WORT ZUM SONNTAG

Down Under!
Denn normalerweise kennt man den fünften Kontinent eher für sein seltsames - und überaus tödliches - Tierreich.

Inzwischen ...
... spitzt sich dort aber ein Konflikt zu, der die Zukunft von Big Tech verändern könnte.

Zunächst aber:
Willkommen zum fruehstart Weekend-Special.

Schwerpunkt:
Alles, was Millennials wissen MÜSSEN: Also die neuesten Entwicklungen in Sachen Social Media & Big Tech!

Unsere heutiges Thema:
Facebook vs. Australien.

Außerdem ...
... haben wir ein bisschen Netflix für Euch geglotzt: "Tribes of Europa" ist ja Science Fiction "Made in Germany". Und diese Kombination hat viel Potenzial, uns in der Welt zu blamieren ...



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Habt Ihr dazu irgendwelche Fragen?
Dann schreibt uns jederzeit gerne an: crew@fruehstart-newsletter.de

Und wie wird das Wetter heute?
Sehr sonnig - und fast 20 Grad! Vielleicht machen die Freibäder dieses Jahr ja noch im Februar auf ...

FACEBOOK VS. AUSTRALIEN

1. Um was geht es denn überhaupt?

Die australische Regierung ...
... plant ein neues Gesetz. Den sogenannten "Bargaining Code". Inhalt: Facebook & Google sollen für Links und Snippets, die auf Nachrichten-Inhalte verweisen, bezahlen.

Wieviel?
Die Preise sollen folgendermaßen ausgehandelt werden: Google und Facebook sollen sagen, was ein Link ihrer Meinung nach wert ist. Dann sagen die News-Publisher, was sie dafür wollen.

Und dann ...
... entscheidet ein "Schiedsrichter", welcher der beiden Preise gilt.

2. Die Argumente der Regierung:

Google & Facebook ...
... haben den Publishern ihr Geschäftsmodell genommen:

  • Früher verdiente eine Zeitung Geld durch Werbung und geschaltete Anzeigen ("Biete Fußpflege im Großraum München ...)
  • Beides geht über die Ad-Manager der Palttformen nun aber sehr viel besser, zielgenauer, schneller, einfacher und billiger.
  • Daher haben die Plattformen inzwischen fasst schon ein Monopol auf Werbung.Außerdem:
    Die Plattformen profitieren von den News-Seiten: Dass deren Content dort auffindbar ist, mache sie sehr viel attraktiver. Weil die Plattformen aber eine Monopolstellung haben, hätten die Publisher keine faire Verhandlungsposition, um über eine Entlohnung zu feilschen.

    Und:
    Im Gegensatz zu den Plattformen erfüllen Nachrichtenseiten eine demokratierelevante Aufgabe: unabhängige Informationen nach journalistischen Standards. Daher sind ihre Interessen schützenswert.

3. Die Argumente der Plattformen:

Nach Google & Facebook ...
... sollten, wenn überhaupt jemand, dann die Publisher bezahlen. Dafür, dass ihre Links auf den Plattformen verfügbar sind. Facebook rechnete z.B. vor, wie viele Clicks die News-Seiten über die das Netzwerk erhalten haben. Zu den gängigen Preisen wäre das ein Geschenk im Wert von mehreren hundert Millionen Dollar pro Jahr.

Außerdem ...
... verweist man dezent auf Spanien. In Folge eines ähnlichen Gesetzes hatte Google dort alle Links zu Nachrichten-Seiten entfernt. In der Folge brach den Publishern ca. 20% ihres Traffics weg. Und sie setzten anschließend selbst dafür ein, dass die Regierung das Gesetz wieder kassiert.

4. Was ist nun passiert?

Ursprünglich ...
... drohten beide Plattformen mit Totalboykott: Google wollte die Suchmaschine in Australien abschalten. Und Facebook alle Links zu australischen Publishern sperren.

Dann kam Microsoft.
Und lies die australische Regierung wissen, sie könne getrost auf Google pfeifen. Man würde mit Bing sofort übernehmen - und die angeordneten Abgaben an die Publisher akzeptieren.

