Teil 370 der Fantasyserie von Josh Fagora, Johannes Schütte und KI Monica, Gemini

Die Magier von Drakar


​Tief unter den kalten Fundamenten der Burg von Drakar , in den finsteren Verliesen, vegetierten die Magier von Drakar. Einst waren sie die Hüter des Wissens gewesen, doch nun herrschte dort unten absolute Stille; ihre Schreie waren längst verhallt und von der dicken, feuchten Luft verschluckt worden.
​Draußen im weiten Burghof flackerte ein gänzlich anderes Schicksal. Volthur, ein mächtiger Halbgott und der stolze Sohn des Sethur, stand breitbeinig auf den steinernen Platten. Sein Gesicht trug einen siegesbewussten, fast grausamen Zug, als er den Blick auf die Frau richtete, die vor ihm kniete.


​Fagora, die ehrwürdige Herrscherin von Perna und Königin der Drachen, war in schwere, eiserne Ketten gelegt. Jedes Glied schnitt sich tief in ihre Haut. Sie trug nichts als zerrissene Lumpen, und an ihrem Hals glomm schwach die geheimnisvolle Scuniahalskette – ein uraltes Artefakt von immensem Wert, das jetzt nur noch matt pulsierte und die helle Magie des Planeten eigentlich in sich trug.


​Neben Volthur stand Oseka, Fagoras eigene Schwester. Ihr Blick war kalt wie Eis, als sie auf die gefesselte Königin herabwogte. Kein Funke von Geschwisterliebe spiegelte sich in ihren Augen, nur pure Verachtung.


​Langsam, mit gemessenen Schritten, ging Volthur auf Fagora zu. Er blieb dicht vor ihr stehen, beugte sich leicht herab und musterte sie von oben bis unten.


​"Da bist du, Herrscherin von Perna", sagte er mit einem spöttischen Lachen, das über den Burghof hallte. "In Ketten gefesselt und nur die Scuniahalskette um deinen Hals. Du wirst gleich gegen einen bösen Drachen kämpfen müssen."


​Fagora hob langsam den Kopf, trotzig und unerschrocken, obwohl jeder Muskel in ihrem Körper schmerzte. In der weiten Ferne des Hofes erkannte sie zwei gewaltige Gestalten. Es war Xanadur, ihr eigener treuer Drache, und direkt daneben Udia, der mächtige König aller Drachen. Doch Udia befand sich in einer bedrohlichen Lage: Ein dichter, undurchdringlicher schwarzer Nebel hatte sich um ihn gelegt. Er schlug wild mit den mächtigen Flügeln, doch die finstere Magie hielt ihn eisern fest. Und Xanadur... Fagoras Herz zog sich schmerzlich zusammen. Xanadur hatte zusammen mit Volthur die letzte helle Magie des Planeten Perna getrunken, und seine einstige Reinheit schien erloschen.


​"Du wirst es nicht wagen, Xanadur zum Kampf zu bewegen!", presste Fagora hervor, während Wut in ihrer Stimme mitschwang. "Er ist mein Drache! Die Familie Adamus ist der rechtmäßige Besitzer der Drachen, und Xanadur hatte damals mir die Magie gegeben!

​Oseka schüttelte langsam den Kopf und grinste sie hämisch an, dass sich ihre Lippen zu einem kalten Strich verformten.


​"Wir haben Xanadur die dunkle Magie gegeben", zischte Oseka triumphierend. "Diese Magie stammt von einem Kometen aus den Tiefen des Alls. Er gehorcht jetzt uns und keinem Adamus mehr. Du hast mir den Thron gestohlen, als Mutter starb." Man konnte die Verzwelfelung in ihrer Stimme hören.


​Fagora widerstrebte der Gedanke, gegen ihr eigenes geliebtes Geschöpf zu kämpfen. Aber der Blick auf die Wächter und die Ausweglosigkeit ihrer Situation machten ihr klar, dass es keinen anderen Weg gab, um Perna zu retten.


​Auf ein wortloses Zeichen Volthurs traten zwei Wächter der dunklen Magie vor. Sie packten Fagora, rissen ihr die schweren Ketten vom Körper und warfen sie achtlos zur Seite. Oseka zog ein blankes Schwert aus ihrer Scheide und warf es Fagora verächtlich vor die Füße.


​Dann begann der Drachenkampf.


​Xanadur stieß ein Brüllen aus, das die Luft zum Vibrieren brachte. Doch es war nicht mehr das vertraute, stolze Brüllen von einst. Es klang dunkel, hohl und war erfüllt von schwerem Kometenstaub. Seine einst schimmernden, silbernen Schuppen hatten sich in ein undurchdringliches, schimmerndes Schwarz verwandelt. Mit gewaltigen Sätzen rannte er los, und die Erde bebte unter dem Gewicht seiner Pranken.


​Fagora riss blitzschnell das Schwert vom Boden hoch und ging in Kampfposition. Doch Xanadur war zu schnell. Er schwang seinen massiven Schwanz herum. Ein harter, peitschender Schlag traf sie mit ungeheurer Wucht an der Seite und schleuderte sie meterweit durch die Luft. Sie krachte mit dem Rücken gegen die kalte Steinmauer des Burghofs und stürzte zu Boden.


