München, 14. Februar 2026 – Trotz nasskalten Regenwetters herrschte am Samstagnachmittag auf dem Geschwister-Scholl-Platz eine Atmosphäre, die gleichermaßen entschlossen wie friedlich war. Unter dem Hashtag #Prüf versammelten sich weit über tausend Menschen vor der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU), um ein deutliches Signal für die Wehrhaftigkeit der Demokratie zu setzen.
Dr. Jan König: Ein Gebet für den Rechtsstaat
Zentraler Moment der Kundgebung war die Ansprache von Dr. Jan König. In einer fast feierlichen Art und Weise sprach er die Kernforderung der Bewegung vor:
„Alle Parteien, die vom Verfassungsschutz als rechtsextremer Verdachtsfall oder gesichert rechtsextrem eingestuft werden, sollen durch das Bundesverfassungsgericht überprüft werden.“
Die Menge antwortete im Chor und wiederholte die Sätze, was der Forderung ein besonderes Gewicht verlieh. Es war kein bloßer Protest, sondern ein gemeinschaftlicher Appell an die Institutionen des Rechtsstaates.
Wachstum der Bewegung
Es ist ein Trend erkennbar: Die „Prüf-Demos“, die an jedem zweiten Samstag im Monat stattfinden, gewinnen massiv an Zulauf. Während die Veranstalter offiziell von über 1.000 Teilnehmern sprachen, wirkte der Platz deutlich voller als noch bei der Kundgebung am 10. Januar. Augenzeugen und Teilnehmer schätzten die Zahl weitaus höher ein – basierend auf der Tatsache, dass die Fläche bereits im Vormonat mit rund 5.000 Menschen gefüllt war, scheint die Bewegung einen neuen Höchststand erreicht zu haben.
Die Polizei musste in diesem Monat erstmals Absperrbänder einsetzen, um die Sicherheit der Teilnehmer zu gewährleisten und zu verhindern, dass die Menschenmassen auf die Fahrbahn der Ludwigstraße drängten.
Bayerischer Grant und musikalischer Kanon
Die Stimmung war trotz des Dauerregens kämpferisch und humorvoll zugleich. Als die Bundesländer aufgezählt wurden, die sich derzeit noch gegen ein Prüfverfahren aussprechen, quittierte die Menge dies mit einem kräftigen, bayerischen „Wos?!“.
Abgestimmt wurde ganz direkt per Applaus-Votum („Klatsch“) und dem lautstarken Ruf „Check!“. Auch kulturell wurde einiges geboten: Neben verschiedenen Musikeinlagen blieb vor allem ein eigens umgedichteter Kanon im Ohr, den die Menge gemeinsam anstimmte: „Deutscher Rechtsstaat, deutscher Rechtsstaat, willst du nicht mal prüfen, willst du nicht mal prüfen – Prüf! Prüf! Prüf!“
Ausblick
Die Initiative macht keine Pause. Da das Interesse stetig wächst, planen die Organisatoren bereits die nächste Veranstaltung. Die nächste Gelegenheit, sich der Forderung nach einer rechtlichen Prüfung anzuschließen, bietet sich am 14. März 2026 – wie gewohnt am zweiten Samstag des Monats.
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