können kürzer oder länger sein. Die alten Weizensorten haben sehr kurze Ketten. Manchmal besteht das Gluten nur aus einem oder zwei Molekülen.

Unser Darm kennt seit Urzeiten die Codes, um diese Ketten auseinanderzunehmen und zu verdauen. Dieses Wissen wird vererbt.

Leider ist es so, das kurzkettiges Gluten einen Nachteil hat.

Es klebt nicht so gut.

Vielleicht kennst du das von ganz früher. Die Nudeln klebten zusammen und quollen nach kurzer Zeit auf.

Nix al Dente und das stundenlang. Man musste sie sofort essen.

Du konntest ein solches Mehl auch nicht in riesigen Maschinen verarbeiten. Es klebte an den Maschinen und war nicht so homogen.

Es machte übrigens eine herrliche dicke Kruste auf dem Brot. Kennst du die noch? Du musstest kauen! Dieses kauen half der Vorverdauung des Brotes, die im Mund stattfindet.

Die Industrie verlangt nach langen Glutenketten, die unkompliziert zu verarbeiten sind.

Die Restaurants und Fertiggerichtehersteller brauchten Nudeln, die immer al Dente bleiben.

Man stärkt die Produktion von Getreide mit langen Glutenketten.

Die Codes dafür kennt unser Darm oft nicht. Er muss sich anstrengen. Kleine Kinder kriegen das oft gar nicht hin. Oder Zöliakiekranke.

Kein Code, keine Verdauung. Und auf jeden Fall ungenügende Verdauung.

Deshalb ist das Zeug für uns schädlich.

Diese neuen Sorten sind nicht nur schwer verdaulich, sondern sie brauchen jede Menge Pflege und Pestizide, weil sie nicht widerstandsfähig sind.

Also unverdaulich und giftig.

Die Bauern müssen immer neues Saatgut kaufen und können es nicht selbst produzieren. Diese Pflanzen produzieren nämlich kein brauchbares Saatgut.

Die Bauern wurden abhängig.

Internationale Vereinbarungen erschweren den Verkauf von autochtonem Saatgut. Sie belegen es mit so hohen Auflagen, das kleine Bauern diese nicht erfüllen können, weil die Zertifizierungen zu teuer sind.

Multinationale Konzerne, die Patente auf moderne Getreidesorten haben, schieben mit ihrer Macht die alten Sorten ins Aus.

Verordnungen wie diese nehmen sich heraus, zu bestimmen, welches Saatgut verkauft werden darf.

Samenbanken für alte Sorten werden in die Obhut von multinationalen Konzernen gegeben, statt sie zu verstaatlichen. Dort werden sie verunreinigt.

Hier findest du noch Informationen: Die Samenbank für Nutzpflanzen | W wie Wissen

Hier findest du Informationen darüber, dass sogar Strafen verhängt werden, wenn man altes, anderes Saatgut verkauft. Ich habe einen Artikel über Gemüse gefunden, keinen über Getreide. Ich weiss aber, dass Bauern in Sizilien solche Strafen zahlen mussten.

Und deshalb:

How dare you? Wie könnt ihr es wagen?

  • Warum habt ihr ein System geschaffen, in dem wir uns nur von wenigen, von euch kontrollierten und patentierten Pflanzen ernähren müssen?
  • Warum habt ihr Pflanzen erschaffen, die sich den Bedürfnissen des Profits und der Industrie anpassen aber nicht an die Bedürfnisse der Natur, der Menschen, des Planeten?
  • Warum müssen Menschen Pflanzen essen, die Menschen nicht vertragen und ihr erzählt ihnen, ihre Körper seien kaputt und sie müssten zum Arzt? Sind die, deren Körper rebellieren, nicht besonders gesund?
  • Warum rechtfertigt Ihr Getreidemonopole mit angeblichem Schutz des Verbrauchers?

Schande über Euch.


Anhang: Ergebnisse einer Studie über altes Getreide. Sie beweist, dass es nicht schadet, sondern sogar Krebs verhindern kann. Und dass ihr Nährwert viel höher ist.

