Formerly known as: Der L-Thyroxin-Artikel

Überarbeitete und erweiterte Version.


Version 2.0 vom 26. März 2021


30.04.2021. Mein Buch.

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#DerApotheker: Kennen Sie sich mit der Anwendung des L-Thyroxins aus?

#Kunde: Natürlich, ich nehme das ja schon lange ein.

#DerApotheker: Gut, achten Sie nur bitte immer darauf, dass Sie in der halben Stunde nach der Einnahme möglichst nichts essen und trinken.

#Kunde: Auch keinen Kaffee?

#DerApotheker: Auch keinen Kaffee und schon gar nicht mit Milch.

#Kunde: Oh, ich trinke kurz nach der Einnahme immer meinen Kaffee mit Milch.

Teil 1: Einnahme und Dosierung

L-Thyroxin gehört zu den Arzneimitteln, bei denen eine Beratung oft etwas schwierig ist. Fast immer, wenn ich meinen L-Thyroxin-Kunden eine Beratung anbieten möchte, werde ich sofort von ihnen abgeblockt. Es scheint auf dieser Welt nichts leichter zu sein, als die richtige Anwendung dieser kleinen Tabletten. Klar, die meisten nehmen sie tatsächlich schon seit vielen Jahren Tag für Tag ein und so ziemlich alle 100 Tage kommen sie dann wieder mit einem neuen Rezept in die Apotheke, um die nächste Packung abzuholen. Und wir Apotheker nerven bloß wieder mit unserer Beratungspflicht. Aber, der Name verrät es schon: Beratung ist Pflicht. Das Minimum ist zumindest eine anzubieten.

Selbst wenn ich von meinen Kunden sofort abgeblockt werde, erwähne ich trotzdem das Wichtigste: L-Thyroxin muss mindestens eine halbe Stunde vor dem Frühstück eingenommen und in der Zeit darf nichts gegessen und auch nichts getrunken werden. Auf keinen Fall darf jedoch Kaffee mit Milch getrunken werden.

Gerade bei Kunden, die täglich hohe Dosen einnehmen müssen, liegt für mich immer die Vermutung nahe, dass die Einnahme möglicherweise bisher immer falsch erfolgt ist. Manchmal bekomme ich dann aber auch als Antwort zu hören, dass sie keine Schilddrüse mehr haben. Das erklärt dann durchaus die hohe L-Thyroxin-Dosis.

Aber warum ist es denn so wichtig, die Tabletten nüchtern einzunehmen und eine halbe Stunde lang weder zu essen noch zu trinken?

Die Menge an L-Thyroxin in einer Tablette ist sehr gering. Die höchste Menge an L-Thyroxin, die als Tablette zur Verfügung steht enthält 200 Mikrogramm des Schilddrüsenhormons. Also 0,2 Milligramm.

Grob gesagt: Je weniger Restfunktion die Schilddrüse aufweist, desto größer die Dosis, die eingenommen werden muss. Wurde die Schilddrüse komplett entfernt, muss dementsprechend eine höhere Dosis eingenommen werden.

Es gibt Tabletten in den folgenden Stärken:

  • 25 Mikrogramm
  • 50 Mikrogramm
  • 75 Mikrogramm
  • 88 Mikrogramm
  • 100 Mikrogramm
  • 112 Mikrogramm
  • 125 Mikrogramm
  • 137 Mikrogramm
  • 150 Mikrogramm
  • 175 Mikrogramm
  • 200 Mikrogramm

Nicht jede Firma bietet allerdings jede Stärke an.

Manche Kunden müssen sogar zwei Tabletten verschiedener Stärken auf einmal oder im täglichen Wechsel schlucken. Andere wiederum sollen diese winzig kleinen Tabletten sogar halbieren. Das stellt sich allerdings immer wieder als äußerst kompliziert heraus. Vor allem, wenn man schon etwas älter ist und die Fingerfertigkeit deshalb häufig eingeschränkt ist. Das schreit dann schon förmlich danach, dass man die Tablette zwar klein bekommen hat, aber keine gleichmäßigen Hälften, mit den exakt gleichen Menge an L-Thyroxin erhalten hat. Häufig liegen dann noch überall Krümel herum, die dann einfach weggeworfen werden, die aber natürlich genauso Wirkstoff enthalten, wie die beiden "Hälften".

Aber egal, welche Dosis man letztendlich einnehmen muss, es kommt niemals die gesamte Menge L-Thyroxin im Blut an. Das liegt daran, dass L-Thyroxin nur zu maximal 80 Prozent bioverfügbar ist. Das bedeutet, dass von 100 Mikrogramm L-Thyroxin nur 80 Mikrogramm aufgenommen werden. 80 von 100. 80 Prozent.

Das setzt dann allerdings voraus, dass die Tablette auch wirklich auf nüchternen Magen eingenommen wurde, also mindestens eine halbe Stunde vor dem Frühstück.

Nach dem Frühstück eingenommen, würden die Aminosäuren aus der Nahrung mit dem L-Thyroxin um die Transporter für die Aufnahme aus dem Darm ins Blut konkurrieren. Aminosäuren sind die Bestandteile der Proteine. Der Eiweiße.

Sind Transporter mit Aminosäuren belegt, können diese dann nicht das L-Thyroxin ins Blut transportieren.

Ungefähr ein Drittel der L-Thyroxin-Moleküle bekommt dadurch keinen Platz im Transporter, weshalb sie einfach wieder ausgeschieden werden und dementsprechend auch nicht wirken können.

Von 100 Mikrogramm L-Thyroxin werden also nur 80 Mikrogramm aufgenommen und von denen bliebe nach dem Kampf um den Shuttle-Service nur noch so ungefähr 53,33 Mikrogramm übrig. Also nur so ungefähr.

Hätte man zusätzlich zum Eiweiß dann auch noch mehrwertige Kationen, wie das Calcium zu sich genommen, würde das die aufgenommene Menge an L-Thyroxin noch weiter reduzieren.

Bei Kationen handelt es sich um positiv geladene Ionen. Positiv geladene Ionen sind Atome oder Moleküle, die durch die Abgabe von einem oder mehreren Elektronen entstehen. Ein Atom besteht in der Regel aus positiv geladenen Protonen, negativ geladenen Elektronen und neutral geladenen Neutronen und ist insgesamt neutral geladen.

Calcium gibt als Atom zwei Elektronen ab und wird dadurch zum zweifach positiv geladenen Calcium-Ion (Ca2+). Ein positiv geladenes Ion wird Kation genannt und ein negativ geladenes Ion Anion.

Je mehr Kationen im Magen bzw. im Dünndarm vorhanden sind, desto mehr L-Thyroxin würden sie binden, weshalb dementsprechend weniger L-Thyroxin-Moleküle im Blut ankämen.

Aus diesem Grund sollte man zum Beispiel Milch, Mineralwasser aber auch Multivitaminsaft frühestens eine halbe Stunde nach der Einnahme der L-Thyroxin-Tablette trinken und schon gar nicht zum Herunterspülen der Tabletten verwenden.

Vorsicht ist auch bei der Einnahme von Eisen geboten, denn Eisen bindet als Kation ebenfalls das L-Thyroxin und hindert es somit an der Aufnahme ins Blut.

Das ist vor allem für Schwangere relevant, da sie aufgrund ihrer Schwangerschaft häufig sowohl L-Thyroxin als auch Eisen einnehmen müssen. In solchen Fällen sollte das Eisen besser abends auf nüchternen Magen mit einem Glas Orangensaft eingenommen werden. Orangensaft, weil dieser Vitamin C enthält, wodurch das Eisen besser aufgenommen werden kann.

Das gilt natürlich auch für alle, die nicht schwanger sind und sowohl L-Thyroxin als auch Eisen einnehmen müssen.

