Angesichts der Masse der widersprüchlichen Reformvorschläge unternehmen wir es, etwas Licht ins Dunkel zu bringen.

Shownotes:

Wer echte Reformen will, muss auch Geduld haben

Im Leitartikel wird die These vertreten, dass die schwarz-rote Bundesregierung trotz öffentlicher Streitigkeiten überraschend weitreichende Reformen voranbringe. Der Spott über den ausgebliebenen „Frühling der Reformen“ greife zu kurz, weil tiefgreifende Veränderungen zwangsläufig Konflikte erzeugten. Gerade angesichts der Größe der Aufgaben sei es eher ein Zeichen politischer Realität, dass hart gerungen werde.

Als Beispiele für Fortschritte werden die Gesundheitsreform von Nina Warken, die Arbeit der Rentenkommission, ein neues Heizungsgesetz sowie Fortschritte bei der Verwaltungsdigitalisierung genannt. Auch außenpolitisch habe die Regierung Schritte zur stärkeren europäischen Eigenständigkeit unternommen, etwa durch Investitionen in die Bundeswehr und engere Kooperation mit der Ukraine.

Im Artikel wird betont, Deutschland stehe vor „großen objektiven Problemen“: Alterung der Gesellschaft, wirtschaftlicher Strukturwandel, technologische Rückstände und Klimawandel. Deshalb seien grundlegende Reformen unvermeidlich. Die Agenda 2010 unter Gerhard Schröder tauge dabei nur begrenzt als Vergleich, da die heutigen Herausforderungen umfassender seien.

Zugleich wird vor unrealistischen Erwartungen gewarnt. Reformen bräuchten Zeit, seien selten populär und würden oft erst verzögert wirken. Politische „Heldenfiguren“ könnten solche Prozesse nicht lösen. Stattdessen seien unvollständige, mühselige und pragmatische Anpassungen nötig, die Deutschland „ein klein wenig besser auf die Zukunft vorbereiten“ könnten.

Merz hat noch einen Pfeil im Köcher

Im Kommentar wird argumentiert, Friedrich Merz verfüge trotz der Konflikte in der schwarz-roten Koalition noch über ein machtpolitisches Instrument: die Richtlinienkompetenz des Bundeskanzlers. Damit könne er Minister formell anweisen, bestimmte politische Vorgaben umzusetzen. Der Text zeichnet das Bild eines Kanzlers, der bislang „viele markige Worte gebraucht, aber wenig bewegt“ habe und nun Führungsstärke beweisen müsse.

Als Beispiel wird skizziert, Merz könne Arbeitsministerin Bärbel Bas anweisen, eine strengere Grundsicherung mit stärkeren Mitwirkungspflichten auszuarbeiten. Die Richtlinienkompetenz könne zwar keine parlamentarischen Mehrheiten ersetzen, aber sie zwinge Minister und Koalitionspartner dazu, Position zu beziehen. Weigere sich ein Minister, blieben dem Kanzler nur Rückzug, Entlassung oder die Eskalation bis hin zur Vertrauensfrage.

Im Artikel wird daran erinnert, dass Olaf Scholz dieses Instrument 2022 im Streit um den Weiterbetrieb der Atomkraftwerke genutzt habe. Scholz habe damit den Koalitionskonflikt beendet und allen Beteiligten erlaubt, ihr Gesicht zu wahren. Auch Konrad Adenauer habe die Richtlinienkompetenz strategisch eingesetzt.

Die Autorin deutet an, Merz fehle bislang genau diese Entschlossenheit. Entscheidend sei weniger die juristische Form als die politische Führungskraft. Das Machtwort könne Blockaden lösen – falsch eingesetzt könne es die Koalition allerdings auch zerbrechen lassen.

Abgehobene Gewerkschaftsbonzen? Das ist Quark, lieber Herr Poschardt!

Im Gastbeitrag weist IG-Metall-Vizechef Jürgen Kerner die Kritik von WELT-Herausgeber Ulf Poschardt an angeblich „woken“ und weltfremden Gewerkschaften scharf zurück. Das Bild einer abgehobenen Funktionärselite sei ein „wirklichkeitsfernes Zerrbild“. Gewerkschaften und Betriebsräte seien keine ideologischen Apparate, sondern Vertreter der Beschäftigten selbst.

Kerner beschreibt Gewerkschaften als zentrale Stabilitätsfaktoren der Industriegesellschaft. In Krisen seien es oft Beschäftigte, die auf Einkommen verzichteten oder Arbeitszeit reduzierten, um Standorte zu retten. Gleichzeitig würden Managementfehler, kurzfristige Investoreninteressen und Werksschließungen ausgeblendet. Gewerkschaften entwickelten stattdessen Alternativkonzepte, organisierten politischen Druck und kämpften um industrielle Arbeitsplätze.

Die Vorstellung, ohne Gewerkschaften ließe sich die Deindustrialisierung besser bewältigen, bezeichnet er als „naiv“ und „gefährlich“. Die soziale Marktwirtschaft sei gerade wegen starker Gewerkschaften erfolgreich geworden. Kritik an Gewerkschaften dürfe nicht mit einer pauschalen Abwertung der Beschäftigten verwechselt werden.

Zugleich räumt Kerner ein, dass auch Gewerkschaften Fehler machten und sich erneuern müssten. Den Vorwurf einer entfremdeten Funktionärskaste hält er jedoch für widerlegt – unter anderem mit Verweis auf die laufenden Betriebsratswahlen, bei denen DGB-nahe Listen weiterhin große Mehrheiten erhielten. Die Geschichte vom „abgehobenen Gewerkschaftsbonzen“ sei daher „totaler Quark“.

Europas Autoindustrie wird vom Hersteller zum Hüllenlieferanten

Im Artikel wird argumentiert, dass Europas Autoindustrie nicht einfach von chinesischen Herstellern verdrängt werde, sondern schrittweise ihre eigene Rolle verliere. Die klassische Wertschöpfung der europäischen Hersteller schrumpfe, weil entscheidende Technologien und Plattformen zunehmend aus China kämen.

Als Beispiel dient die ausgeweitete Kooperation zwischen Stellantis und Leapmotor. In Spanien sollen künftig Fahrzeuge beider Marken auf derselben elektrischen Architektur produziert werden. Entwicklung, Plattformen und Beschaffung würden dabei immer stärker standardisiert und chinesisch geprägt. Europäische Hersteller drohten so vom eigenständigen Produzenten zum bloßen „Hüllenlieferanten“ zu werden – zuständig vor allem für Design, Marke und Vertrieb.

Im Text wird beschrieben, dass die eigentliche Macht künftig bei zwei Ebenen liege: oben bei digitalen Mobilitätsplattformen, unten bei chinesischen Technologie-, Batterie- und Rohstoffnetzwerken. Dazwischen verliere die traditionelle europäische Industrie ihre Kontrolle über zentrale Teile der Wertschöpfungskette.

Die Gefahr bestehe weniger in spektakulären Werksschließungen als in einer schleichenden Abhängigkeit. Chinesische Unternehmen kontrollierten bereits große Teile der Batterietechnik, Rohstoffverarbeitung und Fahrzeugarchitekturen. Europäische Konzerne würden dadurch schneller und günstiger produzieren können, zugleich aber technologisch austauschbarer werden.

Der Artikel zeichnet damit das Bild einer Industrie im strukturellen Machtverlust: Europas Autobauer könnten äußerlich bestehen bleiben, während die eigentliche industrielle Substanz zunehmend aus China komme.

Abkehr vom Acht-Stunden-Tag: Muss Bärbel Bas einen Aufstand fürchten?

Im Artikel wird beschrieben, wie die geplante Reform der Arbeitszeitregelung die SPD in einen Konflikt mit ihrer traditionellen Basis bringe. Die schwarz-rote Koalition wolle den klassischen Acht-Stunden-Tag zugunsten einer wöchentlichen Höchstarbeitszeit flexibilisieren. Gewerkschaften sähen darin jedoch einen Angriff auf eine historische Errungenschaft der Arbeiterbewegung.

Besonders Bärbel Bas gerate dadurch unter Druck. Bei einem Auftritt vor dem Deutscher Gewerkschaftsbund sei sie mit Protesten konfrontiert worden; an ihrem Wahlkreisbüro seien Schmähungen aufgetaucht. Bas betone zwar, dass sie das Thema eigentlich nicht anfassen wolle, zugleich sei die Reform aber im Koalitionsvertrag vereinbart worden.

Im Artikel wird geschildert, dass auch innerhalb der SPD erhebliche Skepsis wachse. Landespolitiker wie Steffen Krach oder Armin Willingmann hielten die Debatte für unverständlich oder warnten vor einem Abbau von Arbeitnehmerrechten. Kritiker fürchteten, dass Arbeitstage faktisch deutlich länger werden könnten, besonders in schlecht organisierten Branchen.

Gleichzeitig wird argumentiert, dass die Reform auch Chancen bieten könne. Die SPD könne versuchen, sich als moderne Arbeiterpartei neu zu positionieren, die flexiblere Arbeitsmodelle anerkenne und gleichzeitig Schutzrechte sichere. Voraussetzung sei jedoch eine starke Arbeitszeiterfassung und eine enge Abstimmung mit Gewerkschaften.

Der Artikel zeichnet damit das Bild einer Partei im strategischen Dilemma: Zwischen wirtschaftlichem Reformdruck, Koalitionsdisziplin und ihrer traditionellen Bindung an Gewerkschaften müsse die SPD einen Kurs finden, ohne ihre eigene Identität weiter zu beschädigen.

Was soll das?

In der Kolumne wird die Debatte um den Acht-Stunden-Tag als „absurdeste politische Kraftprobe“ der aktuellen Koalition beschrieben. Der Autor argumentiert, dass sich die Regierung in einem symbolischen Konflikt verliere, obwohl wesentlich größere Probleme wie Rente, Pflege oder Staatsfinanzen ungelöst seien.

Historisch werde daran erinnert, dass der Acht-Stunden-Tag 1918 eine zentrale Errungenschaft der Gewerkschaftsbewegung gewesen sei. Später hätten Gewerkschaften zudem die 40- und schließlich die 35-Stunden-Woche erkämpft. Deshalb wirke es widersprüchlich, wenn heute mit Parolen wie „Mit Macht für die 8“ ein Modell verteidigt werde, das tariflich vielerorts längst überholt sei.

Der Text betont, dass die geplante Reform keine generelle Verlängerung der Arbeitszeit vorsehe. Vielmehr solle die tägliche Höchstgrenze flexibler gestaltet und stärker an einer Wochenarbeitszeit orientiert werden, wie es europäische Regeln bereits erlaubten. Beispiele aus Gastronomie oder IT sollten zeigen, dass starre Tagesgrenzen in modernen Arbeitswelten oft unpraktisch seien.

Scharf kritisiert wird Bärbel Bas. Im Artikel heißt es, sie distanziere sich öffentlich von einem Koalitionsvorhaben, das sie selbst mit ausgehandelt habe. Dies zeige die Schwäche von Kanzler Friedrich Merz und die innere Zerrissenheit der Koalition.

Abschließend wird gefordert, den Konflikt pragmatisch zu entschärfen. Statt sich am Arbeitszeitgesetz aufzureiben, solle die Regierung ihre politische Energie auf größere Reformfelder konzentrieren – insbesondere auf die Rentenpolitik.

Der CDU-Schattenmann und die Frage, wie lange „der liebe Friedrich“ auf ihn bauen kann

Im Artikel wird beschrieben, wie innerhalb der CDU zunehmend über einen möglichen Austausch von Kanzler Friedrich Merz spekuliert werde. Auslöser seien schlechte Umfragewerte, Autoritätsverluste und Konflikte innerhalb der schwarz-roten Koalition. Als möglicher Nachfolger werde vor allem Hendrik Wüst genannt, der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen.

Der Text zeichnet Merz als angeschlagenen Kanzler, der sich selbst beim „Heimspiel“ in seiner Sauerländer Hochburg zunehmend unter Druck sehe. Seine Regierung wirke zerstritten, zentrale Vorhaben scheiterten oder würden von den eigenen Leuten nicht mitgetragen. Besonders die Niederlage bei der geplanten Entlastungsprämie habe gezeigt, dass selbst CDU-geführte Länder nicht mehr automatisch hinter ihm stünden.

Wüst erscheine dabei als „Schattenmann“ der Partei: loyal genug, um nicht offen gegen Merz zu arbeiten, aber präsent genug, um als Alternative wahrgenommen zu werden. Im Artikel wird betont, dass Wüst geduldig agiere und derzeit eher die Stimmung in Partei und Öffentlichkeit teste. Sein Vorteil sei das Alter – mit 50 Jahren könne er auf einen günstigeren Zeitpunkt warten.

Zugleich wird deutlich gemacht, dass es bislang keine konkreten „Putschpläne“ gebe. Vielmehr werde in Szenarien gedacht, etwa für den Fall eines Koalitionsbruchs nach den anstehenden Landtagswahlen. Dann könnte die Frage entstehen, wer die Union künftig anführen solle und mit welchen Mehrheiten regiert werden könnte.

Im Hintergrund stehe ein alter Konflikt zwischen Merz und Wüst über den Kurs der CDU. Während Merz stärker konservative Akzente setze, habe Wüst wiederholt für einen „Mitte-Kurs“ geworben. Der Artikel beschreibt die Situation daher weniger als offene Revolte denn als schleichenden Autoritätsverlust eines Kanzlers, dessen Machtbasis brüchiger werde.

Wie Bärbel Bas die Migration verherrlicht – und die Deutschen beleidigt

Im Kommentar wird Bärbel Bas scharf dafür kritisiert, Migration zu positiv darzustellen und Probleme der Zuwanderungspolitik zu verharmlosen. Die Autorin argumentiert, dass Deutschland zwar viele Menschen einbürgere und integrierte Migranten brauche, zugleich aber zu viele Personen ins Land kämen, die langfristig von Sozialleistungen abhängig seien.

Besonders hervorgehoben wird die Behauptung, mittlerweile sei „jeder zweite Bürgergeldempfänger Ausländer“ und zwei Drittel hätten einen „Migrationshintergrund“. Dies wird als Zeichen einer strukturellen Fehlentwicklung interpretiert. Ursache sei eine Politik „offener Grenzen“, die unter Angela Merkel begonnen und später von Ampelparteien fortgeführt worden sei. Kritisiert wird außerdem, dass Abschiebungen und Rückführungen kaum funktionierten.

Der Text wirft der SPD vor, die Realität auszublenden. Anlass ist eine Aussage von Bas, wonach niemand „in unsere Sozialsysteme einwandere“. Laut Artikel hätten selbst SPD-Kommunalpolitiker widersprochen, weil Kommunen die Belastungen durch Migration unmittelbar spürten – etwa bei Schulen, Wohnraum und Sozialausgaben.

Besonders empört zeigt sich die Autorin über eine Rede von Bas, in der mehr Zuwanderung angeblich als Schutz vor einer „einheitsgrauen“ oder „einheitsbraunen“ Gesellschaft dargestellt worden sei. Dies wird als pauschale Diffamierung von Kritikern der Migrationspolitik interpretiert. Der Kommentar argumentiert, Bas verherrliche Migration „per se“ und beleidige damit Bürger, die zwar Fachkräftezuwanderung befürworteten, aber eine unkontrollierte Einwanderung in den Sozialstaat ablehnten.

Insgesamt zeichnet der Text das Bild einer SPD, die aus ideologischen Gründen offensichtliche Probleme der Migrationspolitik nicht benennen wolle und damit den gesellschaftlichen Unmut weiter verstärke.

Das Schreckensszenario

Im Kommentar wird das Frühjahrsgutachten des Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung als drastische Warnung vor einer finanziellen Überlastung des Sozialstaats interpretiert. Die Wirtschaftsweisen hätten vorgerechnet, dass ohne Reformen die Sozialabgaben bis 2040 auf etwa 50 Prozent des Lohnes steigen könnten. Dies wird als „Schreckensszenario“ beschrieben, das Arbeitnehmer und Unternehmen demotivieren und die wirtschaftliche Dynamik ersticken könne.

Besonders im Fokus stehen die Systeme für Rente, Pflege und Gesundheit. Laut Artikel seien „unpopuläre Einschnitte“ unvermeidlich. Gefordert würden niedrigere Leistungen sowie mehr Eigenverantwortung der Versicherten. Der Kommentar kritisiert, dass frühere Regierungen von SPD und CDU die gute Wirtschaftslage seit 2014 genutzt hätten, um teure Sozialleistungen auszuweiten, statt auf die Alterung der Gesellschaft vorzubereiten.

Als Beispiele nennt der Text die „Mütterrente“, die „Rente mit 63“ und die Aussetzung des Demografiefaktors. Auch in der Pflegeversicherung seien Leistungen immer stärker ausgeweitet worden. Anders als Länder wie Schweden oder die Schweiz habe Deutschland keine ausreichenden Vorsorgen gegen die demografische Entwicklung getroffen.

