Berlin - Mittwoch, den 09. Februar 2022 ‌‌|#Schweden #SonderWeg #FreiheitsPreis | Schweden-Spezial


In der heutigen Ausgabe #CoronaUpdate: Geht es hauptsächlich um das Thema Schweden und welche Probleme der "Schwedische Weg" mit sich brachte. Zudem betrachten wir gemeinsam die Zahlen.
Dies und mehr - heute.

Schweden lockert endgültig

Schweden hat sich nun entschieden, endgültig fast alle Beschränkungen aufzuheben. In Restaurants, Bars und Kneipen gelten keine Beschränkungen mehr für die Öffnungszeiten und auch die Abstandsregelungen sind in diesen Freizeiteinrichtungen aufgehoben. Veranstaltungen, egal ob gewerblich oder privat, unterliegen ebenso keinen Einschränkungen mehr.
Maskenpflicht in der Öffentlichkeit gibt es nicht, auch nicht im Nahverkehr.

Für Reisende gibt es indessen auch Erleichterungen, denn EU-Bürger brauchen keinen Nachweis mehr über den Status der Impfung, Genesung oder Testung vorzulegen.

Bereits in der Vergangenheit galt Schweden bei den Maßnahmengegnern, Pandemie-Verharmlosenden und "Querdenkenden" als Vorbild, doch stimmt dies eigentlich? Was ist eigentlich der Preis für diese Freiheit?

Einige Fakten und Zahlen zum Thema

Als Erstes muss man über das Land Schweden jedoch wissen, dass dieses Land eine sehr geringe Bevölkerungsdichte hat. Gerade einmal 23,8 Einwohner kommen auf einen Quadratkilometer (km²). Zum Vergleich Deutschland kommt auf 234,4 Einwohner pro km² (Dänemark 134,1, Island: 3,3, Finnland: 18,0).

Als Zweites: Nach den Daten der Weltbank hat Schweden 10,35 Millionen Einwohner. Bislang gab es nach den Daten der Johns Hopkins University 2,35 Millionen Infektion und 16.244 Todesfälle (Stand 08.02.2022).
Somit haben sich ganze 22,71 Prozent der Schweden mit Corona infiziert und 0,69 Prozent davon sind verstorben (0,16 % aller Schweden).

Zum Vergleich: Deutschland hat 83,24 Millionen Einwohner, 11,6 Millionen Fälle wurden durch die Johns Hopkins University verzeichnet und davon starben 119.000 Menschen. In der Bundesrepublik haben sich nur 13,94 Prozent infiziert und 1,03 Prozent der bekannten Infektionsfälle verstarben (0,14 % der gesamten Bevölkerung).

Wichtig ist zudem, dass man einen Vergleich zwischen Deutschland und Schweden nur schwer durchführen kann. Viele Faktoren weisen eben Unterschiede auf, doch die Nachbarländer von Schweden lassen sich recht gut miteinander vergleichen. Darum folgt dazu später im Text auch einiges. Für manche Menschen ist der Vergleich zwischen zwei so unterschiedlichen Ländern interessant, auch wenn dieser keinen vollständigen Rückschluss zulassen kann. Einige Anhaltspunkte und interessante Fakten bietet dieser Vergleich jedoch.
Es zeigt aber eben auch, dass es sich die selbsternannten Querdenker oft zu einfach machen.

Ist das jetzt ein Beweis, dass man in Schweden die Infektion besser im Griff hatte? Hier muss man eher Nein sagen, neben den reinen Zahlen muss man auch weitere Faktoren betrachten. Dazu gehört unter anderem das Alter, denn wie schon seit einiger Zeit bekannt ist, stellt dieses eben eines der höchsten Risiken dar. In Schweden liegt das Durchschnittsalter bei 40,5 Jahren und Deutschland bei 45,9 Jahren. Wie jedoch schon beim ersten Punkt erwähnt, spielt die Einwohnerdichte eine sehr wichtige Rolle. Bei der Betrachtung stellt man fest, dass in Schweden im Vergleich zu Deutschland besonders wenig Menschen auf einen Quadratkilometer wohnen, also die Bevölkerungsdichte sehr gering ist.