Und auf einmal ...
... hat sich Google dann im Eiltempo mit den australischen Publishern auf Deals geeinigt.

Dann blieb noch Facebook.
Und hier gibt es keinen austauschbaren Konkurrenten, denn gerade was die Links auf Newsseiten betrifft, sind TikTok & Co. kaum vergleichbar.

Daher blieb man stur:
Man entschloss sich dazu, einfach alle Links zu australischen Publishern zu sperren.

5. The Bigger Picture?

Australien hat ca. 25 Millionen Einwohner.
Und alle zusammen wäre wohl noch nicht einmal 1% der Nutzer der Facebook Inc.

Es geht also nur um Peanuts.
Denn selbst eine völlig überzogene Link-Gebühr in Down Under würde im globalen Umsatz der Plattformriesen kaum auffallen.

Aber: Es ist ein Präzedenzfall!
Und je nachdem wie diese Geschichte ausgeht, könnten sich die USA und die EU ein Beispiel an Australien nehmen. Denn die Diskussion darüber, ob Facebook und Google dem Journalismus schaden, ist auch dort in vollem Gange.

Und außerdem ...
... stehen im australischen Gesetzentwurf auch noch ein paar sehr unangenehme Passagen: Wenn die Plattformen etwa ihre Algorithmen verändern, sollen sie das den Publishern einige Wochen im voraus mitteilen. Allein das wäre für Google, das den Suchalgorithmus nach Kräften geheim hält, um SEO-Tricks zu vermeiden, absolut tödlich.

Noch dazu ...
... steht ein sehr wichtiges Internet-Prinzip zur Debatte: Die freie und kostenlose Verlinkung.

6. Wie ist die Lage?

Wirklich überraschend ...
... ist vor allem, wie unglaublich mies die Plattformen dieses Partie bislang gespielt haben.

Denn erinnert Ihr Euch an den Donnerstag?
Da haben wir berichtet, wie meisterhaft Apple einen Keil in die Argumentation gegen die AppStore-Gebühren geschlagen hat: Man halbierte die Gebühren für kleine Entwickler mit weniger als einer Million Jahresumsatz. Das kostete so gut wie nichts - und raubte den Kritikern das Hauptargument, Apple blockiere Innovationen.

Weitere Beispiele ...
... gibt es zu Hauf: Uber hat z.B. mit einer riesigen PR-Kampagne ein Referendum über die das kalifornische Gesetz erzwungen, ob es seine Fahrer wie Festangestellte behandeln muss.

Sehr geschickt!
Denn der typische Wahlberechtigte weiß: Gerechtigkeit hin oder her - am Ende werden dadurch seine eignen Uber-Fahrten teurer.

Und das Aussie-Gesetz ...
... hatte auch so einige Soll-Bruchstellen. Denn es argumentiert u.a.:

  • Die News-Publisher stehen für seriösen Journalismus.
  • Man müsse etwas gegen das "Monopol" der Plattformen unternehmen.Ausgerechnet Australien?
    Das hätte die Antwort der Plattformen sein sollen. Denn dort hat Rupert Murdoch zum einen ein "Quasi-Monopol" auf Nachrichten-Seiten. Und zum anderen steht seine News Corp. nicht gerade für seriösen Journalismus: Ihm gehört u.a. auch Fox News, dass es in puncto Fake News & Hetze mit jeder Plattform aufnehmen kann.

    Fun Fact:
    Der gute Rupert ist auch die treibende Kraft hinter dem Gesetz. Und in Australien hat er einen sehr viel bedenklicheren Einfluss, als die Big Tech: Es ist mehr oder minder offensichtlich, dass er dort unliebsame Premierminister im Zweifel "absetzen" kann. Und dass dieses Gesetz ist für ihn maßgeschneidert worden: Anfangs sollten sogar die großen öffentlich rechtlichen News-Seiten in Australien (die ABC) von der Regelung ausgenommen werden. Außerdem steht im Gesetz nirgends, dass die Zahlungen der Plattformen auch tatsächlich in Journalismus fließen müssen. Die Murdochs könnten sich davon also auch noch ein paar Super-Yachten kaufen.

