Die beste Vorstandsvorsitzende die AGROS je hatte

O-Ton Gerhard Anton bei einer Hauptversammlung nach Helga Förstes erstem "Regierungsjahr". Es muss so 1996 gewesen sein, als Karl-Heinz Bindel Geschichte war und Helga Förste begann. Die ehemalige Hauptbuchhalterin der LPG Milchproduktion Oberseifersdorf und später Hauptbuchhalterin der Agros wurde in den Vorstand berufen. Einsam. Kein weiteres Vorstandsmitglied.

Es rechne sich nicht zwei Vorstandsmitglieder und eine Hauptbuchhalterin zu bezahlen, wurde damals argumentiert. Ja, Karl Heinz Bindel´s Zittavia Abenteuer hatte viel gekostet, zuviel. Auch HFT schwächelte unter dem neuen alten Geschäftsführer Dr. Novack. Die beste Vorstandsvorsitzende hatte Norbert Niegsch entsorgt, er war ihr wohl nicht geheuer. Dafür kam Dr. Novack, den ich ehrlich gesagt für einen intriganten Idioten mit Hang zur Flasche hielt, zum Zug. Oh, Dr. Novack war zuvorkommend, ja sogar nett, wenn es ihm nützte. Ich begegnete ihm bei BWK als er eine Ration Streamer Bänder abholte. Kurzes Nicken, ich war ja nicht mehr nützlich und der Doktor wichtig. Ein Weilchen später erlebte ich die Schleimspur bei Helga Förste. Etwas irritiert guckte er in meine Richtung - vielleicht doch noch wichtig? Blöd gelaufen. Das schien irgendwie auf die gesamte HFT zuzutreffen, seit Dr. Novack am werkeln war. Natürlich könnte es sein, dass das "Schlitzohr" vorher schon den Grundstein gelegt hatte. Unter Bindel war ja wieder alles außer Rand und Band geraten. Arnfried Schurig kam nur sehr selten vorbei um "Restfälle" weiter abzuarbeiten. Und Zittavia - Bindels liebstes Kind hatte nur Geld vernichtet. Ich weiß nicht genau, aber ich glaube so um eine Million war mal wieder futsch. Es ist mir nicht überliefert, wieviel Architekt Dawe, ein Kenner französischer Kaffeemaschinen, davon als Honorar für seine überragenden Architekturleistungen eingestrichen hat.

Bindels Zweitbesetzung im Vorstand nach oder neben Arnfried Schurig war eine Karin Altmann, früher wohl Buchhalterin im Zittauer Betonwerk. Mit ihr eierte ich Ende 93 oder gar Mitte 94 zu einer Leipziger Informatik Messe, wo man sich irgend ein Buchhaltungs und Immobilienverwaltungspaket mit russisch klingendem Namen, was alles außer fliegen kann ansehen wollte. Karstadt-Quelle war wohl damit sehr zufrieden und Karl-Heinz Bindel plante damals großes für die AGROS. Der dritte Aufsichtsrat der AGROS, dem ich nicht mehr angehörte, hatte Karl-Heinz Bindel grünes Licht fürs Abenteuer gegeben…

Andreas Kunze hatte als “Arbeitnehmervertreter” Einzug gehalten, Arnd Schröter hielt seinen Posten dank der Aktienpakete der “Miku” Mitarbeiter und Gerda Schilling stieß, obwohl erst nach Einlassschluss der Hauptversammlung angekommen, dazu. Auch Dr. Doerr war im Gespräch. Der wollte nicht.

Ich stand auch zur Wahl, aber mir war von vornherein klar, dass bei einem größenreduzierten Aufsichtsrat wohl die Besetzung durch die zahlreichen Vollmachen der “Miku” Mitarbeiter an Arnd Schröter und der immer persönlich erscheinenden Mittelherwigsdorfer Truppe entschieden werden würde. Gerda Schilling war zudem beliebt und bekannter als ich.