Ebenso stellen Antazida - das sind Mittel gegen Sodbrennen - ein Problem dar, da sie häufig Aluminium enthalten. Das dreifach positiv geladene Aluminiumkation (Al3+) ist ebenso in der Lage L-Thyroxin zu binden und so dessen aufgenommene Menge zu reduzieren. Aluminiumhaltige Antazida dürfen dementsprechend auch erst 30 Minuten nach dem L-Thyroxin eingenommen werden. Frühestens.

Nochmal deutlich: L-Thyroxin muss mindestens eine halbe Stunde vor dem Frühstück, auf leeren Magen, mit einem vollen Glas Leitungswasser eingenommen werden. Ein volles Glas Wasser ist nötig, damit die Tablette auch wirklich im Magen ankommt und nicht in der Speiseröhre hängen bleibt. Eine halbe Stunde vor dem Frühstück bedeutet, dass nach der Einnahme der Tablette für mindestens 30 Minuten nichts gegessen und nichts getrunken werden darf.

Weil ich es auch schon mehrfach gefragt wurde: 30 Minuten vor dem Frühstück bedeutet nicht, dass eine halbe Stunde nach der Einnahme der L-Thyroxin-Tablette etwas gegessen werden muss. Es geht schlicht und ergreifend nur darum, dass nichts in der Lage ist, das L-Thyroxin an der Aufnahme zu hindern. Ihr könnt also ganz entspannt weiter intervallfasten.

Obwohl die allgemeine Empfehlung morgens lautet, darf L-Thyroxin aber auch abends eingenommen werden. Aber auch hier gilt natürlich, dass es auf nüchternen Magen eingenommen werden muss. Also mindestens zwei Stunden nach der letzten Mahlzeit. Im Anschluss darf, wie gewohnt, mindestens eine halbe Stunde lang nichts gegessen und nichts getrunken werden.

Diejenigen, die vom L-Thyroxin aufgeputscht werden, können versuchen, die Tablette direkt vor dem Schlafengehen einzunehmen oder, wenn auch das nicht hilft, dann doch lieber wieder morgens, was ich immer noch für die beste Lösung halte.

Nachtrag zum Wasser: Mineralwasser enthält häufig mehr Calcium als Leitungswasser. Vor allem Mineralwasser, das als “calciumhaltig” deklariert wurde. Wohnt man allerdings an einem Ort, an dem das Leitungswasser sehr reich an Calcium ist, kann das natürlich auch einen gewissen Teil des L-Thyroxins an der Aufnahme hindern. Aber man wurde immerhin darauf von seiner Ärztin eingestellt. Ein Problem könnte jedoch dadurch entstehen, wenn man zum Beispiel an einem Ort Urlaub macht, an dem das Leitungswasser nur wenig Calcium enthält, weshalb die Aufnahme des L-Thyroxins dann durch dieses Leitungswasser weniger gehemmt wird und dadurch stärker wirkt.

Ich habe kurz nach der Einnahme meiner L-Thyroxin-Tablette immer meinen Kaffee mit Milch getrunken, ist das denn so schlimm?

Das Calcium in der Milch verhindert, wie bereits erwähnt, die Aufnahme des L-Thyroxins ins Blut.

Man müsste täglich eine höhere Dosis L-Thyroxin einnehmen, als man tatsächlich bräuchte. Außerdem würden die Werte schwanken, da nicht jeden Tag die gleiche Menge L-Thyroxin im Blut ankäme.

Um im Blut anzukommen, muss die Tablette sich erstmal im Magen auflösen und das L-Thyroxin freisetzen. Dieses würde daraufhin den Magen wieder verlassen und vom Dünndarm aus ins Blut aufgenommen werden.

Wurde das L-Thyroxin bereits zum Teil ins Blut aufgenommen, bevor der Kaffee mit Milch getrunken wird, kann nur der Rest des L-Thyroxins “abgefangen” werden, der noch nicht im Blut ankam. Und dieser Teil kann mal größer und mal kleiner sein, je nachdem wieviel Zeit man der Tablette gab, sich aufzulösen, bevor man damit anfing, mit Milch verunreinigten Kaffee hinterherzuschütten. Genauso kommt es aber auch darauf an, wie schnell man seinen Kaffee trinkt. Je langsamer, desto weniger L-Thyroxin wird abgefangen.

Das und natürlich die Menge der Milch im Kaffee machen einen Unterschied. Mehr Milch bedeutet mehr Calcium. Mehr Calcium bedeutet, dass mehr L-Thyroxin an der Aufnahme gehindert werden kann. Und als Teetrinker gehe ich stark davon aus, dass die meisten Kaffeetrinker nicht täglich mit einem Messbecher vor ihrem Kaffee stehen und die exakt selbe Menge Milch in den Kaffee schütten. Oder benutzt ihr etwa diese kleinen portionierten Plastikteile? Dass das genauso für Kaffeesahne wie für Milch gilt, muss ich jetzt nicht extra erwähnen, oder?

Wie ihr seht, ist es keine gute Idee dem L-Thyroxin sofort Kationen hinterherzuschicken, die nichts anderes im Sinn haben, als sich dem L-Thyroxin entgegen zu stellen und es mit in Richtung Darmausgang zu nehmen. Wartet also bitte mindestens eine halbe Stunde nach der Einnahme, bevor ihr euch den Morgenlatte einflößt. Oder wahlweise den Milchkaffee. Was ihr eben so bevorzugt. Ich habe gegoogelt, das ist nicht dasselbe und Wortspiele sind sowieso nicht beabsichtigt. Und davon abgesehen würde ich euch grundsätzlich raten, “Morgenlatte” nicht zu googlen.

Hah, ich bin Veganer, ich trinke sowieso nur veganen Milchersatz. Soja-, Hafer und Mandelmilch. Ich bin fein raus, oder?

Leider nein. Diese Milchersatz-Produkte enthalten alle eine Extraportion Calcium. Bitte grundsätzlich nach der L-Thyroxin-Einnahme mindestens eine halbe Stunde warten.

Ja, dann trinke ich meinen Kaffee halt ohne Milch.

Sorry, aber auch “Kaffee schwarz” verhindert durch das enthaltene Coffein, wie alle anderen coffeinhaltigen Getränke auch, die Aufnahme des L-Thyroxins.

Na gut, ich habe das mit dem Kaffee aber schon immer so gemacht. Soll ich das jetzt in Zukunft besser sein lassen?

NEIN! GANZ WICHTIG: Bitte erstmal falsch weitermachen und sich dann von der Ärztin erneut einstellen lassen. Nicht einfach den Kaffee und/oder die Milch weglassen. Sonst kommt plötzlich zu viel L-Thyroxin im Blut an, da es nun ja nicht mehr an der Aufnahme gehindert wird.

Nach der ersten Version dieses Artikels schrieben mir einige, dass sie das mit dem Kaffee und der Milch nicht wussten und von nun an den Kaffee weglassen. Ich habe mich dann immer gefragt, ob sie diesen Teil des Artikels denn nicht gelesen haben.

Um die richtige Dosis des L-Thyroxins zu finden, wird von der Ärztin der TSH-Wert bestimmt. TSH ist die Abkürzung für Thyreoidea-stimulierendes Hormon, welches wiederum die Bildung der Schilddrüsenhormone stimuliert.

Bei einem Erstbefund wird in den meisten Fällen zu einer weiteren Abklärung der Hypothyreose noch der Wert des freien L-Thyroxins bestimmt.

Eine Hypothyreose ist eine Unterfunktion der Schilddrüse. Die Schilddrüse bildet dann zu wenig der beiden Hormone L-Thyroxin (T4) und Triiodthyronin (T3).

