Der Ausdruck Paradigmenwechsel wurde 1962 von Thomas S. Kuhn geprägt und bezeichnet in dessen wissenschaftstheoretischen und wissenschaftshistorischen Schriften den Wandel von grundlegenden Rahmenbedingungen für einzelne wissenschaftliche Theorien.

Der zeitgleich in allen wesentlichen Disziplinen stattfindende Paradigmenwechsel, der besonders während und nach der Übergangsphase in eine neue Ära (Zeitalter) zu Tage tritt, ist schon längst in Gang gesetzt.
Zu Beginn des dritten Jahrtausends übernimmt die Energie des Wassermannzeitalters immer deutlicher die Führung. Die Welt und die menschlichen Paradigmen verändern sich rasant.

Am kritischen Umschwungsmoment eines Attraktorfeldwechsels wird mit dem geringsten Kraftaufwand die stärkste Wirkung erzeugt. (Siehe auch Schmetterlingseffekt)

  • Die Chemie kennt Katalysatoren. Die Katalyse, ein vielschichtiger Prozess, der eine chemische Zustandsveränderung (Attraktorfeldwechsel) einleitet.
  • In der Physik spricht man von Turbulenzen.
  • Die Soziologie kennt Macher und Aufwirbler, Aufrührer und Whistleblowers, die r-evolutionäre und involutionäre Transformationen auslösen, einhergehend mit emotionalem Aufruhr, der gebundene Energien freisetzt. Der beschleunigte Wandlungsprozess setzt sich bis an den kritischen Punkt fort, an dem das Feld umschlägt, wonach sich ein neues Gleichgewicht der Kräfte zu etablieren beginnt.
Shift Happens
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Physik schlägt um in Metaphysik

"Wir erleben gegenwärtig einen Paradigmenwechsel in den Naturwissenschaften – vielleicht den größten Wandel dieser Art aller Zeiten. Es ist das erste Mal, dass wir auf ein umfassendes Modell für mystische Erfahrungen gestoßen sind, das noch den zusätzlichen Vorteil besitzt, aus den fortgeschrittensten Ideen zeitgenössischer Physik abgeleitet zu sein."
Lawrence Beynam, US-amerikanischer Physiker, Quelle unbekannt, 1978

Die universelle Abschlussprüfung der Menschheit –
Tauziehen zwischen Utopie oder Auslöschung

Wir Menschen haben die Mittel und das Fachwissen, um jeden Erdenbewohner zu ernähren und zu kleiden und jedem eine Entwicklungschance zu bieten. Was wir früher nie hätten wissen können, wissen wir nun, dass wir nämlich im Verlauf der jetzigen Phase als Menschheit weltweit die Möglichkeit haben, allen eine erfolgversprechende Lebensgrundlage zu schaffen. Ob uns Utopia gelingen oder wir im Chaos versinken werden, wird bis zum letzten Moment ein Entscheidungskampf auf Herz und Nieren sein. [...] Die Menschheit befindet sich in ihrer 'ultimativen Prüfung', deren Ausgang entscheidet, ob sie sich für den Fortbestand im Universum qualifiziert oder nicht.
R. Buckminster Fuller (1895-1983) US-amerikanischer Systemtheoretiker, Architekt, Ingenieur, Konstrukteur, Designer, Erfinder, Futurologe, Philosoph, Autor, Critical Path [Der entscheidende Weg], St. Martin's Press, 1981

Der freie Fall in die Zukunft

"Wir befinden uns in einem freien Fall in die Zukunft. Wir wissen nicht, wohin wir gehen. Die Dinge ändern sich zu schnell. Und wie immer, wenn man durch einen langen Tunnel geht, macht sich Angst breit. Alles was Sie zu tun haben, um Ihre Hölle in ein Paradies zu verwandeln, ist, Ihr Fallen in einen Willensakt zu verwandeln. Ich meine, dabei handelt es sich um einen sehr interessanten Perspektivenwechsel, und das ist schon alles. Freudvolle Teilnahme an den Sorgen [der Welt], und alles ändert sich."
Dr. Joseph Campbell (1904-1987) US-amerikanischer Mythologe, vergleichender Religionswissenschaftler, Autor, Sukhavati. Place of Bliss. A Mythic Journey with Joseph Campbell, Video, 9. April 2002

Mythos der Hopi-Indianer
Überliefert von Carl Gustav Jung zum Thema Paradigmenwechsel

"Die Hopi behaupten, dass sie am Anfang tief unter der Erde, die viele Schichten aufwies, gelebt hätten. Jedesmal, wenn eine solche Schicht übervölkert war, machten die Frauen die Lage durch ihr Benehmen so unerträglich, dass die Männer gezwungen waren, einen Weg in die nächste Schicht hinauf zu finden; die Frauen taten also selbst nichts, aber durch ihr widriges Verhalten zwangen sie die Hopi, in die Welt des Bewusstseins hinaufzusteigen."
Dr. Marie-Louise von Franz (1915-1998) Schweizer Philologin, Jungsche Gelehrte, Autorin, Das Weibliche im Märchen. Psychologisch gesehen, Nr. 32, S. 81, Bonz Adolf, 1977, 12. Auflage Januar 1999

