Auszüge aus dem Werk von Fritz Binde. [Quelle]


Fritz Binde (✝ 1921) galt als "Evangelist der Gebildeten". Ein Evangelist ist ein Mann, der öffentlich die Frohe Botschaft von Jesus Christus predigt und zur Umkehr zu Gott aufruft (Buße, verbunden mit Glauben). Mehr zu Binde ganz unten, am Ende.


Der Mensch - ein verdorbener Sünder

Binde geht fest von der Tatsache des Sündenfalls aus. Der Sündenfall prägt die blutige Menschheitsgeschichte. Und dennoch leugnen die Menschen den Sündenfall:

"So leugnet sie auch den Sündenfall, obgleich dieser Fall jedes einzelnen Menschen persönlicher Fall ist und die ganze Menschheit in diesem Unheilsfall bis über die Ohren, nein, bis weit über die  Haare hinaus drin sitzt."

Auch hohe Kulturarbeit und mühevolle Selbstverbesserungsversuche können die Menschheit nicht aus der Sklaverei der Sünde erlösen. Binde  bestätigt die Versuche der Menschheit, tätige Liebe zu üben. Auch Atheisten, Sozialisten und Andersgläubige versuchen sich in guten Werken. Aber in ihren Liebesversuchen versagt die Menschheit dennoch immer wieder bitterböse. Denn die Menschenliebe, getrennt von Gott, ist eben weit entfernt von der Gottesliebe Jesu:

"So wenig man die Liebe Gottes ohne weiteres in Natur, Geschichte oder eigenem Leben entdeckt, so wenig entdeckt man sie auch ohne weiteres in der liebeübenden Menschlichkeit; denn solche Betätigung ist noch lange keine wirkende Liebe Gottes. Sieh nur genauer zu, und du wirst finden: Der natürliche Mensch liebt im tiefsten Grunde nichts als nur sich selbst. Auch all sein Liebestun ist befleckt mit Eigenliebe, Ehrliebe, Ruhmliebe, Geldliebe, Bequemlichkeitsliebe, Vergnügungsliebe usw."

Aber anstatt diesen tiefgreifenden Mangel an wirklicher Liebesfähigkeit zuzugeben und zu bekennen, hält sich der stolze Mensch weiterhin für gut und moralisch überlegen.  

Die Menschen-Sünde richtet sich gegen den Gottes Sohn

"Die Sünde der ganzen Menschheit erhob sich gegen ihn und forderte schließlich sein Blut!"

Die Sünde ist für Binde nicht bloß das Übertreten von Gottes Zehn Geboten. Die Sünde äußert sich vielmehr in der tiefer liegenden, gehässigen Feindschaft der sündigen, von Gott abgefallenen Menschenwelt gegen den Sohn Gottes Jesus Christus. Christus ist aber gleichzeitig die einzige Person, wo die Liebe Gottes sich finden lasse.

Denn genau da, wo die Feindschaft der Menschen gegen Gott zu ihrem Höhepunkt kommt und den Sohn Gottes kreuzigte, dort erwies Gott seine Liebe, die größere ist als die Sünde seiner Menschengeschöpfe.

Laut Binde richtet sich der Zorn der Menschheit gegen die personale Vollkommenheit Jesu Christi. Denn Christus zeigt der Menschheit in seiner lichtenen Vollkommenheit wie ein Spiegelbild ihre eigene abgrundtiefe Finsternis:

"Und es war, als ob sich die Menschen im Angesichte Jesu wieder erinnerten des Urbildes wahrer Menschlichkeit und sich sagten: So müssen wir sein und nicht anders! Und zugleich war es, als ob sie auch das Urbild wahrer Göttlichkeit, vom  Himmel gekommen, unter sich wandeln und  handeln sähen, so dasss ie sich vor dem Angesichte Jesu sagen mussten: So hat Gott selbst zu sein und nicht anders!"

Binde stellt in seinem Werk immer wieder den vollkommenen, sündlosen Gottmenschen Jesus dem sündigen, bösen Menschengeschlecht gegenüber und zeigt so dem Zuhörer die eigene innere Verdorbenheit. Genau dies ist laut dem Prediger der Grund, warum Jesus Christus so ein Ärgernis für die Menschheit darstellt:

"Schon gab es scheele Augen. Schon ärgerten sich einige an seiner Ausschließlichkeit. Sein Licht enthüllte und strafte ihre Finsternis. Sein Lieben richtete ihre selbstsüchtige Lieblosigkeit. Die Kunde von seiner heilenden Güte bedrohte ihr Ansehen und ihren Gewinn."
"Der Unterschied zwischen ihm und allen anderen war zu groß."