Ein hoher TSH-Wert deutet dabei auf eine Unterfunktion hin, denn die Hypophyse schüttet TSH mit dem Zweck aus, mehr Schilddrüsenhormone zu bilden, weil zu wenige davon im Blut vorhanden sind.

Ist der TSH-Wert niedrig, zeigt das dementsprechend, dass die Schilddrüse zu viele Schilddrüsenhormone ins Blut abgibt. Es liegt also eine Überfunktion vor, eine Hyperthyreose.

Wenn der TSH-Wert auf eine Unterfunktion hindeutet, müssen die fehlenden Schilddrüsenhormone mit der Gabe von L-Thyroxin am besten exakt so ersetzt werden, als läge keine Unterfunktion vor.

Um die richtige Dosis zu finden, wird die Ärztin bei einer latenten Hypothyreose die Menge an L-Thyroxin, die gegeben wird, langsam und stufenweise erhöhen.

Latent ist die Unterfunktion der Schilddrüse dann, wenn zwar noch keine Symptome aufgetreten, die TSH-Werte aber erhöht sind, während sich das freie L-Thyroxin jedoch im Normbereich befindet. Wird zu schnell zu viel L-Thyroxin gegeben, kann das zu Herzrasen, Unruhe und Ängstlichkeit führen.

Zwei bis fünf Prozent der Patienten mit einer latenten Hypothyreose entwickeln innerhalb eines Jahres eine manifeste Hypothyreose.

Bei einer manifesten Hypothyreose, wenn die Symptome also bereits bestehen und eine Erniedrigung des freien L-Thyroxins vorliegt, gibt man beim ersten Mal 1,6 Mikrogramm L-Thyroxin pro Kilogramm Körpergewicht. Für einen Patienten, der 100 Kilogramm auf die Waage bringt, wären bei einer manifesten Hypothyreose 160 Mikrogramm pro Tag ideal.

Das gilt allerdings nicht, wenn eine Erkrankung des Herzens vorliegt.

Jetzt mal wieder mal zum Kaffee mit Milch: Trinkt der Patient in der Einstellungsphase seiner Hypothyreose täglich kurz nach der Einnahme Kaffee mit Milch, so wird der Arzt immer höhere Dosen verordnen müssen, bis der Patient vermeintlich richtig eingestellt ist.

Beispiel: Wie erwähnt, würden von 100 Mikrogramm L-Thyroxin nur 80 Mikrogramm im Blut ankommen. Nehmen wir an, die optimale Dosis für diesen Beispielpatienten wären 80 Mikrogramm L-Thyroxin pro Tag. Nennen wir ihn Achim.

Gehen wir weiter davon aus, dass Achim täglich Kaffee mit Milch trinkt. Der Einfachheit halber jeden Tag exakt die gleiche Menge in der gleichen Geschwindigkeit zur gleichen Zeit. Achim ist nämlich Physiker und nimmt das sehr genau. Er kann quasi nicht anders.

Nehmen wir weiterhin an, dass von den 80 Mikrogramm L-Thyroxin - aufgrund des Calciums in der Milch - nur noch 50 Mikrogramm ankommen würden. Da Achim aber nicht mit 50 Mikrogramm, sondern mit 80 Mikrogramm optimal eingestellt wäre, erhöht sein Arzt die L-Thyroxin-Dosis so lange, bis die benötigten 80 Mikrogramm dann auch tatsächlich im Blut ankommen.

Das hat zur Folge, dass er jeden Tag eine höhere Dosis L-Thyroxin einnimmt, als er eigentlich müsste. Denn würde er seinen Kaffee mit Milch erst eine halbe Stunde oder noch später trinken, wäre der Wirkstoff bereits im Blut angekommen. Dann würde das Calcium kein L-Thyroxin mehr an der Aufnahme ins Blut hindern können.

Da die höhere Dosis aber nur deshalb notwendig ist, weil Achim ungeduldig ist und seinen Kaffee mit Milch unbedingt morgens so schnell wie möglich trinken möchte, wäre die Dosis logischerweise viel zu hoch, würde er von nun an eine halbe Stunde warten, bis er sich seinen Calciumkaffee gönnt.

Hat man es also schon immer falsch gemacht, sollte man es vorerst auch dabei belassen und zusammen mit seiner Ärztin erneut nach der richtigen Dosierung suchen.

Wenn also jemand mit einem L-Thyroxin-Rezept zu mir in die Apotheke kommt, auf dem der Arzt eine hohe Dosis verordnet hat, versuche ich sofort herauszufinden, ob genau so eine Situation auch hier zutreffen könnte.

Und es ist wirklich erstaunlich, wie viele, die eigentlich keine Beratung wünschten, daraufhin zugeben, dass sie das bisher immer falsch gemacht haben und dachten, dass ihr Kaffee mit Milch kein Problem darstellen würde. Die Schwierigkeit besteht allerdings darin, nicht abgeblockt und angehört zu werden.

Muss ich denn immer die Tabletten von der gleichen Firma nehmen oder kann ich einfach wechseln, wenn meine Tabletten mal nicht da sein sollten?

Die Bioverfügbarkeit eines Arzneistoffes ist deutlich von der galenischen Zubereitung der Tabletten abhängig. Auf nicht pharmazeutisch heißt das, dass es von der Zusammensetzung der Tabletten abhängig ist, wie viel Wirkstoff wie schnell ins Blut aufgenommen wird.

Unterschiedliche Firmen nutzen unterschiedliche Hilfsstoffe und unterschiedliche Hilfsstoffe können eine unterschiedliche Freisetzung des Wirkstoffes bedingen. Wenn eine Tablette sich schneller im Magen auflöst, kommt der Wirkstoff auch schneller und vor allem in größeren Mengen auf einmal im Dünndarm an und er wird folglich auch schneller aufgenommen. Wenn die Tablette sich hingegen nur langsam im Magen auflöst, setzt sie den Wirkstoff auch nur langsam frei und der Wirkstoff trudelt dann nach und nach im Blut ein. Bei den meisten Arzneimitteln ist das kein Problem. Bei L-Thyroxin, aufgrund der geringen Dosierung, allerdings schon.

In einer Studie konnte zum Beispiel gezeigt werden, dass L-Thyroxin Henning® 100 eine deutlich höhere Bioverfügbarkeit aufweist als Eferox® 100. Ist man daher gut auf das L-Thyroxin des einen Herstellers eingestellt, sollte man nicht einfach auf das Präparat eines anderen Herstellers wechseln und umgekehrt.

Wenn allerdings die Dosierung geändert werden muss, zum Beispiel von 100 Mikrogramm auf 75 Mikrogramm, dann ist es völlig egal, welchen Anbieter man sich verordnen lässt. Ich würde mir allerdings den aussuchen, der auch immer lieferfähig ist, auch dann, wenn ich ein paar Cent Eigenanteil zahlen müsste. If you know what I mean.

Das heißt also, dass ich ein aut-idem-Kreuz für mein L-Thyroxin brauche, damit ich immer die Tabletten der gleichen Firma bekomme?

Wenn die Ärztin ein Arzneimittel verordnet, dann dürfen wir exakt dieses nur dann abgeben, wenn es ein Rabattarzneimittel der Krankenkasse ist oder die Ärztin ein aut-idem-Kreuz gesetzt hat. Dadurch wird ein Austausch ausgeschlossen.

Ein “aut-idem-Kreuz setzen” bedeutet genau genommen, dass “aut-idem” durchgestrichen wird. “Aut idem” heißt “oder das Gleiche”, damit ist das gleiche Präparat von einer anderen Firma gemeint. Mit dem Kreuz ist der Austausch ausgeschlossen.