Die Autorin argumentiert, die heutigen rentennahen Jahrgänge hätten deutlich geringere Belastungen getragen als die jüngeren Generationen künftig schultern müssten. Deshalb sei eine Korrektur der bisherigen Politik nicht nur ökonomisch sinnvoll, sondern auch eine Frage der Fairness zwischen den Generationen.

Insgesamt zeichnet der Artikel das Bild eines Staates, der Gefahr laufe, seine wirtschaftliche Grundlage zu untergraben, wenn er die Sozialausgaben nicht begrenze. Reformen seien zwar politisch schwierig, könnten das „Schreckensszenario“ aber noch verhindern.

Resterampe

Transkript:

00:00:00.03
Stefan Sasse
Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von den Bohrleuten.

00:00:04.57
Stefan Sasse
Es passiert viel in Deutschland.

00:00:06.25
Stefan Sasse
Ein Ruck geht durch das Land.

00:00:07.82
Stefan Sasse
Eine nach dem anderen, um genau zu sein.

00:00:09.54
Stefan Sasse
Wir haben Rücke, wir haben Erwartungshaltungen.

00:00:12.42
Stefan Sasse
Die Republik dreht in hoher Drehzahl, aber auf der Stelle still.

00:00:16.52
Stefan Sasse
Das ist zumindest der Eindruck, den sowohl ich als auch die Trash-Kolumnistin der Herzen haben, die umstrittenste Person in diesem Podcast.

00:00:22.68
Stefan Sasse
Hallo Ariane.

00:00:23.100
Ariane
Hallo Stefan, hallo liebe HörerInnen.

00:00:27.25
Stefan Sasse
Wir haben heute gar nicht so wie üblich ein stringentes Oberthema, das wir durchgehen wollen, sondern machen mehr mal wieder eine Folge Vermischtes, wo wir uns anschauen wollen, was geht gerade in der allgemeinen Reformdebatte, weil hier so eine Menge durcheinander geht, dass der Versuch, das irgendwie kohärent zu erfassen, eigentlich zum Scheitern verurteilt ist.

00:00:49.15
Stefan Sasse
Was im Endeffekt ein ganz zentrales Problem dieser Reformdebatte ist.

00:00:54.49
Stefan Sasse
Es gibt schlichtweg keinen irgendwie gearteten Plan.

00:00:58.66
Stefan Sasse
Stattdessen holen die Leute alle ihre uralten Rezepte aus der Versenkung.

00:01:04.96
Stefan Sasse
Selbst die INSM ist wieder da.

00:01:07.44
Stefan Sasse
15 Jahre lang haben die keine Rolle mehr gespielt, nachdem sie eine Weile der Gott sei bei uns aller Linken waren und eine der erfolgreichsten Lobbyorganisationen überhaupt.

00:01:15.52
Stefan Sasse
Und dann waren sie verschwunden und jetzt kommen sie gerade wie so ein Zombie aus dem Grab mit ihren Vorschlägen von 2005 wieder um die Ecke.

00:01:23.77
Stefan Sasse
Es ist wirklich faszinierend, was da alles abläuft.

00:01:28.49
Stefan Sasse
Was ist denn dein Eindruck der letzten Wochen und der zugehörigen Debatte, Ariane?

00:01:35.53
Ariane
Ja, also diese Zombie-Debatte habe ich auch.

00:01:39.08
Ariane
Ich habe das Gefühl, ich fühle mich so ein bisschen wie auf einer Zeitreise.

00:01:43.02
Ariane
Weil, wie gesagt, die NSM kommt da wieder raus, diese Ideen.

00:01:48.86
Ariane
Jeder kommt wieder mit der Staatsquote, Nachfragepolitik, Angebotspolitik, Kanzler, Sinn wird wahrscheinlich auch.

00:01:54.86
Ariane
Thilo Sarrazin habe ich neulich wieder irgendwo in einem Interview gesehen.

00:01:58.16
Ariane
Also es ist ja wirklich...

00:02:00.54
Ariane
Zombie-Debatte trifft das schon mal.

00:02:02.06
Ariane
Man fühlt sich wirklich, als wäre man jetzt irgendwie auf eine Zeitreise geraten, wo diese alten Debatten von vor 20 Jahren nochmal komplett, das muss ich sagen, weil das finde ich eigentlich am faszinierendsten, teilweise wirklich komplett nochmal wiederholt werden.

00:02:18.30
Ariane
Also ohne, dass irgendwie irgendjemand mal antizipiert, dass 20 Jahre vergangen sind.

00:02:23.22
Ariane
Weil als wir diese Debatten damals geführt haben,

00:02:27.51
Ariane
war die Lage auch noch ein bisschen anders.

00:02:28.97
Ariane
Da waren wir ja noch Exportweltmeister.

00:02:31.01
Ariane
Heute, China will unseren Kram nicht mehr kaufen.

00:02:33.71
Ariane
Wir haben es für einen Zollkrieg.

00:02:35.83
Ariane
Mit Russland wollen wir nicht mehr handeln.

00:02:38.53
Ariane
Exportweltmeister sind, also die Exportwirtschaft ist noch gut, aber wir sind halt auch keine Exportweltmeister mehr.

00:02:44.15
Ariane
Also das finde ich schon erstaunlich.

00:02:46.37
Ariane
Und was ich auch schwierig finde, nicht nur dieses Planlosigkeit, weil ich finde, es ist furchtbar schwer herauszufinden,

00:02:56.82
Ariane
Wer kommuniziert da eigentlich gerade?

00:02:58.88
Ariane
Also das, was wir jetzt zum Beispiel in zwei Podcasts schon hatten, diese Klingbeirede mit dem Eltern...

00:03:06.49
Ariane
Nee, war gar nicht das Elterngeld, das ist das Neueste.

00:03:09.35
Ariane
Das Zweite war Ehegatten-Splitting.

00:03:12.59
Ariane
Es wird einfach irgendwas erzählt.

00:03:14.13
Ariane
Wir haben im Blog sogar darüber diskutiert, aber es ist ja gar kein ernsthafter Plan.

00:03:18.37
Ariane
Innerhalb der Regierung, habe ich das Gefühl, kommuniziert.

00:03:21.27
Ariane
Und so habe ich auch das Gefühl, es werden ein paar Schlagworte.

00:03:25.55
Ariane
Wir müssen mehr arbeiten, alle sind faul.

00:03:27.59
Ariane
Die, die noch arbeiten, die melden sich ständig krank und so weiter.

00:03:31.56
Ariane
Aber...

00:03:34.45
Ariane
Relativ wenig konkrete Ideen, warum man was machen will.

00:03:39.31
Ariane
Das finde ich tatsächlich auch schwierig.

00:03:41.10
Ariane
Und logischerweise heute ist das ja eh nicht mehr so einfach auseinanderzuhalten, ob da jetzt die Regierung offiziell kommuniziert oder die INSM über das Wirtschaftsministerium oder irgendwelche Kommentatoren von der Welt, die ihre Midlife-Crisis überwinden wollen.

00:04:01.26
Stefan Sasse
Ja, ich finde, wie gesagt, vor allem dieses Gleichartige im Vergleich zu dem Reformdiskurs der 2000er Jahre so faszinierend.

00:04:11.29
Stefan Sasse
Ich habe das Gefühl, dass eine ganze Latte Leute sozusagen auf ein Rematch wartet.

00:04:16.89
Stefan Sasse
Die waren damals quasi froher Hoffnung, dass jetzt diese ganzen Reformen kommen und das Wahlergebnis von 2005 und der Ausgang dieser ersten schwarz-roten Koalition damals, die haben das zerstört.

00:04:24.71
Ariane
Vielen Dank.

00:04:31.36
Stefan Sasse
Diese ganze schöne konservative Traumwelt, in der man da dann quasi in dieser schwarz-gelben Wunschkoalition der Herzen alles durchsetzen kann und das CDU-Leipziger-Programm durchkriegt oder irgendwie so.

00:04:44.55
Stefan Sasse
Und ist ja alles nicht passiert.

00:04:46.07
Stefan Sasse
Und stattdessen hatten wir dann einen langsamen Rollback der Agenda 2010-Reform.

00:04:52.06
Stefan Sasse
Und ich glaube tatsächlich, dass viele von diesen Leuten wirklich ein Rematch wollen.

00:04:58.14
Stefan Sasse
So ein bisschen mit so ihrer eigenen Version der Durchstoßlegende im Endeffekt.

00:05:03.94
Stefan Sasse
Merkel hat sozusagen diese Reformbewegung verraten und hat das alles zerstört im Endeffekt durch dieses Eingehen auf ihren sozialdemokratischen Koalitionspartnern.

00:05:07.97
Ariane
Vielen Dank.

00:05:18.13
Stefan Sasse
und ihre Tendenz, nichts gegen die Bevölkerungsmehrheit zu unternehmen.

00:05:21.33
Stefan Sasse
Und jetzt mit Friedrich Merz hat man quasi die Chance, das dann doch noch einmal, aber wirklich richtig zu machen.

00:05:27.92
Stefan Sasse
Und dieses Szenario fällt denen gerade auch weg, worauf sie nun noch aggressiver reagieren und noch radikalere Lösungen brauchen.

00:05:38.82
Stefan Sasse
Und das ist eine ganz, ganz ungesunde Dynamik, die an der Stelle abläuft.

00:05:44.94
Stefan Sasse
Und wir haben ja auch das Thema, dass diese Reformen seinerzeit nicht eben populär waren.

00:05:52.07
Stefan Sasse
Und das hat sich nicht verbessert, sozusagen.

00:05:55.36
Stefan Sasse
Es gab in den 2010er Jahren so einen einigermaßen Konsens, dass sie nötig sind.

00:06:01.04
Stefan Sasse
Aber beliebt waren sie nie und in ihrer konkreten Ausgestaltung schon gleich dreimal nicht.

00:06:06.04
Stefan Sasse
Weswegen ja dann auch diese ganzen Verschlimmbesserungen daran gemacht wurden.

00:06:11.39
Stefan Sasse
Mit der Verlängerung von Arbeitslosengeld eins und so weiter und so fort, weil diese ganzen wahrgenommenen Ungerechtigkeiten wieder ausgebügelt werden mussten.

00:06:19.33
Stefan Sasse
Und das wird dieses Mal nicht anders sein.

00:06:21.29
Stefan Sasse
Also viele von diesen Reformen und Reformvorschlägen, die werden, wenn sie dann tatsächlich ernsthaft in den Diskurs reinkommen und die Leute betreffen, die sie da betreffen sollen, die werden massivsten Niederstand hervorrufen und einen sich wehren.

00:06:39.33
Stefan Sasse
Weil alle sind immer dafür, dass die anderen unter Reformen zu leiden.

00:06:43.79
Stefan Sasse
Dann diese faulen Leute, die es nicht verdient haben, also nicht ich, sondern andere, aber niemals man selbst.

00:06:51.95
Stefan Sasse
Und das merkt man in diesem Diskurs, dieses völlig wirre Abzielen auf BürgergeldempfängerInnen.

00:06:59.27
Stefan Sasse
Wir wissen alle, dass da nichts zu holen ist.

00:07:01.68
Stefan Sasse
Erstens wegen der Bundesverfassungsgerichtsrechtsprechung.

00:07:05.74
Stefan Sasse
Und weil wir halt ein Sozialstaat sind, der ist einfach eine harte Grenze und das ist eigentlich allen bekannt, da geht nichts.

00:07:11.82
Stefan Sasse
Und trotzdem kommt das immer und immer und immer wieder, als ob man damit die Milliarden locker machen könnte.

00:07:17.12
Stefan Sasse
Da geht es einfach darum, denen soll wehgetan werden, das ist so eine Ersatzhandlung.

00:07:21.51
Ariane
Ja.

00:07:21.92
Stefan Sasse
Auf der anderen Seite haben wir dann natürlich noch die Geflüchteten und Migranten, die werden da genauso reingeworfen, also alles diese schwachen Bevölkerungsgruppen, die quasi auch als unverdienend wahrgenommen werden und natürlich die Beamten.

00:07:37.43
Stefan Sasse
Aber dann haben wir es auch so langsam schon wieder und nichts von dem wird in irgendeiner Art und weißer Art die Finanzprobleme lösen und kommt auch nur annähernd in die Richtung einer Problemanalyse.

00:07:48.72
Stefan Sasse
Aber da kommen wir bestimmt gleich nochmal drauf.

00:07:50.41
Ariane
Und es bleibt ja immer im Unkonkreten.

00:07:52.68
Stefan Sasse
Ja.

00:07:52.83
Ariane
Also ich bin ja selber mehr dafür, die Masse an Leuten, die Sozialbeiträge zahlt, mehr mit reinzudehnen.

00:08:02.100
Ariane
Aber das ist ja nichts, man sagt einmal so, jetzt machen wir das.

00:08:06.28
Ariane
Sondern das wäre ja tatsächlich ein großes Vorhaben, das über 20 Jahre oder noch länger laufen musste.

00:08:12.87
Ariane
Ich glaube, die Niederlande haben das tatsächlich gemacht.

00:08:14.95
Ariane
Die haben, glaube ich, ihre Renten an Emmern umgestellt, aus so einem zweifachen System auf ein System.

00:08:22.30
Ariane
Aber das löst ja keine kurzfristigen Probleme.

00:08:24.88
Ariane
Also das ist, was du auch sagst mit Bürgergeld.

00:08:27.10
Ariane
Ich würde mich noch als Kinderlose mit reinnehmen.

00:08:29.84
Ariane
Das ist auch wieder blöd.

00:08:32.21
Ariane
Ich weiß nicht, ob es hier irgendwelche Leute gibt, die gar nicht betroffen sind.

00:08:37.53
Ariane
Aber ich sehe das auch so, dass in Ersatzhandlungen die kurzfristig kein Problem lösen.

00:08:45.39
Ariane
Und es bleibt ja auch dann immer eine Ersatzhandlung.

00:08:50.36
Ariane
Also man kann ja, ich bleibe jetzt einfach bei Hartz-IV-System, man kann da was ändern, man kann bei Beamtenrecht was ändern, man kann, wie gesagt, man kann vielleicht die Bürgerversicherung irgendwann mal machen, aber da gibt es ja überhaupt keine konkreten Pläne, Diskussionen oder so, sondern es wird einfach schnell rumgeblökt und dann hat sich das wieder.

00:09:11.48
Ariane
Und diese Verteilungskämpfe, Beamte gegen Angestellte, Selbstständige gegen alle anderen, Kinderlose gegen Leute, die Kinder haben und so weiter.

00:09:21.57
Ariane
Ich finde, das sorgt insgesamt für eine gruselige Stimmung.

00:09:25.59
Ariane
Also ich habe das Gefühl, diese Chaotik, diese Planlosigkeit, die dahinter steht, das macht die Bevölkerung schon mit nervös.

00:09:36.40
Stefan Sasse
Ich möchte auch nochmal darauf hinweisen, unter den Verteilungskämpfen, die du gerade genannt hast, kommt einer merkwürdigerweise überhaupt nicht vor.

00:09:43.70
Stefan Sasse
Nämlich unten gegen oben.

00:09:45.26
Ariane
Unternehmens.

00:09:45.98
Stefan Sasse
Aus all diesen Verteilungskämpfen sind die reichen Leute komplett ausgenommen.

00:09:51.66
Stefan Sasse
Das ist das absolute Tabu.

00:09:53.78
Stefan Sasse
Wir dürfen bei allen Gruppen wegnehmen und schmerzhafte Reformen und Gürtel enger schnallen.

00:09:59.94
Stefan Sasse
Wir müssen länger arbeiten und weniger Leistungen und hier und da und das muss weg und jenes.

00:10:06.06
Stefan Sasse
Aber wehe, wir gehen in Richtung Kapitalerträge, riesig hohe Erbschaften oder gigantische Vermögen.

00:10:14.83
Stefan Sasse
Das ist ein absolutes Tabu und das gehört zu den absoluten Schieflagen in dieser Debatte.

00:10:22.65
Stefan Sasse
die, glaube ich, auch ein absoluter Bärendienst an diesem ganzen Ding sind.

00:10:26.58
Stefan Sasse
Weil es ist ja nicht so, als gäbe es nicht Sachen, die man ändern müsste und könnte.

00:10:30.72
Stefan Sasse
Aber das hilft eben tatsächlich nur dann, wenn diese Rhetorik des allgemeinen Gürtel-Engerschnallens tatsächlich auch alle betrifft.

00:10:38.90
Stefan Sasse
Das ist ja beispielsweise bei der Politik, die haben das ja jetzt nachvollzogen, indem sie dann jetzt doch ihre Diätenerhöhung sich quasi selber weggewählt haben sozusagen.

