Berlin - Montag, den 22. November 2021 ‌‌ |‌‌ #Spahn #MVITS
#Inzidenzwerte ‌‌#Inzidenz #Corona @Thüringen @Bayern @Sachsen @Berlin ‌‌ #CoronaUpdate #Intensivstationen

  • PEI-Präsident: Impfstoffversorgung ausreichend und so gut wie im "Schlaraffenland"
  • Spahn: Am Ende des Winters entweder "geimpft, genesen oder gestorben"
  • EU bekommt den Impfstoff für Kinder zum 20. Dezember
  • Charité-Experte: BioNTech und Moderne für Kreuzimpfung geeignet
  • Hausärzte üben scharfe Kritik an der Impfstoff-Rationierung
  • MV: Erste Kliniken ausgelastet
  • RKI meldet 30.643 Neuinfektionen!  
    Sieben-Tage-Inzidenzwert steigt auf 386,5!

    ‌- Hospitalisierungsinzidenz sinkt leicht
    ‌‌- @Sachsen     - Inzidenz: 960,7
    - @Thüringen - Inzidenz: 648,1
    ‌‌- @Bayern        - Inzidenz: 640,0
  • Update aus der Hauptstadt
  • Situation auf den Intensivstationen

*Update 22.11.2021 Fehler in der Zwichenüberschrift korrigiert.

PEI-Präsident: Impfstoffversorgung ausreichend und so gut wie im "Schlaraffenland"

Klaus Cichutek, der Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI), kritisierte jüngst die Debatte über den Einsatz der Impfstoffe. Die Diskussion, ob nun der mRNA-Impfstoff Moderna oder BioNTech verimpft würde, sei vielfach "unangemessen".
Cichutek sagte: "Wir sitzen im Schlaraffenland" und betonte, dass die Bundesrepublik im Vergleich zu vielen anderen Staaten ausreichend mit Impfstoff versorgt sei.
Die "Botschaft der Saison" sei, dass sich alle Personen impfen lassen sollten.

Spahn: Am Ende des Winters entweder "geimpft, genesen oder gestorben"

Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn ist sich sicher, dass zum Ende des Winters die Menschen in Deutschland entweder "geimpft, genesen oder gestorben" seien. Aktuell rät er nochmals deutlich zur Impfung, besonders mit dem Blick auf die hochansteckende Delta-Variante.
Auf der Bundespressekonferenz äußerte er sich zu dem, dass die Impfung aus seiner Sicht keine reine persönliche Angelegenheit sei. "Es gibt eine solidarische Pflicht, sich impfen zu lassen", sagte Spahn weiter, aber dennoch schloss er eine gesetzliche algemeine Impfpflicht weiterhin aus.

EU bekommt den Impfstoff für Kinder zum 20. Dezember

Laut Jens Spahn werden die EU-Staaten den Kinder-Impfstoff von BioNTech zum 20. Dezember erhalten. Deutschland solle zu diesem Termin 2,4 Millionen Dosen bekommen. "Das sollte den Großteil des Bedarf zunächst abdecken", sagte Spahn. In der Bundesrepublik gebe es nach der Einschätzung etwa 4,5 Millionen Kinder.

Charité-Experte: BioNTech und Moderna für Kreuzimpfung geeignet

Der Charité-Experte Leif Erik Sander äußerte sich im Rahmen der Bundespressekonferenz zur Kreuzimpfung von Moderna und BioNTech. Beide Impfstoffe seien sowohl für die Erstimpfung, als auch für das Boostern geeignet. Beide mRNA-Impfstoffe können auch als Kreuzimpfung in Betracht kommen, diese sei laut Sander sicher und gut verträglich. Sander ist als Leiter der Forschungsgruppe für Infektionsimmunologie und Impfstoff-Forschung an der Berliner Charité tätig.

Dieser Äußerung schloss sich ebenso das Paul-Ehrlich-Institut an, die Impfstoffe seien praktisch gleichwertig. Laut Institutspräsident Klaus Cichutek, liege der Wirkungsgrad der beiden Impfstoffe bei mehr als 90 Prozent. Zudem seien die Impfreaktionen sehr gering, dies haben Studien ergeben.  

Hausärzte üben scharfe Kritik an der Impfstoff-Rationierung

Ulrich Weigeldt, der Bundesvorsitzende des Hausärzteverbands, wendete sich in einem Schreiben an noch Gesundheitsminister Jens Spahn und kritisierte die geplante Rationierung des BioNTech-Impfstoffes.

"In der Gesamtschau fürchten wir, dass das von Ihnen vorgesehene Lieferschema eine Beschleunigung der Impfkampagne eher behindert als fördert", zitierte das Portal The Pioneer aus dem Brief Weigeldts an das Bundesgesundheitsministerium.

Die Ärzteschaft sei mit dem Schreiben des Ministeriums "kurzfristig und sehr überraschend" konfrontiert worden. In dem Schreiben wurde eine Beschränkung auf 30 Dosen des Impfstoffes für die nächste Woche angekündigt.