Da L-Thyroxin, wie oben beschrieben, von einer anderen Firma aber nicht “das Gleiche” ist, hat der Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) beschlossen, dass L-Thyroxin nicht mehr ausgetauscht werden darf. Deshalb steht es seit dem 10. Dezember 2014, zusammen mit ein paar anderen Arzneimitteln, auf der Substitutionsausschlussliste.

Das heißt, seit diesem Tag gibt es für L-Thyroxin keine Rabattverträge mehr und in der Apotheke darf nur noch exakt das Präparat abgegeben werden, welches vom Arzt verordnet wurde. Ein aut-idem-Kreuz ist also schon seit vielen Jahren nicht mehr nötig. Trotzdem wird L-Thyroxin gefühlt immer noch häufiger mit Kreuz als ohne verordnet. Was natürlich kein Problem darstellt, aber irgendwie interessant ist.

Wenn die Ärztin versehentlich das Präparat einer anderen Firma verordnet hat, dürfen wir dann natürlich auch nicht mehr einfach das abgeben, auf das der Patient bereits eingestellt ist. Wir benötigen dann ein neues Rezept.

Teil 2: Die Details

Was ist L-Thyroxin eigentlich und wie wird es gebildet?

L-Thyroxin ist die Abkürzung von Levothyroxin. Wenn man möchte, darf man aber auch T4 oder Tetraiodthyronin sagen.

Tetra ist die griechische Vorsilbe für vier. “Tetraiod” in Tetraiodthyronin bedeutet also dass es sich hierbei um ein Thyroninmolekül handelt, an das vier Iodatome gebunden sind.

Wir bleiben aber bei der gebräuchlichsten Bezeichnung: L-Thyroxin.

L-Thyroxin ist ein Hormon, das in der Schilddrüse sowohl gebildet als auch gespeichert wird.

Die Schilddrüse, die auf Latein Glandula thyreoidea genannt wird, stellt auch ein weiteres Hormon her, das ein Iodatom weniger besitzt als das L-Thyroxin, aber ansonsten gleich aussieht: Das Triiodthyronin. (Auch Liothyronin genannt oder kurz: T3.)

Das Thyronin wiederum, an dem die Iodatome gebunden sind, leitet sich von der Aminosäure Tyrosin ab.

Mengenmäßig stellt die Schilddrüse wesentlich mehr L-Thyroxin her als Triiodthyronin. Sobald im Körper Bedarf besteht, werden die beiden Hormone freigesetzt. Die Schilddrüse gibt pro Tag 90 Mikrogramm L-Thyroxin und acht Mikrogramm Triiodthyronin ins Blut ab und untersteht der ständigen Kontrolle durch den Hypothalamus und der Hypophyse.

Der Hypothalamus, ein Abschnitt des Zwischenhirns, setzt TRH (thyreotropin releasing hormone/Thyreoliberin) frei, was wiederum dafür sorgt, dass das TSH (thyreoidea stimulating hormone/Thyreotropin) in der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) freigesetzt wird. Dadurch wird die Iodaufnahme in die Schilddrüse erhöht und die Freisetzung der Schilddrüsenhormone aus der Schilddrüse stimuliert. Wurden ausreichend Schilddrüsenhormone freigesetzt, führt das zu einer Verringerung der TRH- und TSH-Produktion und damit zu einer reduzierten Freisetzung der Schilddrüsenhormone. Das nennt man negative Rückkopplung.

Um die Schilddrüsenhormone zu bilden, braucht der Körper Iod.

Danke an Christine Gitter, dass ich ihr Doodle verwenden darf.
Christine Gitter - Apothekerin und Autorin
Die Apothekerin Christine Gitter vermittelt Patienten die Kenntnisse, die es für einen sicheren und kompetenten Umgang mit Medikamenten braucht.

Wieviel Iod muss ich denn zu mir nehmen?

Der Körper benötigt zwischen 150 und 200 Mikrogramm Iod pro Tag.

Kann dieser Bedarf nicht komplett durch Nahrung oder Trinkwasser gedeckt werden, ist die tägliche Einnahme von Kaliumiodid-Tabletten oder von fünf Gramm iodiertem Kochsalz nötig.

Kinder und Säuglinge brauchen etwas weniger Iod als Erwachsene.

Schwangere und Stillende hingegen mehr, da sie nicht nur sich selbst, sondern auch ihr Kind mitversorgen müssen. Aus diesem Grund enthalten “Schwangerschaftsvitamine” fast immer Iod.

Der Iodbedarf steigt in der Schwangerschaft von 200 auf 230 Mikrogramm an.

Wie kann ich meinen Iodbedarf durch Nahrung decken?

Relativ viel Iod nimmt der Körper durch den Verzehr von Speisefischen und Meerestieren auf.

Algen enthalten sehr hohe Mengen Iod, weshalb man mit größeren Mengen vorsichtig sein muss. Vor allem Sushi-Liebhaber sollten darauf achten.

Wenn man nach den Iodgehalten verschiedener Lebensmittel sucht, findet man überall andere Angaben, was natürlich auch daran liegen kann, dass es bei Lebensmitteln zu natürlichen Schwankungen kommen kann. Ich habe mich dabei an dieser PDF hier orientiert. Sie sah relativ vertrauenswürdig aus.

Der Tabelle entsprechend enthält zum Beispiel Schellfisch 243 Mikrogramm Iod pro 100 Gramm, Seelachs 200 Mikrogramm Iod pro 100 Gramm und Hummer 100 Mikrogramm pro 100 Gramm.

Fische aus dem Meer sind gute Iodquellen, Süßwasserfische hingegen nicht. Sie enthalten nur relativ wenig Iod.

Der Iodbedarf lässt sich aber nicht nur durch Meeresbewohner decken, sondern natürlich auch über andere Lebensmittel.

Durch 100 Gramm Mozzarella nimmt man zum Beispiel 15 Mikrogramm Iod auf. Die kleinen, ekligen Bäume, auch als Brokkoli bekannt, enthalten ebenfalls 15 Mikrogramm Iod pro 100 Gramm. Da fällt einem die Entscheidung nicht schwer. Spinat bietet immerhin noch 12 Mikrogramm pro 100 Gramm.

Die wichtigste Quelle, um seinen Iodbedarf zu decken, ist allerdings das Iodsalz. Dabei handelt es sich um normales Speisesalz, das mit Iodat (IO3−) angereichert wurde. In 100 Gramm Iodsalz befinden sich zwei Milligramm Iod, weshalb man mit fünf Gramm Salz bereits 100 Mikrogramm Iod aufnimmt.

Seit man in Deutschland das Salz mit Iodat anreichert, wird Deutschland nach WHO-Kriterien nicht mehr als Iodmangelgebiet eingestuft.

Update: Im Februar 2021 gibt das Bundesinstitut für Risikobewertung die Mitteilung heraus, dass die Iodversorgung in Deutschland immer noch nicht optimal ist und eher wieder rückläufig sei.

Der Berufsverband deutscher Nuklearmediziner befürchtet sogar, dass Deutschland, wenn es so weiter gehe, nicht mehr den Status eines Iodmangelgebiets aufrecht erhalten könne, da mittlerweile die Hälfte aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland nicht mehr ausreichend mit Iod versorgt sind. Vor allem seien aber Mädchen und junge Frauen unterversorgt.

Der BDN vermutet die Ursachen in einem geringerem Konsum von iodiertem Kochsalz und in der Zunahme der vegetarischen und veganen Ernährungsformen bei jungen Frauen, sodass sie auf Milchprodukte verzichten, die aber als wichtige Iodliferanten gelten.

Der Hauptgrund für einen Rückgang des Iodkonsums liege aber daran, dass heutzutage vermehrt verarbeitete Lebensmittel konsumiert werden. Eine Lösung könnte laut BND sein, dass die Hersteller verpflichtet werden sollen, ausschließlich iodiertes Speisesalz zu verwenden und dass dessen Iodgehalt erhöht werden soll.

