Wir schreiben den 23. Januar 2022. Die herumziehende Horde der üblichen Verdächtigen wie zum Beispiel der Ulmer Rechtsanwalt Markus Haintz hat sich in Brüssel zusammengerottet.

Es gehen Bilder durch das Netz wo diese Randalierer Sperrgitter auf Polizisten und Rettungskräfte werfen. Ziemlich genau vor 80 Jahren am 20. Januar 1942 trafen sich Menschen  um eine Endlösung detailliert zu planen. Man darf sich nicht einbilden, dass die Meute, die hier mit Sperrgittern in Brüssel um sich wirft, harmlos ist oder gar dumm.

Nicht nur die Konferenzteilnehmer am Wannsee hatten einen Studienabschluss, auch diejenigen die den Massenmord zuerst im Osten organisiert und durchgeführt haben hatten ein abgeschlossenes Studium. Im Durchschnitt sogar ein abgeschlossenes Jurastudium und waren zwischen 30 und 40 Jahre alt. Die wussten genau, was sie da taten.

Und was viel schlimmer ist, auch damals schon waren diese Juristen äusserst kreativ im Sprachgebrauch die Vernichtung des Gegners nicht zu benennen, sondern das Wort Endlösung ist dadurch entstanden und viele scheinbare harmlose Umschreibungen für Massenmord.

Die Juristen der Faschisten haben heute wie damals klar verstanden,was eine strafbare Äusserung ist und was nicht. Wenn die AfD Anträge zum Verbot der Antifa stellt, dann heisst das klar, dass sie sich selbst in einer faschistischen Tradition sieht. Daran gibt es nichts zu deuteln.

Das Verleugnen der faschistischen Tradition durch die AfD erfolgt nur aus dem Grund, weil dieses selbst nach dem StGB letztlich als Volksverhetzung nicht erlaubt ist. In ihren Handlungen und Taten sind sie aber ganz klar faschistisch.

Selbstverständlich ist es klar, dass in antifaschistischen Bewegungen auch Linksextreme vorhanden sind, das sollte nicht verwundern. Der Umkehrschluss aber, dass jeglicher Antifaschismus linksextrem ist, ist falsch. Der Antifaschismus kann bei einem erzkonservativen katholischen Priester beginnen, dem die Menschenwürde und das Menschenleben wichtiger ist als faschistische Wertäusserungen. Wobei es fraglich ist, ob der Faschismus überhaupt irgendwelche Werte kennt ausser sich selbst und seinen Hass auf andere.

Es steht sogar zu vermuten, dass jeglicher Faschismus in sich zusammenbrechen würde, wenn er keine Gegner mehr hätte. Aber an Gegnern mangelt es dem Faschismus nie, denn im Zweifel wird der Gegner in den eigenen Reihen identifiziert.  Der Faschismus hat auch immer mehrere Ebene, da gibt es die Intelligenten in Hinterzimmern, die genau wissen, was einer Bevölkerung zuzumuten ist und was nicht. Allmachtsträume und die Phantasien Gegner auszulöschen herrschen dort vor.

Dort werden dann Strategien ausgetüftelt, wie man vielleicht das herrschende System überwinden könnte und wie man an die Macht kommen könnte. Logische Widerprüche in den öffentlichen Äusserungen sind dabei vollkommen egal. Es geht nur um die Zerstörung des herrschenden Regierung.

Das Vorführen widersprüchlicher Aussagen durch die Gegner ist in diesem Zirkel vollkommen egal. Das wissen diejenigen selbst, dass sie sich widersprechen. Es ist ja auch nicht ihr Ziel logisch und konsistent zu argumentieren oder zu operieren, sondern Leute einzufangen und die Regierung zu stürzen.

Hierbei ist es nur notwendig die zweite Ebene, die dann nichts von den Strategien weiss, bei der Stange zu halten. Ich bin mir bis heute nicht sicher ob Meuthen zu dem Kreis der nützlichen Idioten oder zu den Strategen gehört. Wahrscheinlich ist er ein nützlicher Idiot.Das Hauptmerkmal des hochintelligenten Faschisten sind psychische Defizite, die unter Umständen schon in der Kindheit entwickelt wurden, und ein unbändiger Hass deswegen. Nicht alle Faschisten sind dumm.

