Warum die AfD nicht die Partei der „Abgehängten“ ist – sondern ein Projekt der Machtwiederherstellung
Vorbemerkung zur These: Die politische Grammatik der AfD-Anhängerschaft ist nicht „abgehängt“, sondern „unterdrückt“. Daraus folgt: Es geht nicht um Teilhabe, sondern um die Wiederherstellung einer als rechtmäßig empfundenen Herrschaftsposition. Ob es für die zugespitzte Formulierung – „die unterdrückten Deutschen, die sich nach 1945 als beraubte Herrenmenschen fühlen“ – eine ausgearbeitete soziologische Quelle gibt, ist offen. Sie steht hier als Deutungsangebot, nicht als bewiesene Tatsache.
1. Der Verbrenner ist kein Thema. Er ist ein Totem.
Wer den Streit um das Verbrenner-Aus als Technikdebatte versteht, versteht ihn nicht. Es geht nicht um Motoren, CO₂-Grenzwerte oder Ladesäulen. Es geht um ein Symbol: deutsches Ingenieurswesen, individuelle Freiheit, männlich codierte Stärke, „wir lassen uns nichts vorschreiben“. Das Verbrenner-Aus erscheint in dieser Erzählung nicht als klimapolitische Regulierung, sondern als Angriff auf Identität und Souveränität – ausgeheckt von „Brüssel“, „den Globalisten“, „denen da oben“.
Mitte Oktober 2026 haben sich Bundeskanzler Merz und der französische Präsident Macron auf ein gemeinsames Positionspapier verständigt: Der CO₂-Flottengrenzwert für Neuwagen soll ab 2035 nur um 90 statt um 100 Prozent (gegenüber 2021) sinken, und die verbleibenden zehn Prozent müssten die Hersteller nicht mehr ausgleichen. Merz sagte dazu in Brüssel: „Das Verbrenner-Aus ist dann damit Geschichte.“1 Das ist noch kein EU-Recht, denn die Regelung braucht eine Mehrheit im Rat der Mitgliedstaaten, und nach Angaben der Bundesregierung gibt es auch noch keine abschließende Verständigung.2 Die 90 Prozent selbst hatte bereits die EU-Kommission vorgeschlagen; neu ist vor allem der Wegfall der Ausgleichspflicht. Der materielle Unterschied ist also begrenzt, der „Sieg“ ist vor allem ein symbolischer. Der AfD-Anhänger feiert nicht primär eine bessere Mobilitätspolitik. Er feiert einen Beweis: Druck funktioniert. Wir setzen die Agenda. Die da oben müssen wieder hören. Die „Morgenluft“ ist nicht die Aussicht auf bessere Politik, sondern auf Macht.
2. „Abgehängt“ ist die falsche Grammatik. Die richtige heißt „unterdrückt“.
Die gängige „Abgehängten“-Erzählung beschreibt den AfD-Wähler als jemanden, der wirtschaftlich zurückgefallen ist, dem Teilhabe fehlt, der „protestiert“. Das ist empirisch zu grob und politisch zu harmlos. Holger Lengfeld hat 2017 in der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie die sogenannte Modernisierungsverlierer-These getestet und weitgehend zurückgewiesen: Auf Basis von Umfragedaten fand er keine höhere AfD-Wahlabsicht bei Personen mit niedrigem sozialem Status, dafür Hinweise auf eine Neigung in mittleren und höheren Statuslagen.3 Der Befund ist allerdings umstritten: Thomas Lux sowie Susanne Rippl und Christian Seipel haben ihn 2018 mit anderen Daten und Argumenten kritisiert, und Lengfeld hat in seiner Antwort darauf festgehalten, die neueren Befunde reichten nicht aus, um die Modernisierungsverlierer-These zu bestätigen.4 Lengfeld und Dilger haben zudem mit SOEP-Daten untersucht, wie kulturelle und ökonomische Bedrohungswahrnehmungen die AfD-Identifikation beeinflussen, mit der Einstellung zu Flüchtlingen im Zentrum.5
Selbst wenn man diesen Streit offenlässt, verschiebt sich die Frage: von Armut zu Status und Anerkennung. „Abgehängt“ klingt nach Bedürftigkeit, nach Umverteilung, Bildung, Infrastruktur, Besänftigung. „Unterdrückt“ klingt nach einem Rechtsanspruch: Ich bin eigentlich oben, ich bin eigentlich im Recht, aber fremde Mächte halten mich künstlich unten. Ich bin nicht schwach – ich werde beraubt. Wer sich abgehängt fühlt, kann mit Politik besänftigt werden. Wer sich unterdrückt fühlt, will Befreiung. Und Befreiung heißt in dieser Logik nicht Teilhabe, sondern Macht über andere.