Wie entstehen aus Iod die Schilddrüsenhormone?

Iod gelangt durch die Nahrungsaufnahme in Form des Anions über den Dünndarm ins Blut und von da aus werden die Iodidionen aktiv in die Schilddrüse transportiert und gespeichert. Man nennt das Iodination.

Durch diesen Vorgang befinden sich mehr als hundertmal so viele Iodidionen in der Schilddrüse als im Blut.

Der nächste Vorgang, der stattfindet, nennt sich Iodisation:

Das Iodidion ist einfach negativ geladen, es hat also ein Elektron zuviel. Die Oxidationszahl ist daher -1.

Das Iodid wird durch Wasserstoffperoxid oxidiert und dadurch positiver, das heißt, es gibt das negativ geladene Elektron wieder ab und wird dadurch zum elementaren Iod. Die Oxidationszahl von Iod steigt von -1 auf ±0.

Das vom Iodid abgegebene Elektron wird vom Sauerstoffatom des Wasserstoffperoxids wieder aufgenommen. Es wurde dadurch reduziert, also um ein Elektron negativer. Aus dem Wasserstoffperoxid entsteht dabei Wasser und Sauerstoff.

Wasserstoffperoxid hat die Formel H2O2. Wasser H2O und Sauerstoff O2.

Das Zusammenspiel von Reduktion und Oxidation nennt man Redoxreaktion, die in diesem Fall mit HiIlfe des Enzyms Thyreoperoxidiase (oder Iodid-Peroxidase genannt) stattfindet.

Das Iod, das aus dem Iodid entstanden ist, bindet sofort an die Tyrosinreste des Thyreoglobulins und es entstehen dabei zwei Moleküle: Das MIT (Monoiodtyrosin) mit einem gebundenen Iodatom und das DIT (Diiodtyrosin) mit zwei gebundenen Iodatomen. Durch die Peroxidase werden die beiden Moleküle verbunden. Zwei DIT ergeben L-Thyroxin und ein MIT zusammen mit DIT ergeben Triiodthyronin. So viel Chemie im Körper.

Das Thyreoglobulin dient dem Körper als Speicher für die beiden Hormone. Es besteht aus zwei Untereinheiten mit jeweils 70 Tyrosinresten.

Obwohl die Schilddrüse, wie beschrieben, viel mehr vom L-Thyroxin freisetzt, als vom Triiodthyronin, ist die Konzentration an L-Thyroxin im Blut wesentlich geringer, als die des Triiodthyronins.

Der Grund dafür ist, dass das L-Thyroxin im Blut durch die Abgabe eines Iodatoms zum Triiodthyronin wird. Etwa 80 Prozent des sich im Blut befindlichen Triiodthyronins ist aus L-Thyroxin entstanden. Wir erinnern uns, dass beide Moleküle sich nur in der Anzahl der Iodatome unterscheiden.

Die Hauptwirkung geht auch nicht vom L-Thyroxin, sondern vom Triiodthyronin aus, da dieses wesentlich stärker an den Rezeptor bindet. Das als Tabletten geschluckte L-Thyroxin kann folglich als Prodrug bezeichnet werden, was bedeutet, dass die eigentlich wirksame Form, erst noch im Körper entstehen muss.

Über 99 Prozent der im Blut befindlichen Schilddrüsenhormone werden an Plasmaproteine gebunden. Davon binden 60 Prozent an das thyroxinbindende Globulin (TBG), 30 Prozent an das Präalbumin und zehn Prozent an das Albumin.

Das heißt, dass nur ein Prozent der Schilddrüsenhormone im Blut eine Wirkung ausüben kann, denn nur das nichtgebundene L-Thyroxin kann sich frei im Blut bewegen und eine Wirkung auslösen. Durch Bluttest lassen sich die Konzentrationen an freiem L-Thyroxin und Triiodthyronin relativ genau bestimmen.

Was bewirken denn die Schilddrüsenhormone im Körper?

Die Schilddrüsenhormone, vor allem das Triiodthyronin, erhöhen den Sauerstoffverbrauch (O2) der Zellen, die Wärmebildung im Körper (bis auf die im Gehirn) und sie vermehren weiterhin die Entstehung von Proteinen die am Energiehaushalt beteiligt sind. Die Folge davon ist eine Erhöhung des Grundumsatzes des Körpers. Das heißt, der Körper verbrennt dadurch schon in Ruhe mehr Kalorien.

In der Leber wird durch Glykolyse und Gluconeogenese vermehrt Glucose bereitgestellt. Der Blutzuckerspiegel steigt daraufhin.

Die Glykolyse ist der Abbau von Glykogen. Glykogen ist eine Speicherform der Glucose. Sie ist aus mehreren Molekülen Glucose zusammengesetzt und wird in der Leber und in den Muskeln gespeichert. Bei Bedarf kann das Glykogen Glucose freisetzen.

Gluconeogenese hingegen bezeichnet die Neuentstehung von Glucose.

In niedrigen Dosierungen (100–200 Mikrogramm pro Tag) haben die Schilddrüsenhormone vor allem eine anabole Wirkung, das heißt, es werden mehr Glykogen und mehr Proteine gebildet.

Bei höheren Konzentrationen hingegen überwiegen katabole Prozesse, was wiederum bedeutet, dass es zu einem beschleunigten Eiweißabbau in der Muskulatur kommt. Die Protein- und Glykogensynthese werden gehemmt.

Das Triiodthyronin erhöht außerdem die Anzahl der LDL-Rezeptoren in den Leberzellen. Durch LDL-Rezeptoren wird das LDL in die Zellen aufgenommen. LDL sind low density Lipoproteine, also Komplexe aus Lipiden (Fetten) und Proteinen (Eiweißen), die eine geringe Dichte aufweisen. Sie transportieren zum Beispiel vom Körper selbst hergestelltes Cholesterol (Cholesterin) in die Zellen. Der LDL-Cholesterol-Wert sinkt. LDL wird auch als “böses Cholesterin” bezeichnet.

Wenn eine Schilddrüsenunterfunktion vorliegt und dementsprechend zu wenig Schilddrüsenhormone gebildet werden, wird weniger Fett aus dem Blut in die Leber transportiert. Dadurch erhöht sich der LDL-Cholesterolspiegel. Auf Dauer können hohe Blutfettwerte zu Atherosklerose führen, einer Verfettung der inneren Wandschichten von arteriellen Blutgefäßen, die eine Verhärtung der Gefäße auslösen oder begleiten und zu zahlreichen Krankheiten führen kann.

Ein durch die Hypothyreose bedingter Anstieg des Cholesterols kann folglich durch die Einnahme von L-Thyroxin gesenkt werden.

Im Fettstoffwechsel steigert Triiodthyronin einerseits die Lipolyse (Fettabbau) im Plasma, andererseits fördert es die Lipogenese — also die Herstellung von Fettsäuren, z.B. zum Zwecke der Energiespeicherung — im Fettgewebe und in der Leber. Normalerweise überwiegt dabei die Lipolyse.

Weiterhin bewirkt Triiodthyronin eine Erhöhung der Dichte der Beta-1-Adrenozeptoren am Herzen. Durch diese Rezeptoren wird unter anderem der Blutdruck reguliert. Mehr Rezeptoren führen zu einem höheren Blutdruck. (Wird L-Thyroxin also zu hoch dosiert, zeigt sich das auch in einem erhöhten Blutdruck.)

Die Schilddrüsenhormone haben aber auch Einfluss auf das Wachstum und die Entwicklung. Zusammen mit dem Wachstumshormon Somatropin sind sie in physiologischen Konzentrationen die Voraussetzung für das Längenwachstum der Knochen, sowie einer gesunden Entwicklung der Organe im Körper.

