Zwischen Techno, Tattoos, queerer Identität und öffentlicher Wahrnehmung zeigen vier Creatorinnen auf 4based, warum Anpassung für viele keine Option mehr ist

Lange war ziemlich klar, wie Frauen zu sein hatten. Wie sie aussehen, sich verhalten, wen sie lieben, was sie zeigen dürfen – und was besser nicht. Diese Bilder sind nicht verschwunden, aber sie haben an Verbindlichkeit verloren. Immer mehr junge Frauen orientieren sich nicht mehr daran, sondern an sich selbst. Plattformen wie 4based spielen dabei eine entscheidende Rolle: Hier geht es weniger um perfekte Inszenierung und mehr um Persönlichkeit, Austausch und direkte Community-Nähe.

Bei zuckermaus beginnt diese Haltung nicht im Internet, sondern auf dem Dancefloor. Sie ist früh in die Techno-Szene eingetaucht, zunächst Hardtechno, heute klassischer Techno. Was sie dort gefunden hat, beschreibt sie weniger als Musikrichtung, sondern als Gefühl. „Ich liebe die Szene, weil sie so offen ist. Man wird nicht bewertet. Jeder ist einfach da, um zu tanzen.“ Gerade im Vergleich zu anderen Clubs erlebt sie diesen Unterschied deutlich. Weniger Oberflächlichkeit, weniger Situationen, in denen man angesprochen oder eingeordnet wird. Stattdessen ein Raum, in dem es weniger darum geht, gesehen zu werden – und mehr darum, einfach da zu sein.

Diese Form von Freiheit zieht sich bei ihr weiter. Auch in der Art, wie sie ihren Körper versteht. Tattoos sind für sie kein Trend, sondern etwas Persönliches. „Mein Körper ist wie eine Leinwand“, sagt sie. Erinnerungen, Erlebnisse, Verluste – alles bekommt dort seinen Platz. Besonders wichtig ist ihr ein Motiv ihrer Hunde, mit denen sie aufgewachsen ist. Dass nicht jeder das nachvollziehen kann, spielt für sie keine Rolle. „Wer will sich schon anpassen? Wenn wir alle gleich wären, wäre das doch langweilig.“

Dieses Nicht-Anpassen zeigt sich bei anderen auf ganz andere Weise. jutta_tv bewegt sich als queere Creatorin und DJane ganz selbstverständlich in Lebensrealitäten, die für viele noch immer erklärungsbedürftig wirken. Für sie selbst ist das kein Widerspruch, sondern Alltag. Identität ist nichts, was versteckt oder angepasst werden muss. Gerade auf 4based nutzt sie diesen Raum bewusst, um sich so zu zeigen, wie sie ist – ohne Filter, ohne klassische Rollenbilder. Es geht nicht darum, etwas vorzuleben oder zu provozieren, sondern darum, sich nicht mehr in vorgegebene Kategorien einordnen zu müssen.

Wie stark solche Kategorien trotzdem noch wirken, zeigt sich an anderer Stelle. blackangel kennt die Mechanismen öffentlicher Wahrnehmung aus einer ganz anderen Perspektive. Als Reality-TV-Persönlichkeit ist sie es gewohnt, gesehen und bewertet zu werden. Bilder entstehen schnell, Zuschreibungen noch schneller. Gerade Frauen werden dabei oft auf wenige Eigenschaften reduziert. Aussehen, Auftreten, Verhalten – alles wird eingeordnet, kommentiert, manchmal auch verzerrt. Was dabei leicht verloren geht, ist die Person dahinter. Für sie bedeutet Sichtbarkeit deshalb auch, sich diese Deutungshoheit ein Stück weit zurückzuholen – auch auf Plattformen wie 4based, wo sie selbst entscheidet, wie viel Nähe sie zulässt und wie sie sich zeigt.

Ein Gedanke, der sich auch bei paula wiederfindet, wenn auch leiser. Offenheit gehört für sie dazu, aber genauso die Entscheidung, nicht alles preiszugeben. Sie beschreibt sich selbst als empathisch, selbstbewusst und nahbar – mit einem klaren Gefühl für Grenzen. „Nicht jeder muss mich mögen“, sagt sie. Gerade diese Haltung prägt auch ihren Content auf 4based, wo Persönlichkeit wichtiger ist als Perfektion und wo es weniger um Anpassung geht als um Authentizität.

Auffällig ist, dass diese Entwicklung selten laut passiert. Es ist kein organisierter Protest, kein bewusstes Dagegensein. Eher ein schrittweises Verschieben von Grenzen. Frauen entscheiden für sich, was sie zeigen, wie sie leben, wen sie lieben und wie viel sie davon nach außen tragen. Die Wege dahin könnten unterschiedlicher kaum sein – Clubkultur, queere Identität, Öffentlichkeit, persönliches Selbstbild. Und trotzdem verbindet sie etwas.

Das Recht, das eigene Leben nicht mehr an fremden Erwartungen auszurichten.

Was früher als „anders“ galt, wirkt heute oft einfach selbstverständlich. Vielleicht liegt genau darin die eigentliche Veränderung. Nicht darin, dass Frauen lauter geworden sind. Sondern darin, dass sie sich nicht mehr leiser machen.

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