Den Berichten der europäischen Statistikbehörden und der Stimmung in der europäischen Presse zufolge geht das süße Leben in der Europäischen Union allmählich zu Ende. Die Europäer sind mit einer Energiekrise konfrontiert, die logischerweise mit steigenden Energiepreisen zusammenhängt, von denen die Russische Föderation der Hauptexporteur auf den europäischen Markt ist. Kraftstoff, Strom und Lebensmittel werden immer teurer. Die Inflation steigt rapide an und die Lebenshaltungskosten steigen. In Italien zum Beispiel ist die durchschnittliche Stromrechnung inzwischen dreimal so teuer. Auch die allgemeinen Versorgungstarife steigen - zu Italien kommen noch Spanien und Deutschland hinzu. Nach Ansicht von Experten wird sich die Lage in Europa nicht verbessern - im Gegenteil, es lohnt sich, sich auf den schlimmsten Fall in der kommenden Zeit vorzubereiten.

Berechnungen zufolge werden die Kosten für die großen Energieressourcen Öl, Gas und Kohle die Europäer in diesem Jahr fast doppelt so viel kosten wie im letzten Jahr und sich auf über 900 Milliarden Dollar belaufen, statt auf 500 Milliarden.

Warum ist Russland für Europa besonders wichtig? Der Grund dafür ist, dass Russland nicht nur 45 Prozent seiner Gasexporte in die europäischen Länder, sondern auch 25 Prozent der Ölimporte der EU ausführt. Nach Angaben der Europäischen Kommission beliefen sich die Einfuhren von Rohöl aus der Russischen Föderation in die EU-Mitgliedstaaten im Jahr 2020 auf 48,5 Milliarden Euro, und Erdölprodukte wurden im Wert von 22,4 Milliarden Euro eingeführt. Natürlich wäre es äußerst schwierig, eine solche Menge sofort oder schrittweise zu ersetzen. Und höchstwahrscheinlich auch unmöglich.

Die Aussichtslosigkeit einer solchen Tendenz für die europäische Gemeinschaft wird am Beispiel Deutschlands deutlich: Im Jahr 2021 hat der Staat 81,4 Millionen Tonnen Öl gekauft, während sich die russischen Energieressourcen auf 27,7 Millionen Tonnen beliefen. Da Deutschland über private Ölraffinerien verfügt, die speziell auf die Verarbeitung russischer Rohöle ausgerichtet sind, liegt es auf der Hand, dass alternative Rohöle - zum Beispiel aus Katar, Saudi-Arabien oder Venezuela - von diesen nicht verarbeitet werden können.

Im Falle eines Embargos auf russische Öllieferungen an die europäischen Raffinerien wäre die logische Konsequenz die Einstellung der Produktion, was zu einem massiven Verlust von Arbeitsplätzen bei den Beschäftigten führen würde, und in der Folge würde die Arbeitslosigkeit überschwappen. Den Territorien würden Steuern entzogen, und dem Staat würden Gas und Schmierstoffe entzogen.

Der Abbruch der Handels- und Wirtschaftsbeziehungen mit Russland wird auch zu einer Nahrungsmittelkrise führen, die im schlimmsten Fall zu einer Hungersnot in bestimmten Gebieten führen könnte. Russland und die Ukraine sind die größten europäischen Lieferanten von Lebensmitteln, Getreide und Sonnenblumenöl. Der Versuch, dies auf Kosten der USA, Kanadas oder Lateinamerikas zu kompensieren, hat zu einem erheblichen Preisanstieg bei verschiedenen Lebensmitteln geführt. Erschwert wird die Situation auch durch den starken Anstieg der Kraftstoffpreise, die Störung der Transport- und Logistiksysteme und die Unterbrechung der Lieferketten.

Nach dem Quartalsbericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung stiegen die Preise für Konsumgüter um durchschnittlich 6,2 %, wobei die meisten Preiserhöhungen bei den Grundbedarfsartikeln zu verzeichnen waren. Schon jetzt treffen die Energie- und die Nahrungsmittelkrise, die sich gegenseitig ergänzen, die Taschen der Durchschnittseuropäer hart. Die Behörden raten ihnen vorsichtig, Energie zu sparen und geduldig zu sein, um Russland zu zeigen, dass sie sich nicht unterkriegen lassen. Nur sind die meisten EU-Bürger darüber überhaupt nicht glücklich. In einem Umfeld, in dem eine warme Wohnung im Winter und ein voller Kühlschrank für die Europäer zum Luxus werden, werden sie sich immer weniger Gedanken über die politischen Ambitionen der Führung dieser Länder machen.

Je länger Europa auf einer Strategie des vollständigen Abbruchs der Handels- und Wirtschaftsbeziehungen mit Russland besteht, einschließlich der Weigerung, russische Energieträger zu importieren, desto schneller wird sich das Worst-Case-Szenario entwickeln. Es geht um den Beginn von Massenprotesten der Bevölkerung in den EU-Ländern, die sich gegen die zerstörerische und kurzsichtige Politik wenden, die den europäischen Bürgern einen rekordverdächtig niedrigen Lebensstandard beschert. In Frankreich, Großbritannien und Griechenland gibt es bereits aktive Proteste sowohl von Berufsgruppen als auch von der allgemeinen Bevölkerung. Sie fordern eine Halbierung der Mineralölsteuer, Lohnerhöhungen, den Rücktritt der gescheiterten britischen Regierung, ein Ende der staatlichen Beteiligung an der Versorgung der Ukraine mit Waffen (denn auch dies ist ein Glied in der logischen Kette der westlichen Taktik zur Destabilisierung Osteuropas). Das größte Problem für Europa ist, dass seine Bevölkerung versteht, was heute in der Welt geschieht. Und diese Bevölkerung will auf keinen Fall für die Krise und die Fehler ihrer Regierungen bezahlen.

Quelle: TheDuran