In der Theorie haben es Länder mit einer geringen Bevölkerungsdichte einfacher.
Jedoch wohnen alleine etwa 9,6 Prozent der Schweden in und um die Hauptstadt Stockholm (5.079 EW pro km²). Neben diesem Fakt muss man im Kopf haben, dass dieses Land groß ist und viele Menschen deutlich ländlicher wohnen. Es gibt kleine Städte, Dörfer und einsame Siedlungen. Desto dichter Menschen zusammen leben, umso wahrscheinlicher ist eine Ansteckung. Gerade hier wurde aber deutlich, dass der Vorteil den Schweden mit der Bevölkerungsdichte hat (auch wenn er kleiner sein mag), nicht genutzt wurde.

Eine Studie offenbart Probleme beim Corona-Management

Die Studie von Arash Heydarian Pashakhanlou, von der Swedish Defence University, beschäftigte sich mit den "Kontroversen, die die Arbeit der PHAS [Anmerkung: Gesundheitsbehörde] in Bezug auf Risikobewertungen, Gesichtsmasken, Freiwilligkeit, Tests und den Schutz älterer Menschen während der Pandemie geprägt haben."

Laut Pashakhanlou zeige die Studie, "dass die Risikobewertungen der PHAS anfangs zu optimistisch" gewesen sind und die Angaben zu Masken zu lange im Widerspruch mit einem "großen Teil der wissenschaftlichen Gemeinschaft stand". Die freiwilligen Maßnahmen sollen einigermaßen gut funktioniert haben, so der Wissenschaftler. Vor allem zeigt sich in seiner Untersuchung, dass das Risiko in Schweden zu lange unterschätzt wurde. Schon am 16. Januar, als weder die EU (ECDC) noch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Einschätzung über das Risiko von Sars-CoV2 abgeben konnte, entschied man sich dort das Risiko als sehr gering einzustufen.
Während im Februar die WHO von einem hohen Risiko sprach, hieß es in Schweden, die Gefahr sei gering. Erst am 10. März korrigierte man diese fehlerhafte Einschätzung, so die Daten von Pashakhanlou.

Anscheinend hätten viele ältere Menschen ihr Leben vorzeitig verloren, weil Schweden eben nicht auf Testungen gesetzt hat, so der Wissenschaftler, es sei "unmöglich, die Zahl der Leben zu beziffern, welche durch frühere Testungen und durch Umsetzung der von der Gesundheitsbehörde herausgegebenen Empfehlungen hätten gerettet werden können". Ähnlich wie in Deutschland liege die Verantwortung für die Pflege nicht bei der obersten Staatsebene. Laut Pashakhanlou würde die Verantwortung dafür bei den jeweiligen Kommunen liegen.

Staatlicher Bericht zeigt schlechten Schutz für Ältere

Auch ein staatlicher Bericht zeigt diese Probleme auf und offenbart, dass die ältere Bevölkerung nicht ausreichend geschützt wurde. Allgemein zeigte sich eine Erhöhung der Sterblichkeit, so der Bericht.
"Under perioderna mars – juni 2020 och november 2020 – januari 2021 var dödligheten i Sverige avsevärt högre än under samma perioder tidigare år"
"In den Zeiträumen März - Juni 2020 und November 2020 - Januar 2021 war die Sterblichkeitsrate in Schweden deutlich höher als in den gleichen Zeiträumen der Vorjahre".