Christus brachte den unendlichen Unterschied zwischen dem heiligen Gott und der unheiligen Menschheit zutage. Also wurde die Vollkommenheit der Liebe Gottes unter den Menschen - Christus, das Opferlamm Gottes - der gottfeindlichen Menschheit zum Gräuel. Die Selbstgerechten ertrugen den wahrhaft Gerechten in ihrer Mitte nicht.

"Die Sünder können den Sündlosen nimmer ertragen! Sie können ihn nicht erdulden in ihrer Mitte. Das wäre Herrschaft über sie. Sein Licht sticht zu sehr ab gegen ihre Finsternis, seine Reinheit gegen ihre Unreinheit, sein Wohltun gegen ihr Übeltun, seine Liebe gegen ihre Selbstliebe. Da müssen sie sich wehren; denn sie wollen nicht, dass die so unangenehm richtende Gottesliebe über sie herrsche!"

Es kam dazu, wozu es kommen musste: Die Menschheit forderte Christi Blut. "Kreuzige ihn, kreuzige ihn! Wir wollen nicht, dass dieser über uns herrsche!" Binde ist sich sicher, die "Pfaffen" und die "dünkelhafte Kultur" würden Christus auch zu jeder späteren Zeit erneut kreuzigen.

Die Gottes-Liebe richtet sich im Kreuzesopfer Christi an gottfeindliche Sünder

Binde als geisterfüllter Christ und Prediger weiß, was die Liebe Gottes wirklich bedeutet und wo sie zu finden ist. An dem Ort, wo sich die Gottesfeindschaft der Menschheit am finstersten offenbart, wo die Menschenwelt den Gottessohn Jesus grausam und verspotten hinrichten lässt: Das Kreuz Jesu Christi.

Binde formuliert:

"Die Liebe Gottes fleischgeworden unter lieblosen Menschen, das Licht der Welt unter lauter Verblendeten, die Güte Gottes unter lauter durch die Geärgerten, der Sündlose in sein fremdestes Gegenteil verkehrt, nämlich in Gethsemane zur Sünde gemacht und auf Golgatha als der Allerverachtetste ans Kreuz geschlagen - das sind Gegensätze, deren klaffende Tiefe Jesu Herz zerriss und die doch zugleich in demselben Herzen zur Versöhnung gelangen sollten - welch eine Quelle unvergleichlichen Kampfes und Leidens! Welches Opfer, welche Arbeit, aber auch welcher Sieg der Liebe Gottes!"
"Hier ist die unaussprechliche Gabe Gottes an die Menschheit! Hier ist das vor Grundlegung der Welt von der Liebe Gottes für die zuvorgesehene Sünde der Welt zuvorgesehene Opferlamm! Hier ist die Liebe Gottes erschienen in der Hingabe seines Sohnes der Liebe für das gottentfremdete, in Ungehorsam, Selbstliebe und Sünde gefallene Menschengeschlecht! Also hat Gott die Welt geliebt - höre: 'geliebt', nicht gehasst; denn Gott war nie unser Feind, wie könnte er?, sein Wesen ist ja Liebe! Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben (Joh. 3,16.)."

Am Kreuz Christi zeigt sich die höhste Liebestat Gottes und der himmelhohe Unterschied der hohen Gottes- zur niederen Menschenliebe. Wo der Mensch in seiner egoistischen Selbstliebe zu lieben versagt, offenbart Gott seine Liebe sogar in der Preisgabe seines geliebten, unschuldigen Sohnes an seine Feinde. Gott der Vater liefert seinen Sohn aus an bösartige Sünder, damit am Kreuze der Vater stellvertretend für die Sünde aller Menschen seinen Sohn richtet und verurteilt. Denn was der natürliche Mensch nicht vermag, das vermag Gott: Seine Feinde zu lieben.

"Gerade als sich der blinde menschliche Eigenwille am schauerlichsten verirrte und vergriff, da offenbarte sich der göttliche Liebeswille am klarsten und zielsichersten, da machte die Liebe Gottes den Weg frei zu ihrem Vaterherzen, da sollten Sünder Kinder Gottes heißen! Sehet, das ist die Liebe Gottes, die uns der Vater erzeiget!"