Es kam auch so, wie von mir geschätzt. Kunze, Schilling, Schröter hieß der -wegen der Notwendigkeit Arbeitnehmer zu integrieren- vorzeitig berufene neue Aufsichtsrat. Gerda Schilling machte die neue Vorsitzende. Arnfried Schurig war überrascht. Ich glaube so hatte Doerr nicht geplant. Man hatte wohl damit gerechnet Arnd Schröter sowie ?? Förster, Gerhard Scholz  und hach jetzt fällt mir der Name nicht ein los zu werden. Ist ja auch egal.

Kurz darauf traf ich Gerda Schilling mal in Hirschfelde an der Tankstelle. Was sie nun war, hat sie nie begriffen. Sie wollte bei Hauptversammlungen demokratische Mehrheitsentscheidungen treffen. Für Gerda war alles noch eine LPG-Versammlung. Dieser Aufsichtsrat beförderte nun Karl-Heinz Bindel zum Vorstandsvorsitzenden und bestätigte seine Pläne wirtschaftlich in die Offensive zu gehen…

Eine Bauträgergesellschaft für die ein Architekt Dawe Pläne für die Häuschen verkaufte um 14 oder 15 davon auf den Acker an der Rosegger Straße zu klatschen hatte Bindelchen schon in persönlicher Obhut, auch irgend ein Immobilienmakler lief schon warm, dann kam die knusprige Sekretärin der Zittavia Bau und Planungs GmbH zu mir, um mich irgend was zu fragen. Ich glaube ich sollte ihr irgend was ausrechnen und drucken, so als Werbung. War wohl Bindels Idee.

Als ich sie fragte, ob die Preise inclusive MwSt oder zuzüglich MwSt sein sollen, konnte sie beim besten Willen keine Auskunft geben. Scheinbar hatte sich niemand mit diesem unwichtigen Detail beschäftigt. Damit, dass Dawe eine Zeichnung 15x zum gleichen hohen Preis verkaufte auch nicht. Ich hatte damals Herrn Schurig informiert, was sein Mitvorstand so treibt. 1995 wurde ich “abgebindelt”, man habe keine weitere Verwendung für mich, der Inventarbeitrag sei ja abgearbeitet, ließ mich der Herr Vorstandsvorsitzende mit dem numismatischen Kopf wissen. Er könne sich aber vorstellen, dass AGROS sich an einer durch mich zu gründenden Computerfirma im Hause Löbauer Str. 59a beteiligen würde. Ich hatte Mühe ernst zu bleiben. Aber ich schweife schon wieder ab.

Aufsichtsrat Nummer drei war eine komplette Fehlbesetzung. Aber Gerda war lieb und gut. Sie wollte keiner Fliege was zuleide tun. Andreas Kunze hatte ich mit gesammelten Werken meiner Aufsichtsratszeit bewaffnet, nachdem ihn die "Arbeitnehmer" der AGROS AG gewählt hatten, damit er wissen möge, was so warum gelaufen ist. Er hat nichts draus gemacht. Er war der Herr Wichtig des dritten Rats. Frau Kothe wäre mir lieber gewesen, aber die wollte nicht als Arbeitnehmervertreter kandidieren. Soviel zu Frauenquote. Helmut Böhme starb ziemlich schnell und unerwartet und so wurde Helga Förste Hauptbuchhalterin der AGROS AG. Ich kämpfte mich durch die Inventarbeiträge bis 1995. Da hatte ich dann Bindel mit meiner Intervention beim Zittavia Desaster an den Punkt gebracht, wo er mich lieber von weiten sah. Ein oder zwei Jahre später traf ich den Direktor der neuen Zittauer Brauerei. Numismatischer Kopf, hätte man direkt auf eine Münze prägen können. Karl-Heinz Bindel hatte eine neue Aufgabe gefunden. Arme Investoren, dachte ich so bei mir. Ich war damals beim "Institut für Unfug" in gehobener Stellung, aber das ist eine andere Geschichte...

Das Aktienrückkauf Programm von Tante Gerda, Onkel Arnd und der Besten...