​Mühsam, die Zähne aufeinandergepresst, stand sie wieder auf. Ihre Rippen schmerzten bei jedem Atemzug höllisch, und ein warmer Blutfaden rann ihr über die Stirn.


​"Xanadur, mein Drache, du kannst nicht böse sein!", rief sie ihm mit verzweifelter, flehender Stimme entgegen.


​Doch Xanadur kannte sie nicht mehr. Er riss sein gewaltiges Maul auf. In seiner tiefen Kehle sammelte sich kein rotes, wärmendes Feuer, sondern ein schwarzes, gänzlich alles verschlingendes Chaosfeuer. Er spie es direkt und mit mörderischer Präzision auf sie zu.


​In genau diesem Bruchteil einer Sekunde geschah das Unerwartete: Die Scuniahalskette an Fagoras Hals begann zu blitzen. Ein gleißend helles, weiß-blaues Licht schoss aus den feinen Kristallen und hüllte sie ein. Das anstürmende schwarze Feuer prallte mit voller Wucht gegen die Lichtmauer und löste sich zischend in Nichts auf.


​Xanadur erstarrte mitten in seiner Bewegung, als hätte ihn ein unsichtbarer Bann getroffen. Seine glühenden, dunklen Augen erloschen. Im nächsten Moment überzog sich sein Körper mit einer harten Schicht, er versteinerte vollständig und stand regungslos da wie eine riesige Statue aus purem Obsidian.


​Im selben Augenblick zerriss der dichte, schwarze Nebel um Udia mit einem lauten Knall. Der König der Drachen war frei. Er stieß ein gewaltiges, königliches Brüllen aus, das die Türme der Burg bis in die Grundmauern erzittern ließ, und spie eine gewaltige Salve goldenen Feuers direkt auf Volthur und Oseka. Es war nur ein Warnschuss, der den Steinboden zwischen den beiden Verrätern in bruchsekundenschnelle zum Schmelzen brachte und glühende Lava hinterließ.


​Fagora spürte eine bleierne Erschöpfung in Gliedern und Geist. Sie war so unendlich müde, immer kämpfen und töten zu müssen, um zu überleben. Sie blickte Volthur mit einem abgrundtiefen Zorn an, der alle Schmerzen verdrängte, und schrie aus ganzer Kehle über den Hof:


​"Du verdammter Volthur! Was hast du mit meinen Drachen getan?!"

​In diesem Moment durchfuhr sie ein wärmendes Gefühl. Signale breiteten sich durch die Scuniahalskette aus, die nun in raschem Takt hell pulsierte. Es war die helle Magie der Kette, die sie von innen heraus heilte und stärkte. Gleichzeitig spürte sie deutlich, dass ein befreundeter Magier in der Ferne ihre Not erkannt hatte und ihr half – es konnte nur Zerah oder Saradona, die mächtige Magierin der Migaschwestern, sein.


​Und wie durch ein Wunder kam Bewegung in die steinerne Obsidian-Statue. Xanadur wurde wieder lebendig. Das drückende Schwarz wich aus seinen Schuppen und gab das edle Silber frei. Er schüttelte kräftig den Kopf, sein Blick klärte sich augenblicklich, und er trat loyal und schützend an Fagoras Seite.


​Doch Fagora wusste, dass der Sieg trügerisch war. Die helle Magie auf Perna würde bald ganz erlöschen, denn der alte Meteorit im tiefen Arthrassee gab schon lange keine Energie mehr ab.


​Sie musste handeln, ehe es zu spät war.
​Mit Osekas Schwert fest in der rechten Hand stürmte sie los direkt auf Volthur zu. Volthur, überrascht von ihrer plötzlichen Entschlossenheit, zog ebenfalls hastig sein Schwert. Er mochte ein Halbgott sein, doch das gleißende Licht der Scuniahalskette blendete und schwächte seine Sinne. Fagora nutzte den Bruchteil einer Sekunde, holte aus und stieß zu. Ein einziger, perfekt gezielter Stich traf Volthur mitten ins Herz.


​Volthur stieß einen erstickten Laut aus, ließ das Schwert fallen und fiel leblos in den Staub des Burghofs. Oseka stürzte entsetzt zu Boden, schrie gellend auf, drehte sich um und floh Hals über Kopf in die Dunkelheit der Gänge.


​Fagora stand allein im Hof, schwer keuchend, das Adjutantenschwert noch in der Hand. Udia und Xanadur traten leise näher und legten sanft ihre gewaltigen Köpfe neben sie in den Sand.


​Noch am selben Tag schwang sie sich auf den Rücken von Xanadur. Sie ritten im Galopp zum mystischen Arthrassee, wo der erloschene Meteorit im dunklen Wasser ruhte. Mit der allerletzten, verbliebenen Kraft der Scuniahalskette berührte sie das Gestein und aktivierte den Meteoriten von Neuem. Ein helles, pulsierendes Leuchten breitete sich aus – die Magie kehrte endlich nach Perna zurück. Aber dennoch musste sie den Meteoriten im Arthrasee aktivieren. Und nur Fagora konnte es.