Welche Symptome treten auf, wenn mein Körper nicht ausreichend Schilddrüsenhormone bilden kann?

Wenn der Körper nicht ausreichend Schilddrüsenhormone bilden kann, liegt eine Unterfunktion, eine Hypothyreose, vor.

Eine Hypothyreose wird oft erst spät erkannt, weil sie zu Beginn kaum Beschwerden verursacht.

Die Symptome lassen sich aus den Wirkungen der Schilddrüsenhormone ableiten.

Bei einer Hypothyreose

  • friert man häufiger
  • fühlt man sich erschöpft, müde und antriebslos
  • nimmt man zu
  • lässt das Gedächtnis nach
  • kommt es zu depressiven Verstimmungen
  • wirkt die Haut blass, trocken und kühl
  • sind die Blutfettwerte, vor allem aber das LDL-Cholesterol, erhöht
  • fallen vermehrt die Haare aus
  • werden die Nägel brüchig
  • klingt die Stimme heiser und tief (manchmal sogar heißer)
  • leidet man unter chronischer Verstopfung
  • vergrößert sich die Schilddrüse (Struma/Kropf)
  • sammelt sich in den Augenlidern Flüssigkeit an (Ödembildung)
  • sind die Monatsblutungen bei Menschen, die menstruieren, unregelmäßig.
  • ist die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden reduziert
  • kommt es zu Potenzverlust und vermindertem sexuellen Lustempfinden bei Männern
  • schlägt das Herz langsamer (Bradykardie)
  • ist der systolische Blutdruck geringer (erster Wert) und der diastolische erhöht (zweiter Wert)

Wer sich angesprochen fühlt, sollte mal seine Schilddrüsenwerte überprüfen lassen. Je mehr Symptome aus der Liste auftreten, desto wahrscheinlicher könnte eine Hypothyreose vorliegen. Natürlich muss aber nicht jedes Symptom bei jedem auftreten.

Welche Arten der Hypothyreose unterscheidet man?

Man unterscheidet eine angeborene Hypothyreose, von einer erst nach der Geburt erworbenen. Selten kommt es auch vor, dass zwar genügend Schilddrüsenhormone gebildet werden, diese aber nicht ausreichend wirken können.

Die angeborene Hypothyreose: Eine angeborene Hypothyreose tritt etwa bei einem von 5000 Neugeborenen auf, was daran liegt, dass entweder die Schilddrüse des Fetus sich im Mutterleib nicht oder nicht ausreichend entwickelt hat, sie genetisch bedingt nicht genügend Hormone bildet oder auch dann, wenn in der Schwangerschaft ein Iodmangel vorlag oder Medikamente eingenommen wurden, die die Schilddrüsenfunktion unterdrückten.

Ein Mangel an Schilddrüsenhormonen kann bei Kindern zu einer körperlichen und geistigen Entwicklungsverzögerung führen. Das Vollbild wird Kretinismus genannt.

Wenn der Fetus nicht ausreichend Schilddrüsenhormone bildet, kann sein Bedarf dennoch über die Mutter gedeckt werden. Nach der Geburt müssen dann aber Schilddrüsenhormone gegeben werden.

Würde jedoch keine Substitution der Schilddrüsenhormone erfolgen, käme es in Folge zu einer körperlichen und geistigen Entwicklungsstörung, die zusätzlich mit einer Antriebslosigkeit, Verstopfung und trockener Haut einhergehen würde.

Um eine Entwicklungsstörung zu verhindern, werden Neugeborene Hypothyreose-Screenings unterzogen, es sei den ein Elternteil lehnt das ab.

Wenn der Fetus allerdings nicht ausreichend Schilddrüsenhormone bildet und sein Bedarf auch nicht über die Mutter gedeckt werden kann, weil bei ihr ebenfalls ein Mangel an Schilddrüsenhormonen vorliegt, kann die L-Thyroxingabe nach der Geburt eine Entwicklungsstörung nicht mehr verhindern.

Früher gab es häufig solche Fälle in Gebieten, die nicht direkt am Meer lagen und wo die Menschen sich dementsprechend nicht von iodreichen Fischen und Meerestieren ernähren konnten. Nachdem man allerdings damit anfing, das Speisesalz zu iodieren, kamen diese Fälle kaum noch vor.

Die erworbene Hypothyreose: Eine Hypothyreose, die man erst im Laufe des Lebens erwirbt, wird in eine primäre und in eine sekundäre Form eingeteilt.

Primäre Hypothyreose: Eine primäre Hypothyreose liegt vor, wenn die Schilddrüse nicht in der Lage ist, genügend Schilddrüsenhormone zu bilden und freizusetzen, um den Körper ausreichend mit L-Thyroxin und Triiodthyronin zu versorgen. Sie bildet zwar beide Hormone aus, aber nur in zu geringen Mengen, so dass dadurch natürlich auch deren Konzentrationen im Blut geringer sind. In Folge kommt es zu einem TSH-Anstieg, da die Hypophyse möchte, dass die Schilddrüse gefälligst mehr L-Thyroxin und Triiodthyronin bildet.

Eine Unterversorgung liegt aber auch vor, wenn man bei einer Schilddrüsenoperation Teile oder die gesamte Schilddrüse entfernen musste. Wurde die gesamte Schilddrüse entfernt, muss dementsprechend eine hohe Dosis L-Thyroxin gegeben werden, da keine Schilddrüse auch keine Schilddrüsenhormone bilden kann.

Die Durchführung einer Radioiodtherapie kann ebenfalls zu einer Hypothyreose führen. Diese Therapie wird zum Beispiel bei einer vorliegenden Krebserkrankung der Schilddrüse durchgeführt. Es muss dabei radioaktives Iod eingenommen werden. Da das Iod nur von der Schilddrüse aufgenommen wird, kann es dort auch gezielt wirken. Aufgrund seiner Radioaktivität zerfällt es und setzt dabei Beta-Strahlung frei, die überaktives Schilddrüsengewebe abtötet. Weniger Schilddrüsengewebe heißt weniger L-Thyroxin und wenigerTriiodthyronin.

Eine Behandlung mit Thyreostatika führt ebenfalls zu einer Hypothyreose, da sie auf unterschiedlichen Wegen die Entstehung oder die Freisetzung der Schilddrüsenhormone hemmen. Thyreostatika werden bei einer Überfunktion der Schilddrüse eingesetzt.

Ein früher häufiger und heute seltenerer Auslöser eine Hypothyreose stellt ein extremer Iodmangel, der durch eine Schilddrüsenvergrößerung (Struma) nicht ausgeglichen werden kann, dar.

Besteht ein Iodmangel führt das zu einer Zellvermehrung der Drüsenzellen, die Schilddrüse wächst an und es bildet sich ein Kropf (Struma) aus. Hält der Iodmangel länger an, entwickeln sich vermehrt Zellhaufen, die Schilddrüsenknoten. Diese können weiter wachsen und unkontrolliert Hormone bilden, was dann wiederum zu einer Schilddrüsenüberfunktion führen kann. In manchen Fällen können die Knoten sogar bösartig werden.

Der Grund dafür, dass die Schilddrüse wächst, ist, damit sie mehr Möglichkeiten hat, Iod aus dem Blut zu “fischen”. Mit 100 Angeln kann man mehr Fische gleichzeitig fangen, als mit 50 Angeln. Schwimmt allerdings nicht ausreichend Iod im Blut herum, um den Iodmangel auszugleichen, bringen auch 100 Angeln nichts und es entsteht eine Hypothyreose. Ein Iodmangel bei dem sich eine Struma ausgebildet hat, wird mit einer Kombination aus L-Thyroxin und Iod behandelt.