Laut dem Bericht zeigte sich aber bei den Älteren ein besonders hohes Sterblichkeitsrisiko und dies war sehr auffallend bei Bewohnern von speziellen Wohnformen (Pflege-, Altenheime). Während in Deutschland bereits sehr früh Wert auf einen Schutz von Wohneinrichtungen gelegt wurde, ist dies in Schweden, dem Bericht zufolge, unterblieben. In einem früheren Bericht vermutete die schwedische Kommission, dass man aus der ersten Welle Lehren gezogen hätte.
Dem Bericht zufolge konnten die vulnerablen Gruppen, trotz den Erfahrungen aus der ersten Welle, nicht besser geschützt werden.

Die Untersuchungskommission kam in dem mehr als 800 Seiten umfassenden Bericht zu dem Schluss, dass Schutzmaßnahmen unterblieben sind und auch dadurch Menschen sterben mussten. Einen weiteren Anstieg des Risikos konnte man bei Menschen mit Migrationshintergrund beobachten, doch warum dies so ist, konnte man dem Bericht zufolge nicht klären. Laut der Kommission "bedarf es neuer Forschungsarbeiten, um diesen Zusammenhang aufzuklären".

Insgesamt bedürfe es jedoch bei einer nächsten Pandemie "geeignete Maßnahmen", welche ergriffen werden sollten. Große Probleme sieht man zudem darin, dass die Bevölkerung teilweise nicht bereit ist sich zu testen und Schutzmaßnahmen umzusetzen. Insbesondere bei den gefährdeten Gruppen sei dies der Fall, so seien gerade Testungen, Isolationen und Infektionsverfolgungen gescheitert. Viele dieser Maßnahmen beruhten dabei nur auf einer Freiwilligkeit. Die Vermutung liege nahe, dass das Virus so ein leichtes Spiel hatte und eben bei den besonders vulnerablen Gruppen greifen konnte.

"Darüber hinaus finden wir es bemerkenswert, dass selbst in der zweiten und dritten Welle der Pandemie ein erheblicher Anteil von Covid-19-Patienten ohne vorherigen positiven Test in ein Krankenhaus eingeliefert wurde."

Der Bericht bescheinigt dem Land damit ein massives Versagen bei der Pandemie, vor allem sei "Schwedens Umgang mit der Pandemie von Verzögerungen geprägt" gewesen. Besonders "die anfänglichen Schutzmaßnahmen" sollen nicht ausgereicht haben, um "eine Ausbreitung der Infektion im Land einzuschränken oder gar zu stoppen". Die Maßnahmen und im Allgemeinen die Vorsorge des Landes sei unterdurchschnittlich gewesen. Der Staat habe mit seiner Gesetzgebung versagt, denn diese sei nicht in der Lage "einen schweren Ausbruch einer Epidemie oder Pandemie zu begegnen".

Die königlich schwedische Wissenschaftsakademie kommt fast zu denselben Ergebnissen. Man fragte sich, was man aus der Pandemie lernen könne und bescheinigte dem Land eine schlechte Vorbereitung. "Besonders in der Altenpflege trug die mangelnde Vorbereitung zur hohen Sterblichkeitsrate, während der ersten Phase, bei." Es soll dabei besonders an Schutzausrüstungen gemangelt haben. Laut der Akademie sei aber auch die Einstellung problematisch, dass man die Möglichkeit eines Virus, welches sich auch über Luft verbreite, nicht bedenke. Aus diesem Grund sei eben oft auf ausreichende Maßnahmen verzichtet worden. Über die Notwendigkeit zum Tragen einer Maske sei sich die Bevölkerung nicht im Klaren. Selbst in den Krankenhäusern habe man sich nicht ausreichend vorbereitet.

So heißt es eindeutig: "Die schwedische Pandemiestrategie hat wahrscheinlich zu Schwedens deutlich höheren Infektions-, Krankheits- und Todesraten im Vergleich zu Dänemark, Norwegen und Finnland beigetragen."

Neben all diesen Problemen vermutet man, dass wegen der geringen Testkapazitäten zum Anfang der Pandemie, die Ausbreitung von Corona überschätzt wurde. Zufrieden zeigte man sich nur mit der Impfstrategie des Landes.