00:10:47.35
Stefan Sasse
Und

00:10:47.97
Stefan Sasse
Und das ist, ich sag mal, das ist schon mal ein Anfang sozusagen in diese Richtung.

00:10:53.33
Stefan Sasse
Aber da gibt es noch diverse andere Gruppen, die bisher nicht aufgefordert wurden, ihren Beitrag zu leisten.

00:10:59.87
Stefan Sasse
Und da muss ich...

00:11:01.17
Ariane
die gar nicht vorkommen meistens.

00:11:02.52
Stefan Sasse
Nö, die kommen einfach nicht vor.

00:11:04.26
Stefan Sasse
Und die kommen weder vor als Opfer an der Stelle, was schon mal bemerkenswert genug ist, und sie kommen auch nicht vor als Täter.

00:11:15.27
Stefan Sasse
Und das ist für mich das fast noch größere Problem an der Geschichte.

00:11:19.30
Stefan Sasse
Weil nämlich diese, das sind wir bei dieser Problembeschreibung der Krise, weswegen hier auch überhaupt keine klaren Reformvorschläge kommen können.

00:11:29.36
Stefan Sasse
Wir sind uns ja gar nicht einig, was überhaupt die Krise ist.

00:11:32.70
Stefan Sasse
Es wird quasi stillschweigend davon ausgegangen, das ist das gleiche wie in den 2000er Jahren auch.

00:11:37.92
Stefan Sasse
Es muss also wieder ein Ruck durch Deutschland gehen, wir müssen wieder die Sozialstaatsquote senken, wir müssen wieder auf Arbeitnehmerrechte verzichten etc.

00:11:46.17
Stefan Sasse
etc.

00:11:46.77
Stefan Sasse
etc.

00:11:47.81
Stefan Sasse
Und erneut, das mag durchaus alles richtig sein, aber...

00:11:53.07
Stefan Sasse
Es fehlt quasi die kohärente Analyse dazu, weil wir sind uns eigentlich ja ziemlich einig, dass hier strukturelle Probleme am Berg sind.

00:12:02.57
Stefan Sasse
Mit dem Aufstieg Chinas vor allem und dem träumenden Untergang der Automobilindustrie, der bereits in vollem Gange ist und sich nicht wird aufhalten lassen.

00:12:12.01
Stefan Sasse
Und er ist auch nicht die Schuld der Grünen oder von Merkel oder von sonst irgendwem.

00:12:17.15
Stefan Sasse
sondern der ist die Schuld quasi Gesamtdeutschlands und maßgeblich auch der Managerklasse.

00:12:24.25
Ariane
Ja.

00:12:24.65
Stefan Sasse
die an der Stelle einfach in den letzten 15 Jahren royal verkackt haben.

00:12:29.55
Stefan Sasse
Das muss man einfach in der Deutlichkeit auch sagen.

00:12:32.20
Stefan Sasse
Und auch das kommt in dieser Debatte überhaupt nicht vor.

00:12:35.32
Stefan Sasse
Es wird ständig kritisiert, dass wir über unsere Verhältnisse leben, dass es den Arbeitnehmenden zu gut geht, etc.

00:12:42.56
Stefan Sasse
pp.

00:12:43.88
Stefan Sasse
Aber die Manager und die wenigen Managerinnen, die es da gibt,

00:12:49.56
Stefan Sasse
haben schon wieder Rekordausschüttungen, haben schon wieder mehr Geld als je zuvor, wie in jedem anderen Jahr, seit mindestens den 80er Jahren und werden weder für ihr Versagen noch für irgendetwas anderes zur Verantwortung gezogen.

00:13:05.03
Stefan Sasse
Stattdessen können sie sich hinstellen, Millionen in die INSM-Pumpen und kluge Ratschläge verteilen, wer alles den Gürtel enger schneiden zu habe, außer ihnen.

00:13:13.26
Stefan Sasse
Und das ist ein Problem.

00:13:15.82
Ariane
Ja, absolut.

00:13:20.36
Ariane
Es ist ja einfach so, die Automobilindustrie spielt hier eine große Rolle, aber man muss auch sagen, da ist die Debatte, finde ich, total merkwürdig, weil man kann ja jetzt gerne drüber überlegen, ob in Deutschland oder meinetwegen auch in der EU jetzt das Verbrenner aus vom Verbrenner auskommt und das nochmal drei, aber ich finde, das ist auch eine totale Phantomdebatte, weil die Autokonzerne heute

00:13:20.43
Stefan Sasse
Vielen Dank.

00:13:44.73
Ariane
Die verkaufen ja gar nicht mehr so viel in der EU und in Deutschland.

00:13:48.89
Ariane
Ob wir jetzt drei Jahre länger den Verbrenner irgendwie noch weiter schleppen oder nicht, ich glaube, das hat überhaupt keine Auswirkungen.

00:13:55.25
Ariane
Also das wundert mich auch, dass das immer gar nicht so mitgenommen wird.

00:13:59.36
Ariane
Und es gibt ja auch, er war ja eigentlich der große Wirtschaftskanzler, aber jetzt nur an die Sozialbeiträge und diese Probleme von 2005, das ist, finde ich, auch kein Konjunkturprogramm.

00:14:11.22
Ariane
Da gibt es ja auch keine Ideen.

00:14:13.59
Ariane
Also das ist ja der Nährmehmann, alle Leute arbeiten länger, melden sich weniger krank.

00:14:21.19
Ariane
Und keine Ahnung, dann kommt noch manchmal der Strompreis irgendwie.

00:14:25.41
Ariane
Aber, und vielleicht, keine Ahnung, irgendwie ein Prozent weniger Körperstoffsteuer meinetwegen.

00:14:31.11
Ariane
Aber das ist ja auch kein Konjunkturprogramm, wo man aus so einer Stagnation rausfindet.

00:14:34.66
Stefan Sasse
Vielen Dank.

00:14:36.80
Ariane
Also da müsste man ja eigentlich eine viel größere...

00:14:41.05
Ariane
Sache planen.

00:14:42.15
Ariane
Und die auch nicht.

00:14:43.05
Ariane
Also es ändert immer so, wenn die Arbeitnehmer ein bisschen länger arbeiten, keine Ahnung, Beamte nicht in Frührente gehen, dann sind die Probleme schon gelöst.

00:14:57.47
Ariane
Und das finde ich auch, ich weiß gar nicht, Hoffnung so ist naiv irgendwie.

00:15:06.49
Stefan Sasse
Wir haben das ja in einem der letzten Podcasts schon angesprochen, diese merkwürdige Fixierung auf den Haushalt, sowohl in der Kommunikation als auch in allen Problemlösungsvorschlägen.

00:15:19.03
Stefan Sasse
Diese Zahlenmassage, die die die ganze Zeit betreiben, auch hier, die betrachten das wieder als ein Geldproblem sozusagen.

00:15:25.71
Stefan Sasse
Und ich meine, der Bundeshaushalt ist ein Thema.

00:15:29.07
Stefan Sasse
Allerdings halt für den Bundeshaushalt sozusagen.

00:15:32.25
Stefan Sasse
Das ändert ja nichts an der Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen, ob der deutsche Staat kein Geld hat oder nicht.

00:15:39.75
Ariane
Vielen Dank.

00:15:40.18
Stefan Sasse
Auch die Höhe der Steuern für die Beschäftigten.

00:15:44.12
Stefan Sasse
Das ändert nichts an der wirtschaftlichen Lage.

00:15:47.10
Stefan Sasse
Das kannst du mir vielleicht erklären für Abschreibungen oder Kapitalertragssteuern von mir aus oder so, aber doch nicht für die Einkommensteuer.

00:15:55.36
Stefan Sasse
Nichts von alledem hat einen Einfluss auf diese strukturellen Faktoren sozusagen.

00:16:04.46
Stefan Sasse
Deswegen ist auch hier diese fehlende Problemanalyse so eine merkwürdige Leerstelle.

00:16:10.71
Stefan Sasse
Und das gerade gesagt, der Wirtschaftskanzler Merz, das war schon immer eine Mirage.

00:16:14.77
Stefan Sasse
Merz ist nicht wirtschaftskompetent, noch nie gewesen.

00:16:17.86
Stefan Sasse
Das ist einfach ein Mythos.

00:16:19.78
Stefan Sasse
Und es war auch einfach ein Riesenfehler, dass da im Wahlkampf 24 damals nicht zu thematisieren, auch von der CDU, by the way.

00:16:27.30
Stefan Sasse
Also es hätten alle davon profitiert, die CDU, weil sie nicht diesen Abschiebe-Wahlkampf geführt hätte.

00:16:34.38
Stefan Sasse
Und wir hätten stattdessen einen Wahlkampf über wirtschaftliche Probleme geführt und über verschiedene Problemlösungskonzepte und Herangehensweisen und hätten dabei im Übrigen auch entlarven können, wer da überhaupt kein Programm hat, Looking at You, AfD,

00:16:47.74
Stefan Sasse
Aber, water under the bridge, anyway.

00:16:52.08
Stefan Sasse
Das ist quasi die eine Geschichte, der Merz hat davon keine Ahnung.

00:16:55.14
Stefan Sasse
Nicht mehr als Klingbeil.

00:16:57.04
Stefan Sasse
Der war Wirtschaftslobbyist.

00:16:58.42
Stefan Sasse
Das ist das, was der bei BlackRock gemacht hat.

00:16:59.92
Stefan Sasse
Da kam ja letztens dieser eine Artikel, wo sie mit ehemaligen BlackRock-Kollegen von ihm geredet haben, die auch gemeint haben, was der gemacht hat, ist im Endeffekt ein bisschen Teilzeit telefonieren mit seinen alten Kontakten.

00:17:09.33
Stefan Sasse
Viel mehr war da nicht.

00:17:11.51
Stefan Sasse
Und er hat ja auch fast nichts mehr da gearbeitet, da seine Kontakte abgeschrieben.

00:17:13.78
Ariane
Zweimal die Woche, glaube ich.

00:17:15.46
Stefan Sasse
Ja, zweimal die Woche war er da und auch immer weniger, weil logischerweise, je länger du aus der Politik raus bist, desto wertloser bist du für den Laden.

00:17:23.01
Stefan Sasse
Also von da, das ist nicht diese Wirtschaftskompetenz oder sowas, die der hat.

00:17:28.25
Stefan Sasse
Der hat einige Fähigkeiten in einem sehr, sehr eng umschränkten Bereich, was um Bundeskanzler zu sein genauso nützlich ist wie meine Fähigkeiten.

00:17:37.42
Stefan Sasse
Also ich bin auch kein guter Kultusminister, nur weil ich Lehrer bin.

00:17:40.32
Stefan Sasse
Das sind einfach völlig andere Tätigkeitsfelder.

00:17:42.38
Stefan Sasse
Nur weil ich da mal grob irgendwas von Ihnen gesehen habe, so ein Finanzbüro, das hilft mir auch nicht.

00:17:48.54
Ariane
Ich arbeite in einem Hardwerksbetrieb und kann kein Regal an die Wand schrauben.

00:17:51.99
Stefan Sasse
Ja, genau das ist so ein bisschen das Thema an der Stelle.

00:17:55.33
Stefan Sasse
Das hat einfach nichts miteinander zu tun, bei gar niemandem.

00:17:58.94
Stefan Sasse
Gewerkschafter werden auch nicht automatisch gute Arbeitsminister und so weiter und so fort.

00:18:04.58
Stefan Sasse
Und die Sache ist einfach, wir haben überhaupt keine...

00:18:08.33
Stefan Sasse
keinen Konsens darüber, was eigentlich das Problem ist.

00:18:11.57
Stefan Sasse
Wir sind uns klar, irgendwie ist es scheiße.

00:18:13.85
Stefan Sasse
Die Preise steigen, das Wirtschaftswachstum stagniert, der Konsumentenindex passt nicht so richtig, die Staatsschulden sind ziemlich hoch und machen jetzt nicht wirklich Anstalten zu sinken und so weiter.

00:18:27.49
Stefan Sasse
Aber woran liegt das?

00:18:28.93
Stefan Sasse
Und alleine auch mal auseinander zu klamüsern, dass wir halt die drei externen Schocks haben, das wäre ja quasi mal ein Teil für die Debatte.

00:18:36.65
Stefan Sasse
Also Corona, Ukraine, Iran.

00:18:40.70
Stefan Sasse
Die Triple, die unheilige Trio sozusagen.

00:18:45.52
Stefan Sasse
Und wenn wir richtig Pech haben, bald auch noch Taiwan, um die Vierreiter der Apokalypse voll zu machen.

00:18:51.06
Stefan Sasse
Das sind Faktoren, die haben wir überhaupt nicht in der Hand.

00:18:52.62
Stefan Sasse
Da kann ich noch so viele Strukturreformen machen.

00:18:54.88
Stefan Sasse
Die Energie bleibt teuer.

00:18:57.24
Stefan Sasse
Es nützt auch nichts, zum x-ten Mal sich zu fragen, ob entweder das Abschalten der Atomkraftwerke ein Fehler war oder ob die CDU die Bösen sind, weil sie den erneuerbaren Energienboom abgewürgt haben.

00:19:09.41
Stefan Sasse
Beides ist Vergangenheit.

00:19:10.51
Stefan Sasse
Das ist irrelevant.

00:19:11.85
Stefan Sasse
Was wir brauchen, ist ein Konzept, wie wir in Zukunft weitermachen.

00:19:14.75
Stefan Sasse
Und da hilft es weder zu sagen, oh, wir müssen neue Atomkraftwerke bauen, weil nein, werden wir nicht.

00:19:19.93
Stefan Sasse
Das ist einfach komplett unrealistisch.

00:19:21.05
Ariane
Das ist auch so eine Diskussion von vor 20 Jahren irgendwie.

00:19:24.47
Stefan Sasse
Ja, auch hier, das sind uralte Debatten und auch erneut auf beiden Seiten, ja, der Netzausbau war scheiße, ja, der hat keinen Ausbau in Speicheranlagen stattgefunden.

00:19:35.78
Stefan Sasse
Vermutlich wäre es besser gewesen, die Atomkraftwerke laufen zu lassen.

00:19:39.98
Stefan Sasse
Der Gaskauf von Russland war offensichtlich auch kein guter Plan.

00:19:43.73
Stefan Sasse
Die LNGs aus den USA erweisen sich gerade auch nicht als der Weisheit letzter Schluss.

00:19:47.81
Stefan Sasse
Wir haben

00:19:48.63
Stefan Sasse
Wir haben einfach generell einen Arsch voll Probleme und es wäre mal spannend zu sehen, wie das weitergehen soll, aber stattdessen litigieren alle nur permanent die Vergangenheit.

00:19:55.57
Stefan Sasse
Das wäre quasi mal der eine Punkt.

00:19:57.37
Stefan Sasse
Dann haben wir den anderen Punkt, der große Elefant im Raum oder in dem Fall Drache, das ist China.

00:20:04.65
Stefan Sasse
Die Industriespionage, der Protektionismus, die Wettbewerbsverzerrungen, all das hat nichts mit deutschen Sozialbeiträgen, Versicherungsbeiträgen zu tun.

00:20:14.98
Stefan Sasse
Und du wirst auch niemals einen Arbeitsplatz in Deutschland so günstig machen wie einen in China.

00:20:19.72
Stefan Sasse
Das wird nicht klappen.

00:20:21.66
Stefan Sasse
Punkt.

00:20:22.83
Ariane
Auch nicht wie Ungarn.

00:20:22.96
Stefan Sasse
Das brauche ich gar nicht jetzt...

00:20:23.27
Ariane
Ja.

00:20:24.82
Stefan Sasse
Nein, das wird nicht funktionieren.

00:20:27.72
Stefan Sasse
Das heißt, du kannst da gerne an den Margins so ein bisschen rumspielen, ja, aber das ist effektiv nur so ein Mini-Konjunkturprogramm für Unternehmen.

00:20:33.91
Stefan Sasse
Da könnte man genauso gut einfach die Unternehmenssteuer ein paar Punkte senken oder so.

00:20:37.13
Stefan Sasse
Das kommt aufs Gleiche raus, letzten Endes.

00:20:40.23
Stefan Sasse
Die Frage ist nur, wer die Kosten trägt.

00:20:42.94
Stefan Sasse
Weil bei den Sozialversicherungsbeiträgen, Arbeit etc., da bin es ich als Arbeitnehmer.

00:20:47.98
Stefan Sasse
Wenn wir an den Steuern rumverwirken beispielsweise, dann ist es wesentlich diffuser.

00:20:53.60
Stefan Sasse
Die Gesamtgesellschaft und der Haushalt, dann wird das wahrscheinlich über Schulden finanziert und damit die zukünftigen Generationen, who knows.