    Und weltweit gilt:
    Noch bevor die großen Plattformen die Bühne betraten, haben sich News-Publisher vielerorts monopolartige Gebilde errichtet. Und meistens waren es nicht die Verleger, die in Sachen "Fake News" - oder zumindest "Enragement for Enragement" eine weiße Weste hätten: Denn auch die BILD-Zeitung lässt bekanntlich keine Gelegenheit aus, Empörung zu schüren um die Verkaufszahlen zu steigern.

    Ein "Cook-Konter" ...
    ... wäre vor allem für Mark Zuckerberg also ein Leichts gewesen. Man hätte eine Kampagne starten sollen, die besagt: Ja, wir zahlen für Links. Aber wir wollen nicht, dass mit dem Geld bedenkliche News-Kartelle gefördert werden. Und wir wollen, dass das Geld auch in seriösen Journalismus fließt.

    Und schon wäre der Ball ...
    ... wieder bei den Regierungen gelegen: Die Diskussion hätte sich darauf verlagert, wen man durch so ein Gesetz bevorteilen darf - und wer das entschiedet. Dabei hätte sich für Facebook sicher ein Weg ergeben, relativ billig aus der Nummer rauszukommen.

    Oder:
    Man hätte großzügige Deals mit allen seriösen Anbietern schließen sollen. Dann wären die "Unsympathen" alleine da gestanden.

7. Spielstand?

Gefühlt steht es jetzt 2:1 für Australien.

  • Google ist eingeknickt ist, als Bing mobil machte.
  • Das macht es recht offensichtlich: Die Links & Snippets zu den Publishern haben vielleicht doch einen Wert für die Suchmaschine. Denn wenn man News in Zukunft nur noch bei Bing findet, hat man wohl desöfteren einen Grund, auch mal die zweitbeste Suchmaschine der Welt zu benutzen.
    Facebook ...
    ... hat dagegen den Vorteil, dass es keine offensichtliche Alternative gibt.

    Argumentativ ...
    ... sollte es damit aber vorsichtig umgehen: Denn das ist ziemlich genau die Definition eines Monopols, das man in freien Märkten ja verhindern muss.

    Genau darauf setzt Facebook aber:
    Aus Protest gegen das drohende Gesetz hat es jetzt einfach alle Links zu australischen News-Seiten von der Plattform verbannt.

    Und nicht nur die.
    Anscheinend hat das Mark Zuckerberg zur Chefsache gemacht. Und seinem Ruf als roboterhafter Autist, den außer Geldanhäufen gar nichts interessiert, gleich alle Ehre gemacht:
  • Australien hat ca. 25 Einwohner und das Gesetz betrifft nur Publisher mit einem Jahresumsatz über 150.000 AUS$.
  • So viele Publisher können das also sicher nicht sein - und die paar hundert betroffenen Domains hätte man sicher auch schnell "von Hand" raussuchen können.
  • Zuckerberg setzte dabei aber lieber auf einen Algorithmus.
  • Ergebnis: Nebenbei hat man wohl auch die Facebook-Auftritte von wichtigen Stellen zur Corona-Bekämpfung gelöscht. Genau wie Nachrichten der Feuerwehr bzgl. Buschbränden, Aufrufe zur Suizidprävention - und ganz nebenbei noch auch die Facebook-Seite der australischen Faceboook-Dependance ...Voller Erfolg!
    Die öffentliche Meinung ist in Gesetzgebungsverfahren ja auch nicht ganz unwichtig. Und nun hat man geschafft, sie völlig gegen sich aufzubringen - und sich auf die Seite des - denkbar unsympatischen - Herrn Murdoch zu schlagen.

    Nebenbei ...
    ... macht man damit eventuell noch ein paar ganz neue Fässer auf: Wenn Facebooks-Entscheidungen einen so gravierenden Einfluss auf so wichtige Bereiche haben, müsste man die Plattform dann nicht noch viel stärker regulieren?