​Ende.

DREHBUCH:


SZENE 1 - BURGHOF VON PERNA - TAG

Die Magier von Drakar lagen im Verlies. Der Burghof war still.

Im Hof stand VOLTHUR, Halbgott, Sohn von Sethur. Er blickte siegesbewusst und lachte laut.

Vor ihm kniete FAGORA, Herrscherin von Perna und Königin der Drachen. Sie war in Ketten gefesselt und trug nur die Scuniahalskette. Neben Volthur stand ihre Schwester OSEKA. Sie starrte kalt auf die Königin.

Volthur ging langsam auf Fagora zu.

VOLTHUR:
"Da bist du, Herrscherin von Perna. In Ketten gefesselt und nur die Scuniahalskette um deinen Hals. Du wirst gleich gegen einen bösen Drachen kämpfen müssen."

Fagora sah in die Ferne. Sie sah ihren Drachen XANADUR und UDIA, den König der Drachen. Aber Udia war in einem schwarzen Nebel gefangen und konnte sich nicht bewegen. Und Xanadur hatte zusammen mit Volthur die letzte Magie des Planeten Perna getrunken.

FAGORA:
"Du wirst es nicht wagen, Xanadur zum Kampf zu bewegen. Er ist mein Drache. Die Familie Adamus ist der Besitzer der Drachen und Xanadur hatte damals mir die Magie gegeben."

Oseka schüttelte den Kopf und grinste Fagora an.

OSEKA:
"Wir haben Xanadur die dunkle Magie gegeben. Diese Magie kommt von einem Kometen. Er gehört nicht mehr dir, Schwester."

Fagora wollte nicht kämpfen, aber sie wusste keinen anderen Ausweg.

SZENE 2 - DER DRACHENKAMPF

Zwei Wächter der dunklen Magie nahmen ihr die Ketten ab. Oseka warf ihr ein Schwert hin.

Fagora hob es auf. In diesem Moment stürmte Xanadur los.

Der Drache war riesig. Seine Schuppen waren schwarz von der Kometenmagie, seine Augen glühten violett. Er brüllte und schlug mit seinem Schwanz. Der Aufprall ließ die Steine des Burghofs bersten.

Xanadur schleuderte Fagora durch die Luft. Sie flog zehn Meter weit und schlug hart auf dem Boden auf. Aber sie stand wieder auf. Blut lief von ihrer Lippe.

FAGORA (schrie):
"Xanadur, mein Drache, du kannst nicht böse sein!"

Der Drache holte aus. Er öffnete sein Maul. Dunkles Feuer sammelte sich in seiner Kehle - kein rotes Feuer, sondern ein schwarzes, kaltes Feuer, das das Licht fraß. Er spie es auf Fagora.

In diesem Augenblick leuchtete die Scuniahalskette auf. Ein helles, weiß-blaues Licht explodierte aus ihr. Das dunkle Feuer traf das Licht und verpuffte.

Xanadur versteinerte sich. Mitten in der Bewegung stand er still. Seine Augen erloschen.

Fagora empfing Signale durch die Kette. Sie leuchtete immer heller. Es war die helle Magie der Kette, die sie rettete. Und sie spürte einen befreundeten Magier - entweder Zerah oder Saradona, die Magierin der Migaschwestern.

Der schwarze Nebel um Udia zerriss. Udia, der König der Drachen, war frei. Er stieß ein ohrenbetäubendes Brüllen aus und spie aus seinem Maul eine gewaltige Salve goldenen Feuers. Aber es war nur ein Warnschuss. Die Salve schlug zwischen Volthur und Oseka in den Boden und ließ den Hof beben.

VOLTHUR (wütend):
"Was hast du getan?!"

FAGORA:
"Du verdammter Volthur! Was hast du mit meinen Drachen getan?!"

In diesem Augenblick wurde Xanadur wieder lebendig. Die helle Magie der Scuniahalskette hatte die dunkle Kometenmagie aus ihm herausgebrannt. Er schüttelte sich und seine Schuppen wurden wieder silbern.

Xanadur stellte sich neben Fagora.

Fagora wusste nun, dass die helle Magie bald tot sein würde, denn der Meteorit im Arthrassee gab keine Magie mehr ab.

Sie musste Volthur töten.

Sie rannte vor. Volthur zog sein Schwert. Fagora parierte. Der Kampf war kurz und brutal. Sie stieß ihm ihr Schwert, das Oseka ihr gegeben hatte, direkt in die Brust. Volthur fiel.

Oseka schrie auf und floh.

Udia landete neben Fagora. Xanadur legte seinen Kopf neben sie.

Fagora legte ihre Hand auf die Scuniahalskette. Sie leuchtete noch einmal hell auf. Dann ritt sie auf Xanadur zum Arthrassee, um den Meteoriten wieder zu aktivieren.

Damit war Perna gerettet.

ENDE.