Schweden sind Maskenmuffel?

Verschiedene Studien und Berichte kamen zum Schluss, dass die schwedische Bevölkerung Masken gegenüber eher kritisch eingestellt sei. In der Studie "Global trends and predictors of face mask usage during the COVID-19 pandemic" zeigte man deutlich, dass das Trageverhalten der Bevölkerung kontinuierlich schlecht war. Nach der Datensammlung des Institute for Health Metrics and Evaluation (IHME) liegt in Deutschland die Tragebereitschaft um die 50 Prozent und in Schweden gerade einmal bei 8 Prozent (Zum Vergleich: Norwegen 56 %, Finnland 65 %).

Wie zuverlässig diese Werte sind, lässt sich natürlich nicht zu 100 % ermitteln, jedoch zeigen diese einen gewissen Trend auf und überschneiden sich mit anderen Arbeiten zu diesem Thema. Die Problematik trägt deutlich zur Verbreitung bei.

Schweden und seine Nachbarn

Dank Our World in Data können wir die Länder sehr gut miteinander vergleichen. Schauen wir uns die Daten der Todesfälle pro eine Million Menschen an, dann sehen wir, dass Schweden im Vergleich aktuell ganz oben liegt, gefolgt von Dänemark, Finnland, Deutschland und Norwegen. Deutschland ist in der Liste nur dabei, um eine gefühlte Relation zu ermöglichen. Norwegen hatte zwar vor einer Woche Maßnahmen gelockert, doch hält man dort weiterhin an der Maskenpflicht fest und auch für die Einreise gelten weiter hin bestimmte Bedingungen.

Intensivmedizin

Besonders beim Thema Intensivmedizin wird die Problematik in Schweden deutlich. Im Vergleich zu den Nachbarländern Dänemark und Finnland ist die Zahl der Intensivpatienten deutlich erhöht. Aktuell müssen 113 Patienten in Schweden auf einer Intensivstation versorgt werden, während es in Dänemark nur 39 sind und in Finnland waren es am Montag 38.

Krankenhaus

Während in Deutschland die Anzahl der Covid-19 Patienten in Kliniken nicht erfasst wird, ist dies in den nördlichen Ländern etwas anders und auch hier schneidet Schweden nicht besonders gut ab. Was sich sagen lässt ist, dass es eine Steigerung in allen Ländern gab, welche hier betrachtet werden. Schweden hat dabei einen deutlichen Vorsprung gegenüber den anderen Staaten. Aktuell sind es 2.169 Menschen, welche dort im Krankenhaus liegen. Am dichtesten daran kommt Dänemark mit einer Anzahl von 1.294 Patienten, gefolgt von Finnland mit 659 Erkrankten. Von Norwegen gibt es keine aktuellen Daten, doch in den Zeiten bei denen Daten vorhanden sind, sieht man das niedrigste Level.

Impfungen

Die Schweden gehören definitiv nicht zu den Impfmuffeln, aber während sich 74,15 Prozent grundimmunisieren ließen, sind nur 43,15 Prozent geboostert. Dänemark führt in all diesen Grafiken. Deutschland gehört wenigstens, in dieser spezifischen Gruppe, beim Thema Boostern zu den TOP 2.

Fazit

Was sagen uns die ganzen Grafiken und Zahlen nun? Man könnte an dieser Stelle indessen viel sagen oder schreiben und wahrscheinlich würde die Querdenkerfront eigenartige Schlüsse ziehen. Was wir jedoch eindeutig sehen, dass die Lockerungen in Schweden, aber auch in anderen Ländern, zum falschen Zeitpunkt kommen und dort weiterhin die Fallzahlen steigen. Schweden hat während einem langen Zeitraum den Schutz der Bevölkerung nicht gewährleisten können und musste dies auch bezahlen. Inzwischen entschied man sich dazu das Land einer Durchseuchung auszusetzen und dies, obwohl man die Folgen nicht absehen kann. Für die besonderen Freunde unter den Lesenden: Im Gegensatz zur Impfung kann man eben noch nichts über die langfristigen Auswirkungen sagen. Also UDO lass dich impfen.