Michael Kimmels Konzept des aggrieved entitlement beschreibt genau diese Struktur: den gerechten Zorn historisch dominanter Gruppen, die ihren Status als unrechtmäßig bedroht erleben. Es ist eine Mobilisierung zurück in die Vergangenheit, nicht nach vorn – um das wiederherzustellen, was man verloren glaubt.6 Für die AfD-Rezeption ist dieses Konzept mehrfach fruchtbar gemacht worden.7 Die AfD bietet keine Lösung der Probleme an, sondern eine Umkehrung der Anerkennungsordnung: Ausländer raus, EU weg, Klimapolitik weg, Medien und Gerichte delegitimieren, „Globalisten“ als Feind. Der Begriff „Globalisten“ ist dabei nicht an sich antisemitisch; in der Wirtschaftsgeschichte wird er analytisch verwendet. In verschwörungsideologischen Zusammenhängen dient er jedoch als Chiffre für eine angeblich im Verborgenen agierende Elite und ist dann als codiertes Feindbild einzuordnen. Wo er so gebraucht wird, steht er in der Tradition des Sündenbock-Mechanismus, den Heine beschreibt.8
3. Die Tiefenschicht: Heine, Adorno, Mitscherlich – und die These vom „beraubten Herrenmenschen“
Man muss diese Tiefenschicht ernst nehmen, ohne in einen deutschen Volkscharakter zu verfallen. Heinrich Heine hat in „Der Rabbi von Bacherach“ den Sündenbock-Mechanismus literarisch seziert: Erst werden Juden aus Zünften und Berufen ausgeschlossen, auf das Geldleihen verwiesen – und genau diese Nische wird ihnen anschließend als „Wucher“ vorgeworfen. Erst ausschließen, dann die Folgen des Ausschlusses stigmatisieren. Das ist kein Charakterzug, sondern ein soziologischer Mechanismus.9
Theodor W. Adorno hat in „Schuld und Abwehr“ und in „Aspekte des neuen Rechtsradikalismus“ (1967) die psychosozialen Mechanismen der Nachkriegsgesellschaft analysiert: die krampfhafte Abwehr von Schuld, die Umleitung von Aggression, die Anfälligkeit für autoritäre Mobilisierung.10 Alexander und Margarete Mitscherlich haben 1967 mit „Die Unfähigkeit zu trauern“ die Diagnose gestellt, dass die Deutschen nach 1945 ihre eigene Entwertung und den Verlust der nationalen Größe nicht betrauert, sondern verdrängt haben – und dass diese Verdrängung ein gefährliches sozialpsychologisches Potenzial darstellt.11 Der Historiker Tobias Freimüller hat den Bogen zur AfD gezogen: Wenn die AfD gegen die kritische Aufarbeitung des Nationalsozialismus anrennt, greift sie eine Säule der pluralistischen Demokratie an.12
Die hier formulierte These – dass sich die „unterdrückten Deutschen“ nach 1945 als beraubte Herrenmenschen fühlen – ist keine bewiesene Tatsache, sondern ein Deutungsangebot. Sie besagt: Die Kränkung besteht nicht im Verlust von Wohlstand, sondern im Verlust der als rechtmäßig empfundenen Herrschaftsposition. Der „Herrenmensch“ ist keine nostalgische Selbstbeschreibung, sondern eine abgewehrte Struktur: Man fühlt sich nicht als Herrenmensch, man fühlt sich als beraubter Herrenmensch. Die NS-Ideologie des Herrenmenschen ist diskreditiert; was bleibt, ist die Grammatik des legitimen Herrschaftsanspruchs, der sich als Opfererzählung tarnt.
