Obwohl der Impfstoff AstraZeneca in UK seit Beginn des Jahres ohne bekannte Probleme – und mit großer Transparenz dank öffentlicher Studien – verimpft wurde, hat sich Deutschland heute der Entscheidung anderer europäischer Länder angeschlossen und die Impfung mit AstraZeneca vorläufig gestoppt.

Begründet wird dies mit einer auffälligen Häufung einer bestimmten Thromboseart.

Dennoch bleiben Fragen.

  1. Ich bin überzeugt, dass PEI arbeitet nach bestem Wissen und Gewissen. Ich bin überzeugt, dort sitzen unsere Top-Fachleute.
    Ich bin überzeugt, sie arbeiten mit den besten Daten, die sie haben. Ich habe vom PEI den Eindruck einer zuverlässigen Behörde und ich halte es für unabhängig und sehr wahrscheinlich nicht käuflich. Das habe ich erst vor wenigen Tagen auch so formuliert.
  2. Dennoch kann ich die Entscheidung heute für fehlgeleitet halten. Und ich finde, als betroffene Bürgerin habe ich auch ein Recht darauf, zu erfahren, wie sie zustande kam. Genauer: ich habe das Recht zu erfahren, wie die unterschiedlichen Risiken gegeneinander abgewogen wurden.
  3. Es ist mir unerklärlich, warum es zum völligen Impfstopp kam. Warum wurden nicht andere Lösungen abgewogen wie:

    - Umstellung von Menschen mit bekannten Gerinnungsstörungen auf andere Impfstoffe.
    - Verstärkte Aufklärung in den Impfzentren.
    - Wahlweise zu versuchen, den Thrombosen vorzubeugen.

    Man hätte die Untersuchung der Probleme durchführen und dennoch weiterimpfen können.
  4. Wie wurde die Abwägung der Risiken getroffen, zwischen wenigen und wahrscheinlich größtenteils sogar behandelbaren Thrombosen und derzeit wohl 15 vermeidbaren Todesfällen _PRO TAG_.

    Erneut, es gab in Deutschland 6 Fälle in zwei Wochen? Und auf der anderen Seite haben wir 15 Todesfälle _pro Tag_. Und da haben wir Long Covid und potenzielle weitere Mutationen noch nicht einmal mit in der Rechnung drin.

    6 Fälle, gegen die man vorbeugen könnte.
    210 Fälle, die auf jeden Fall sterben werden.

    Derweil laufen wir in die 3. Welle hinein und es werden mehr Menschen werden, die täglich sterben werden, obwohl man es hätte verhindern können.

    Das sind sehr oft Menschen, die sich nicht aussuchen können, ob sie an Covid-19 erkranken wollen. Es sind Menschen, die in Settings mit hohem Ansteckungsrisiko gezwungen werden, weil sie in Medizin und Pflege arbeiten, weil die Schulen offen gehalten werden müssen, weil Menschen zur Arbeit gefahren werden müssen, weil Menschen auf der Arbeit mit Nahrung versorgt werden müssen.

    Und weil das gesamte produzierende Gewerbe natürlich auch nicht durch so eine Kleinigkeit wie eine Pandemie belastet werden darf.
  5. In wie weit spielte es bei der Entscheidung eine Rolle, dass der Staat für Impfschäden haftet, für Covid-19-Schäden aber nicht?
  6. Was passiert jetzt mit dem geplanten Impfstart bei den Hausärzten. Was passiert jetzt, wo uns auch noch die Chance flöten geht, die Ausbreitung der 3. Welle durch Impfungen zu mitigieren? Laufen wir weiter ungebremst und mit sehendem Auge in die Katastrophe?

Ich denke, das sind alles berechtigte Fragen und ich wünsche mir nicht nur Antworten, ich wünsche mir Transparenz und ich wünsche mir Lösungen, die mehr sind als ein Schulterzucken und ein beiläufiges "Schwund ist immer".

Analysen zum Umfang des Problems

Threads von Pavel Mayer

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Thread von Martin Moder

Thread von Florian Aigner

Karl Lauterbach zu AstraZeneca

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Thread von Kai Kupferschmidt

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