Ebenfalls kann ein Selenmangel für eine Hypothyreose verantwortlich sein. Das liegt darin begründet, dass die Deiodasen Selen benötigen, um — wie der Name schon andeutet — zu deiodieren, sprich: Um Iod zu entfernen. Diese Enzyme sind also für die Umwandlung von L-Thyroxin in Triiodthyronin verantwortlich. Es liegt allerdings keine Evidenz vor, dass die Einnahme von Selen als Nahrungsergänzungsmittel einen Nutzen bei einer Hypothyreose hat.

Ein weiterer Auslöser für eine Hypothyreose, ist die atrophische Thyreoiditis. Dabei kommt es zu einer Verkleinerung des Gewebes, was mit Funktionsverlusten einhergeht. Es handelt sich dabei um die Hashimoto-Thyreoiditis.

Hashimoto: Ein Beispiel für eine primäre Form und der häufigste Vertreter dieser Gruppe, ist die Hashimoto-Thyreoiditis. Entdeckt wurde diese Autoimmunerkrankung von einem japanischen Arzt namens Hakaru Hashimoto. Die Hashimoto-Thyreoiditis gehört zu den häufigsten Autoimmunerkrankungen. Sie ist dadurch gekennzeichnet, dass T-Lymphozyten des körpereigenen Abwehrsystems das Gewebe der Schilddrüse angreifen und es schädigen. In der Folge kommt es zu einer anhaltenden Entzündung der Schilddrüse, wodurch eine Schilddrüsenunterfunktion entsteht. Durch die Zerstörung des Gewebes kann es aber auch vorübergehend zu einer Überfunktion der Schilddrüse kommen.

Die Ursache für diese Krankheit ist noch nicht vollständig geklärt. Ein möglicher Auslöser scheint eine hohe Iodaufnahme zu sein.

Frauen sind viel häufiger an “Hashimoto” erkrankt als Männer. Die Erkrankung tritt meist erst zwischen dem 30. Und dem 50. Lebensjahr auf. Bei Frauen tritt sie häufig zusammen mit den Wechseljahren auf, weshalb man die Symptome häufig als Wechseljahrsbeschwerden fehldeutet.

Außerdem scheint das Risiko, eine Hashimoto-Thyreoiditis zu erwerben, größer zu sein, wenn man bereits an einer anderen Autoimmunkrankheit, wie Diabetes mellitus Typ 1, Zöliakie (Glutenunverträglichkeit) oder auch Vitiligo (Weißfleckenkrankheit) leidet.

Es schadet also nicht, die Schilddrüse mal auf “Hashimoto” überprüfen zu lassen, wenn man bereits unter einer Autoimmunerkrankung leidet.

Diagnostizierbar ist “Hashimoto” häufig durch erhöhte Werte der Thyreoglobulin-Antikörper (TgAK) und/oder der Antikörper gegen thyreoidale Peroxidase (TPO-AK). Selten kommt es allerdings auch vor, dass keine Antikörper nachweisbar sind.

Liegt eine Hashimoto-Thyreoiditis vor, ist der TgAK-Wert in 70 Prozent der Fällen erhöht und in 90 Prozent der Fällen der TPO-AK-Wert.

Um eine Hashimoto-Thyreoiditis sicher zu diagnostizieren, wird die Schilddrüse zusätzlich mittels Ultraschall untersucht.

Letztendlich kann aber eine, durch Feinnadelpunktion gewonnene, histologische Untersuchung des Schilddrüsengewebes endgültige Sicherheit bringen.

Ist man an “Hashimoto” erkrankt, sollte man, außerhalb der normalen Nahrung, kein Iod zusätzlich einnehmen. Manche Patienten reagieren aber schon bei der Aufnahme geringer Mengen Iod durch Nahrungsmittel empfindlich.

Behandelt wird mit L-Thyroxin, was in den meisten Fällen auch gelingt. Manche Patienten klagen, obwohl sie richtig eingestellt sind, dennoch über Symptome wie Müdigkeit und Erschöpfung, Schlafstörungen, Muskel- und Gelenkbeschwerden, trockenem Mund und trockenen Augen. In diesen Fällen könnte eventuell eine Entfernung der Schilddrüse mit anschließender L-Thyroxingabe helfen.

Sekundäre Formen: Bei der sehr seltenen sekundären Form bildet die Hypophyse nicht ausreichend TSH, weshalb weniger Schilddrüsenhormone gebildet werden.

Zusammenfassung der Hypothyreose in einem Satz

Wenn die Schilddrüse nicht ausreichend Schilddrüsenhormone bilden oder freisetzen kann, müssen die fehlenden Schilddrüsenhormone durch Einnahme von L-Thyroxin ersetzt werden. Lebenslang.

Teil 3: Fragen und Antworten

F: Mit welchen Arzneimitteln gibt es Wechselwirkungen?
A: Verschiedene Arzneimittel können die Wirkung von L-Thyroxin vermindern. Die L-Thyroxin-Dosis sollte dann daran angepasst werden. Beispiele sind Glukokortikoide (“Cortison”), Betablocker zum Blutdrucksenken aber auch die Pille, sowie Präparate zur postmenopausalen Hormonersatztherapie.
Diabetiker sollten darauf achten, dass L-Thyroxin die Wirkung von Metformin, Glibenclamid und von Insulin abschwächen kann. Deren Dosen müssen also erhöht werden.
Phenprocoumon (Marcumar) wirkt stärker, wenn gleichzeitig L-Thyroxin genommen wird.

F: Ich nehme zwar L-Thyroxin und die Pille, aber beide nicht zur gleichen Uhrzeit. Die L-Thyroxin-Tablette nehme ich morgens und die Pille abends. Das dürfte dann doch nichts ausmachen, oder?
A: Solange beide Arzneimittel gleichzeitig im Blut sind, kann es zu Wechselwirkungen kommen, unabhängig davon ob eine Tablette morgens und eine abends eingenommen wird.

F: Stimmt es dass die Dosis am Anfang gering ist und später erhöht wird?
A: Bei einer latenten Hypothyreose (siehe oben) wird die Dosis langsam gesteigert, um die Gefahr kardialer Nebenwirkungen zu minimieren.

F: Bringt eine Überdosierung tatsächlich Symptome wie bei der Hyperthyreose?
A: Wird L-Thyroxin überdosiert, ist das für den Körper so, als läge eine Hyperthyreose vor, also eine Überfunktion der Schilddrüse.
Dementsprechend treten auch dieselben Symptome auf, wie zum Beispiel eine Tachykardie (Herzrasen) oder ein erhöhter Grundumsatz, durch welchen der Körper mehr Kalorien benötigt. Führt man diese nicht zu, kommt es zu einem Gewichtsverlust.
Die Haut fühlt sich bei einer Hyperthyreose feucht und warm an, es kann außerdem zu Nervosität und zu einem Tremor (Muskelzittern) kommen.

F: Stimmt es dass die langfristige Einnahme Osteoporose fördert?
A: Die Einnahme von L-Thyroxin kann aufgrund der Senkung des TSH-Wertes zu Osteoporose führen, wenn es über einen langen Zeitraum in hohen Dosen eingenommen wird. Das betrifft vor allem Frauen nach der Menopause.

F: Wann muss ich L-Thyroxin zusammen mit Iod einnehmen?
A: L-Thyroxin in Kombination mit Iod ist zur Behandlung einer Schilddrüsenvergrößerung ohne gleichzeitige Funktionsstörung angezeigt, wenn aus ärztlicher Sicht neben einem Schilddrüsenhormon eine zusätzliche Iodgabe von Nöten ist. Außerdem ist die gleichzeitige Gabe nach einer Operation der Schilddrüse oder nach einer Behandlung mit Radioiod nötig, damit es nicht zu einem erneuten Kropfwachstum kommt.