Altes Paradigma ___ Neues Paradigma

  • Linearität ___________________ Komplexität
  • Hierarchie __________________ Hierarchie und Heterarchie
  • Patriarchat __________________ Würdegesellschaft
  • Rationalität __________________ Bewusstsein
  • Zweiwertige Logik _____________ Polykontexturale Logik
  • Kausalität ___________________ Kausalität und Synchronizität
  • Monoperspektivisch ____________ Multiperspektivisch
  • Erfolg ______________________ Erfolg und Kultur
  • Ökonomie ___________________ Ökonomie und Ökologie

Wandlungen – was künftig Geltung haben wird

  • Überlebensmodus und Erfolgstreben ···➤
    hin zur Widerstandsfähigkeit und Gedeihensfähigkeit
  • Vom vorherrschenden männlichen Archetyp ···➤
    Aufstieg des weiblichen Archetyps – Hervortreten von Bigender-Regeln
  • Aus dem Dominanzsystem ···➤
    Partizipatorisches Partnerschaftssystem
  • Aus der Hierarchie ···➤ Heterarchische Gleichwertigkeit
  • Aus dem Rankismus [übervorteilendes Ranking] ···➤
    Verlinkung [Linking]
  • Aus den Ranglistenpyramiden ···➤ Gleichberechtigte Kreise
  • Aus der Befehlskette ···➤ Netz von Verbindungen
  • Aus der Stolz⇔Scham-Kultur ···➤
    Kultur der Würde, des Mitgefühls und der Verletzlichkeit
  • Aus der Scham- und Schuldzuweisung ···➤
    Benennen – Bekennen – Befrieden [Radikal Freilieben]
  • Aus dem Kerngebiet ···➤ Randgebiet, aus dem ein erneuerter Kern auftaucht
  • Aus dem wissenschaftlichen Reduktionismus ···➤ Emergenz
  • Aus der bisherigen objektbasierten Wissenschaft ···➤
    Komplementäre beobachterbasierte Wissenschaften
  • Aus der dominanten linken Gehirnhälfte ···➤
    Rechte Gehirnhälfte und Beidhirnigkeit
  • Aus dem propagierten Drückermodus ···➤ Wertbasierter Anziehungsmodus
  • Aus dem abhängigen⇔unabhängigen Überlebensmodus ···➤
    Interdependente Beziehungsnetze
  • Von effizienten Transaktionen und materieller Rentabilität ···➤
    Vielgestaltige menschzentrierte Kreativität
  • Aus der Masse ···➤ Klasse
  • Aus der Menge ···➤ Qualität
  • Aus dem pubertären Rivalitätsdenken ···➤
    Ausgewogene Kooperation mit gesundem Wettbewerb
  • Aus dem geheimniskrämerischen Eigeninteresse ···➤ Transparentes Teilen
  • Aus der Korruption in Unternehmen ···➤ Verantwortlich handelnde Führungskräfte und transparente Transaktionen
  • Aus der Bestandsaufnahme ···➤ Zirkulierender Wissensdatenstrom
  • Von der Weitergabe expliziter Wissenseinheiten ···➤
    Offenlegung des stillschweigenden Wissens
  • Aus der westlichen Vorherrschaft ···➤
    Aufstieg der Restlichen (nichtwestlichen Menschen)
  • Von der Raubtierökonomie ···➤ Hege- und Pflegeökonomie
  • Aus dem maskulinisierten Reichtum ⇔ feminisierte Armut ···➤
    Nachhaltigkeit und Ökoweisheit
  • Von einem undurchschaubaren auf Glauben basierenden privat geführten, zinsbasierten Schuldschein-Geldsystem ···➤ Gemeinschaftlich geführtes transparentes Verteilungssystem, das individualisierte elektronisch deponierte Ausgabenkapazitäten vorhält
  • Aus der ICH-Sucht ···➤ Auf Vertrauen gegründetes WIR
  • Aus getriebener Multisucht ···➤ Ernüchternde Achtsamkeit
  • Aus der obligatorischen lehrerzentrierten Schulbildung nach Lehrplan ···➤
    Individualisiertes themenzentriertes coach- und computergestütztes
    Freistil-Lernen
  • Aus dem verallgemeinerten Konsum-Kollektivismus ···➤ Einzigartige Talente,
    die in die Gemeinschaft eingegliedert und bekannt sind
  • Aus der Arbeitsverpflichtung und der Dienst nach Vorschrift-Mentalität ···➤ Grundauskommen, Leidenschaft für Arbeit und soziales Engagement
  • Von dem vereinzelten "Do-it-yourself"-Leistungsträger ···➤
    "Gemeinsam-sind-wir-stark"-Gewinnerteams
  • Aus der automatisierten Struktur ···➤ Partizipatorische Unsicherheit
  • Von der hochtechnologischen Waffenproduktion ···➤
    Hochtechnologische Alltagsbewältigungshilfen
  • Aus dem "Sex und Kriminalitäts"-Modus ···➤
    Kommunikativer Austausch in einer friedlicheren Welt
  • Von endlichen spannungsgeladenen auf Gefahr basierenden Geschichten ···➤
    Chancenreiche Erzählungen mit offenem Ausgang

Teils entnommen aus der Quelle (Spiritualwiki):
Umorientierung aus dem Drückermodus in den Anziehungsmodus

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