Berlin - Freitag, den 14. Januar 2022 ‌‌ |‌ #Omikron #MOL #Impfpanne

In der heutigen Ausgabe #CoronaUpdate geht es um den Anteil der Omikron-Variante, warum ein Landrat Applaus aus der Ecke der Corona-Politik-Gegner bekommt und was in einem bayrischen Impfzentrum passierte.

  • Omikron-Anteil liegt bei 73 Prozent
  • Brandenburg: Landkreis will bei Demos Verstöße gegen die Maskenpflicht nicht verfolgen
  • Bayern: Über 550 Impfungen mit abgelaufenem Impfstoff
  • Kurzmeldungen
  • Omikron - Tagesüberblick
  • RKI meldet 92.223 Neuinfektionen!
    Sieben-Tage-Inzidenzwert steigt auf 470,6!

    Hospitalisierungsinzidenz steigt an
    - @Bremen       - Inzidenz: 1.427,2
    ‌‌- @Berlin       - Inzidenz:    949,8
    ‌‌- @Hamburg - Inzidenz:    665

Omikron-Anteil liegt bei 73 Prozent

Seit gestern Abend ist es nun offiziell: Omikron ist die vorherrschende Variante in Deutschland. Im Wochenbericht des RKIs wurde ein Anteil von 73,3 Prozent ausgewiesen. Die Ausbreitung steigt in den Bundesländern unterschiedlich stark an. In Mecklenburg-Vorpommern liegt der Anteil bei etwa 11 Prozent und in Bremen macht die Variante sogar 96 Prozent aus.

Vor einer Woche wurde der Omikron-Anteil mit 44,3 Prozent angegeben. Seit dem ersten Auftreten in Deutschland verbreitete sich die Variante rasant und gerade seit der letzten Woche ist ein sprunghafter Anstieg zu beobachten.

Die Labore sind aktuell stark gefragt und laut dem RKI herrsche dort eine hohe Arbeitsbelastung: "Um die zeitnahe diagnostische Versorgung von SARS-CoV-2-Patienten zu sichern, ist es dringend geboten, die Testung gemäß der Nationalen Teststrategie zu priorisieren", so das Institut.

Auch in dieser Woche erkennt man, dass die Booster-Impfung weiterhin ein effektiver Schutz gegenüber einem schweren Covid-19 Verlauf bietet.

Brandenburg: Landkreis will bei Demos Verstöße gegen die Maskenpflicht nicht verfolgen

"Wir sind der Meinung, dass diese Maßnahmen gegenüber Bürgern, die ihr Demonstrationsrecht wahrnehmen, überzogen sind", sagte Landrat Gernot Schmidt (SPD) dem rbb. Der Landrat machte damit deutlich, dass man im Landkreis Märkisch-Oderland bei Demonstrationen keine Verstöße gegen die Corona-Regeln verfolgen will. Zusätzlich erwähnte er die Pandemiebekämpfung und die Mitarbeiter, welche damit beschäftigt sein.

Laut Schmidt sollt der Staat zwar eine "klar Kante" zeigen, aber aus seiner Sicht sei die Verhältnismäßigkeit dabei nicht gewahrt. Das Versammlungsrecht sei, auch in der Pandemie, ein hohes Recht, so der Landrat weiter.

Seine Aussagen kommen bei der regionalen Gruppe von Gegner der Corona-Politik gut an. "Freie Brandenburger in Märkisch-Oderland" heißt die Telegramgruppe, in welcher einige Mitglieder auf einen neuen Mitstreiter hoffen. Auf jeden Fall fühlen sich die Teilnehmer der Demonstrationen im Kreis durch den Politiker gestärkt (siehe Bilder - weiter unten).

Kritik gegenüber den Äußerungen kamen unter anderem aus dem Landtag. Sebastian Walter, der Fraktionschef der Linken, sagte bereits am Mittwoch gegenüber dem rbb, dass er kein Verständnis für eine solche Ankündigung hätte. Regeln des Staates seien zudem einzuhalten und dazu gehöre es eben auch Ordnungswidrigkeitsverfahren zu verfolgen. Ähnlich haben sich auch die Grünen-Fraktionschefin, Petra Budke, geäußert. Die Einhaltung der Eindämmungsverordnung sei Aufgabe des Landkreises.