F: Warum ist mein L-Thyroxin-Präparat nicht lieferbar?
A: Die Firmen scheinen häufig damit Probleme zu haben, das L-Thyroxin stabil zu halten. Das kann dann dazu führen, dass die Tabletten relativ früh zerfallen und dadurch einen geringeren Gehalt an Wirkstoff und einen höheren Gehalt an Abbauprodukten enthalten. Je besser es gelingt das L-Thyroxin zu stabilisieren, desto länger sind die Tabletten haltbar. Deshalb bekommt man von manchen Herstellern nur Tabletten, die ziemlich schnell verfallen und bei großen Nachfragen, können diese Hersteller dann nicht schnell genug liefern.

F: Gibt es L-Thyroxin auch als Globuli?
A: Ja, die haben aber keine Wirkung, die über den Placeboeffekt hinausgeht — genausowenig wie alle anderen homöopathischen Mittelchen auch.

F: Was ist mit Magnesium? Kann ich L-Thyroxin zusammen mit Magnesium einnehmen?
A: Magnesium scheint nicht mit L-Thyroxin wechselzuwirken. Warum das so ist, ist nicht bekannt. Trotzdem würde ich grundsätzlich mindestens 30 Minuten Abstand halten.

F: Kann ich L-Thyroxin zusammen mit Pantoprazol einnehmen?
A: Ja, es scheint keine Wechselwirkung zwischen Pantoprazol und L-Thyroxin zu bestehen. Der höhere pH-Wert im Magen hat wohl keinen negativen Einfluss auf das L-Thyroxin.

F: Wie oft sollte man die Blutwerte bestimmen lassen?
A: Anfangs halbjährlich und später reicht einmal im Jahr.

F: Gibt es, wie bei der Pille, L-Thyroxin-Tabletten mit Wochentagen auf dem Blister?
A: Ja, es gibt auch von L-Thyroxin Kalenderpackungen. Die müssen aber explizit verordnet werden. Wie erwähnt, darf bei einer L-Thyroxin-Verordnung nur das abgegeben werden, was auf dem Rezept steht.

F: Was soll ich machen, wenn ich die Einnahme vergessen habe?
A: Dann sollte am nächsten Tag die nächste Dosis genommen werden, als wäre nie etwas gewesen.

F: Was ist, wenn ich es immer wieder vergesse einzunehmen?
A: Dann sollte vielleicht einfach mal ein Wecker gestellt werden, der an die tägliche Einnahme erinnert. Post its am Spiegel könnten auch helfen. “Nimm deine Tabletten”

F: Muss ich meine Tabletten immer zur gleichen Zeit nehmen?
A: Ja, um konstante Wirkspiegel zu erreichen, sollten die Tabletten möglichst alle 24 Stunden eingenommen werden. Viele stellen sich den Wecker, schlucken ihre Tabletten in aufrechter Position mit einem vollen Glas Leitungswasser und legen sich wieder schlafen. Nimmt man die Tablette aber mal ein bis zwei Stunden später oder früher, ist das auch nicht so schlimm. Wichtig ist nur, dass der Magen zum Zeitpunkt der Einnahme leer ist und danach für mindestens 30 Minuten nichts gegessen und getrunken wird.

F: Muss ich in der Schwangerschaft mehr L-Thyroxin zu mir nehmen?
A: In der Schwangerschaft steigt der Bedarf an L-Thyroxin estrogenbedingt um ca. 40 Prozent an. Der Arzt bestimmt den TSH-Wert und passt die Dosis entpsrechend an.

F: Welche Nebenwirkungen treten am häufigsten auf?
A: Am häufigsten (bei mehr als einem von zehn) treten Herzklopfen, Schlaflosigkeit und Kopfschmerzen auf.

F: Beeinträchtigt Soja die Aufnahme von L-Thyroxin?
A: Ja, Soja enthält Calcium und Calcium hemmt die Aufnahme. Also auch hier auf jeden Fall mindestens 30 Minuten Abstand halten.

F: Kann ich Orangensaft zum L-Thyroxin trinken?
A: Nein, auch Orangensaft enthält Calcium.

F: Stimmt es, dass L-Thyroxin auch bei einer Depression gegeben wird?
A: L-Thyroxin kann bei einer Depression gegeben werden, da es die Wirkung klassischer Antidepressiva verstärkt.

F: Warum nimmt man L-Thyroxin und nicht Triiodthyronin ein, wenn letzteres doch die Hauptwirkung hat?
A: L-Thyroxin wird bevorzugt, weil es eine längere Halbwertzeit hat als das Triiodthyronin.

F: Warum wird beim Schilddrüsenkrebs eine höhere Dosierung gewählt?
A: Um die TSH-Sekretion vollständig zu unterdrücken. TSH würde eventuell verbliebene Tumorzellen stimulieren.

F: Welche Möglichkeiten gibt es noch, wenn man mit L-Thyroxin nicht gut genug eingestellt werden kann?
A: Es gäbe noch die Möglichkeit, statt L-Thyroxin auf Triiodthyronin (Liothyronin) umzusteigen oder auf eine Kombination aus L-Thyroxin und Triiodthyronin.

F: Stimmt es, dass L-Thyroxin zum Abnehmen missbraucht wird?
A: Ja, L-Thyroxin beschleunigt den Stoffwechsel, weshalb manche Patienten absichtlich eine höhere Dosis einnehmen, um Gewicht zu verlieren. Tatsächlich ist der anfängliche Gewichtsverlust allerdings nur auf einen Wasserverlust des Körpers zurückzuführen. Wird L-Thyroxin eingenommen, obwohl es nicht benötigt wird, entstehen Symptome einer Hyperthyreose. Es können schwerwiegende und sogar lebensbedrohliche Nebenwirkungen eintreten.

F: Wenn ich eine neue Stärke L-Thyroxin einnehmen muss, wann soll ich vom Arzt am besten die Dosierung überprüfen lassen?
A: Nach acht bis zwölf Wochen hat sich der TSH-Wert auf einen konstanten Wert eingestellt, deshalb sollten die Werte frühestens nach acht Wochen überprüft werden.

F: Ist das L-Thyroxin, das der Körper herstellt, identisch mit dem, welches ich als Tabletten einnehmen muss?
A: Ja, der Körper kann das eine L-Thyroxin nicht vom anderen unterscheiden.

F: Wenn ich zum allerersten Mal L-Thyroxin einnehme, wann tritt die Wirkung ein?
A: Die Wirkung tritt nach drei bis fünf Tagen ein.

F: Meine Tochter muss L-Thyroxin-Tabletten einnehmen, aber sie kann einfach keine Tabletten schlucken, darf ich sie in Wasser auflösen? (Die Tabletten, nicht meine Tochter.)
A: L-Thyroxin löst sich nicht gut in Wasser, kann aber als Suspension (fest in flüssig) gegeben werden. Man lässt die Tablette in 10–15 ml Wasser zerfallen und verabreicht sie frisch zubereitet. Es empfiehlt sich Leitungswasser nachzutrinken.

F: Was ist der Unterschied zwischen Euthyrox und L-Thyroxin?
A: Es gibt keinen. Euthyrox ist L-Thyroxin. Euthyrox ist nur ein Handelsname.

F: Was hat L-Thyroxin mit der aktuellen Corona-Pandemie gemein?
A: Bei beiden muss man Abstand halten!

Der Artikel wurde nach bestem Wissen und Gewissen geschrieben. Er ersetzt jedoch keinen Arztbesuch und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Bei gesundheitlichen Problemen wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.

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Aufgrund der besseren Lesbarkeit wurde auf das Gendern verzichtet. Es sind aber immer alle gemeint.


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