Fehlerkorrektur vom 23. Juni 2021: Im Kommentar steht, 2020 hätten 952 Frauen aus medizinischer Indikation abgetrieben. Dabei wurde irrtümlich nur das dritte Quartal 2020 berücksichtigt. Richtig ist, 2020 haben insgesamt 3809 Frauen (die im Kommentar korrekt genannten ca. 4%) aus medizinischen Gründen ihr Kind abtreiben lassen.


Ein Meinungskommentar.

Das Europäische Parlament wird am 23. Juni über den "Matic-Report" abstimmen. Abtreibungen sollen damit gesetzlich als Menschenrecht verankert werden. Sie sollen ohne jede Einschränkung ermöglicht werden, gelten dann als Gesundheitsdienstleistung und würden für medizinisches Personal verpflichtend. Ärzte und Hebammen dürften dann eine Abtreibung nicht mehr aus persönlichen Überzeugungen und Gewissensgründen verweigern.

Der Report spricht verschleiernd und beschönigend von "sexueller und reproduktiver Gesundheit". Da Abtreibungen in vielen Ländern erschwert seien, fänden "jedes Jahr ca. 25 Millionen Abtreibungen unter unsicheren Bedingungen statt und haben oft tödliche Folgen". Gesetzliche Abtreibungsregelungen "zwingen Frauen, ihr Leben und ihre Gesundheit zu gefährden". (Quelle, S. 35-36)

Ein bisschen Spaß  muss sein?

Die Frage ist: Welche Personen ersuchen überhaupt eine Abtreibung ihrer eigenen Leibesfrucht? Aus welchem Grund möchte eine Frau oder möchte ein Paar das Kind nicht haben?

Der Verein ProFemina gibt als die vier häufigste Gründe an (Quelle):

  • "Er will das Kind nicht" (etwa 30 % der ratsuchenden Frauen)
  • "Beziehungsstatus: Kompliziert" (etwa 15-20 % der ratsuchenden Frauen)
  • "Ich muss für meine anderen Kinder da sein" (10 % der ratsuchenden Frauen)
  • "Eigentlich war das alles anders geplant" (7  % der ratsuchenden Frauen)

Erkennbar ist: Etwa die Hälfte der ratsuchenden Frauen steckt in einer unklaren, unverbindlichen Beziehung. Der männliche Sexualpartner ist unverantwortlich und will die Verpflichtung für Frau und Kind nicht übernehmen. Oder aber die Frau ist sich nicht sicher, ob er "der Richtige" ist für eine langfristige, verbindliche Bindung an ihn durch gemeinsame Kinder.

Häufig wird Befürwortern für das Leben ("Abtreibungsgegnern") vorgeworfen, durch Vergewaltigung geschwängerte Frauen solle doch bitte schön möglich sein, das ungewollte Kind abzutreiben (juristisch: "kriminologische Indikation"). Allerdings betrifft dies laut Bundesamt für Statistik nur eine verschwindend gering Personenzahl: Lediglich jeweils  2, 8 und 9 Einzelfälle (weit weniger als 1 %) Abtreibungen geschahen im zweiten bis vierten Quartal 2020 aufgrund von Vergewaltigung (Quelle).

Eine weitere Minderheit von 952 Abtreibungen (etwa 4 %) geschahen nach "medizinischer Indikation", wenn die Schwangerschaft eine ernste Gefahr für Gesundheit und Leben der Mutter darstellt.

Abtreibungs-Ärztin: “Ich will das Kind nicht!” genüge als Begründung
Gießener Abtreibungsärztin: “Ich will das Kind nicht!” sei ein legitimier Grund für Abtreibungen. Ein Kurzkommentar.

Abtreibungen durch unverantwortliche Paare

Die überwältigende Mehrheit der Abtreibungen in Deutschland geschahen laut Bundesamt nach der sogenannten "Beratungsregel" oder "sozialen Indikation": 2020 wurden je Quartal etwa 24.000 Abtreibungen (96 %) nach einer sozialen Beratung an einer staatlich anerkannten Beratungsstelle vorgenommen. Dazu zählen die von ProFemina oben genannten Gründe: "Er will nicht", "Ich will nicht", "Ich bin nicht bereit, ein Kind passt mir gerade nicht".

Die Statistik zeigt, dass Abtreibungen in den allermeisten Fällen von unverbindlich zusammenlebenden Pärchen ersucht wird, die "freien Sex" miteinander ausüben. Nach der Lebenseinstellung: Spaß muss sein! und Fun geht vor! Das sind Paare, denen ein Kind einfach nicht in ihre "derzeitige Lebensplanung" oder "Beziehungssituation" passt. Das betrifft vielfach Menschen, die zwar mit dem derzeitigen "Lebensabschnittpartner" Spaß haben wollen, mit ihr oder ihm aber keine dauerhafte, lebenslange Verpflichtung über gemeinsame Kinder eingehen wollen. Wie nennt man Leute, die ohne Verpflichtung einfach ihren Spaß suchen? Richtig: Egoisten.

Pro Quartal 2020 töteten etwa 24.000 Egoisten ungeborenes Menschenleben, ein Wesen, für dessen Entstehung sie selbst verantwortlich sind. Ein Kind, das sie durch ihr eigenes Vergnügen selbst gezeugt haben und dann doch nicht haben wollten.

Das wahre Recht der Frau am eigenen Körper

Daher plädiere ich für die wahre Sicht auf das Recht der Frau am eigenen Körper:

Jede Frau hat das unveräußerliche Menschenrecht und die wunderschöne Würde, mit ihrem eigenen Körper auf ausgelebte Sexualität mit Männern zu verzichten, bei denen sie nicht auch bereit ist, ein Kind zu empfangen. Jeder Mann hat die Pflicht, auf Sex mit Frauen zu verzichten, wenn er nicht auch die Verantwortung für ein Kind von ihr übernehmen möchte.

Jede Frau hat das Recht und die einzigartige Würde, sich ausschließlich mit einen Mann sexuell einzulassen, mit dem sie und er mit ihr eine verbindliche Bindung eingeht. Das wird zuvor rechtlich durch eine öffentliche Eheschließung vor Zeugen bestätigt und bekräftigt. Kein Mann hat das Recht, irgendeine Frau zum Sex zu zwingen oder zu überreden, mit der er nicht auch bereit ist, für sie und ein Baby lebenslänglich die Verantwortung zu übernehmen.

Mit diesem wahren Recht am eigenen Körper hat man Spaß am Sex, dann Freude am gemeinsamen Kind. Und genießt das eigene Familienleben. Und das schlechte, nagende Gewissen am Mord seines eigenen Kindes um des eigenen Egoismus willen tritt gar nicht erst auf.

Offener Brief an die Redaktion der Tagesschau
Die Tagesschau veröffentlichte heute einen kritischen Bericht über Publikum.net und erwähnte dabei auch mich. Ich bitte die Tagesschau- Redaktion hiermit um Stellungnahme.