Die Folgen der Gottesliebe: Abkehr von sich selbst, Hinwendung zu Gott

Fritz Binde predigte immer eine klare Bekehrung zu Jesus Christus. Und diese Bekehrung geht immer einher mit einer Abwendung von sich selbst, von der eigenen Selbstverliebtheit und Selbstgerechtigkeit.

"Wer das unvergleichlich schöne Liebesgestirn am Himmel der Gnade Gottes, wer die Liebe Gottes im Kreuz von Golgatha klar und rettend entdecken will, der muss auch eine Linie überschreiten. Er muss sich tatsächlich von sich selbst hinweg- und wahrhaftig und aufrichtig zu Jesus leiten lassen. Er muss dabei eine gewisse Linie überschreiten, bei deren Passieren er eine entscheidende Abkehr von sich selbst und allem, was bisher Zone, Inhalt und Horizont seines Lebens war, erleben muss. [...] Als Bankrotteur überschreitet er den Äquator seines Lebens. Als ein armer Sünder sucht er das Licht des neuen Gestirns, von dem er Kunde empfangen. So wird er finden."

Binde fragt den Hörer immer nach einer Entscheidung und fordert immer zu einer Bekehrung auf. Die gehörte Botschaft von der Gottesliebe in Christus wird vom Hörer entweder zum eigenen Heil angenommen oder zur eigenen Verdammnis abgelehnt.

"Sag, du,  lieber Hörer von der Entdeckung der Liebe Gottes, bist du zu solcher Reise von dir selbst hinweg zu Jesus, deinem Heiland hin, bereit?" [Heiland: altes Wort für Erlöser.]

Sag, lieber Leser, wie steht es um dich persönlich? Was antwortet jetzt deine Seele dem gehörten Wort vom fleischgewordenen Erlöser Jesus Christus?



Fritz Binde (✝ 1921) galt als "Evangelist der Gebildeten". Ein Evangelist ist ein Mann, der öffentlich die Frohe Botschaft von Jesus Christus predigt und zur Umkehr zu Gott aufruft (Buße, verbunden mit Glauben).

Binde sagte sich mit Anfang Zwanzig bewusst von Gott los. Er schrieb, im gleichen Moment darauf fiel er in schwere Sünden.

Vor seiner Bekehrung zu Christus hat er sich der sozialistischen Bewegung angeschlossen und für soziale Gerechtigkeit gekämpft. Er ist dort an der Sinnlosigkeit verzweifelt, die Gesellschaft ändern zu wollen, da sich der Mensch nicht ändere. Einige seiner Genossen verzweifelten an der unerreichbaren sozialistischen Idee und ermordeten sich selbst. Daraufhin wurde Binde Anarchist und zweifelte an allem. Aber auch im Anarchismus fand er nicht die gesuchte Erlösung.

Der spätere Evangelist wurde daraufhin nach der erneuten Lektüre von Nietzsches "Antichristen" geisteskrank und arbeitsunfähig. Er schrieb, es komme ihn so vor, als kämpften fortan in ihm böse Mächte um seine Seele. In dieser Zeit lernte er vermittelt durch seine gläubige Ehefrau Jesus Christus persönlich kennen. Er kam zur Buße über sein bisheriges früheres gottfeindliches Leben und fand zum Glauben an Christus.

Der Glaube an Jesus brachte Binde Heilung seiner schweren Geistesverwirrung. Sein restliches Leben verbrachte er als Evangelist, als Heilsprediger. Als gebildeter Intellektueller und früher bekannter Redner der Sozialisten stand Binde in dem Ruf, "Evangelist der Gebildeten" zu sein.

Bindes Werke sind durch und durch von der Bibel durchtränkt. Er spricht in seinen Predigten viel gegen die falsche "Weisheit der Weltweisen" und die "Stärke der Selbst-Starken", die sich in sich selbst schlau und stark halten und auf sich selbst vertrauten anstatt auf den allmächtigen Gott.

Man spürt, dass der viel belesene Fritz Binde nach seiner Bekehrung fünf Jahre lang fast nichts anderes mehr gelesen hat als die Heilige Schrift, das Evangelium. Er schrieb, er müsse sich die ganze nutzlose "weltliche Weisheit" durch das Bibelwort gründlich aus seinem Herzen rauswaschen lassen.