00:21:00.94
Stefan Sasse
Das ist also von daher, das ist da die eigentlich entscheidende Frage.

00:21:07.00
Stefan Sasse
helfen wir sozusagen den Unternehmen dann ein bisschen, indem wir die Kosten senken?

00:21:11.42
Stefan Sasse
Und ja, bestimmt.

00:21:13.21
Stefan Sasse
Aber das hat schon in den 2000ern noch sehr eingeschränkt funktioniert.

00:21:17.81
Stefan Sasse
Weil die Wettbewerbsleute, also da, wo die Arbeitsplätze hingehen, mit denen konkurrieren wir so oder so nicht.

00:21:23.97
Stefan Sasse
Und ich sehe keinerlei Maßnahmen, andere Branchen attraktiver zu machen.

00:21:28.73
Stefan Sasse
Das sind wir wieder bei IT-Deutschland.

00:21:31.99
Stefan Sasse
Zwei Welten treffen aufeinander.

00:21:35.69
Stefan Sasse
Aber okay, das wird hier überhaupt nicht diskutiert.

00:21:37.33
Stefan Sasse
Stattdessen bleiben wir ständig bei der Rente und keine Ahnung was.

00:21:41.59
Stefan Sasse
Und das bringt mich zu den Sozialversicherungen und den ganzen Geschichts, weil, dass die Rente ein Problem hat, das ist ja jetzt keine rasend neue Erkenntnis.

00:21:49.57
Stefan Sasse
Dass die Sozialversicherungsbeiträge in Deutschland hoch sind, auch nicht.

00:21:53.51
Stefan Sasse
Dass Schulden irgendwann zurückbezahlt werden müssen, auch das trifft weitgehend zu.

00:22:00.31
Stefan Sasse
Ich bin kein MMTler, schon gar nicht im Euroraum.

00:22:04.99
Stefan Sasse
Aber diese Sachen, die sind ja völlig voneinander getrennt.

00:22:07.63
Stefan Sasse
Also sozusagen unser demografisches Problem, die Finanzierbarkeit der Rente, die hat ja mit der Wettbewerbsfähigkeit erstmal nur extrem peripher zu tun.

00:22:15.32
Ariane
Und dann

00:22:16.25
Stefan Sasse
Und es wird aber alles so durcheinandergeschmissen.

00:22:19.23
Stefan Sasse
Und mir fehlt quasi jegliche Analyse, die dann auch eine kohärente Policy-Antwort möglich machen würde.

00:22:29.69
Stefan Sasse
Wir kommen immer wieder darauf zurück, das Einzige, was ich in die Richtung gesehen habe, ist aus dem Hause Warken, also Gesundheitsministerium.

00:22:35.89
Stefan Sasse
Die haben einfach mal einen vernünftigen Plan für ihr Arbeitsportfolio aufgestellt und haben so eine Liste gemacht, wo quasi jeder schmerzhafte Einschnitte hinnehmen muss und die diskutieren wir jetzt und die kann man abarbeiten.

00:22:46.51
Stefan Sasse
So sollte das eigentlich laufen.

00:22:48.41
Stefan Sasse
Und da sind auch vernünftige Problembeschreibungen dahinter.

00:22:51.64
Stefan Sasse
Und allen ist auch klar, dass nichts davon versucht, quasi den großen Wurf, dass die Privatversicherungen ein Riesenproblem sind in ihrer aktuellen Form, keine Frage, können wir es ja abschaffen?

00:23:01.64
Stefan Sasse
Nein, das ist einfach völlig außer Frage, Pfadabhängigkeit etc.

00:23:06.14
Stefan Sasse
Deswegen gehen wir da erst gar nicht ran.

00:23:08.03
Stefan Sasse
Wir fordern auch nicht schon wieder die Einführung der Bürgerversicherung.

00:23:10.57
Stefan Sasse
Wir spielen einfach am System rum mit denen.

00:23:13.20
Ariane
Als Ideal finde ich das nicht verkehrt, aber da musst du halt ernsthaft drüber reden und einen Plan aufstellen.

00:23:14.87
Stefan Sasse
Ja, natürlich.

00:23:17.46
Stefan Sasse
Genau, aber eben nicht in einem Policy Paper aus dem Ministerium.

00:23:18.07
Ariane
Ja.

00:23:22.36
Stefan Sasse
Und das machen wir eben überhaupt nicht auf den anderen Sektoren.

00:23:25.22
Stefan Sasse
Bei der Rente wird darüber diskutiert permanent, ob man die Wärmtenreformpensionen abschaffen soll.

00:23:30.89
Stefan Sasse
Das geht überhaupt nicht.

00:23:33.33
Stefan Sasse
Das ist verfassungsrechtlich gemacht.

00:23:36.77
Stefan Sasse
Das sind Anwartschaften.

00:23:38.67
Stefan Sasse
Also wie gesagt, da bist du sofort im Verfassungsrecht, sobald du daran bist.

00:23:41.41
Stefan Sasse
Was du machen kannst, ist nicht mehr so viel für Beamten wie früher.

00:23:45.35
Stefan Sasse
Also die alte Debatte von Lehrern nur noch als Angestellte, das geht.

00:23:49.05
Stefan Sasse
Aber mit dem bestehenden Beamtenapparat, da kannst du relativ wenig machen.

00:23:52.95
Stefan Sasse
Und wenn, wie du vorher angeteasert hast, dann geht es über Jahrzehnte.

00:23:56.65
Stefan Sasse
Aber wir reden ja alle drüber, als müssten wir quasi für morgen das Steuer rumreißen.

00:24:00.19
Ariane
Ja.

00:24:00.64
Stefan Sasse
Das Gleiche gilt auch für die Rente.

00:24:02.36
Stefan Sasse
Jede Reform, die wir da machen, wird über Jahrzehnte laufen.

00:24:06.31
Stefan Sasse
Und diese Grundwahl, diese Grundehrlichkeit sozusagen über den Scope, den wir hier haben, die findet überhaupt nicht statt.

00:24:17.64
Stefan Sasse
Dass wir sozusagen gucken, wo brauchen wir Quick Fixes?

00:24:20.70
Stefan Sasse
Also wo ist quasi eine akute Krise, die man auch mit irgendeiner akuten Maßnahme lösen kann?

00:24:27.22
Stefan Sasse
Und wo haben wir tatsächlich Strukturprobleme?

00:24:29.62
Stefan Sasse
Und da müssen wir halt dann wirklich uns zusammensetzen und diese Listen machen, wie das die Warken auch gemacht hat.

00:24:35.64
Stefan Sasse
Für jeden einzelnen fucking Bereich muss das dann eben entsprechend... Bitte?

00:24:38.14
Ariane
Genau, die man tauschen kann.

00:24:41.79
Ariane
Die SPD sagt, ich will das haben und tauscht gegen was anderes und gibt eins auf.

00:24:47.13
Stefan Sasse
Genau.

00:24:48.81
Stefan Sasse
Das ist das, was da passieren muss.

00:24:49.99
Stefan Sasse
Und die müssen Kompromisse schließen, weil sie sind in einer Koalition, auch wenn sie das nicht hören wollen.

00:24:55.44
Stefan Sasse
Alle beide.

00:24:57.08
Stefan Sasse
Da kommen die nicht drum rum.

00:24:59.13
Stefan Sasse
Und also aktuell kommen sie schon drum rum, aber wenn sie es lösen wollen, dann kommen sie nicht drum rum.

00:25:04.19
Stefan Sasse
Und das ist so das, was mich ganz, ganz massiv stört.

00:25:07.23
Stefan Sasse
Und in der Debatte ist es eben auch, also auch in den Medien werden diese unglaublichen Stellvertretekämpfe geführt.

00:25:15.33
Stefan Sasse
Das sind wirklich die gleichen Argumente wie vor 20 Jahren, die da hoch und runter gefahren werden.

00:25:20.45
Stefan Sasse
Das ist dasselbe im Grün.

00:25:22.51
Stefan Sasse
Und das ist eine...

00:25:26.27
Stefan Sasse
Parallelwelt und Selbstbeschäftigung die Katastrophe alles.

00:25:31.08
Ariane
Ja, also ich würde hier gerne noch, weil ich verstehe auch die Diskussion nicht so gerne, ich habe ja gesagt, das ist so ein Hobby von Journalisten und Politikern, ich verstehe nicht, dass parallel dazu über eine Einkommenssteuerreform geredet wird, die alle entlasten sollen, während auf der anderen Seite sollen ja zumindest sehr viele Menschen wiederum belastet werden, wo ich auch schon sage, dann lass das doch, das kostet 50 Milliarden oder so, schmeiß das einfach in die Sozialversicherungsleute, da profitieren Arbeitnehmer und Unternehmen, alle sind glücklich.

00:25:58.18
Ariane
Weil ich würde massiv profitieren, weil ich nicht so viel verdiene, aber auf der anderen Stelle würde ich das ja sofort wieder verlieren.

00:26:05.39
Ariane
Weil dann muss ich mehr für die Krankenkasse irgendwie bezahlen, mein Pflegebeitrag soll erhöht werden und so weiter.

00:26:09.77
Ariane
Also ich würde mich jetzt nicht freuen, weil es wäre ein Nullsummen-Spiel.

00:26:14.53
Ariane
Also das finde ich auch eine ganz schräge Debatte, die da parallel läuft.

00:26:21.86
Ariane
weil es so entgegengesetzt ist.

00:26:23.82
Ariane
Also ich brauche dann auch niemanden, also man muss sich dann mal entscheiden, ob die Regierung mir erzählt, ich muss Opfer bringen und Zumutungen ertragen, aber nächsten Tag erzählt sie mir, übrigens werden sie mich entlasten.

00:26:34.14
Ariane
Das ist ja komplett gegensätzlich.

00:26:36.46
Stefan Sasse
Ja, das ist was ich meine.

00:26:36.62
Ariane
Und

00:26:37.54
Stefan Sasse
Die holen alle ihre großen Schlager raus und da gehört zum Beispiel seitens der CDU immer diese fucking Steuerkürzungsdebatte rein.

00:26:44.76
Stefan Sasse
Und das macht ja in manchen Situationen bestimmt Sinn, aber aktuell reden wir drüber, dass dem Staat die Kohle ausgeht und dann reden die über steuerliche Entlastungen.

00:26:53.90
Stefan Sasse
Und dann heißt es überall, wir müssen den Gürtel enger schneiden und wir müssen Opfer bringen und dann wird die Flugzeugsteuer gesenkt oder zumindest nicht erhöht oder whatever, damit die Leute sich weiter Flüge nach Mallorca leisten können.

00:27:03.86
Ariane
Ja, also das ist schon, weiß nicht, merkwürdig.

00:27:05.02
Ariane
Also das...

00:27:05.47
Stefan Sasse
Das macht alles überhaupt keinen Sinn.

00:27:08.58
Stefan Sasse
Nichts von diesem Zeug passt zusammen.

00:27:18.57
Ariane
ist, glaube ich, und eigentlich habe ich ja gehofft, das wird besser nach der Ampel, aber das ist, wie gesagt, total inkohärent.

00:27:25.10
Ariane
Sie kommen auch zu nichts, das wird auch unkonkret.

00:27:28.84
Ariane
Ich habe mir, glaube ich, letztes Mal so eine kleine Liste geguckt, welche Gesetze sie schon durchgebracht haben.

00:27:33.86
Ariane
Und das ist fast zu 100 Prozent, die CDU wollte alle Gesetze rückgängig machen, die die Ampel durchgebracht hat.

00:27:41.40
Ariane
Wir haben irgendwie, ich glaube, die Bürgergeldsachen, die...

00:27:45.81
Stefan Sasse
Vielen Dank.

00:27:46.05
Ariane
Die Ampel damals geändert hat, wurde rückgängig gemacht.

00:27:48.69
Ariane
Ich glaube, das geht jetzt durch.

00:27:49.73
Ariane
Die Luftverkehrssteuer wurde gesenkt, weil die Ampel sie erhöht hat.

00:27:53.93
Ariane
Das Heizungsgesetz ist jetzt durch, aber jetzt ist man fertig.

00:27:58.43
Ariane
Und ich habe das Gefühl, das Einzige, was man jetzt noch drei Jahre lang machen will, ist zu diskutieren, dass die Sozialkassen morgen pleite sind.

00:28:07.19
Stefan Sasse
Das erinnert schon so ein bisschen an die Lage 1998, wo Rot-Grün im Endeffekt auch mit einer massiven Plattform angetreten ist.

00:28:15.90
Stefan Sasse
Also zumindest die SPD, die Grünen, die hatten ja den Atomausstieg und der Dosenpfand und so.

00:28:20.38
Stefan Sasse
Aber die SPD ist da schon zuerst angetreten mit diesem Befahren die CDU-Reform von Kohl wieder zurück.

00:28:26.30
Stefan Sasse
Ja, da wurde ja dann diese Rentenreform abgewickelt und hier und da und dieses und jenes.

00:28:32.14
Stefan Sasse
Und anderthalb Jahre später war man dann an dem Punkt, wo man feststellt, scheiße, jetzt müssen wir das doch alles nochmal machen.

00:28:37.46
Stefan Sasse
Ja, nur unter erschwerten Bedingungen sozusagen.

00:28:40.48
Stefan Sasse
Und da kommt die CDU-Krane auch raus.

00:28:42.48
Stefan Sasse
Ich meine, die machen gerade ständig das, was Habeck immer gesagt hat.

00:28:46.36
Stefan Sasse
Nachdem sie die ganze Zeit vollmundig angekündigt haben, dass sie genau das nicht mehr machen.

00:28:50.38
Stefan Sasse
Links ist vorbei und wir drehen das Heizungsgesetz zurück und keine Ahnung was.

00:28:54.62
Stefan Sasse
Und sie landen permanent bei den gleichen Dingen, die letzten Endes die Grünen machen wollten.

00:29:01.12
Stefan Sasse
Womit sie ihre eigenen angefeuerten AnhängerInnen einfach massiv enttäuschen, zwangsläufig.

00:29:09.43
Ariane
Ja, oder verschlimmbassern, weil sie dann ja irgendwas anders machen müssen und das anders verkaufen müssen.

00:29:10.76
Stefan Sasse
Ja, das hat ja damals die SPD auch erlebt.

00:29:17.08
Stefan Sasse
Die SPD hatte damals auch im Endeffekt versprochen, dass jetzt sogar die ganz große Wende kommt, dass man jetzt so richtig cool wieder sozialdemokratisch und gerechter wird.

00:29:27.62
Stefan Sasse
Innovation und Gerechtigkeit war ja 1998 das Schlagwort.

00:29:30.63
Stefan Sasse
Und was kam dann?

00:29:31.89
Stefan Sasse
Im Endeffekt das Gleiche in Rot-Grün.

00:29:35.69
Stefan Sasse
Und das hat entsprechend Leute angepieselt.

00:29:40.14
Ariane
Ja, also das ist auch

00:29:41.34
Stefan Sasse
Und genau das Gleiche haben wir jetzt auch, aber das liegt eben nicht daran, dass die SPD und die Grünen damals alle Verräter gewesen wären und es liegt auch heute nicht daran, dass in der CDU alle Verräter sind, sondern einfach, dass da bestimmte Mechanismen und Zwänge ablaufen, die man sich einfach nicht hat eingestehen wollen lange.

00:30:01.44
Ariane
Genau, und was dazu führt, dass man sich immer mehr in so eine Fantasiewelt flüchtet.

00:30:05.100
Ariane
Also das haben wir ja auch schon gesagt, diese Ideen über Minderheitsregierung.

00:30:10.52
Ariane
März wird abgelöst, ich weiß nicht, irgendwie großer Kanzlertausch, morgen kommt Wüst oder Günther oder so.

00:30:17.66
Ariane
Das sind ja komplette Fantasien.

00:30:20.12
Ariane
Also das, wie gesagt, auch beide machen jetzt nicht den Eindruck, als hätten sie jetzt

00:30:26.96
Ariane
große Lust, die pragmatische Regierung zu sein oder so, aber da habe ich auch das Gefühl, dass man sich ja eben in so eine Fantasiewelt flüchtet und dass eben dieses Große, was wir, was du hattest, das im Blog, glaube ich, das ist genauso wie mit dieser großen Rede, die alles verändert oder jetzt Jahrhundertreformen, wir einigen uns jetzt einmal und dann sind die Probleme gelöst, das ist, so ist die Welt leider nicht.

00:30:28.07
Stefan Sasse
Ja, das sind totale Fantasien.

00:30:54.07
Ariane
Und wenn, dann muss man mehr dafür machen.

00:30:56.11
Ariane
Also wenn, dann wird man nicht eine Reform machen, dann muss man daraus wirklich ein Generationenprojekt haben.