Empirisch prüfbar wäre dieses Deutungsangebot an der Kombination aus Statusanspruch, Schuldabwehr und Externalisierung – etwa an Einstellungsdaten, wie sie Autoritarismus- und Mitte-Studien oder der ALLBUS erheben. Die These wäre gestützt, wenn diese Dispositionen in AfD-nahen Milieus systematisch zusammenfallen; sie wäre geschwächt, wenn sie unabhängig voneinander streuen.13 Bartholomäus Grill hat in „Wir Herrenmenschen“ die Spuren des deutschen Kolonialrassismus verfolgt und gezeigt, wie rassistische Klischees bis heute fortwirken.14 Das ist ein wichtiger historischer Wurzelbeleg für den Herrenmenschen-Komplex – aber kein direkter Beleg dafür, dass die AfD-Wählerschaft von 2026 aus diesem kolonialen Erbe heraus agiert. Grill liefert die Tiefengeschichte, nicht den aktuellen Kausalzusammenhang.
4. Die AfD ist kein „Protest“, sondern ein Machtprojekt.
Die AfD ist keine Wiederauflage der NSDAP. Sie ist eine moderne rechtspopulistische Partei mit EU-Skepsis, Migrationsabwehr, nationaler Opfererzählung und autoritärem Ordnungsdenken. Aber sie greift auf ein kulturelles und psychologisches Reservoir zurück: Überlegenheitsanspruch, Kränkung, Opferrolle, Abgrenzung, Misstrauen gegen „die da oben“. Dieses Reservoir ist nicht immer politisch aktiv. Es wird aktiviert – durch Eliten, Krisen, Gelegenheitsstrukturen.
Die Einstufung der AfD als „gesichert rechtsextremistisch“ durch das Bundesamt für Verfassungsschutz im Mai 2025 war ein institutioneller Hinweis, ist aber rechtlich umstritten. Das Verwaltungsgericht Köln hat sie mit Eilbeschluss vom 26. Februar 2026 vorläufig untersagt; dem Bericht zufolge sah es zwar einen starken Verdacht, aber noch keine das Gesamtbild der Partei beherrschende verfassungsfeindliche Prägung. Als rechtsextremistischer Verdachtsfall bleibt die Partei eingestuft, und diese Einstufung ist rechtskräftig.15 Wer die These auf die Gefahr des Rechtsextremismus stützen will, sollte deshalb nicht auf die Einstufung allein setzen, sondern auf konkrete Belege: Björn Höckes rechtskräftige Verurteilungen wegen der SA-Parole „Alles für Deutschland“16 sowie das Potsdamer Treffen vom November 2023, an dem AfD-Politiker und der Rechtsextremist Martin Sellner teilnahmen.17 Diese Belege tragen die These unabhängig vom juristischen Streit um die Einstufung.
Die AfD führt keinen Verbesserungsdiskurs, sondern einen Herrschaftsdiskurs. Es geht nicht darum, den Verkehr effizienter, die Industrie wettbewerbsfähiger, die Klimapolitik sozialer zu machen. Es geht darum, die liberale Ordnung umzukehren: Rechtsstaat, Minderheitenschutz, EU, Wissenschaft, unabhängige Medien – all das wird als illegitime Fremdherrschaft gerahmt. Dabei ist die Wählerschaft zu differenzieren: ein ideologischer Kern, statusängstliche Mittelschichten und reine Protestwähler folgen unterschiedlichen Motiven; die Tiefenstruktur erklärt den Kern und die Aktivierungsfähigkeit, nicht jede einzelne Stimme. Nicht jeder AfD-Wähler ist ein Faschist. Aber die politische Form, die die AfD anbietet, ist autoritär. Wer die „Unterdrückungs“-Erzählung übernimmt, für den wird Kompromiss zum Verrat.
5. Fazit: Der Lackmustest ist nicht der Motor.
Der Verbrenner ist im Drama der AfD nicht das Thema, sondern der Lackmustest. Daran zeigt sich, ob es um Politikverbesserung geht oder um die Wiederherstellung einer Hierarchie, die sich als Opfer inszeniert. Der „Dieselfetischist“ feiert nicht seinen Diesel. Er feiert seine Deutungshoheit. Und die AfD wittert Morgenluft, weil sie glaubt, die „wahre Macht“ zurückgewinnen zu können – nicht, um etwas zu verbessern, sondern um es „den Globalisten“ zu zeigen.
