Das Kriegsgeschrei der westlichen Wertegemeinschaft, das von einem großen Staat angeheizt wird, ohne dass dieser Staat besonders in Erscheinung tritt, gemeint ist die USA, hat erreicht, dass die Bürger Finnlands und Schweden so verunsichert worden sind, dass sie glauben, ihr Heil in dem Verbund mit der NATO sehen zu müssen.

Die Neutralität beider Staaten, die bisher eine sehr positive Entwicklung genommen hatte und für eine Zone sorgte, in der eine militärische Konfrontation nicht stattfand, soll nunmehr – mit Sicherheit auf intensives Betreiben der USA – beendet werden. Dadurch, so wird den Bürgern beider Länder eingeredet, soll sichergestellt werden, dass der „Verbrecherstaat Russland“, über den man ja nur noch die schlimmsten Dinge sagen und denken muss, nicht auch in Finnland und in Schweden einmarschiert,

Natürlich wird diese Entscheidung, die, wenn man den Medien glauben darf, eine hohe Zustimmung der Bevölkerung beider Länder haben soll, von der NATO begrüßt, die sich natürlich als Friedensengel versteht. Wahrscheinlich lobte sie deshalb die dann hinzukommende militärische Verstärkung durch einen Nato-Beitritt Finnlands und Schwedens, weil Friedensengel der westlichen Wertgemeinschaft ohne militärische Macht ihre volle Wirkung wohl nicht entfalten können. Jedenfalls scheint dies für die NATO zuzutreffen. Finnland hat eine Armee mit 280.000 Soldaten, die durch weitere 600.000 Reservisten unterstützt und ergänzt werden können. Bei einer Bevölkerung von 5,5 Millionen Einwohnern ist dies eine bemerkenswerte militärische Kraft. Zum Vergleich: Deutschland mit seinen 84 Millionen Einwohnern hat zurzeit eine Bundeswehr, in der ca. 184.000 Soldaten ihren Dienst verrichten. Die Qualität der Bundeswehr ist hinlänglich bekannt, so dass an dieser Stelle nicht weiter darauf eingegangen wird, allerdings werden bei der finnischen Armee mit Sicherheit die Panzer und Flugzeuge fahren und fliegen, was ja bei der Bundeswehr keinesfalls als gegeben vorausgesetzt werden kann.

Gehen wir bei den weiteren Überlegungen einmal davon aus, dass alle 30 bisherigen Natomitglieder dem Nato-Beitritt von Schweden und Finnland zustimmen sollten, da dies Voraussetzung für die Aufnahme weiterer Nato-Mitglieder ist, obwohl es ja keinesfalls sicher ist, dass alle Mitglieder zustimmen werden, dann kann man feststellen, dass der Schaden des noch nicht vollzogenen Nato-Beitritts bereits jetzt erheblich ist.

Durch das panische Verhalten der Regierungen von Schweden und Finnland, die beinahe den Eindruck vermitteln, als wenn Russland mit seinen Panzern schon anrollt, um beide Länder wieder in das russische Reich zu holen, wird das Kriegsklima, das von den Nato-oliv-Grünen in einer geradezu hysterischen Art und Weise angeheizt wird, weiter aufgebaut. Den Bürgern wird ein Angstszenarium dargeboten, das den Zweck hat, dass jegliches Denken über mögliche Konsequenzen, aber auch über Alternativen ausgeschaltet wird. Es soll durch die Entwicklung einer Angstpsychose erreicht werden, dass die Bevölkerung alle Entscheidungen der auf Krieg getrimmten Politiker widerspruchslos hinnehmen und das Gefühl haben, dass die Entscheidungen der Politiker alternativlos seien.

Der Zeitpunkt der plötzlichen Eingebung, die Neutralität aufgeben zu müssen, scheint doch stark mit der allgemeinen Zielsetzung der USA, möglichst Gesamteuropa in eine ausschließliche Abhängigkeit zu den USA zu bringen, zusammenzuhängen. Das Ergebnis dieser Bestrebungen muss zwangsläufig zu Gegenreaktionen der russischen Seite führen. Diese ließen auch nicht lange auf sich warten. Wie heute berichtet wurde, ist die Stromlieferungen von Russland nach Finnland beendet worden. Natürlich wird postwendend darauf hingewiesen, dass dies die Energieversorgung nicht gefährdet. Man darf aber davon ausgehen, dass zumindest für die Bürger eine erhebliche Preissteigerung erfolgt. Die Lieferung von Freunden aus den USA haben eben ihren Preis. Dafür darf man das Gefühl haben, auf der richtigen Seite zu sein. Was aber viel gravierender sein wird, ist die Tatsache, dass wir jetzt wieder vor einem dauerhaften kalten Krieg stehen. Mit Sicherheit kann davon ausgegangen werden, dass Russland zum Eigenschutz seine militärischen Einrichtungen verlegen wird, nachdem die expandierende Friedens-NATO jetzt endgültig sich bis an die russische Grenze ausgedehnt hat. Auch hier erfolgte bereits eine Ankündigung der Russen, dass Atomraketen in Kaliningrad in Position gebracht werden. Damit ist eine latente Bedrohung bis Paris, Berlin und London möglich. Nicht zuletzt ist darauf hinzuweisen, dass die Ostsee verstärkt zu einem maritimen Waffengebiet werden wird und gefährliche Begegnungen zwischen den feindlichen Verbänden des Westens und Russlands nicht auszuschließen sind.

Aber auch im wirtschaftlichen Bereich darf man mit Sicherheit davon ausgehen, dass es zu erheblichen Verwerfungen kommen wird, bei denen der Westen keinesfalls der Sieger sein wird. Ein kleiner Vorgeschmack kann bereits jetzt bei der Weizenversorgung der Weltgemeinschaft gesehen werden, da Russland nur noch an befreundete Staaten Weizen liefert und Indien die Ausfuhr von Weizen gänzlich untersagt hat.

Die verheerendste Auswirkung der brutalen Ausweitung der NATO in Richtung Osten, jetzt kann die Nato nur noch direkt in Russland einmarschieren, da sie die Grenze zu Russland bereits erreicht hat, ist die Zerstörung eines Vertrauens der Völker und die Saat von Hass, der sich wie ein Krebsgeschwür weiterverbreiten wird.

Selbst wenn es nicht zu dem offiziellen Beitritt von Finnland und Schweden kommen sollte, was nach gegenwärtigem Sachstand durchaus möglich ist, ist das Vertrauen und das Klima zwischen den Völkern zerstört. Diese Zerstörung umfasst auch die wesentlichen Länder, man denke nur an die Probleme, die von der Türkei im Zusammenhang mit der NATO-Erweiterung in die Diskussion geworfen wurden.

Die deutschen Politiker haben eine Chance verpasst, Makler zwischen Ost und West zu sein. Von Olaf Scholz hätte man sich eine solche Rolle gut vorstellen können. Aber das dumme und arrogante Auftreten der Nato-oliv-Politiker sowie der Waffenfrau der FDP, die sich geradezu in Waffenforderungen ergeht und gar nicht genug davon bekommen kann, sind eine Garantie dafür, dass Deutschland mit anderen Ländern in den Abgrund getrieben wird. Vielleicht muss Deutschland den Weisungen der USA folgen, aber es sollte wenigstens so viel Mut und Anstand haben, sich einer Kriegsentwicklung entgegenzustellen.