Carl Stiller, der stellvertretende Landesvorsitzende des Hartmannbundes in Niedersachsen, kritisierte die aktuellen Vorgaben ebenfalls scharf. Bei der jetzigen Situation sei eigentlich Klarheit und Ruhe nötig, doch gerade jetzt falle dem Ministerium ein, "dass noch viele Millionen gelagerte Restdosen vom Impfstoff Moderna nah am Verfallsdatum liegen" äußerte Stiller.
"Die Praxen dienen hier als Resterampe, ohne zu berücksichtigen, dass es in kleinen Praxen logistisch viel schwieriger ist, Moderna zu verimpfen als Biontec: Beide Impfstoffe sind mRNA Impfstoffe, aber ein Mehrdosengefäß Moderna enthält 20 Impfdosen das von Biontec 6 Impfdosen. Es ist im Praxisbetrieb nicht möglich immer 20 Dosen koordiniert zu terminieren und den Verfall gering zu halten, "dies zu übersehen sei "bürokratische Blindheit".

MV: Erste Kliniken ausgelastet

Vier Intensivstationen sind im Land Mecklenburg-Vorpommern ausgelastet, dies geht aus einer Meldung des Intensivregister der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) hervor. Die betroffenen Krankenhäuser sind:
Kreiskrankenhaus Demmin, KMG Klinik Boizenburg, Krankenhaus Ludwigslust und DRK-Krankenhaus Grevesmühlen.

In weiteren 14 Krankenhäusern seien die Kapazitäten nur noch begrenzt verfügbar. Aus dem Land Mecklenburg-Vorpommern melden 32 Kliniken ihre Intensiv-Kapazitäten.

271 Patienten liegen, laut den Daten des Landesamtes für Gesundheit und Soziales vom Sonntag, derzeit in mecklenburgischen Krankenhäusern. 61 Patienten müssen derzeit intensivmedizinisch behandelt werden

RKI meldet 30.643 Neuinfektionen!  
Sieben-Tage-Inzidenzwert steigt auf 386,5!

Seit über 13 Tagen steigt der Wert der Sieben-Tage-Inzidenz jeden einzelnen Tag an und erreicht dabei immer einen neuen Höchstwert.

Alleine über das Wochenende wurden in Deutschland mehr als 100.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus verzeichnet. Die Werte und Zahlen steigen in allen Bundesländern an und dies teils sehr heftig. Am Sonntag lag der Inzidenzwert bereits bei 372,7. Für einen besseren Vergleich: Vor einem Monat lag der Wert bei 85,6. Letzte Woche Sonnabend lag der Wert schon bei 289.

Insgesamt sind über das Wochenende 106.651 Neuinfektion registriert worden (Samstag: 63.924, Sonntag: 42.727) und dies, obwohl einige Bundesländer die Daten nur sehr unzuverlässig am Wochenende erheben und es wurden im gleichen Zeitraum 323 neue Todesfälle registriert

Zum heutigen Wochenstart wurden 30.643 Neuinfektionen an das Robert-Koch-Institut gemeldet. Vor einer Woche waren es 23.607 Infektionsfälle.
Der Sieben-Tage-Inzidenzwert kletterte heute auf den Höchstwert von 386,5.

Zum Vergleich: Am Vortag lag der Inzidenzwert bei 336,9 und vor einer Woche bei 303.

Seit dem Beginn der Pandemie wurden 99.124 Todesfälle in Deutschland gemeldet.

Daten aus dem Kreis Ludwigslust-Parchim sind heute übermittelt worden, jedoch ist der Wert der Sieben-Tage-Inzidenz nicht korrekt. Der Grund dafür liegt in dem langen Zeitraum, in dem keine Daten an das RKI gemeldet wurden. Die Zahl der Neuinfektionen wurde mehrere Wochen nicht übermittelt.
Auf der Webseite des Kreises werden jedoch die Daten für den 19. November bereitgestellt. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert lag bei 241,2 (77 Fälle in 24 h). Im Kreis gab es seitdem Beginn der Pandemie 277 Todesfälle, welche im Zusammenhang mit der Covid-19 Infektion stehen.

Hospitalisierungsinzidenz sinkt leicht

Der heutige Wert liegt bei 5,28 und für die Personengruppe ab 60 wurde der Wert mit 12,39 angegeben.

Die Werte vom Freitag lagen bei 5,34 und für die Personengruppe ab 60 bei 12,55.

Sachsen, Thüringen und Bayern

@Sachsen - Zum heutigen Montag wurden die Daten gemeldet und verarbeitet. Die Inzidenz des Landes wurde mit 960,7 angegeben.
5.899 neue Infektionsfälle wurden innerhalb von 24 Stunden an das Robert-Koch-Institut gemeldet. Seit dem Beginn der Pandemie sind alleine in Sachsen 425.120 Menschen nachweislich infiziert worden und 10.655 davon sind verstorben.