Irgendwann beschloss eine Hauptversammlung das Aktienkapital von 300.000 Aktien um 80.000 Aktien zum Zwecke der Kapitalherabsetzung zu reduzieren. Der Beschluss ging von Herrn Schurig aus. Der hatte im Zuge der "Vermögensauseinandersetzungen" so um die 40.000 Aktien "zurückgekauft" hinzu kamen ungefähr 5.000 die nicht an den Mann gebracht worden waren, beziehungsweise, wo die mangelnde Mitgliedschaft zum Gründungszeitpunkt zu einer Streichung führte. Auch ungeklärte Fälle existierten noch. Herr Schurig argumentierte damals, die AGROS darf keine eigenen Aktien in Größenordnungen halten.  Und so wurde diese Kapitalherabsetzung beschlossen.

300.000 auf 220.000 zu je 50DM in einer späteren Haubtversammlung wurde beschlossen im Zuge der Euro Einführung den Nennwert der Aktie auf fünf oder einen? Euro herabzusetzen

Eine weiterer Beschluss zur  Kapitalherabsetzung erfolgte 2006: Hauptversammlung vom 15.06.2006 hat die Herabsetzung des Grundkapitals durch Einziehung von Aktien um 170.000,00 EUR auf 50.000,00 EUR und die Änderung des § 7 (Vertretung) der Satzung beschlossen.  Die einsame Helga Förste hatte da den Vorstandsvorsitz übernommen. Bindel, Altman und co. waren "abgebindelt".

Das sind die einzigen drei Hauptversammlungsbeschlüsse die ich zu Kapitalherabsetzung kenne. In keinem stand etwas von Aktienverkauf oder Handel mit eigenen Anteilen.

Frau Förste begann ca. 2006 mit dem "Aktienrückkauf". Frau Förste schrieb alle an. Soweit ok. Ich glaube das Angebot lag bei 2,50€ je Aktie. Helga Förste nahm es wahr, auch ich tat es. Schließlich konnte ich ja keinem erzählen, was für eine gute Entscheidung er trifft, wenn ich selbst die Dinger noch halte. Also wickelte ich die Rückkaufangebote ab, manchmal befristet, manchmal  nebenberuflich. Aber Frau Förste kaufte weiter und sie kaufte als AGROS AG. Damit hatte AGROS nun wieder einen Riesenhaufen eigene Aktien. Den Haufen veräußerte sie zu 2,50€/Stück. An wen, na seht selbst, auch ich bekam fünf Stück. 12,50€ habe ich überwiesen.

Nun wird es kriminell

Die treuen Mittelherwigsdorfer, die selbst dann (vermutlich am 26.04.2007) zur Hauptversammlung ins AGROS Gebäude geeilt kamen, als sie keine Aktionäre mehr waren, weil sie ihre Aktien an Agros verkauft hatten, mögen mir nicht böse sein, dass ich sie nicht hereinließ. Sie taten mir wirklich leid. Und ich hätte sie gerne dabei gehabt, als ich als einziger bei der Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat stimmberechtigter Aktionär mit 5 "neuen Aktien" keine Entlastung erteilte. Entsetzen. Der Notar redete auf mich ein, Helga Förste und dem glorreichen Aufsichtsrat entgleisten die Gesichtszüge.

Ich hab mich dann breitschlagen lassen doch Entlastung zu erteilen, wenn der Notar ins Protokoll schreibt, dass zu prüfen ist, ob ein Aktienverkauf an Arnd Schröter und Helga Förste und meine Wenigkeit überhaupt zulässig war, wenn nur ein Hauptversammlungsbeschluss über den Rückkauf, aber keiner über einen Verkauf existiert. Meines Wissens würde kein Hauptversammlungsbeschluss über einen Aktienverkauf und irgend welche Bezugsrechte der Aktionäre existieren. Bis heute habe ich keine Antwort. Allerdings teilte man mir ein halbes Jahr später mit, dass nach einem Rechtsgutachten eines Dr. Meklenburg meine 5 Aktien zu Unrecht erworben worden wären und ob ich nun noch an einem Erwerb Interesse hätte.