Nur von der Landtagsfraktion der SPD gab es für diese Äußerung Verständnis. Es sei eine kluge Entscheidung, wenn man Prioritäten setzte und den Gesundheitsschutz vorziehe.

Bayern: Über 550 Impfungen mit abgelaufenem Impfstoff

Abgelaufener Impfstoff wurde im bayrischen Herrsching (Landkreis Starnberg) eingesetzt. In dem vom Bayrischen Roten Kreuz (BRK) betriebenen Impfzentrum wurden im Januar über 550 abgelaufene Impfungen verabreicht. Zwischen dem 2. und 11. Januar wurden Vakzine des Herstellers Moderner verwendet, welche bereits zum 31. Dezember 2021 abgelaufen waren. Das Landratsamt Starnberg teilte dies bereits gestern mit.

Insgesamt sind 551 Fälle bekannt und die Betroffenen würden aktuell vom BRK informiert werden. Sorgen müssen sich die Menschen nicht machen, so der ärztliche Leiter des Impfzentrums: "Gesundheitliche Schäden werden durch den abgelaufenen Impfstoff nicht verursacht".

Kurzmeldungen:

  • Der Deutsche Bundesrat stimmt den neuen Quarantäneregeln zu. Zuvor stimmte bereits der Bundestag darüber ab.
  • Inzidenz in Italien bei 1.988
  • Lauterbach sieht Ende der Pandemie. Es gebe laut Karl Lauterbach die Möglichkeit, die Pandemie in Deutschland noch in diesem Jahr zu beenden.
    Die Möglichkeit müsse genutzt werden. Nicht jedes Land habe diese Chance, so Lauterbach im Bundesrat und sagte: "Wir sind privilegiert".

Omikron - Tagesüberblick

Seit dem heutigen Tag gibt es insgesamt 155.729 Fälle, die der Omikron-Variante zugerechnet werden. Von dieser Gesamtanzahl sind bisher 15.134 durch eine Genom-Sequenzierung bestätigt. Die restliche Anzahl von 140.595 werden als Verdachtsfälle geführt, diese wurden bislang nur mit einem spezifischen Omikron-PCR-Testung nachgewiesen.

In der ersten Woche des Jahres 2022 wurden bisher 72.582 Gesamtfälle gezählt. Pro 100.000 Einwohner gab es somit 87,8 Infektionen mit der Omikron-Variante.
In Folge einer Infektion mit dieser Variante starben bisher 67 Menschen. Nicht von allen Fällen sind weitere Daten bekannt, aber bei 155.634 Personen wurden weitere Daten übermittelt (Alter, Hospitalisierung etc).

Aus den Daten geht hervor, dass die meisten Infizierten in der Altersgruppe der 15- bis 34-Jährigen zu finden sind, hier gab es insgesamt 69.774 Fälle. Auch bei der Anzahl der hospitalisierten Patienten führt diese Altersgruppe deutlich vor allen anderen. Die meisten Toten sind jedoch bei den über 80-Jährigen zu beklagen. Bei nur 2.408 bekannten Infektionsfällen gab es dort 45 Todesfälle. Gestern wurde der erste Todesfall bei den 15 bis 34 Jahren alten Infizierten bekannt. Mit dem heutigen Stand sind in dieser Altersgruppe 2 Fälle bekannt.

Weitere Daten und Zahlen finden sich in den Grafiken zur Omikron-Variante:

RKI meldet 92.223 Neuinfektionen!
Sieben-Tage-Inzidenzwert steigt auf 470,6!


Den dritten Tag infolge wurde ein neuer Rekordwert bei den Neuinfektionen erreicht. Am heutigen Freitag wurden 92.223 Menschen verzeichnet, welche sich infiziert haben. Vor genau einer Woche waren es 35.888 Fälle weniger. Der durch das Robert-Koch-Institut (RKI) bekanntgegebene Sieben-Tage-Inzidenzwert steigt heute auf einen Rekordwert von 470,6 (Vortag: 427,5).

Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt seit dem 30. Dezember kontinuierlich an. Aktuell gehen Experten von einer deutlich höheren Dunkelziffer aus.