Einkorn (Triticum monococcum L. ssp. monococcum) is an ancient crop. Compared to polyploid wheats it has a higher content of proteins, polyunsaturated fatty acids, fructans, and phytochemicals as tocols, carotenoids, alkylresorcinols, phytosterols, and a lower α-, β-amylase and lipoxygenase activities [15]. In addition, einkorn expresses very few T-cell stimulatory gluten peptides [16]. Einkorn could represent a valid alternative for producing functional baked products.

“Abstract: Nowadays the high nutritional value of whole grains is recognized, and there is an increasing interest in the ancient varieties for producing wholegrain food products with enhanced nutritional characteristics. Among ancient crops, einkorn could represent a valid alternative. In this work, einkorn flours were analyzed for their content in carotenoids and in free and bound phenolic acids, and compared to wheat flours. The most promising flours were used to produce conventional and sourdough fermented breads. Breads were in vitro digested, and characterized before and after digestion. The four breads having the best characteristics were selected, and the product of their digestion was used to evaluate their anti-inflammatory effect using Caco-2 cells. Our results confirm the higher carotenoid levels in einkorn than in modern wheats, and the effectiveness of sourdough fermentation in maintaining these levels, despite the longer exposure to atmospheric oxygen. Moreover, in cultured cells einkorn bread evidenced an anti-inflammatory effect, although masked by the effect of digestive fluid. This study represents the first integrated evaluation of the potential health benefit of einkorn-based bakery products compared to wheat-based ones, and contributes to our knowledge of ancient grains.

Several studies have shown a clear correlation between the consumption of wholegrain and a reduced risk of cardiovascular diseases [1,2], diabetes [3], and some types of cancer [4]. The beneficial properties of wholegrain are mainly ascribed to their micronutrient and phytochemical content [5–7]. Cereals are among the richest food in phenolic acids, their content being comparable with or even higher than that found in berries, fruits, and vegetables [8]. In addition, some cereals are rich in lutein and zeaxanthin [9,10]. Micronutrients and phytochemicals are chiefly concentrated in the outer layers of grains [11], and this could explain the preventive effects associated with high wholegrain consumption [12]. Nowadays, the higher nutritional value of wholegrain compared to refined ones is recognized [13], and there is an increasing interest in ancient crops as source of wholegrain flours [14]. Einkorn (Triticum monococcum L. ssp. monococcum) is an ancient crop. Compared to polyploid wheats it has a higher content of proteins, polyunsaturated fatty acids, fructans, and phytochemicals as tocols, carotenoids, alkylresorcinols, phytosterols, and a lower α-, β-amylase and lipoxygenase activities [15]. In addition, einkorn expresses very few T-cell stimulatory gluten peptides [16]. Einkorn could represent a valid alternative for producing functional baked products. In bakery, processing could contribute to functionality [17,18]. Sourdough fermentation, involving the inter-relation between microbial metabolism and cereal enzymes, has been shown to greatly affect the functional features of leavened baked goods [19]. This type of fermentation may produce new nutritionally active molecules such as functional peptides and amino acid derivatives [20,21], deriving from either the bacterial hydrolytic activity [20] or from their own synthetic pathways [22]. To exert a positive action in the human body, bioactive compounds must be hydrolyzed from the food matrix, and be absorbed in the intestine. The bioaccessibility of bioactive compounds, i.e., the percentage released from the food matrix and made available for uptake by the intestinal mucosa, is an important parameter that can be influenced by many different factors including the food matrix and the food processing [23,24]. Fermentation by lactic acid bacteria may improve nutrient bioaccessibility and produce compounds with anti-oxidant and anti-inflammatory activity [19]. Sourdough lactic acid bacteria have been reported to release or synthesize antioxidant and anti-inflammatory peptides during fermentation of cereal flours [20]. Integrated Evaluation of the Potential Health Benefits of Einkorn-Based Breads. Fabiana Antognoni, Roberto Mandrioli, Alessandra Bordoni, Mattia Di Nunzio , Blanca Viadel, Elisa Gallego, María Paz Villalba, Lidia Tomás-Cobos, 
Danielle Laure Taneyo Saa and Andrea Gianotti. Nutrients November 2017.”


Dieser Beitrag ist zuerst auf Quora als Antwort auf die Frage "Warum vertragen so viele Menschen kein Gluten mehr und was hat das mit den alten Getreidesorten zu tun?" erschienen.