Die richtige Antwort auf diese Politik ist deshalb nicht Fürsorge, nicht Besänftigung, nicht die Übernahme der Opfergrammatik. Sie ist Klarheit: die Dinge beim Namen nennen, Institutionen verteidigen, demokratische Parteien nicht unter Druck die Feindbildlogik übernehmen lassen. Und gleichzeitig die realen Sorgen der Menschen ernst nehmen – ohne ihnen die falsche Erzählung zu bestätigen. Denn worum es geht, ist am Ende nicht der Motor. Es geht um die Frage, ob Demokratie als offener Konflikt um bessere Lösungen verstanden wird – oder als Befreiungskampf einer imaginierten Gemeinschaft gegen ihre Feinde.
Fußnoten
- dpa-Meldung, u. a. wiedergegeben in: Deutsche Handwerks-Zeitung, „Verbrenner-Kompromiss: Berlin und Paris einig – ‚Verbrenner-Aus damit Geschichte‘“, Oktober 2026. https://www.deutsche-handwerks-zeitung.de/?p=385157 ↩
- ZDFheute, 16.10.2026: „Abkehr vom strikten Verbrenner-Aus: Berlin und Paris einig“ (zum Inhalt des Papiers und zum Kommissionsvorschlag), https://www.zdfheute.de/politik/ausland/verbrenner-aus-lockerung-eu-frankreich-deutschland-100.html; dpa über Schwäbische.de, 15.10.2026: „Deutschland und Frankreich vor Einigung bei Verbrenner-Aus“ (abschließende Verständigung laut Bundesregierung noch nicht erfolgt), https://www.schwaebische.de/wirtschaft/deutschland-und-frankreich-vor-einigung-bei-verbrenner-aus-4940840 ↩
- Holger Lengfeld: „Die ‚Alternative für Deutschland‘: eine Partei für Modernisierungsverlierer?“, in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie 69 (2017), S. 209–232, https://doi.org/10.1007/s11577-017-0446-1. Zur Einordnung: Pressemitteilung der Universität Leipzig, https://idw-online.de/-ClROAA ↩
- Thomas Lux: „Die AfD und die unteren Statuslagen. Eine Forschungsnotiz zu Holger Lengfelds Studie“, in: KZfSS 70 (2018), S. 255–273, https://doi.org/10.1007/s11577-018-0521-2; Susanne Rippl/Christian Seipel: „Modernisierungsverlierer, Cultural Backlash, Postdemokratie“, in: KZfSS 70 (2018), S. 237–254, https://doi.org/10.1007/s11577-018-0522-1; Holger Lengfeld: „Der ‚Kleine Mann‘ und die AfD: Was steckt dahinter? Antwort an meine Kritiker“, in: KZfSS 70 (2018), S. 295–310, https://doi.org/10.1007/s11577-018-0536-8 ↩
- Holger Lengfeld/Clara Dilger: „Kulturelle und ökonomische Bedrohung. Eine Analyse der Ursachen der Parteiidentifikation mit der ‚Alternative für Deutschland‘ mit dem Sozio-oekonomischen Panel 2016“, in: Zeitschrift für Soziologie 47 (2018), S. 181–199, https://doi.org/10.1515/zfsoz-2018-1012 ↩
- Michael Kimmel: Angry White Men, New York: Nation Books 2013 (Konzept des aggrieved entitlement). Für die AfD-Rezeption vgl. „Fueling a Nostalgic Anger“, De Gruyter: „Aggrieved entitlement can mobilize one politically, but it is often a mobilization toward the past, not the future, to restore that which one feels has been lost.“ https://www.degruyter.com/document/doi/10.1515/9783839461235-009/html ↩
- Vgl. den Überblicksartikel „Social Alienation and the Far-Right Resurgence“ (PhilPapers), der Kimmels Konzept auf die AfD anwendet. https://philpapers.org/rec/ABBSAA ↩
- Amadeu Antonio Stiftung: „Wie definiert man Antisemitismus?“ (2025), die „Globalisten“ neben „Zionisten“ und „Weltverschwörern“ unter codierten Feindbildern nennt, https://www.amadeu-antonio-stiftung.de/wp-content/uploads/2025/09/Wie_definiert_man_Antisemitismus.pdf. Zum analytischen, nicht antisemitischen Gebrauch: Quinn Slobodian: Globalists. The End of Empire and the Birth of Neoliberalism, Cambridge, Mass.: Harvard University Press 2018. Zur Debatte um den Begriff: Esther Schapira: „Maaßen, Neubauer und die ‚Globalisten‘“ (Meinungsbeitrag), Jüdische Allgemeine, https://www.juedische-allgemeine.de/politik/maassen-luisa-neubauer-und-die-globalisten/ ↩
