Prüfung rechtsextremer Parteien gefordert

München/Düsseldorf/Hamburg, 10. Januar 2026 – Am Samstag haben in München, Düsseldorf und Hamburg jeweils mehrere Tausend Menschen an Kundgebungen der Initiative „PRÜF“ teilgenommen

Die Demonstranten fordern, dass alle Parteien, die vom  Verfassungsschutz als rechtsextrem oder rechtsextremer Verdachtsfall  eingestuft werden, automatisch vom Bundesverfassungsgericht auf  Verfassungstreue überprüft werden. Die bundesweite Aktion steht unter dem Motto „Prüfen rettet übrigens Freiheit“

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Teilnehmerzahlen und Orte

Die  Demonstrationen fanden zeitgleich am frühen Nachmittag in drei  Landeshauptstädten statt. Die Teilnehmerzahlen für den 10. Januar im  Überblick:

München    Geschwister-Scholl-Platz ca. 5.000 – 6.000
Düsseldorf  Vor dem Landtag NRW 2.500 – 3.000
Hamburg   Innenstadt   ca. 5.000 (inkl. symbolischer Schneemänner)
Schwerin   Grunthalplatz ca. 100
Karlsruhe  Vor dem Bundesverfassungsgericht ca. 200

Die Kundgebung in München fand wie angekündigt auf dem Geschwister-Scholl-Platz statt.

Für München ist die dritte  PRÜF-Demo am 14.2.26 ab 14h an der LMU geplant.

Die Prüfdemo am 10. Januar 2026 in München fand mit 6000 Teilnehmenden in bester Stimmung mit Bellevue di Monaco, der Hochzeitskapelle und Frau Sittinger statt.

Die Moderation – geführt von einer schlagfertigen Kabarettistin –  verwandelte den vollen Geschwister-Scholl-Platz in ein  interaktives Forum. Mit einem fast schon rituellen Wechselspiel aus  ‚Klatsch‘, ‚Check‘ und einem herzhaften bayerischen ‚Wos?‘ wurde die  Menge nicht nur warmgehalten, sondern die tiefe Fassungslosigkeit über  die politische Untätigkeit in eine gemeinsame, humorvolle Sprache  übersetzt.

In Düsseldorf handelte es sich um die erste Demonstration der Initiative in Nordrhein-Westfalen. Der Cartoonzeichner Ralph Ruthe aus Bielefeld trug einen selbst  geschriebenen Song zum Thema "Parteienprüfung" vor. Die Organisatoren  aus der Künstlerszene fordern, dass mehr gegen Parteien vom rechten Rand unternommen wird. Parteien, die der Verfassungsschutz als rechtsextrem  oder als Verdachtsfall einstuft, sollen automatisch vom  Bundesverfassungsgericht geprüft werden.

In Hamburg am Rathausmarkt versammelten sich rund 5000 Menschen. Hier lag der Fokus stark auf der Vernetzung mit lokalen zivilgesellschaftlichen Bündnissen. Während in München kein Schnee lag, konnten die Hamburger ihre Teilnehmerzahl mit Schneemännern erhöhen.

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Hintergrund der Initiative

Die Initiative „PRÜF“ wurde von Menschen aus der Kulturbranche gegründet

und wird von Persönlichkeiten wie dem Satiriker und ehemaligen EU-Abgeordneten Nico Semsrott unterstützt

. Sie reagiert auf Verfassungsschutzberichte zu rechtsextremen Tendenzen in einigen Parteien.

Die  zentrale Forderung ist ein standardisiertes Prüfverfahren: „Alle  Parteien, die vom Verfassungsschutz als rechtsextremer Verdachtsfall  oder gesichert rechtsextrem eingestuft werden, sollen durch das  Bundesverfassungsgericht überprüft werden.“

Da das Gericht nicht von selbst tätig wird, fordern die Aktivisten die Landesregierungen auf, sich im Bundesrat für die Einleitung solcher Prüfverfahren einzusetzen

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Die Demonstrationen finden jeden zweiten Samstag im Monat in wechselnden Landeshauptstädten statt und sollen so lange fortgesetzt werden, bis der Bundesrat tätig wird

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Stimmung und Aussagen

Die  Kundgebungen verliefen nach ersten Berichten friedlich und ohne  Zwischenfälle. Auf Transparenten und Schildern waren Slogans wie „Better PRÜF than Sorry“ oder „Wir haben keine Prüfungsangst“ zu lesen

Die Organisatoren betonen, dass es ihnen darum geht, Vertrauen in den  Rechtsstaat zu stärken und ihn zu nutzen. „Demokratie darf nicht wehrlos  sein“, lautet ein zentraler Appell.

Weitere Demonstrationen der Reihe sind bereits angekündigt. Informationen finden sich auf der bundesweiten Website pruef-demos.de oder auf Instagram unter @pruef.by für Bayern

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