Bundesland und jeweilige Sieben-Tage-Inzidenz LAN_ew_GEN	cases7_bl_per_100k_txt Bremen	1427,2 Berlin	949,8 Hamburg	665 Schleswig-Holstein	664,9 Hessen	522,1 Brandenburg	503,3 Baden-Württemberg	478,7 Bayern	473,1 Nordrhein-Westfalen	441,6 Mecklenburg-Vorpommern	426,3 Saarland	422,1 Niedersachsen	380,8 Rheinland-Pfalz	342,4 Sachsen-Anhalt	253,6 Thüringen	228,4 Sachsen	225,2
Bundesland und jeweilige Sieben-Tage-Inzidenz

Die höchste Inzidenz lässt sich demnach in Bremen finden. Die Hansestadt verfügt aktuell über eine Sieben-Tage-Inzidenz von 1.427,2.

286 Todesfälle wurden binnen eines Tages registriert.  Seit dem Beginn der Pandemie wurden 115.337 Todesfälle in Deutschland gemeldet.

Hochinzidenzgebiete nehmen rasant zu: Heute gibt es 116 Kreise mit einer Inzidenz von über 500, dies sind 26 mehr als am gestrigen Donnerstag.
6 Regionen liegen weiterhin über einer Inzidenz von 1.000 und davon liegen 4 in Berlin.

Der Bezirk Marzahn-Hellersdorf meldet den fünften Tag infolge keine neuen Coronafälle und dadurch sinkt die Inzidenz auf einen Stand von 141,93.
In Berlin gehen die Sieben-Tage-Inzidenzen deutlich nach oben. Die einzige Ausnahme bildet der Totalausfall der Meldungen aus dem Bezirk Marzahn-Hellersdorf.  Alle anderen Berliner Bezirke liegen deutlich über der Marke von 500.

Bezirk und jeweilige Sieben-Tage-Inzidenz (gerundet) GEN	cases7_per_100k_txt Berlin Friedrichshain-Kreuzberg	1.521 Berlin Neukölln	1.374 Berlin Mitte	1.192 Berlin Reinickendorf	1.156 Berlin Tempelhof-Schöneberg	955 Berlin Charlottenburg-Wilmersdorf	953 Berlin Pankow	909 Berlin Spandau	825 Berlin Lichtenberg	822 Berlin Treptow-Köpenick	741 Berlin Steglitz-Zehlendorf	679 Berlin Marzahn-Hellersdorf	142
Bezirk und jeweilige Sieben-Tage-Inzidenz (gerundet)

306 Kreise und kreisfreie Städte liegen über der Sieben-Tage-Inzidenz von 300, dies sind 26 mehr als gestern. Noch am Freitag waren es nur 140 Kreise und am Montag 235.

Übersichtskarten

Weitere Daten für alle Länder, Kreise und kreisfreien Städte finden sich in den nachfolgenden Karten:

Hospitalisierungsinzidenz

Der Wert für alle Hospitalisierten (Gesamtwert) liegt bei 3,23 und für alle Personen ab 60 Jahren wurde dieser mit 5,25 angegeben.
Die Hospitalisierungsinzidenz bezieht sich dabei darauf, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner ins Krankenhaus eingeliefert werden.

Die Donnerstagswerte lagen bei 3,09 und für die Personengruppe ab 60 bei 5,04.

Situation auf den Intensivstationen:

‌‌(ONS) - In der Bundesrepublik Deutschland werden 2.882 erwachsene Covid-Patienten auf einer ITS behandelt (Donnerstag: 2.980), davon 61,03 Prozent invasiv beatmet (1.759 Personen). ‌‌
Für Covid-19-Fälle liegt die freie Kapazität bei 1.459 (Do.: 1.451). ‌‌
Die deutschlandweite Notfallreserve beträgt 8.137 Betten, welche innerhalb von sieben Tagen aufstellbar wären (Do.: 8.156). Insgesamt sind 19.316 von aktuell 22.336 Intensivbetten belegt.³ Die Auslastung der Betten (Belegung) lag um 8:05 Uhr bei 83,98 Prozent.


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² Nachmeldungen (der Todeszahlen) sind möglich und es können Nachmeldungen enthalten sein

³ Stand der ITS-Daten 14.01.2022 08:05 Uhr

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