00:31:02.25
Ariane
Es reicht ja auch nicht, wenn Olaf Scholz sich einmal hinstellt, irgendwas von Zeitenwende erzählt und wir haben, zwei Jahre später haben wir die größte Armee Europas.

00:31:04.63
Stefan Sasse
Ja.

00:31:09.77
Ariane
Das ist auch ein Projekt, das über Jahrzehnte laufen wird.

00:31:15.35
Stefan Sasse
Der Barack Obama hat es mal sehr, sehr schön formuliert.

00:31:18.37
Stefan Sasse
Er hat gesagt, eine Regierung ist ein Tanker.

00:31:22.05
Stefan Sasse
Und jeder Präsident und bei uns gegebenenfalls jeder Bundeskanzler kann, wenn er Glück hat und es gut macht, den Kurs dieses Tankers um zwei Grad ändern.

00:31:32.74
Stefan Sasse
Das ist nicht viel, aber über die Jahre agiert sich das auf, sozusagen.

00:31:37.10
Stefan Sasse
Und irgendwann hat der Tanker dann einen komplett neuen Kurs.

00:31:41.54
Stefan Sasse
Und das ist etwas, das fehlt einfach völlig in diesem Verständnis.

00:31:47.44
Stefan Sasse
Das ist ein, und da kommen wir zu unserem Blog-Titel, zu unserem Blog-Namen, das ist ein bohrenharter Bretter mit Leidenschaft und Augenwachs.

00:31:57.72
Stefan Sasse
Aus diesem Zitat haben wir, deswegen sind wir die Bohrleute, weil man das eben permanent machen muss.

00:31:58.92
Ariane
und dauerhaft.

00:32:04.60
Stefan Sasse
Und diese Erkenntnis fehlt weitgehend.

00:32:10.03
Stefan Sasse
Das ist quasi ein ganz, ganz großes Thema.

00:32:15.27
Ariane
Lass uns doch noch mal kurz, wir hatten das kurz vorher angesprochen, weil eigentlich wurde ich eingeladen, möchte ich ja mal betonen, um über den Acht-Stunden-Tag zu reden.

00:32:25.38
Ariane
dann sollten wir das vielleicht auch mal machen.

00:32:27.30
Ariane
Also kurz, im Moment ist es so, vom Arbeitszeitgesetz, es ist erlaubt, es gilt eine Höchstzeit von 10 Stunden, die aber innerhalb von 6 Monaten müssen die ausgeglichen werden sein, dass man täglich 8 Stunden arbeitet.

00:32:45.86
Ariane
Und dann gibt es noch 10.000 Ausnahmeregelungen, wenn man...

00:32:50.87
Ariane
Schichtdienst macht oder Rettungsdienst oder sowas.

00:32:52.95
Ariane
Aber das ist eigentlich die Gesetzeslage für alle.

00:32:56.12
Ariane
Und jetzt wird ja länger darüber diskutiert, dass der geändert werden soll.

00:33:04.42
Ariane
Und das Verrückte, was wir auch diskutiert haben, ist, dass noch gar nicht klar ist, wohin.

00:33:12.38
Ariane
Wenn man zum Beispiel sagt, wir gehen einfach auf das, was die EU sagt, weil die hat das wöchentlich auf 48 Stunden und mit einer Ruhezeit von 11 Stunden, dann wäre man ungefähr bei einer Höchstarbeitszeit von 13 Stunden.

00:33:27.93
Ariane
Wie läuft das eigentlich bei Beamten?

00:33:29.43
Ariane
Habt ihr da Gesetze?

00:33:31.58
Stefan Sasse
Wir haben eine 41-Stunden-Woche.

00:33:33.53
Ariane
Okay, aber ich weiß gar nicht, die normalen Arbeitszeitgesetze gelten ja auch für Beamte.

00:33:38.70
Stefan Sasse
Natürlich nicht exakt, aber weitgehend.

00:33:40.42
Stefan Sasse
Das Ding ist, ich bin Lehrer.

00:33:41.12
Ariane
Also es macht einfach jeder so.

00:33:42.95
Stefan Sasse
Ja, ich bin Lehrer.

00:33:44.29
Stefan Sasse
Für mich gelten eh keine Arbeitszeitgesetze.

00:33:46.81
Stefan Sasse
Ich habe da mal vor längerer Zeit einen Artikel geschrieben, rechtsfreier Raum, Klassenzimmer.

00:33:52.09
Stefan Sasse
Wir brechen permanent jegliches Arbeitsrecht, was es in irgendeiner Art und Weise so gibt.

00:33:56.93
Stefan Sasse
Aber wenn du jetzt ein Beamter bist, beispielsweise im Ministerium oder in der Stadt, das kannst du weitgehend vergleichen.

00:34:02.15
Stefan Sasse
Wie gesagt, nur die wöchentliche Arbeitszeit ist höher, weil die eben ungefähr 41 Stunden betritt.

00:34:07.39
Stefan Sasse
Also sie betritt... Alter...

00:34:12.99
Ariane
Es ist sehr warm in Deutschland.

00:34:15.08
Stefan Sasse
Ja, es ist extrem warm.

00:34:16.46
Stefan Sasse
Mir fehlt gerade wirklich das Wort beträgt.

00:34:21.86
Stefan Sasse
41 Stunden hier in Baden-Württemberg.

00:34:23.08
Stefan Sasse
Ich kann nicht sagen, wie es in anderen Bundesländern ist, aber so ist es.

00:34:26.02
Stefan Sasse
Ich habe einen Kumpel, der arbeitet im Innenministerium, also im Landesinnenministerium.

00:34:30.69
Stefan Sasse
Der ist da Beamter und die haben ganz regulär 41 Stunden Wochenarbeitszeit, 30 Tage Urlaub im Jahr.

00:34:36.17
Stefan Sasse
Also quasi das Standardding, was Arbeitnehmer auch entspricht.

00:34:39.05
Stefan Sasse
Die arbeiten schon relativ viel, aber das interessiert in der Debatte ja auch wieder niemanden.

00:34:47.01
Ariane
Ich habe wenige Arbeitsstunden.

00:34:48.75
Ariane
Ich habe 38 oder 37,5.

00:34:50.45
Ariane
Und was ich mich erfrage, wie gesagt, dieses Ziel.

00:34:56.37
Ariane
Und ich glaube, das ist auch das, was die Fronten so verhärtet.

00:34:59.43
Ariane
Weil öffentlich wird ja so getan, als wenn das einfach nur flexibler sein soll.

00:35:05.81
Ariane
Aber das geht ja heute auch schon.

00:35:12.69
Ariane
Ich kann total flexibel arbeiten.

00:35:15.27
Ariane
Es gibt mittlerweile oft elektronische Zeiterfassung.

00:35:18.69
Ariane
Bei meinem alten Job konnte ich mich per Handy quasi überall einbuchen.

00:35:22.07
Ariane
Da bin ich oft rumgefahren und habe mir Sachen angeguckt und habe mich dann eine Stunde eingebucht, weil ich irgendwo einen kaputten Zaun begutachtet habe oder sowas.

00:35:30.53
Ariane
Also sowas geht ja völlig problemlos.

00:35:33.53
Ariane
Und ich hinde auf das Ziel, weil A...

00:35:39.40
Ariane
Die öffentliche Debatte geht ganz klar, hallo Herr Merz, wir sind ja alle faul, Hauptsache mehr arbeiten.

00:35:47.13
Ariane
Und finde ich, ist das sowieso fraglich.

00:35:52.10
Stefan Sasse
Vielen Dank.

00:35:53.76
Ariane
wie viel produktive Arbeit, ich weiß ja nicht, was die Leute für Jobs haben, man zwischen seiner 10. und 12.

00:36:00.45
Ariane
Arbeitsstunde machen kann, weil viele Jobs, also je verrückter der Tag, desto wichtiger ist für mich, dass ich wirklich nach 8,5 Stunden mich dann ausklinge, weil irgendwann kriegt man einfach auch nichts mehr gebacken, also mein Job ist ziemlich stressig, den kannst du jetzt nicht in der 11.

00:36:16.60
Ariane
Stunde, macht das auch irgendwann keinen Sinn mehr.

00:36:22.48
Ariane
Und das finde ich komisch und wie gesagt, das ist auch das, was, wenn ich höre, Herr Merz nennt mich faul und keine Ahnung, das soll jetzt alles flexibler sein, dann kommt bei mir nur eine Arbeitszeiterhöhung ohne Lohnausgleich.

00:36:40.21
Ariane
Ja, genau.

00:36:41.24
Stefan Sasse
Das ist ja auch das, was sie meinen, weil sonst würde das überhaupt keinen Sinn machen.

00:36:45.48
Stefan Sasse
Deswegen, das ist mein Problem an diesem Teil des Reformdiskurses, die lügen und sie lügen extrem schlecht.

00:36:55.79
Stefan Sasse
Weil es geht darum, meine Rechte und mein Gehalt zu reduzieren.

00:37:01.91
Stefan Sasse
Das ist das, was sie wollen.

00:37:03.41
Stefan Sasse
Aber sie sagen es nicht.

00:37:04.95
Stefan Sasse
Sie sind unglaublich unehrlich, aber jeder weiß es.

00:37:08.52
Stefan Sasse
Und trotzdem behaupten sie ständig, dass das nicht der Fall sei.

00:37:11.71
Stefan Sasse
Aber alles andere macht keinen Sinn.

00:37:13.69
Stefan Sasse
Du kannst nicht erzählen, wir müssen alle mehr arbeiten und wir müssen den Acht-Stunden-Tag killen deswegen, aber ihr arbeitet dann gar nicht mehr.

00:37:22.81
Stefan Sasse
Also wer soll denn das glauben?

00:37:25.25
Stefan Sasse
Ich glaube diesen Leuten einfach nicht.

00:37:27.25
Stefan Sasse
Ich halte sie für Lügner.

00:37:28.96
Ariane
Ja.

00:37:29.59
Stefan Sasse
Und ich habe keinerlei Vertrauen da drin.

00:37:33.35
Stefan Sasse
Das ist genau das Gleiche wie bei dieser Beamten-Diskussion.

00:37:38.51
Stefan Sasse
Wäre es grundsätzlich sinnvoll, die Pensionen abzuschaffen und in die gesetzliche Rentenversicherung zu überführen?

00:37:43.41
Stefan Sasse
Ja, überhaupt keine Frage.

00:37:45.99
Stefan Sasse
könnte man das so machen, dass die Beamten dann danach eine äquivalente Absicherung und oder eben mehr Gehalt haben, dass sie privat vorsorgen können?

00:37:53.100
Stefan Sasse
Ja.

00:37:54.48
Stefan Sasse
Habe ich in irgendeiner Art und Weise Vertrauen drauf, dass das was anderes als eine massive Kürzung wäre?

00:37:58.80
Stefan Sasse
Nein, weil ihr würdet mich anlügen.

00:38:01.48
Stefan Sasse
Oder ihr würdet es einfach direkt sagen und machen, weil Beamte halt entgegen des Vorurteils nicht wirklich eine Lobby im Bundestag haben.

00:38:08.87
Stefan Sasse
Dementsprechend, also da stehen hauptsächlich die verfassungsrechtlichen Probleme entgegen.

00:38:13.73
Stefan Sasse
Aber das ist

00:38:14.34
Ariane
Eure Lobby sind Gerichtsurteile nach 20 Jahren.

00:38:16.84
Stefan Sasse
Sozusagen, ja, das ist unsere Lobby ist halt das Kaiserreich irgendwo, weil das, wie heißt die Althergebrachten?

00:38:24.72
Ariane
Das preußische Beamtentum lebt wieder auf.

00:38:26.31
Stefan Sasse
Ja, mir fällt gerade die Formulierung im Grundgesetz nicht ein.

00:38:28.77
Stefan Sasse
Die althergebrachten Grundsätze des Beamtentums, die unterstehen effektiv einem fast gleichen Schutz wie Ehe und Familie.

00:38:35.83
Stefan Sasse
Die Alliierten haben es nicht geschafft, nach der vollständigen Niederlage der Deutschen und der Besetzung des Landes die Beamten loszuwerden.

00:38:42.25
Stefan Sasse
Dann wird Friedrich Merz auch nicht gelingen, ist mein Punkt.

00:38:46.79
Stefan Sasse
Ja, ich hoffe, das beantwortet deine Frage.

00:38:50.18
Ariane
Ja, und ich glaube, das ist auch eine Folge von diesem Diskurs.

00:38:55.96
Ariane
Das macht ja auch jegliche Reformdebatte kaputt.

00:38:59.38
Ariane
Also irgendwer, der jetzt mal irgendwas mit Plan machen wollte, weil so breit jemand Reform hört, es geht ja nur noch, wir haben ja auch eine Gesundheitsreform, die sich einfach nur darauf beschränkt, Kosten zu senken.

00:39:12.77
Ariane
Aber andere Probleme im Gesundheitswesen, mit der Pflegereform kriegen wir jetzt genau das Gleiche.

00:39:18.71
Ariane
Es geht ja auch nicht um pflegerische Ansätze, es geht ja auch nur darum, die Kosten zu senken.

00:39:24.03
Ariane
Und natürlich, wenn wir dann hören, irgendwie Arbeitszeit flexibler nutzen, natürlich kommt dann auch einfach nur an, man will an unsere Kohle oder an die Kohle an sich auf jeden Fall irgendwie Kosten sparen.

00:39:36.38
Ariane
Aber das ist keine Politik.

00:39:40.03
Ariane
Also ganz ehrlich, kannst du auch alles abschaffen.

00:39:42.23
Ariane
Also ist ja auch nicht durchsetzbar, aber es ist halt keine Politik, einfach nur Kosten zu sparen, ohne dass da weitere Pläne irgendwie hinterstehen.

00:39:50.06
Ariane
Ja.

00:39:51.56
Stefan Sasse
Das ist wieder diese Konzentration auf den Haushalt und es mag ja dann sein, dass dann der Haushalt 2026 aufgeht, der für 2027 von mir aus auch noch, mit viel Glück der von 2028 und dann haben wir wieder effektiv dieselben Probleme, weil erneut, das sind ja auch strukturelle Ursachen drin, die überhaupt nicht angegangen werden.

00:40:09.29
Stefan Sasse
Und nur weil man jetzt ein bisschen Zahlenmassage betreibt, dass die Rentenversicherung nur so und so viel Minus macht, dass auch Steuermitteln gedeckt werden muss, anstatt sich halt einfach mal die Frage zu stellen, ob man möglicherweise dieses System einfach generell umstellen möchte.

00:40:24.87
Ariane
Ja.

00:40:26.29
Stefan Sasse
Dann verstetigt man halt und steht endlich mal zu diesem, zu diesem Steuermittelzuschuss, der eh de facto in das Rentensystem mittlerweile eingebaut ist.

00:40:37.18
Stefan Sasse
anstatt da ständig so zu tun, als wäre das quasi ein Manko, das relativ neu ist und das man nächstes Jahr beseitigen könnte.

00:40:45.25
Stefan Sasse
Das ist mittlerweile ja auch komplett systemisch in dem Ding drin.

00:40:49.47
Stefan Sasse
Das ist ja nicht so, als würde dieser Steuerzuschuss irgendwann verschwinden.

00:40:53.53
Stefan Sasse
Das ist ja mittlerweile ein weiteres Standbein der Rente effektiv.

00:40:57.05
Stefan Sasse
Und dann könnte man vielleicht auch einfach mal hingehen und sagen, ja gut, dann organisieren wir das halt mal vernünftig, anstatt dass das immer dieses Provisorium bleibt und rechtlich.

00:41:04.99
Ariane
Was auf der anderen Seite auch das Problem ist, was wir auch im letzten Podcast angesprochen haben, was manchmal auch da zustande kommt, dass das gute schwarze Kassen sind, wo man einfach Gelder verschwinden lassen kann, damit sie aus dem Haushalt raus sind.

00:41:19.66
Ariane
Also da eine klare Regelung zu finden in beide Richtungen würde auch schon helfen.

00:41:26.00
Stefan Sasse
Ja, man könnte ja einfach mal von der Realität ausgehen bei diesen Debatten, anstatt quasi mit diesen Fantasien zu arbeiten.

00:41:35.02
Ariane
Ja.

00:41:36.82
Ariane
Und dann noch, also wir hatten das, glaube ich, im Blog kurz, weil wir sind ja so diese Generation nach dem Boomer.

00:41:44.42
Ariane
Oder bei dir auch, oder?

00:41:45.50
Ariane
Also meine Eltern würden beide noch unter die Boomer fallen.

00:41:46.60
Stefan Sasse
Ja, ja, meine sind Jahrgang 60 und 62.

00:41:50.00
Ariane
Ja, meine 62 und 64, glaube ich.

00:41:54.48
Ariane
Und wir haben ja die fatalistische Ansicht, dass wir...

00:42:00.54
Ariane
am gearschtesten sind sozusagen.

