Die Freitagsausgabe des fruehstart NEWsletters.

News für Millennials

Das Wort zum Freitag lautet:
ENDSPURT! Aber dazu kommen wir gleich.

Zunächst die heutigen Themen:
Die Facebook Inc. hat einen zweifelhaften Ruf: Magersucht für Abcrack-Selfies auf Insta. Wahlmanipulationen mit Facebook-Daten via Cambridge Analytica. Aktive Förderung von Fake News, QAnon & Verschwörungstheorien. Politische Gewalt in mehreren Ländern, angeheizt durch die "Enragement for Engagement"-Algorithmen ...

Selbst in der Big Tech Szene ...
... gilt die Firma inzwischen als Schmuddelkind. Allerdings bekommt sie nun eine neue Fürsprecherin: Die Büroleiterin unserer Staatsministerin für Digitales steht Mark Zuckerberg künftig für Lobbyarbeit zur Verfügung.

Gucken wir uns an.
Genau wie die Corona-Mutanten. Denn die sind ja in aller Munde. Bislang - Gott sei Dank - zumeist nur im übertragenen Sinne.

Außerdem:
Ob der #Gamestop-Hype nun den Untergang des Abendlandes oder die "Demokratisierung des Börse" einleitete, ist weiterhin umstritten. Daher schauen wir in beide Richtungen: Einerseits werfen wir einen Blick auf "The Next Big Thing" auf WallStreetBets. Und zum anderen haben wir News über eine "vernünftige" Alternative zu Zocker-Plattformen wie Robinhood entdeckt.

Das Wetter:
Sonnig, aber kalt & windig. -10 bis 0°C.

Habt Ihr Fragen, Wünsche, Anregungen?
GERNE! Einfach an: crew@fruehstart-newsletter.de

Und nun zum ENDSPURT:
Unser Versprechen "ALLES von fruehstart FÜR IMMMER für nur €1,99 pro Monat" - gilt nur noch bis MONTAG. Ab dann gibt es alle Newsletter (außer Donnerstags) nur noch für Patrons. Und das Wochentags- plus das Samstagspaket kosten künftig €3,99 pro Monat.

Und ganz egal ...
...  wie viele Specials wir in Zukunft noch launchen: Wenn ihr bis Montag schon an Bord seid, bekommt ihr sie ALLE. Und bezahlt nie mehr als €1,99 pro Monat.

Das alles ...
... läuft über die Crowd-Payment Plattform Patreon: Fair, sicher & jederzeit kündbar. Also haut rein: HIER sind alle Infos dazu.

POLITK:

Julia Reuss

Julia wer?
Die Gute war außerhalb der CSU wohl kaum jemandem geläufig.

Aber jetzt macht sie Karriere!
Sie wird bei Facebook "Public Policy Director, Central Europe" - also eine Art "Cheflobbyistin".

Glückwunsch!
Die Gratulationen fallen aber verhalten aus. Frau Reuss war nämlich bislang die Büroleiterin von Dorothee Bär (CSU), der Staatsministerin für Digitales im Bundeskanzleramt.

Macht aber nix.
Ihre Chefin beteuert nämlich: Die Plattform bekommt mit Frau Reuss weder Insiderwissen noch Connections. Denn sie hatte beruflich rein gar nichts mit Facebook am Hut.

Hhhmmmm.
Wenn es stimmt, wäre das aber auch nicht gerade beruhigend. Denn dann würde unsere Digitalbeauftragte eine ihrer Kernaufgaben entweder völlig ignorieren. Oder sie bearbeitet die zahlreichen Fragen, die dieses Unternehmen aufwirft (Datenschutz, Verschwörungstheorien, Kartellrecht, Steuervermeidung ...) unter Ausschluss ihrer Büroleiterin.

Aber selbst dann ...
... hätte Frau Reuss noch einen ziemlich guten Zugang zu den Digitalstrategien der Regierung gehabt. Und den behält sie - so wie es aussieht - auch noch weiterhin: Nebenbei ist sie nämlich die Lebensgefährtin von Andreas Scheuer (CSU). Und der denkt auch viel über "die dynamische Entwicklung der Digitalisierung" nach, wie er selbst auf seiner Ministeriumsseite schreibt. (Bezeichnenderweise tut er das übrigens in weißer Schrift auf überwiegend weißem Grund ...).

Kein Wunder.
Schließlich ist der Mann Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur. Und dabei nicht gerade über jeden Zweifel erhaben.

CORONA:

Mutanten-Kunde

In Sachen Corona ...
... wird derzeit viel mit "den Mutanten" begründet.