- Heinrich Heine: Der Rabbi von Bacherach (Fragment, 1840). Zur Einordnung vgl. Anne Maximiliane Jäger: „Bacherach – Frankfurt – Toledo. Heines ‚Rabbi von Bacherach‘ als literarisches Projekt der jüdischen Aufklärung“, in: Aufklärung und Skepsis. Internationaler Heine-Kongreß 1997. https://publishup.uni-potsdam.de/opus4-ubp/frontdoor/deliver/index/docId/2676/file/heine_kongress_1997.pdf ↩
- Theodor W. Adorno: Schuld und Abwehr. Eine qualitative Analyse zum „Gruppenexperiment“, in: Gesammelte Schriften, Bd. 9.2, Frankfurt a. M.: Suhrkamp; ders.: Aspekte des neuen Rechtsradikalismus. Ein Vortrag (1967), Berlin: Suhrkamp 2019. ↩
- Alexander und Margarete Mitscherlich: Die Unfähigkeit zu trauern. Grundlagen kollektiven Verhaltens, München: Piper 1967. Zur Einordnung vgl. Daniel Weidner: „Die Unfähigkeit zu trauern – Geschichte einer Abwehr?“, in: Zeithistorische Forschungen (2017). https://publikationen.ub.uni-frankfurt.de/frontdoor/index/index/docId/45210 ↩
- Deutschlandfunk Kultur: „Die AfD greift eine Säule der Gesellschaft an“ – Interview mit Tobias Freimüller, 28.01.2020. https://www.deutschlandfunkkultur.de/historiker-ueber-die-mitscherlichs-und-rechtspopulismus-die-100.html ↩
- Zum Frankfurter Gruppenexperiment vgl. Friedrich Pollock (Hg.): Gruppenexperiment. Ein Studienbericht, Frankfurt a. M. 1955; zur Latenz antisemitischer Einstellungen in der Bundesrepublik Werner Bergmann/Rainer Erb: „Kommunikationslatenz, Moral und öffentliche Meinung“, in: KZfSS 38 (1986). Als empirische Prüfsteine bieten sich Einstellungsstudien zu Schuldabwehr, Opferselbstbild und autoritärer Aggression an. ↩
- Bartholomäus Grill: Wir Herrenmenschen. Unser rassistisches Erbe: Eine Reise in die deutsche Kolonialgeschichte, München: Siedler 2019. ↩
- VG Köln, Beschluss vom 26.02.2026, Az. 13 L 1109/25. Vgl. ZDFheute, „AfD vorerst nicht ‚gesichert rechtsextremistisch‘“, https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/afd-gericht-einstufung-rechtsextrem-100.html; Berliner Zeitung, „Deshalb darf die AfD nicht als ‚gesichert rechtsextremistisch‘ bezeichnet werden“, Link zum Artikel. Zur rechtskräftigen Einstufung als Verdachtsfall: ORF, „Gericht: Einstufung von AfD als Verdachtsfall rechtskräftig“, https://orf.at/stories/3400437/ ↩
- LG Halle, Urteile vom 14.05.2024 (13.000 Euro Geldstrafe) und vom 01.07.2024 (130 Tagessätze zu je 130 Euro), jeweils wegen Verwendens der SA-Parole „Alles für Deutschland“; die Urteile wurden vom Bundesgerichtshof bestätigt. Vgl. Legal Tribune Online, https://www.lto.de/recht/hintergruende/h/bjoern-hoecke-zweites-mal-verurteilt-lg-halle-alles-fuer-deutschland-sa-parole/print.html; ZDFheute, „Urteile gegen Höcke wegen NS-Parole rechtskräftig“, https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/bjoern-hoecke-afd-urteil-ns-parole-bgh-100.html ↩
- Correctiv-Recherche zum Treffen in Potsdam, November 2023 (veröffentlicht im Januar 2024). https://correctiv.org/aktuelles/neue-rechte/2024/01/10/geheimplan-remigration-vertreibung-afd-rechtsextreme-november-treffen/. ↩
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