00:42:02.76
Ariane
Weil wir quasi jetzt beide im Berufsleben, im Rush Hour, das Leben stehen.

00:42:07.52
Ariane
Die Boomer gehen alle in Rente.

00:42:11.69
Ariane
Und wirklich besser wird es wahrscheinlich erst, wenn sie ausgestorben sind.

00:42:16.29
Ariane
Was nicht heißt, dass sie sterben sollen.

00:42:17.63
Ariane
Wie gesagt, das sind ja unsere Eltern.

00:42:19.21
Ariane
Aber jetzt kommt der Boomer-Bauch, der in den 70ern, 80ern gut war.

00:42:28.11
Ariane
ist halt jetzt, ich habe das glaube ich die Buma-Dividende zum Vergleich zur Friedensdividende genannt.

00:42:36.14
Ariane
Jetzt kommen die halt in ein Alter, wo sie Rente kriegen, krank werden können, pflegebedürftig sind und Geld kosten statt Neues reinbringen.

00:42:47.90
Ariane
Und das ist, also ich habe es ja genannt, es ist ein Sondereffekt, der auf lange Sicht auch wieder verschwindet.

00:42:57.06
Ariane
Also wenn man sich den Buma-Bauch, genau, also es ist ja tatsächlich ein Sondereffekt, der irgendwann weggeht.

00:42:57.26
Stefan Sasse
Der Boomerbauch hast du es genannt.

00:43:04.11
Ariane
Also es ist, wenn man sich diese Baumstruktur eben ansieht, dann sieht man ziemlich genau, irgendwann war das vorbei, mit dem Pillenknick in den 70ern oder was weiß ich.

00:43:13.61
Ariane
Gründe sind ja auch erstmal egal, aber seitdem haben wir ein sehr konstantes, langsames Absinken.

00:43:23.24
Ariane
Und zwar wirklich seit 50 Jahren, glaube ich, ungefähr.

00:43:26.48
Stefan Sasse
Das ist ein geldweites Thema, ja.

00:43:26.54
Ariane
Ein bisschen mehr oder weniger, aber auf lange Sicht ist das, und zwar komplett.

00:43:31.42
Ariane
Es ist kein deutsches Problem, es ist auch kein europäisches Problem.

00:43:34.36
Ariane
Es ist ein, genau, und zwar ein weltweites Thema, das eigentlich heißt, die Gesellschaft ist wohlhabend und kann sich Familien, hat Familienplanung entdeckt, sag ich mal.

00:43:52.48
Stefan Sasse
Ich habe auch das Gefühl, by the way, deswegen können wir diese kompletten Kinderförderungs-, also Fertilitätsförderungsprogramme einfach Adapter legen.

00:44:01.34
Stefan Sasse
Ob das jetzt das Elterngeld ist oder die Mütterrente oder sonst irgendwas, nichts wird einen großen Eindruck machen.

00:44:07.98
Stefan Sasse
Wir sehen das auch in allen anderen Ländern, sobald du quasi die

00:44:11.25
Stefan Sasse
Migrationen rausrechnest sozusagen.

00:44:14.13
Stefan Sasse
Sobald ein bestimmtes Wohlstandslevel erreicht wird, egal welche Kultur, egal welches Land, die Fertilitätsraten sinken ab auf dieses Niveau von letztlich deutlich unter zwei Kindern pro Frau.

00:44:27.41
Stefan Sasse
Was wir auch erreicht haben, 1,3, 1,4, vielleicht mal 1,5.

00:44:30.74
Stefan Sasse
In Extremfällen wie Südkorea langsam nur noch bei 1.

00:44:36.52
Stefan Sasse
Das ist letztlich auch just a fact.

00:44:40.44
Stefan Sasse
Und wir tun permanent so.

00:44:41.56
Ariane
Ich finde es auch nicht schlimm.

00:44:41.66
Stefan Sasse
Weiß ich nicht.

00:44:42.96
Ariane
Also so sehr werden wir nicht aussterben.

00:44:45.84
Ariane
Also ich finde es nicht schlimm, als dass man jetzt erstmal nicht.

00:44:46.30
Stefan Sasse
Ich weiß nicht mal, ob es schlimm ist oder nicht.

00:44:48.92
Stefan Sasse
Mein Problem ist vielmehr, was soll man dagegen tun?

00:44:52.36
Stefan Sasse
Das ist das Gleiche, was du gesagt hast mit den Boomern.

00:44:54.94
Stefan Sasse
Letzten Endes, es gibt bestimmte Dinge, ich fürchte, die müssen wir einfach ertragen.

00:45:01.19
Stefan Sasse
Und ich glaube tatsächlich, dieses demografische Problem der Rente gehört dazu.

00:45:05.47
Stefan Sasse
Also ich, alle Messages, die ich zu dem Thema kriege, von Politik, von Medien, von Wirtschaft, von Wissenschaft und so weiter ist, du bist im Arsch.

00:45:16.86
Ariane
Ja.

00:45:17.53
Stefan Sasse
Dieses dauerhafte Mantra von wir werden nicht dieselben Renten- und Altersbezüge haben wie unsere Eltern und so weiter, davon geht doch eh inzwischen jeder aus, ohne irgendwas dagegen tun zu können oder tun zu wollen.

00:45:29.84
Stefan Sasse
Das Wollen ist auch nur so ein ganz eigenes Problem, was mit der privaten Rentenversicherung zusammenhängt, aber das ist ein Thema für einen eigenen Podcast.

00:45:36.88
Stefan Sasse
Aber so oder so werde ich gearscht sein.

00:45:39.98
Stefan Sasse
Ich werde höhere Beiträge haben, ich werde weniger Leistungen haben und ja, auch als Beamter, ich meine, ich kriege jetzt schon deutlich weniger als Beamter, noch vor 20 Jahren bekommen haben.

00:45:49.12
Stefan Sasse
Ja, der wurde ja schon massiv gesenkt.

00:45:51.42
Stefan Sasse
Das fehlt in der Debatte häufig auch komplett.

00:45:54.06
Stefan Sasse
Ich kann das gerne mal auflisten, wen das interessiert.

00:45:57.94
Stefan Sasse
Die haben genauso geblutet wie alle anderen auch.

00:46:00.94
Stefan Sasse
Betriebsrenten existieren praktisch nicht mehr, zumindest nicht in der Form, wie sie mal vor 20, 30 Jahren existiert haben und so weiter.

00:46:08.39
Stefan Sasse
Wir sind im Eimer.

00:46:09.55
Stefan Sasse
Und was ich höre, letztendlich wieder in zahlreichen Artikeln, ich gebe das quasi einfach mal als Aggregat wieder, ist, wir müssen jetzt einmal mehr den Gürtel enger schnallen, also höhere Beiträge, weniger Leistungen etc.

00:46:21.31
Stefan Sasse
Und wenn es dann irgendwann besser wird, dann können wir ja gegebenenfalls auch wieder mehr machen.

00:46:26.01
Stefan Sasse
Ja, aber das ist genau das, worauf es rausläuft.

00:46:28.57
Stefan Sasse
We have to suck it up.

00:46:30.27
Stefan Sasse
Und du kannst es jetzt, wenn du möchtest, in die Sprache von irgendwelchen Reformen verkleiden oder was auch immer.

00:46:36.61
Stefan Sasse
Aber es läuft darauf raus, du und ich, unsere Generation plus minus zehn Jahre, wir kriegen den Scheiße-Sandwich ab und mit ein bisschen Glück ist es dann für unsere Kinder besser.

00:46:48.77
Stefan Sasse
Aber das ist effektiv das, was wir werden tun müssen irgendwo.

00:46:49.70
Ariane
Ja.

00:46:53.54
Stefan Sasse
Wir kriegen auch mit Sicherheit einen guten Teil von der Klimakrise schon ab, wobei ich glaube, dass es unsere Kinder da wesentlich schlimmer erwischt.

00:47:00.29
Stefan Sasse
Das ist der scheiße Sandwich, den wir denen hinterlassen im Endeffekt.

00:47:04.81
Stefan Sasse
Und who knows what else.

00:47:08.37
Stefan Sasse
Aber das ist quasi die Geschichte aktuell und ich fürchte einfach, ich bin echt fatalistisch mittlerweile, auf uns kommen die Kosten zu, die auf uns zukommen und es gibt letztlich keine Möglichkeit in der Gegenwart, diese zukünftigen Kosten verlässlich abzudämpfen.

00:47:23.35
Stefan Sasse
Das funktioniert nicht.

00:47:23.45
Ariane
No.

00:47:24.87
Stefan Sasse
Die Kosten der Gegenwart werden immer in der Gegenwart bezahlt von denen, die in der Gegenwart leben.

00:47:30.47
Stefan Sasse
Und das ist manchmal Glück, Stichwort Boomer, das ist manchmal Pech, Stichwort die Generation vor den Boomern.

00:47:40.44
Stefan Sasse
Ja, ich meine, die hatten es nochmal deutlich schlimmer als wir, das muss man auch ganz klar sagen, aber wir haben es auf manchen Bereichen nicht so gut wie die Boomer.

00:47:47.78
Stefan Sasse
Die hinterlassen uns einfach einen ziemlichen Scherbenhaufen auf manchen Gebieten und wir werden einen Scherbenhaufen für unsere Kinder hinterlassen, den die aufräumen müssen, aber jeder räumt die Scheiße in seiner Gegenwart auf, ist mein Punkt und da bin ich langsam wirklich auf dem...

00:47:59.99
Stefan Sasse
Auf dem Punkt, wenn ich dann irgendwelche Pläne höre, dass man die Rente bis 2050 oder 60 oder was auch immer stabilisiert und dann ist das Rentenniveau bei so und zu vielen Punkten.

00:48:10.88
Stefan Sasse
Die Rente wird aus der aktuellen Wirtschaftsschöpfung finanziert und wenn in zehn Jahren die KI übernommen hat, ist das alles eh komplett hinfällig.

00:48:18.09
Stefan Sasse
Es kommt, wie es kommt und mir ist es zu unrealistisch.

00:48:22.29
Stefan Sasse
Es wird keinen großen Systemwechsel geben.

00:48:24.99
Stefan Sasse
Nicht mal der Zweite Weltkrieg hat den großen Systemwechsel gebracht.

00:48:28.14
Stefan Sasse
Dann wird es eine Bundesregierung, egal wie sehr sie den Druck zu verspüren glaubt, nicht machen.

00:48:34.10
Stefan Sasse
Lasst uns realistisch bleiben.

00:48:35.56
Stefan Sasse
Ich sage, der Markenweg sozusagen.

00:48:39.26
Stefan Sasse
Dann

00:48:40.14
Stefan Sasse
Auch da, das passt mir auch nicht, dass es nur um Geld geht und so weiter, aber es ist wenigstens realistisch.

00:48:44.86
Stefan Sasse
Und das fehlt mir bei den anderen Sachen.

00:48:47.35
Stefan Sasse
Es hat eine klare Intention.

00:48:49.79
Stefan Sasse
Und damit zirkle ich back und das ist auch mein letzter Punkt zum 8-Stunden-Tag, weil du da eben ja auch schon gesagt hast, es ist überhaupt nicht klar, was die wollen.

00:48:58.05
Stefan Sasse
Die Intentionen hinter diesen Maßnahmen ist gar nicht klar.

00:49:00.91
Stefan Sasse
Das ist ein kompletter Aktionismus.

00:49:02.76
Stefan Sasse
Hauptsache man tut irgendwas.

00:49:04.06
Stefan Sasse
Möchte man jetzt flexibilisieren, das ist bestimmt in manchen Branchen nützlich.

00:49:09.72
Stefan Sasse
In vielen wird es dazu führen, dass die Arbeitsbedingungen schlechter werden.

00:49:13.12
Stefan Sasse
Also ich sage mal, 90 Prozent ist es eine Flat-Verschlechterung.

00:49:16.54
Stefan Sasse
Für 5 bis 8 Prozent ist es egal und 2 Prozent profitieren.

00:49:20.19
Stefan Sasse
Und ich würde behaupten, wenn man den 2 Prozent helfen würde, dann könnte man das durch gezielte Gesetze machen.

00:49:25.47
Stefan Sasse
Aber darum geht es nicht, weil die Intention ist in Wirklichkeit nicht das Flexibilisieren.

00:49:28.83
Stefan Sasse
Das ist das, was ich meine.

00:49:29.65
Stefan Sasse
Die lügen uns an.

00:49:31.05
Stefan Sasse
Es geht darum, dass wir alle mehr arbeiten fürs gleiche Geld.

00:49:36.30
Stefan Sasse
und oder zu den Seiten, die der Arbeitgeber will.

00:49:39.16
Stefan Sasse
Weil wenn ich flexibel höre, dann laufe ich weg.

00:49:41.32
Stefan Sasse
Weil ich bin nicht die Person, die das flexibilisiert.

00:49:44.62
Stefan Sasse
Es wird nicht flexibel auf meine Anforderungen eingegangen, sondern ich habe mich ganz flexibel denen des Arbeitgebers zu beugen.

00:49:50.06
Stefan Sasse
Das ist überhaupt keine Frage.

00:49:51.72
Stefan Sasse
Und dann lese ich da Artikel in der Welt, wo sie behaupten, dass wenn die Gewerkschaften weg wären, dass dann endlich im freien Spiel der Kräfte Arbeitgeber und Arbeitnehmer gleichberechtigte Arbeitsverträge aushandeln können.

00:50:01.76
Stefan Sasse
Ich denke, wie bescheuert seid ihr eigentlich?

00:50:04.02
Stefan Sasse
Also das ist auf so einem abgespaceden Niveau teilweise, aber ich höre jetzt auf.

00:50:10.54
Ariane
Nein, ich möchte, ich habe noch eine, weil es regt mich so auf, dass entweder, weil auf der einen Seite, die sind weg und dann läuft alles wieder, auf der anderen Seite heißt das, die Gewerkschaften brauchen das gar nicht, es gibt ja Tarifverträge und das dritte ist,

00:50:25.29
Ariane
das freie Spiel der Kräfte, jeder verhandelt seinen Arbeitsvertrag einfach selber.

00:50:29.55
Ariane
Und deswegen bin ich auch absolut dagegen, weil ich zum Beispiel, ich habe meinen Arbeitsvertrag alleine ausgehandelt, aber ich arbeite in einem Kleinstunternehmen.

00:50:38.34
Ariane
Ich habe keinen Betriebsrat, ich habe keinen Tarifvertrag, ich habe wirklich nur das Gesetz.

00:50:44.72
Ariane
Wenn da Scheiße passiert, habe ich nur das Gesetz und kann mich darauf verlassen und klagen.

00:50:50.08
Ariane
Ich habe da keinen, der mir sonst hilft.

00:50:51.81
Ariane
Und deswegen bin ich so dagegen, dass da angesetzt wird.

00:50:55.13
Ariane
Weil, wie gesagt, das ist einfach, das ist sozusagen der letzte Schritt.

00:50:59.31
Ariane
Wenn da richtig Scheiße passiert, hast du das Gesetz.

00:51:01.55
Ariane
Und wenn da steht, der Arbeitgeber kann machen, was er will und sagen, hey, heute arbeitest du mal zwölf Tage und diese Woche oder diese fünf Wochen am Stück, jeden Tag zwölf Stunden und irgendwann in der Zukunft wird das ausgeglichen, äh,

00:51:16.23
Ariane
Also ich hätte dann gerne die Möglichkeit, da Maßnahmen zu ergreifen.

00:51:21.55
Ariane
Deswegen ärgert das mich so.

00:51:22.74
Ariane
Und wie du auch sagst, wenn man Flexibilisierung hört und so, das nervt mich auch, weil es wird immer so getan, als wenn ich sage, nee, das finde ich aber scheiße, als wenn das schlimm wäre.

00:51:33.94
Ariane
Also es wird ja irgendwie so eine Erwartungshaltung geschürt, dass ich, weil ich jetzt Opfer erbringen soll oder so, dass das dann auch noch freiwillig mache.

00:51:40.71
Ariane
Also wie du auch sagst, ich gehe auch einfach davon aus, ich kann es nicht ändern.

00:51:44.05
Ariane
Unsere Generation ist da ein bisschen angeschissen.

00:51:46.35
Ariane
Man kann...

00:51:48.36
Ariane
hoffen, dass man den Sturm übersteht.

00:51:53.27
Ariane
Aber ich muss ja nicht freiwillig hingehen und sagen, hier bitte, ich arbeite jetzt gerne fünf Stunden mehr wöchentlich und unbezahlt.

00:52:01.77
Ariane
Also das, nee.

00:52:05.42
Stefan Sasse
Da ist auch ein unglaubliches Unverständnis drin darüber, was das eigentlich bedeutet für normale Menschen.