Aber wie Hitler würden diese niemals selber töten, sie lassen töten. Im Hinterzimmer wird der Mord geplant, aber er wird nicht selber ausgeführt, dazu ist der Einzelne zu intelligent. Im Prinzip ist der Lübckemord ein solcher Mord bei dem sich Faschisten locker von distanzieren.  Vier Jahre kontinuierlich Hetze ohne strafrechtlich nachweisbarem Mordaufruf genügten um Walter Lübcke ins jenseits zu schicken. Und es war eine konzertierte Hetzjagd auf diesen Lokalpolitiker. Seitdem fühlen sich diese Kreise auch bestärkt, dass sie die Regierung stürzen könnten.  Ob Leute wie H.G.Maassen hierbei nützliche Idioten wie Meuthen sind oder mit den Strategen gehören, lässt sich schwer beurteilen. Denn die Hinterzimmer sind sehr sehr verschlossen und es lässt sich nur vermuten was dort abgeht.

Die Faschisten sind aber auch deswegen so gut im Erfinden von Verschwörungsmythen, weil sie selbst Verschwörer sind. In ihrem Wahn unterstellen sie dem Gegner, dass er das gleiche betreiben würde wie sie. Sie glauben weder an Menschlichkeit und schon gar nicht daran, dass etwas wirklich so gemeint sein könnte. Dadurch dass sie in ihrer Sprache in der Öffentlichkeit alles verdrehen können, suchen sie hinter jeder Äusserung eben auch den Hintergedanken, den sie selbst tagtäglich pflegen.  Für den Faschismus ist es unverständlich, dass es keine Organisation Antifa gibt, denn sie sind in ihren Hinterzimmern gut organisiert und gut vernetzt. Für sie ist es unvorstellbar, dass es das beim politischen Gegner so nicht gibt.

Fairerweise muss ich leider sagen gibt es diese Hinterzimmer auch bei Stalinisten, Lenisten, Maoisten, Putinisten usf. gibt, aber obwohl Linksextreme Antifaschisten sein können, sind nicht alle Antifaschisten Extremisten.  In dem Machtkampf der mit hochintelligenten besetzten Hinterzimmer geht allerdings die Mitte einer offenen Gesellschaft unter. Dadurch dass sich Ex-KGB-ler hier und da mit den Faschisten verbünden leben wir in einer brandgefährlichen Welt.

Ursprünglich ist ein großer Teil dieser Zeilen vor den heutigen Ereignissen in Brüssel entstanden. Aber ich habe sie jetzt wieder herausgekramt. Denn diese gut organisierten umherziehenden Horden werden für meine Begriffe unterschätzt. Sie haben mit diesen Aktionen die öffentliche Wahrnehmung schon längst im Griff.

Als Beispiel sei nur genannt, dass jener Ulmer Rechtsanwalt mit seinen Videos in der Öffentlichkeit mehr Aufmerksamkeit bekommt als 3500 Ulmer die gegen diese Machenschaften demonstrieren.  Auch die immer wieder aufflammenden Kollumnen zur gespaltenen Gesellschaft zeigen dies.  Es mag durchaus sein, dass unter den Impfgegnern viele Mitläufer sind, die gar nicht begreifen, dass sie benutzt werden. Aber das war bei der NSdAP nicht anders. Parteimitglieder waren nur ca. neun Millionen (aus dem Kopf die Zahl könnte falsch sein) und auch davon waren einige sicherlich dabei, die nur aus beruflichen Gründen dann der Regierungspartei begetreten sind.

Der harte Kern, welcher zum Beispiel auch auf der Wannseekonferenz die Endlösung plante, wusste allerdings genau, was er dem Deutschen zumuten konnte und was nicht.  Das waren keine Naivlinge und Dummköpfe psychisch gestört vielleicht, aber sie waren nicht dumm.  

In ihrem Wahn sind sie eben einem im Rausch kämpfender Menschen nicht unähnlich, der keine Schmerzen oder Wunden wahrnimmt.‌ Menschliches Leid oder Elend ist ihnen egal.  Rationale Argumente sind in diesen wahnwitzigen faschisten Welten irrelevant. Es geht nur um Sieg oder Niederlage. Und eines ist ganz sicher, der Faschist vernichtet seine Gegner, wenn er die Möglichkeit dazu bekommt.

grenjuðu berserkir,
guðr vas á sinnum,
emjuðu Ulfheðnar
ok ísörn dúðu.

es brüllten die Berserker,
der Kampf kam in Gang
es heulten die Wolfpelze
und schüttelten die Eisen
Finnur Jónsson (Hrsg.): Den Norsk-Islandske Skjaldedigting  B: Rettet Tekst I. 1912 (Nachdruck Rosenkilde og Bagger, Kopenhagen 1973), S. 22–25; hier S. 23.








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