Hatte ich nicht. Etwas später gingen 12,50€ bei mir ein. Ich fühlte mich lediglich als ehemaliger Treuhänder der vier LPGen in der Verantwortung dafür zu sorgen, dass alles sauber läuft. 22.000? Stück an Helga Förste und 22.000? Stück an Arnd Schröter fand ich schon arg frech. Ich glaube nur 4000? Aktien befanden sich bei den verkaufsunwilligen Restaktionären, die eigentlich die zurückgekauften Aktien besaßen. Gerda Schilling bekam keine. Andreas Kunze- ich bin nicht sicher, ob er damals überhaupt noch im Aufsichtsrat saß, es gab ja keine Arbeitnehmer mehr. Die Frgezeichen stehen dafür, dass ich mir hinsichtlich der von mir angegebenen Stückzahlen nicht ganz sicher bin. Aber das steht in Notar Hoffmanns Protokoll von 2007 unter Anwesenheit. Vermutlich nachlesbar für jeden der beim elektronischen Registerauszug dafür löhnt.

Ich vermute mal die folgende Hauptversammlung, zu der ich nicht geladen war, vielleicht gab es auch niemals eine, das Handelsregister listet jedenfalls:


Handelsregister Löschungen vom 21.12.2012
Agros Agrarprodukte Aktiengesellschaft, Zittau, Löbauer Str. 59 a, 02763 Zittau. Die Liquidation ist beendet. Die Firma ist erloschen.


Handelsregister Veränderungen vom 22.07.2010
Agros Agrarprodukte Aktiengesellschaft, Zittau, Löbauer Str. 59 a, 02763 Zittau.Geschäftsanschrift: Löbauer Str. 59 a, 02763 Zittau. Ist nur ein Abwickler bestellt, so vertritt er die Gesellschaft allein. Sind mehrere Abwickler bestellt, so wird die Gesellschaft durch die Abwickler gemeinsam vertreten. Funktion und persönliche Daten geändert, nun: Liquidator: xxxxxxxxxx xxxxxxxxx *xx.xx.xxxx. Die Gesellschaft ist aufgelöst.


Handelsregister Veränderungen vom 26.04.2007
Agros Agrarprodukte Aktiengesellschaft, Zittau (Löbauer Str. 59a, 02763 Zittau). Die am *xx.xx.xxxx beschlossene Kapitalherabsetzung ist durchgeführt.


Falls sie eine gemacht haben, haben sie sie sicher besser vorbereitet und Vorstand und Aufsichtsrat getrennt entlastet. Anwesende Aktionäre 20 in Vollmacht und keiner real, aber einen Verkaufsbeschluss in der Tagesordnung...

Vielleicht hat AGROS die denkwürdige Hauptversammlung sogar ganz ausgebucht, anwesende (reguläre) Aktien Null. Aber das hätte man auch leichter haben können, ich hatte in einem Brief an Vorstand und Aufsichtsrat meine Bedenken frühzeitig deutlich gemacht. Ich hatte danach in einer Hauptversammlung, vom Notar protokolliert und vom Wirtschaftsprüfer staunend zur Kenntnis genommen, meine Bedenken geäußert und damit war ich fertig mit der AGROS AG. Das war vermutlich 2007.

Irgendwann zwei drei Jahre später vernahm ich, die AGROS sei in Auflösung und habe vorher noch eine Dividende oder einen Liqidationserlös von 3,60€ je Aktie ausgezahlt. Als Liquidator bestellten die glücklichen Aktionäre wohl Frau Helga Förste, die bestimmt auch wieder seit 2007/2008 ihre neuen Aktien hatte, wegen 30.000 Ucken hätte ich das nicht riskiert. Tja und möglicherweise kommt mein Buch zu zeitig, wer weiß schon, wie lange eine Verjährungsfrist dauert. Das täte mir dann leid...

zu AGROS AG und Mitarbeiter mit “Schlitzen in den Ohren” - Kapitel 1
zu AGROS AG und Mitarbeiter mit “Schlitzen in den Ohren” - Kapitel 2
zu AGROS AG und Mitarbeiter mit "Schlitzen in den Ohren" - Kapitel 3
zu AGROS AG und Mitarbeiter mit "Schlitzen in den Ohren" - Kapitel 4
zu AGROS AG und Mitarbeiter mit "Schlitzen in den Ohren" - Kapitel 5
zu AGROS AG und Mitarbeiter mit "Schlitzen in den Ohren" - Kapitel 6
zu AGROS AG und Mitarbeiter mit "Schlitzen in den Ohren" - Kapitel 7

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