00:52:13.54
Stefan Sasse
Und das ist faszinierend, weil normalerweise kommen diese Vorwürfe ja genau von den Leuten, die jetzt diese Artikel schreiben, wo sie dann darüber schwadronieren, dass so durchschnittliche Arbeitnehmer ja gar nicht vom Acht-Stunden-Tag profitieren oder von diesen Arbeitsschutzgesetzen oder sowas.

00:52:26.26
Stefan Sasse
Und da merkt man einfach, wie abgehoben und wirklich in einer eigenen Bubble die leben.

00:52:31.69
Stefan Sasse
Weil wie du schon sagst, ganz, ganz viele Berufe haben eben tatsächlich keinerlei Schutz, außer diesen Arbeitsgesetz.

00:52:37.11
Stefan Sasse
Und deswegen meine ich auch, 90 Prozent haben eine Verschlechterung von Ibiza.

00:52:41.72
Ariane
Nein, und ich habe meinen Vertrag auch selber ausgehandelt, aber halt nach den Regeln, wie sie eben sind.

00:52:46.85
Ariane
Ich verdiene auch keine 6000 Euro brutto.

00:52:49.85
Ariane
Da wäre ich auch nie hingekommen.

00:52:51.73
Ariane
Aber man kann ja keine Traumergebnisse rausverhandeln.

00:52:57.76
Ariane
Ich habe halt einen branchenüblichen Lohn.

00:53:00.14
Ariane
Fertig.

00:53:01.02
Stefan Sasse
Ja genau, das ist ja auch komplett unrealistisch, dass das irgendwie anders sein könnte.

00:53:06.32
Stefan Sasse
Und in vielen Branchen gibt es überhaupt kein Verhandeln.

00:53:08.46
Stefan Sasse
Du kriegst im Normalfall einen Friss oder Stirb.

00:53:11.40
Stefan Sasse
Entweder du machst es zu den Bedingungen oder halt nicht.

00:53:14.98
Stefan Sasse
Also von daher, das ist ja eh komplette Fantasie aus einem blöden VWL-Lehrbuch im Endeffekt.

00:53:22.07
Stefan Sasse
Also für erstes Semester Studierende oder so.

00:53:26.87
Stefan Sasse
Aber erneut, es gibt ja überhaupt kein Verständnis dafür, was diese Sachen tun und welche Bedeutung die haben und woher die auch kommen.

00:53:35.69
Stefan Sasse
Da wird quasi rangegangen und sich dann darüber gewundert, dass beim DGB Ausgebot wird.

00:53:40.99
Stefan Sasse
Die haben jahrzehntelang für diese Sachen gekämpft.

00:53:44.63
Stefan Sasse
Das sind deren absolute Brunkerrungenschaften.

00:53:47.51
Stefan Sasse
Das ist, wie wenn ich auf den Kirchentag gehe und sage, hey, wir sollten übrigens die Kirchensteuer abschaffen.

00:53:53.61
Stefan Sasse
Ich glaube, da wären die entsprechenden Vertreter der Amtskirchen auch gar nicht so begeistert.

00:53:59.95
Stefan Sasse
Oder einfach mal einseitig das Reichskonkordat aufkündigen oder sowas.

00:54:04.07
Stefan Sasse
Das sind so essentielle Dinge an der Stelle.

00:54:09.51
Stefan Sasse
Das ist... Das kommt noch erschwerend hinzu.

00:54:13.03
Ariane
Und für den 8-Stunden-Tag sind literally noch Leute gestorben.

00:54:17.43
Ariane
Der 1.

00:54:17.97
Ariane
Mai wird gefeiert, weil aufgrund dieses Kampfes Leute gestorben sind.

00:54:24.47
Stefan Sasse
Aber das ist alles mittlerweile überhaupt nicht mehr verstanden.

00:54:29.31
Stefan Sasse
Und der Acht-Stunden-Tag ist eine unglaubliche Errungenschaft, der 7,5-Stunden-Tag ja genauso.

00:54:36.64
Stefan Sasse
Und das kannst du nicht einfach angreifen mit, wir müssen jetzt alle wieder mehr arbeiten.

00:54:43.02
Stefan Sasse
Du kannst ja von mir aus auf das zurück, was der Acht-Stunden-Tag ist, nämlich die 40 Stunden die Woche.

00:54:48.34
Stefan Sasse
Das wäre ja quasi eine Sache.

00:54:50.11
Stefan Sasse
Aber dafür muss ich den Acht-Stunden-Tag ja gar nicht abschaffen.

00:54:53.00
Ariane
Ne, warum nicht?

00:54:53.30
Ariane
Ja.

00:54:54.38
Stefan Sasse
Und da kann auch der Staat nur eingeschränkt rein, weil das ja eigentlich die Tarifpartnerschaft ist an der Stelle.

00:55:00.36
Stefan Sasse
Und die ist ja normalerweise schon so ein ganz klein bisschen heilig, wenn der Staat nämlich nicht auf Seiten der Arbeitnehmenden eingreifen soll.

00:55:08.28
Stefan Sasse
Dann kann er aber halt auch nicht auf Seite der Arbeitgebenden eingreifen.

00:55:11.82
Stefan Sasse
Also eins von beiden muss es dann schon sein an der Stelle.

00:55:16.56
Stefan Sasse
Das sind auch wieder solche Aspekte, die da so ganz leicht ärgerlich sind in dieser Debatte.

00:55:25.22
Ariane
Ja, ich weiß nicht, ich habe auch das Gefühl, die ganze, jetzt wäre so die offizielle Politik ein bisschen abwesend.

00:55:33.52
Ariane
Ich habe mich das Gefühl, die ganze Regierung erinnert mich an die Weltkommentarspalte.

00:55:37.65
Ariane
Meinetwegen noch mit der Taz-Kommentarspalte zusammen.

00:55:40.63
Ariane
Aber irgendwie habe ich das Gefühl, es ist alles auf diesem Niveau.

00:55:43.89
Ariane
Es ist ja auch, und früher war das absolut normal, das wird jetzt so als große, wir hatten jetzt eine krasse Idee, wir laden Arbeitgeber und Arbeitnehmer ein und die verhandeln mit.

00:55:54.04
Ariane
Und das finde ich eine super Idee, aber früher war das völlig normal.

00:55:54.41
Stefan Sasse
Kass.

00:55:58.54
Ariane
Jetzt ist das so, als hätten sie, werden sie heute aufgewacht und irgendwie ist ihnen eingefallen, das wäre eine voll gute Idee, die mal mit dazu zu holen.

00:56:06.96
Ariane
Also das finde ich, ich glaube, das ist auch das Einzige, was sie irgendwie dann als Idee aus ihrer Krise herausgefunden haben.

00:56:15.91
Ariane
Ich meine, ich finde es eine gute Idee, weil ich das Gefühl habe, dann wird man vielleicht konkreter.

00:56:23.77
Ariane
Aber wie gesagt, sonst habe ich das Gefühl, diese ganze Regierung, wie gesagt, das findet sehr wenig offizielle Kommunikation statt.

00:56:33.04
Ariane
Ist fitter.

00:56:35.66
Ariane
ist ja ein bisschen albern vielleicht, aber wie gesagt, ich finde das sehr unkonkret, ich finde und ich mache mir auch oft wirklich die Mühe und gucke, wo hat jemand was gemacht und nehme nicht nur den Tweet und sehe, ah, Bärbel Bas hat, ich weiß gar nicht, hat, Bärbel Bas findet Bevölkerungsaustausch gut und Friedrich Merz wurde irgendwo ausgeputert, dann gucke ich schon, was ist da eigentlich passiert oder so, aber ähm,

00:56:49.40
Stefan Sasse
Yep.

00:57:04.100
Ariane
Die Regierung macht einem das ein bisschen schwer, finde ich.

00:57:09.16
Ariane
Was ist denn ein Eindruck?

00:57:10.34
Ariane
Finden die da wieder raus oder haben wir das jetzt drei Jahre oder haben wir morgen noch den Kanzlertausch?

00:57:16.40
Ariane
Ja, das ist Quatsch.

00:57:17.48
Stefan Sasse
Ich finde es sehr schwer, da Prognosen zu machen, die die Zukunft betreffen, muss ich dir ehrlich sagen.

00:57:23.44
Stefan Sasse
Ich glaube ehrlich gesagt, dass es hauptsächlich Krach ist aktuell, also vor allem was dieses Kanzleraustausch anbelangt.

00:57:29.23
Stefan Sasse
Das ist einfach nur wieder so ein Medienspiel, das hatten wir zu Merkel-Zeiten auch permanent.

00:57:33.97
Stefan Sasse
Da gab es auch andauernd irgendwelche Austauschgerüchte und die CDU diskutiert intern, ob sie Wüst durch Merz ersetzen und dann ist es irgendeiner in irgendeinem Ortsverein, wenn man genauer nachguckt, der sich da in irgendeine Kamera geäußert hat.

00:57:51.41
Stefan Sasse
Ich habe da auch was verlinkt in den Shownotes zum Beispiel für solche Artikel.

00:57:54.37
Stefan Sasse
Auf die gebe ich gar nichts.

00:57:57.59
Stefan Sasse
Da halte ich wenig davon.

00:57:59.47
Stefan Sasse
Das gab es auch noch nicht.

00:58:01.22
Stefan Sasse
Es gibt keinen solchen Kanzlerwechsel.

00:58:03.66
Stefan Sasse
Das macht ja auch überhaupt keinen Sinn.

00:58:04.74
Stefan Sasse
Also selbst wenn die CDU im März auswechseln wollen würde, warum um Gottes Willen sollte die SPD das tun?

00:58:11.65
Ariane
Ja.

00:58:11.71
Ariane
Und mir macht das ja auch alles keinen Sinn.

00:58:12.75
Stefan Sasse
Die würden niemals ohne einen relativ hohen Preis der CDU erlauben, den Kanzler auszuwechseln.

00:58:19.73
Stefan Sasse
Und diesen Preis ist mit Sicherheit die CDU nicht willens zu bezahlen.

00:58:27.33
Ariane
Du brauchst doch nicht den Kanzler zu wechseln, wenn du den Riesenpreis an die SPD zahlen müsstest.

00:58:31.67
Ariane
Also für mich, das ist genau wie, sie schmeißen die SPD raus und haben eine Minderheitsregierung.

00:58:37.71
Ariane
Alle solche Sachen würden automatisch meiner Meinung nach auch Neuwahl nach sich ziehen.

00:58:42.29
Stefan Sasse
Ja, natürlich.

00:58:42.75
Stefan Sasse
Das ist alles Fantasie.

00:58:44.23
Stefan Sasse
Ich habe das auch in den Shownotes verlinkt.

00:58:45.63
Stefan Sasse
Da ist es auch wieder bei der Weltenartikel erschienen.

00:58:48.75
Stefan Sasse
Der Kanzler hat noch einen letzten Pfeil im Köcher, schreibt die Dorothea Siems, nämlich seine Richtlinienkompetenz.

00:58:54.32
Stefan Sasse
Er könnte nämlich einfach die SPD-Minister und Ministerinnen anweisen.

00:58:59.04
Stefan Sasse
Ab jetzt werden die Sozialleistungen gekürzt und die Energiewende weggemacht oder sonst.

00:59:05.54
Stefan Sasse
Und dann aber...

00:59:06.38
Ariane
Super.

00:59:06.58
Ariane
Und dann?

00:59:06.86
Ariane
Genau.

00:59:12.11
Stefan Sasse
Ja, dann muss sich die SPD nämlich entscheiden, ob sie aus der Koalition rausgeht oder ob sie das macht.

00:59:18.36
Stefan Sasse
Und ich behaupte mal, die hat auch noch eine Option Nummer drei.

00:59:22.56
Stefan Sasse
Die kann das nämlich einfach ignorieren, was der Kanzler sagt.

00:59:24.84
Stefan Sasse
Ja.

00:59:27.78
Ariane
Das Auswitzen.

00:59:29.08
Ariane
Die SPD kann das vielleicht auch.

00:59:30.44
Ariane
Also wie gesagt, was will er machen?

00:59:32.80
Ariane
Ich glaube, das wurde auch noch nie konkretisiert.

00:59:35.27
Ariane
Das steht da einfach nur irgendwie drin.

00:59:37.90
Ariane
Das ist wie Staatsräson.

00:59:39.02
Ariane
Keiner weiß, was das eigentlich heißen soll.

00:59:41.46
Stefan Sasse
Willy Brandt hat mal gesagt, die Richtlinienkompetenz endet, wenn der Koalitionspartner nicht mitmachen will.

00:59:46.72
Stefan Sasse
Und dieses Zitat ist in dem Weltartikel übrigens auch drin, aber sie sagt dann, nee, das stimmt gar nicht.

00:59:52.85
Ariane
Ja.

00:59:53.21
Ariane
Also, gut zu wissen.

00:59:55.06
Stefan Sasse
Das ist wie der Sozialismus, man hat es einfach nur noch nie probiert.

00:59:58.80
Stefan Sasse
Das ist absolut faszinierend.

01:00:01.96
Stefan Sasse
Die Richtlinienkompetenz wurde noch nie richtig ausprobiert.

01:00:06.04
Stefan Sasse
Und dann hält die Richtlinienkompetenz in ihrem Lauf weder Ochs noch Esel auf.

01:00:10.46
Stefan Sasse
Das ist so die Vorstellung, die da so ein bisschen mit drin steckt.

01:00:16.38
Stefan Sasse
Ich würde einen letzten Aspekt noch angehen wollen, weil wir haben, ich habe es am Anfang schon mal gebracht und ich möchte nochmal darauf zurück, nämlich die Rolle des Managements als eigener Klasse sozusagen in diesem ganzen Debatten.

01:00:29.26
Stefan Sasse
weil die massiv dazu beigetragen haben, die Situation zu schaffen, in der wir jetzt sind.

01:00:35.93
Stefan Sasse
Das war bewusste Politik, die für die meisten dieser Unternehmen an irgendeinem Punkt auch mal Sinn gemacht hat, für das Unternehmen, die volkswirtschaftlich noch nie Sinn gemacht hat und die ein Problem ist, einfach weil in Deutschland volkswirtschaftlich und wirtschaftspolitisch überhaupt nicht gedacht wird.

01:00:53.46
Stefan Sasse
Bei uns gibt es keine Wirtschaftspolitik.

01:00:55.72
Stefan Sasse
Bei uns gibt es maximal irgendwelche Klientelpolitik oder maybe Standortpolitik.

01:01:03.66
Stefan Sasse
Aber sowas wie Wirtschaftspolitik existiert hier einfach gar nicht.

01:01:07.00
Stefan Sasse
Und das ist eben ein Riesenproblem, das uns gerade auf die Füße fällt.

01:01:10.42
Stefan Sasse
Und ich habe da einen Artikel verlinkt von Marcel Weiß in der FAZ, by the way, also der, mit dem ich mal diesen Podcast angefangen habe vor Urzeiten.

01:01:18.21
Stefan Sasse
Und der schreibt da drüber, über einen Hersteller namens Stellantis und Liebmotor, die haben so eine Kooperation.

01:01:26.09
Stefan Sasse
Und er nutzt es, um im Endeffekt zu beschreiben, dass große Teile der Wertschöpfungskette jetzt schon im Endeffekt chinesisch sind.

01:01:33.53
Stefan Sasse
Und dass die deutschen Autohersteller und die europäischen Autohersteller generell nur noch Höhlenlieferanten sind.

01:01:39.23
Stefan Sasse
Und das sehen wir ja auch ganz massiv.

01:01:40.97
Stefan Sasse
Zum Beispiel Daimler ist effektiv kein deutsches Unternehmen.

01:01:44.68
Stefan Sasse
Das gehört zu was?

01:01:45.50
Stefan Sasse
20 Prozent den Chinesen?

01:01:47.58
Stefan Sasse
Gehört zu 30 Prozent amerikanischen Anteilseignen oder sowas?

01:01:51.02
Stefan Sasse
Das ist kein deutsches Unternehmen.

01:01:52.80
Stefan Sasse
Deswegen, wenn die Lobbying betreiben, die müsste man eigentlich als ein ausländisches Unternehmen betrachten.

01:01:56.80
Stefan Sasse
Und das gilt für viele von denen.

01:01:59.47
Ariane
Bosch ist glaube ich jetzt immer ein Schlagzeilen damit.

01:02:02.50
Stefan Sasse
Ähnlich.

01:02:03.24
Stefan Sasse
Das Problem ist, dass da quasi davon ausgegangen wird, das habe ich auch mit Andreas Fulda so ein bisschen angeschnitten, dass die Deutschland AG noch existiert.

01:02:09.98
Stefan Sasse
Aber das tut sie nicht.

01:02:11.69
Stefan Sasse
Und das gehört wieder zu dieser fehlenden Analyse.