7. Fazit?

Es ist was in Bewegung.
Denn eventuell sitzen in Australien schon ein paar Techis über Folien für ein Pitchdeck. Titel "Ein Facebook MIT News für Australien".

Und Mircosoft ...
... könnnte Lunte riechen: Eventuell nahm man das Ganze nur zum Anlass, um Google ein wenig zu trollen. Aber andererseits: Marktanteile in "Search" wären doch eine ziemlich schöne Sache für den Gesamtkonzern. Könnte man nun nicht einfach zu Springer, Burda & Co. marschieren, und über exklusive Links und Snippets für Bing verhandeln?

Gut & böse ...
... gibt es beider Sache aber leider mal wieder nicht so wirklich. Denn ob Rupert Murdoch der Retter der freiheitlich demokratischen Grundordnung ist, darf zumindest bezweifelt ist.

STREAMING

Tribes of Europa

Eine deutsche Produktion auf Netflix.
Da kommen gemischte Gefühle auf: Ein bisschen Patriotismus mit großer Angst vor einer Blamage: Entertainment - und vor allem Science Fiction - ist ja nicht gerade unsere Paradedisziplin.

So schlimm?
Nein, eigentlich gar nicht so übel. Deutsche Serien gehen ja oft in einer Seifenoper-Dauerdrama Stimmung unter, bei der jeder Darsteller eine dauerbeleidigte Schnute zieht.

Tribes of Europa nicht.
Und es hat vieles von dem, was eine Postapokalypse attraktiv macht: Gewalt, Verwilderung, Coole Outfits, lustige Schlitzohren, Mad Max Athmo, eine neue Hoffnung ...

Plot:
Im Jahr 2029 kommt es zu einer Art Stromausfall, der die gesamte Technik - irgendwie - lahmlegt. Daraufhin brechen die EU und ihre Nationalstaaten zusammen. Einige Jahre später (zur Zeit der Erzählung) sind die Menschen in Europa in Stämme gegliedert. Davon gibt es wohl ziemlich viele. Aber wirklich wichtig sind eigentlich nur eine Hand voll:

Die Crows:
Das ist sicher der unterhaltsamste Haufen: Gewaltverherrlichende Lack- und Ledernazis, die hauptsächlich Berlin kontrollieren, Sklaven halten, (nicht näher spezifizierte) Drogen inhalieren und sexuell recht aktiv sind. Außerdem neigen zum Wahnsinn.

Die Crimsons:
Im Nachhinein verklärt man ja so Einiges. Und die Crimons tun das mit der EU. In ihren Augen war das nämlich keine dröge Bürokratenparty, sondern eine heldenhafte Bewegung. Deswegen haben sie alte Uniformen einer paneuropäischen Militäreinheit (die gibts wohl wirklich) ausgegraben. Und wollen diese glorreiche EU nun wieder wieder auferstehen lassen. Das macht sie natürlich zu den natürlichen Feinden der Crows, die den Rest des Kontinents viel lieber versklaven möchten.

Außerdem gibt es noch ...
... die mysteriösen Atlantier. Besonderheit: während der Rest des Kontinents degenerierte, haben sie sich technisch weiterentwickelt, "Hover-Jets" und seltsame Allzweckwürfel gebaut (wie ein Smartphone, nur noch viel besser).

Dazwischen ...
... gibt es noch den Typ von Personal, der sich normalerweise im "Outer Rim" von Star Wars rumtreibt: Mehr oder minder sympathische Outlaws, einige davon sogar recht unterhaltsam.

Fazit:
Kann man probieren - vor allem, wenn man sowieso auf Mad Max steht! Und es ist irgendwie auch mal nett, vertrautes Inventar in einer Postapokalypse zu sehen - z.B. einen als Survival-Mobil umgebauten VW-Bulli ...

WERDET PATRON!

Denn Ihr werdet sehen, wie toll das ist ;)

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