Im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge findet sich der höchste Inzidenzwert in der gesamten Bundesrepublik, dieser liegt bei einem Wert von 1.612,44. 34.143 Personen infizierten sich seit dem Beginn der Pandemie im Kreis, davon verstarben 1.041 (3,05 %).

@Thüringen - In Thüringen stieg der Sieben-Tage-Inzidenzwert an und liegt bei einem Stand von 648,1 (Freitag: 585,4). 1.116 neue Infektionsfälle wurden von dort innerhalb der letzten 24 Stunden gemeldet. Seit dem Beginn der Pandemie infizierten sich in dem Bundesland mindestens 187.796 Personen, davon starben 4.776 (+24 seit Freitag²).

Der Sieben-Tage-Inzidenzwert im Saale-Orla-Kreis liegt aktuell bei 1.146,52.
Seit dem Beginn der Pandemie infizierten sich dort mindestens 9.106 Menschen, davon starben 203 (2,23 %).

@Bayern - Im gesamten Freistaat liegt der Inzidenzwert bei 640 und 8.426 Neuinfizierte wurden durch die Gesundheitsämter registriert.
Am Freitag lag der Inzidenzwert bei 625,3.
Seit dem Beginn der Pandemie infizierten sich alleine in Bayern mindestens 1.031.554 Menschen, davon starben 16.967 (+106 seit Freitag²).

Bayern ist das zweite Bundesland, in welchem sich mehr als eine Million Bürger sich nachweislich mit dem Coronavirus infiziert haben.

Im Landkreis Freyung-Grafenau befindet sich der höchste Sieben-Tage-Inzidenzwert im Freistaat, dieser liegt bei einem Stand von 1.569,78.
Seit dem Beginn der Pandemie infizierten sich hier mindestens 8.549 Personen, davon starben 139 (1,63 %).

Der niedrigste Sieben-Tage-Inzidenzwert findet sich im Bundesland Schleswig-Holstein, dort liegt der Sieben-Tage-Inzidenzwert bei 136.
Zum Vergleich: Im Bundesland Schleswig-Holstein steigen die Inzidenzzahlen seit einigen Wochen an, dies geschah anfangs noch sehr gering, doch schon in der letzten Woche zog den Anstieg merklich an. Am Montag lag der Wert noch bei 98,42 und bereits am Freitag lag der Wert bereits bei 122,9 (Dienstag: 105,19, Mittwoch: 107,1, Donnerstag: 116,12).

Um es noch einmal deutlich festzuhalten: In der gesamten Bundesrepublik steigen die Werte an. Noch findet sich der Teil mit den höchsten Werten im Süd-Osten und Osten des Landes. Im Rest der Republik werden die Zahlen ebenso weiter steigen. Eine Umkehrung des Trends ist in keiner Region zu beobachten.

Weitere Daten für alle Länder, Kreise und kreisfreien Städte finden sich in den nachfolgenden Karten:

Hier findet sich die "gewohnte Karte":

Update aus der Hauptstadt

@Berlin - Zum heutigen Wochenstart sind die Zahlen bei den Neuinfektionen, wie gewohnt, sehr niedrig: Im Land Berlin wurden 104 Neuninfektionen durch die Gesundheitsämter an das RKI gemeldet. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert liegt nun bei einem Wert von 338 (Freitag: 346).‌‌  Seit dem Beginn der Pandemie infizierten sich alleine in Berlin 256.184 Menschen mit dem Coronavirus, davon starben 3.779 (+2 seit Freitag²).

Der Bezirk Reinickendorf verfügt heute über den höchsten Inzidenzwert in Berlin, dieser liegt aktuell bei 403,51.
Seit dem Beginn der Pandemie infizierten sich hier 20.629 Personen  (nachweislich) und davon starben 317 (1,54 %).‌‌

Wo ist die Berlin-Karte?‌‌ Die Hauptstadtkarte entfällt, da diese in die "Kreis-Karte" inkludiert wurde. Diese Karte findet sich immer unter dem Reiter "RKI meldet". Dort sind weitere Informationen zum Kartenupdate vorhanden.

Situation auf den Intensivstationen:

‌‌In der Bundesrepublik Deutschland werden 3.714 (Freitag: 3.426) erwachsene Covid-Patienten auf einer ITS behandelt, davon 51,32 Prozent beatmet (1.899 Personen). ‌‌Für Covid-19-Fälle liegt die freie Kapazität bei 963 (Fr.: 946). ‌‌Die deutschlandweite Notfallreserve beträgt 9.251 Betten, welche innerhalb von sieben Tagen aufstellbar wären (Fr.: 9.408). Insgesamt sind 19.182, der 21.987 Intensivbetten, belegt.³

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² Nachmeldungen (der Todeszahlen) sind möglich und es können Nachmeldungen enthalten sein

³ Stand der ITS-Daten 22.11.2021 08:05 Uhr - aktuellere Daten standen zur Zeit des Schreibens nicht zur Verfügung

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