01:02:14.15
Stefan Sasse
Die Interessen der Lenker und Lenkerinnen dieser Konzerne und auch die Interessen der Konzerne selber sind nicht deckungsgleich mit der deutschen Wirtschaft.

01:02:21.99
Stefan Sasse
Ja, wir brauchen Wachstum und dass die Arbeitsplätze machen und dass die investieren.

01:02:25.89
Stefan Sasse
Aber das heißt nicht, dass unsere Interessen deckungsgleich sind.

01:02:28.87
Stefan Sasse
Und das ist genauso wenig sind die Interessen von Arbeitgebenden und Arbeitnehmenden deckungsgleich.

01:02:34.70
Stefan Sasse
Das sind so elementare Wahrheiten, die völlig verloren gegangen sind in den letzten Jahrzehnten.

01:02:41.12
Stefan Sasse
Und das merkt man, wie gesagt, auch an dieser Debatte um 8-Stunden-Tag und hast du nicht gesehen.

01:02:45.56
Stefan Sasse
Oder eben...

01:02:46.60
Stefan Sasse
die Autozölle und so weiter und so fort.

01:02:48.80
Stefan Sasse
Da fehlt komplett eine eigenständige Analyse, was wollen wir hier eigentlich erreichen oder auch wer sind wir überhaupt?

01:02:57.17
Stefan Sasse
Ist es die deutsche Volkswirtschaft, ist es die EU sozusagen als Zone, ist es der Westen, was sehen wir da überhaupt darunter?

01:03:06.18
Stefan Sasse
All das.

01:03:08.73
Stefan Sasse
sind hier Probleme sozusagen, die aus dem kommen, dass die eigentliche Problemanalyse fehlt.

01:03:21.50
Ariane
Ich glaube, da hattest du noch irgendwas verlinkt, das ging um den europäischen Handel, weil jeder, der ist ja auch noch nicht vollzogen.

01:03:30.00
Ariane
Ich glaube, da ging es um Verpackungsgesetze, die in jedem Land anders sind.

01:03:34.46
Ariane
Und das haben wir ja nicht nur EU-weit, das haben wir ja auch in Deutschland.

01:03:39.89
Ariane
Also ich lebe selber in einem Gebiet, ich wohne drei Kilometer von der bremischen Grenze entfernt.

01:03:44.95
Ariane
Und ich glaube,

01:03:47.38
Ariane
Deswegen habe ich gesagt, Standortpolitik gibt es, weil meine Stadt, die ist übrigens die disfunktionalste Stadt der Welt, aber die lebt einfach davon, dass sie zwei Kilometer von der bremischen Grenze entfernt ist.

01:04:02.38
Ariane
Und wir bisher mehr Kohle haben, dass wir günstigere Steuern anbieten können für Unternehmen.

01:04:08.63
Ariane
Die kommen alle aus Bremen, aber die wollen gerne zu uns.

01:04:11.25
Ariane
Und das machen wir jetzt genauso natürlich mit, wir sind noch ein bisschen im Grün.

01:04:15.61
Ariane
Hier können gerne Leute lieber hinziehen, die ein bisschen mehr Geld haben als Leute in Bremerhaven.

01:04:22.59
Ariane
Und das gehört ja auch dazu.

01:04:24.72
Ariane
Und das wird...

01:04:27.52
Ariane
Was bei mir übrigens immer dieses, ja, überall Wettbewerb, das ist total gut, das stärkt uns.

01:04:32.34
Ariane
Aber es ist ja, wie du auch sagst, man muss ja definieren, wer sind die, wer sind wir.

01:04:36.96
Ariane
Das stärkt hier meine kleine Stadt in Niedersachsen.

01:04:39.99
Ariane
Aber für Deutschland, für die Volkswirtschaft ist das eher hinderlich.

01:04:48.03
Ariane
Und das...

01:04:50.14
Ariane
Sollte man, also wie gesagt, das sind halt so Themen wie Vermögensteuer oder so, die spielen halt überhaupt keine Rolle.

01:04:59.46
Ariane
Beamte gegen Angestellte, gegen Kinderlose ist das Maß der Dinge.

01:05:04.09
Stefan Sasse
Ja, es ist unglaublich einseitig, teilweise auch einfach kontraproduktiv, ja, gerade wenn du gegen Kinderpolitik machst, also wenn du irgendwas kürzt in dem Bereich, jetzt sagen wir schon ständig, wir haben zu wenig Kinder und dann machen wir da auch noch Kürzungen sozusagen oder meinen.

01:05:21.07
Ariane
Das habe ich ja auch gesagt, man kräuchte ja ein größerer, wenn man sagt, jetzt sollen Frauen alle am besten Vollzeit arbeiten, dann kannst du nebenbei nicht beim Kinderkrankengeld kürzen und am liebsten die Tage auch noch.

01:05:32.31
Stefan Sasse
Ja, das funktioniert nicht.

01:05:33.54
Ariane
Genau, also dann musst du das halt, musst du drei verschiedene Gesetze machen.

01:05:35.89
Stefan Sasse
Und auch die Kinderbetreuung und so weiter und so fort.

01:05:39.34
Stefan Sasse
Das sind ja alles diese Themen.

01:05:42.82
Stefan Sasse
Es passt einfach nicht zusammen.

01:05:44.56
Stefan Sasse
Mein Lieblings Thema, die Kürzung der Therapie.

01:05:47.84
Stefan Sasse
Da meckert man über diese Großzahl von Krankentagen.

01:05:51.04
Stefan Sasse
Ein guter Teil davon, also gerade von diesen Langzeiterkrankungen, sind psychische Erkrankungen.

01:05:55.38
Stefan Sasse
Was machen wir?

01:05:56.14
Stefan Sasse
Wir kürzen die Therapie.

01:05:57.62
Stefan Sasse
Wie bescheuert ist das?

01:06:00.00
Stefan Sasse
Und genauso auch in der Prophylaxe, dass du die Leute wieder in den Beruf reinkriegst.

01:06:04.73
Stefan Sasse
Aber nö, also das ist einfach so komplett quatschig, wo da teilweise gekürzt wird und was.

01:06:12.55
Stefan Sasse
Ohne System, Hauptsache der Haushalt passt nachher.

01:06:14.83
Stefan Sasse
Als ob das das Wichtigste von allem wäre, wenn man tatsächlich eine strukturelle Krise hat und nicht nur ein Haushaltsproblem.

01:06:23.33
Stefan Sasse
Aber die können sich nicht einigen, was ist es jetzt?

01:06:25.50
Ariane
No.

01:06:26.73
Stefan Sasse
Und ich würde behaupten, es ist eine strukturelle Krise, auch wenn sie nicht so schlimm ist, wie die Apokalyptiker tun.

01:06:33.53
Stefan Sasse
Das ist die andere Seite bei dem ganzen Ding, weil die deutsche Wirtschaft ist permanent in der Krise.

01:06:40.32
Stefan Sasse
Letztendlich hat jemand auf Twitter, ich habe es leider nicht gespeichert, eine Spiegelschlagzeile von 1981 gesagt,

01:06:46.76
Stefan Sasse
geteilt, also Spiegeltitelblatt, wo dann auch drin stand, ja, unsere Wirtschaft ist nicht für die Zukunft aufgestellt und die deutschen Technologien sind nicht zukunftssicher und bla bla bla.

01:06:55.66
Stefan Sasse
Wir haben immer die gleiche Debatte.

01:06:57.08
Stefan Sasse
Das war es in den 80ern, in den 90ern, in den 2000ern, in den 2010ern.

01:07:00.29
Stefan Sasse
Es wird immer das Gleiche gesagt.

01:07:02.05
Stefan Sasse
Und ich glaube, ehrlich gesagt, wir können gar nicht so viel machen.

01:07:05.01
Stefan Sasse
Wir müssen da einfach durch.

01:07:06.45
Stefan Sasse
Das sind Konjunkturzyklen letzten Endes.

01:07:08.17
Ariane
Und vieles ist ja theoretisch auch positiv.

01:07:11.57
Ariane
Wir werden älter, wir werden gesünder, wir bleiben länger gesund.

01:07:15.37
Ariane
Vielleicht die letzten drei Jahre des Lebens nicht mehr.

01:07:18.29
Ariane
Aber das ist ja positiv.

01:07:19.67
Ariane
Wir haben moderne Medizin, die da hilft.

01:07:24.61
Ariane
Aber eigentlich finde ich das schlimm, wenn man sich jetzt hinstellt und sagt, oh mein Gott, das ist ja ganz schrecklich.

01:07:29.13
Ariane
Das sind ja positive Entwicklungen auch.

01:07:32.92
Stefan Sasse
An und für sich schon, ja.

01:07:34.63
Stefan Sasse
Also wie gesagt, es passt hinten und vorne nicht zusammen alles.

01:07:40.17
Stefan Sasse
Und das ist das große Problem.

01:07:42.31
Stefan Sasse
Und mein letzter Aspekt, den ich gerade noch anbringen wollte, jetzt fällt er mir auch wieder ein, war, dass ich glaube, dass wir an diesen Konjunkturzyklen sicherlich peripher rumarbeiten können.

01:07:51.48
Stefan Sasse
Also man kann sozusagen das Loch, in das man da rutscht, das kann man abfedern.

01:07:56.40
Stefan Sasse
Und genau so kann man das Hoch danach ein klein bisschen höher machen.

01:08:00.46
Stefan Sasse
Aber die grundsätzliche Dynamik, fürchte ich, können wir einfach nichts tun.

01:08:03.96
Stefan Sasse
Dafür sind diese Krisen einerseits und die entsprechenden Diskurse andererseits sind zu zyklisch.

01:08:10.63
Stefan Sasse
Wir haben permanent, erneut, es ist alles vor 20 Jahren schon mal da gewesen.

01:08:15.09
Stefan Sasse
Und wir haben jetzt, wenn genau die gleichen Rezepte helfen sollen wie vor 20 Jahren, was hat dann das vor 20 Jahren gebracht?

01:08:21.32
Stefan Sasse
Abgesehen von, wir haben es nur noch nicht richtig getan, aber das ist das Argument auch aller Sozialisten.

01:08:26.33
Ariane
Oh.

01:08:26.52
Stefan Sasse
Deswegen, da halte ich wenig von, muss ich ganz ehrlich sagen.

01:08:29.28
Stefan Sasse
Wenn wir es nur noch härter machen, da erkennst du die Ideologen dran.

01:08:33.19
Stefan Sasse
Das funktioniert offensichtlich nicht.

01:08:35.11
Stefan Sasse
Also zumindest nicht mit den Sachen, die man haben wollte.

01:08:38.03
Stefan Sasse
Also kann sein, dass die Agenda 2010 den Aufschwung der späten 2000er und frühen 2010er Jahre befördert und verstärkt hat.

01:08:45.67
Stefan Sasse
Aber ich würde behaupten, der wäre auch ohne die Agenda 2010 gekommen.

01:08:48.43
Stefan Sasse
Vielleicht später, vielleicht nicht so cool.

01:08:50.95
Stefan Sasse
Aber die grundsätzliche Dynamik und umgekehrt, egal wie geil die CDU-Wirtschaftspolitik betrieben hätte von 1998 bis 2005,

01:08:58.99
Stefan Sasse
Auch bei denen wäre der Staat und die Volkswirtschaft in ein Loch gerutscht, weil die Dotcom-Blase wäre so oder so gekommen und die ganzen anderen Geschichten und, und, und.

01:09:10.28
Stefan Sasse
Diese strukturellen Geschichten, da haben wir gar nicht so viel Einfluss drauf und vielleicht wäre es bei manchen Sachen echt einfach besser zu sagen, ja, wird jetzt eine Weile scheiße und dann, sobald es besser wird, machen wir wieder die coolen Sachen.

01:09:24.26
Stefan Sasse
Wir machen uns jetzt quasi eine Liste, so darauf verzichten wir jetzt, darauf schneiden wir den Gürtel enger und wenn es dann besser wird, dann holen wir das alles gegebenenfalls wieder oder was auch immer.

01:09:31.83
Stefan Sasse
Ich weiß auch nicht.

01:09:33.29
Stefan Sasse
Aber das, was aktuell passiert, halte ich gar nichts von.

01:09:37.17
Ariane
Nee, überhaupt nicht.

01:09:38.27
Ariane
Und als letztes würde ich auch noch sagen, ich sehe das auch so jetzt, ich glaube auch nicht dieses, in den 80ern war noch alles geil und nur jetzt ist scheiße oder so, oder die vorige Generation war viel besser als das letzte oder so.

01:09:49.91
Ariane
Das glaube ich immer nicht.

01:09:51.13
Ariane
Das ist nicht besser oder schlechter, das ist meistens anders und ich glaube, es hilft auch, du kannst jetzt keine Probleme lösen, die sich vielleicht in 50 Jahren oder so ergeben.

01:09:59.76
Ariane
Wir sind jetzt mit dieser Boomer-Sache gearscht, die vor uns hatten, andere Probleme, die nachher uns werden auch wieder andere Probleme haben.

01:10:05.78
Ariane
Also das

01:10:07.17
Ariane
Nützt ja nicht, du musst immer die Probleme lösen, die gerade da sind.

01:10:11.41
Ariane
Oder du musst tatsächlich mal etwas ernsthafter, visionär an die Sache gehen, aber das ist ja nicht, also diese Regierung ist ja froh, wenn sie den nächsten Tag geplant hat und einen Fall frei übersteht.

01:10:22.02
Ariane
Also da muss man pragmatischer an die Sache rangehen.

01:10:31.34
Ariane
Das sehe ich, also wie gesagt, ich glaube gar nicht, dass da jetzt krasse, klar kann Märzmorgen Nervenzusammenbruch haben und abhauen, weil niemand das so schwer hatte wie er, aber das glaube ich eigentlich nicht.

01:10:40.85
Ariane
Also ich glaube wirklich, das war eigentlich auch meine Erwartung, dann steppt man sich halt jetzt ein bisschen und mit ein paar Reparaturen durch.

01:10:50.83
Ariane
Also das halte ich, es ist jetzt auch nicht, dass ich denke, yay, das ist jetzt super, aber ich glaube, das ist das Beste, was man von dieser Regierung noch erhoffen kann.

01:10:58.03
Ariane
Und das war mir, ganz ehrlich, das habe ich von Anfang an gesagt.

01:11:01.33
Ariane
Das ist keine Regierung für die große Reform.

01:11:03.72
Ariane
Das sehe ich hier einfach nicht.

01:11:05.22
Ariane
Die haben auch nicht die Stimmen dafür.

01:11:07.78
Ariane
Die haben eine Mehrheit von 13 Stimmen.

01:11:09.82
Ariane
Deswegen ist ja jede kleine Revolution, die März nicht eindämmen kann, ist ja gleich eine Regierungskrise.

01:11:16.08
Ariane
Da müssen nur 15 Leute keinen Bock haben und dann ist diese Regierung geschichtert.

01:11:22.37
Ariane
Also um nochmal, was du am Anfang gesagt hast, vielleicht kann ja sein, dass einige denken, 2005 hat man es einfach nicht richtig gemacht oder so.

01:11:31.10
Ariane
Aber ich glaube, das war auch 2005.

01:11:32.82
Ariane
Aber damals hat man damit begonnen, dass man eine große Föderalismusreform macht.

01:11:39.35
Ariane
Für sowas sind schwarz-rote Koalitionen eigentlich gut.

01:11:42.93
Stefan Sasse
Waren sie mal.

01:11:44.03
Stefan Sasse
Dafür brauchten sie halt verfassungsändernde Mehrheiten und das schon allein ohne das werden die Reformen nicht gehen.

01:11:49.93
Stefan Sasse
Dafür müsste man die Grünen mit ins Boot holen und das hat seine ganz eigenen Probleme.

01:11:53.31
Stefan Sasse
Oder die AfD, aber ja, lasse ich einfach mal so stehen.

01:11:57.60
Ariane
Gebräuchtes mehr Stimmen als 13 plus.

01:11:59.14
Ariane
Bis dann, tschüss.

01:12:01.02
Stefan Sasse
Ich glaube, sie bräuchten sogar die Linke auch noch.

01:12:02.84
Stefan Sasse
Also entweder müsste man schwarz-blau-rot machen oder schwarz-rot-rot-grün.

01:12:08.42
Stefan Sasse
Und beides ist quatschig.

01:12:11.08
Stefan Sasse
Aber gut, damit haben wir, glaube ich, für heute mal wieder genug gerantet.

01:12:14.04
Stefan Sasse
Die Trash-Kolumnistin und ihr Co-Pilot verabschieden sich.

01:12:19.01
Stefan Sasse
Ich brauche auch immer noch einen coolen Namen.

01:12:21.25
Stefan Sasse
Und dann sehen wir uns hoffentlich bald in diesem Format wieder.

01:12:24.43
Stefan Sasse
Bis dann.

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