Die Folgen der mangelnden Vorbereitung sehen wir allerdings nicht nur in Schweden. Die Abhängigkeit von China spürte man, wie in den Ländern der EU, weil man kaum Ausrüstung produzierte und diese weiterhin nur maginal fabriziert werden. Das sind Probleme die auch in vielen Ländern zu spüren gewesen sind. Nur die Todeszahlen auf die Bevölkerung gesehen sind eindeutig zu hoch. Zu diesem Schluss komme nicht nur ich, sondern auch viele Studien und Arbeiten. Schweden hat ein gewaltiges Problem mit dem Risikomanagement und lockert genau zu einem Zeitpunkt, an welchem die Folgen nicht zu überschauen sind. Der Weg von Schweden war in der Vergangenheit mit einigen Kosten verbunden, was in diesem Fall immer Menschenleben bedeutet. Wäre Schweden ein Unternehmen, könnte man sagen, es habe schlecht performt.

An die Empfehlungen hat sich in Schweden eben kaum jemand gehalten. Masken wurden zu wenig genutzt und der Schutz der vulnerablen Gruppen wurde praktisch vernachlässigt. Wie der Wissenschaftler Arash Heydarian Pashakhanlou, kann auch ich nur zu dem Schluss kommen, dass eine Umsetzung von Schutzmaßnahmen und verpflichtende Tests wohl Menschen gerettet hätte. Der aktuelle Weg ist jedenfalls kritisch, denn die Öffnung bereitet den Weg für massenweise Infektionen, besonders der Verzicht auf Masken scheint sehr kritisch zu sein. Der Schutz der vulnerablen Gruppen ist seit der Lockerung nur noch eine "Kann"-Empfehlung der Regierung, man sagt zwar, dass die risikomindernden Maßnahmen beibehalten werden sollten, aber man dies eben nicht müsse. Aus den Erfahrungen der vorangegangenen Wellen sollte dies nichts Gutes heißen. Schwedens Politik wagt eine Öffnung auf den Rücken der Schwächeren.

Man sollte sich impfen lassen, mit Symptomen zu Hause bleiben und Ungeimpfte sollten Gruppen meiden - doch mal ehrlich, glaubt man wirklich an die Vernunft? Wir sehen in vielen Ländern, dass dies leider nicht funktioniert und Ungeimpfte sich von Gruppenveranstaltungen nicht mal durch Verbote abhalten lassen.

Schweden vertraut auf die Vernunft, was die Unvernünftigen ausnutzen werden. Immer noch sterben die Alten. Die Auslastung in den Kliniken steigt und steigt und steigt.

Aus dem "Freedom Day" kann so schnell der "Tag des Todes" werden, doch wie es eben immer so ist: Erst am Ende der Pandemie kann man wirklich abrechnen, doch es schließt nichts drauf, dass dieser Weg besonders gut wird.

Quellen:
Bevölkerungsdichte 2015
Weltbank
Johns Hopkins University
Altersmedian Eurostat 2021 - Erhebung 2020
"Sweden's coronavirus strategy: The Public Health Agency and the sites of controversy"
Sverige under pandemin Volym 2
Slutrapport efterlyser oberoende expertenhet vid pandemier
Global trends and predictors of face mask usage during the COVID-19 pandemic
Institute for Health Metrics and Evaluation:
The Delphi Group at Carnegie Mellon University and University of Maryland COVID-19 Trends and Impact Surveys, in partnership with Facebook; Kaiser Family Foundation; YouGov COVID-19 Behaviour Tracker survey.