Höchste Zeit ...
... sich diese Dinger mal genauer anzuschauen. Was man bisher weiß:

  • Die "britische" Variante ist wohl deutlich ansteckender.
  • Die "südafrikanische" ist resistenter gegen Impfstoffe (und in Tirol unterwegs).
  • "Kombi-Typen" vereinen beide Merkmale - und sind zumindest in Großbritannien schon aufgetaucht.
  • Die "brasilianische" Mutation kann dagegen bereits genesene Corona-Patienten erneut erkranken lassen.Auf den Punkt ...
    ... bringt den bisherigen Wissenstand der gleichnamige Podcast der Sueddeutschen Zeitung.

BIG TECH:

Public.com: Ein echter Robin Hood?

Robinhood ...
... ist derzeit die beliebteste Trading-Plattform für Millennials und Kleinanleger.

Vorteile:

  • Die UX eines Videospiels: Ein Aktienportfolio anzulegen ist dort so einfach und selbsterklärend, wie es nur geht.
  • Keine Trading-Gebühren.
  • Man muss keine "ganzen" Aktien kaufen (die kosten auch mal ein paar hudert Euro pro Stück). Sondern man kann so ziemlich jeden beliebigen (Klein-)Betrag investieren. Nachteile:
  • Robinhood ist darauf programmiert, dass Aktien-Zockerei zur "Sucht" wird ("Gamifikation + alle bekannten Psycho-Tricks, die Social Media so benutzen, um uns auf den Plattformen zu halten).
  • Es verdient sein Geld mit den Daten der User. Und indem es ihre Kauf-Oders an die Broker weiterverkauft, die die meiste Provision bezahlen. (PFOF - Payment for Order Flow)Public.com ...
    ... könnte nun alle Vorteile von Robinhood bieten. Ohne die Nachteile. Denn es monetarisiert Kundenzufriedenheit.

    Wenn das funktioniert ...
    ... gäbe es tatsächlich eine Plattform, auf der wir uns einfach & unkompliziert eine Altersvorsorge aufbauen könnten (Nachdem das über Sparbuch & Lebensversicherung mangels Zinsen ja nicht mehr geht). Darum behalten wir das natürlich im Blick.

Gewinner des Tages:

Subscription Apps. Denn inzwischen sind die User durchaus bereit, für Services zu bezahlen.


Verlierer des Tages:

TikTok. Denn ob die Plattform will oder nicht: Sie wird zum Center Court im Kampf Putin vs Navalny.

Verschiedene Seiten. Denn sie reden Erika Steinbachs wirres Zeug ein.

Gina Carano. In the Mandalorian habe ich sie für ihre Kampfszenen geliebt. Nun hat sie sich aber - leider - aus der Serie hinausmanövriert.

Die Ratte. Denn Ihr Jahr ist nun vorbei. Jetzt ist der Büffel dran.

Die Autoindustrie. Denn seit Jahren kündigt man an, dass man bald völlig emissionsfrei unterwegs sein wird. Und baut dann trotzdem vor allem Diesel-SUVs.

Apple. Denn die ewig nebulösen Auto-Ambitionen des Apfel-Unternehmens werfen inzwischen Fragen auf.


READ THIS TODAY:

Beau Wrigley

Den kennt Ihr.
Zumindest indirekt. Denn eventuell habt Ihr gerade sogar seinen größten Claim to Fame im Mund.

Richtig.
Er ist der Erbe des allseits bekannten Kaugummi-Imperiums. Allerdings ist er auch schon "in den besten Jahren" und könnte rein äußerlich auch der Mittelstandsbeauftrage der Unions-Fraktion im Bundestag sein.

Doch trotz aller Schnittmengen:
Bei einem Thema finden Herr Wrigley und die CDU/CSU vorerst nicht zusammen.

Cannabis!
Die christlichen Parteien lernen ja gerade, es von Kohlgemüse zu unterscheiden. Wrigley und andere US-Geschäftsmänner sind da schon einen großen Schritt weiter. Sie denken an die vielfachen Möglichkeiten, die THC bietet, wenn man seine Wirkstoffe aufsplittet und dann gezielt zusammenbraut: Vom Appetitzügler über Beruhigungs-, Schmerz- & Schlafmittel bis zum Antidepressivum ist wohl alles drin.

Außerdem:
Unter Joe Biden könnten die USA Cannabis bald bundesweit legalisieren. Daher ist Herr Wrigley im Portrait des Forbes Magazin auch überzeugt, dass man schon bald nicht mehr an Kaugummi denkt, wenn man seinen Nachnamen hört. Sondern an Gras.

Und damit ist er nicht allein.
Auf WallStreetBets ist Cannabis ebenfalls The Next Big Thing.

Yesterday’s Discussion: Gang Weed takes over from wallstreetbets

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