WHO: Halbe Million Tote seit Auftreten von Omikron

Seit dem Omikron im November 2021 das erste Mal in Erscheinung getreten war, soll es 500.000 Tote gegeben haben, dies teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit. Nachdem die Omikron-Variante als "besorgniserregend" eingestuft wurde, kam es nach Aussage des WHO-Vertreters Abdi Mahamud zu etwa 130 Millionen Corona-Infektionen. Bei einer Online-Veranstaltung sagte er "In einem Zeitalter wirksamer Impfstoffe ist der Tod von einer halben Million Menschen wirklich auffallend". Die Todesfälle sind "mehr als tragisch", so Mahamud weiter.

Nach den Daten von Our World in Data gab es seit dem Beginn der Pandemie über 5,76 Millionen Tote (bei 401 Millionen Infektionen).

Laut Maria Van Kerkhove, der zuständigen WHO Corona-Expertin, würden wir "uns noch mitten in der Pandemie" befinden und viele Länder hätten den Höhepunkt der Omikron-Welle noch nicht erreicht. Außerdem fügte sie hinzu, "das Virus ist weiterhin gefährlich".

RKI meldet 234.250 Neuinfektionen!

Innerhalb von 24 Stunden wurden 234.250 Neuinfektionen registriert, dies stelle damit einen neuen Höchstwert dar. Weiterhin gibt es eine Steigerung bei den Infektionszahlen, so gab es vor einer Woche 208.498 Fälle. Der durch das Robert-Koch-Institut (RKI) bekanntgegebene Sieben-Tage-Inzidenzwert steigt heute auf einen Rekordwert von 1.450,8 (Vortag: 1.441). Vor genau einer Woche lag der Inzidenzwert bei 1.227,5. ‌‌Bereits seit dem 30. Dezember steigt der Sieben-Tage-Inzidenzwert kontinuierlich an.                        

Nach den Angaben des Robert-Koch-Institutes gab es in den letzten 24 Stunden 272 Todesfälle, welche in Verbindung mit der Coronainfektion stehen. In Deutschland gab es im Zuge der Pandemie bereits 119.215 Tote.

Wegen der aktuellen schlechten Meldelage, sowie der regionalen Überforderungen von Laboren, gehen Experten von einer deutlichen Unterfassung der Zahlen aus.

Übersichtskarten

Weitere Daten für alle Länder, Kreise und kreisfreien Städte finden sich in den nachfolgenden Karten:‌‌                              

Hospitalisierungsinzidenz steigt deutlich an

Die Hospitalisierungsinzidenz bei allen Altersgruppen steigt heute deutlich an: Besonders bei den Personen ab 60 Jahren, diese liegt heute bei 11,25. Der Gesamtwert (Durchschnitt) bei 6,07.

Die Dienstagswerte lagen bei 5,6 (Montag: 5,41) und für die Personengruppe ab 60 Jahren bei 10,25 (Montag: 9,56).

Hospitalisierungsinzidenz bezieht sich darauf, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Situation auf den Intensivstationen:

‌‌(ONS) - In der Bundesrepublik Deutschland werden 2.353 (Dienstag: 2.339) erwachsene Covid-Patienten auf einer ITS behandelt, davon 50,02 Prozent invasiv beatmet (1.177 Personen). ‌‌‌‌Für Covid-19-Fälle liegt die freie Kapazität bei 1.272 (Di.: 1.328). ‌‌‌‌Die deutschlandweite Notfallreserve beträgt 8.225 Betten, welche innerhalb von sieben Tagen aufstellbar wären (Di.: 8.237). Insgesamt sind 19.100 von aktuell 22.073 Intensivbetten belegt.³ Die Auslastung der Betten (Belegung) lag um 8:05 Uhr bei 83,54 Prozent (letzte Woche Mittwoch: 83,18 Prozent).

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² Nachmeldungen (der Todeszahlen) sind möglich und es können Nachmeldungen enthalten sein

³ Stand der ITS-Daten 09.02.2022 08:05 Uhr

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