329-5 Teil der Fantasyserie von Josh Fagora, Johannes Schütte und Grok AI.


Die Konfrontation im Burghof
Der Burghof der alten Festung von Perna erstreckte sich weit und imposant unter dem grauen Himmel des frühen Frühlings. Die hohen Mauern aus dunklem Stein, von Moos und Efeu überzogen, umgaben den Hof wie eine undurchdringliche Umarmung. In der Mitte ragte ein alter Brunnen auf, dessen Rand von Frostsplittern bedeckt war, und ringsum pflasterten unebene Steine den Boden, der von den Schritten unzähliger Bewohner glatt getreten worden war. An den Rändern des Hofs lehnten sich hölzerne Karren und Stapel von Vorräten aneinander, während die Tore weit offenstanden und eine Prozession von Bewohnern die Burg verließ – Bauern, Handwerker und Familien, die mit Bündeln beladen in die Ferne zogen.
Die Luft war noch kalt, durchdrungen vom Geruch von feuchter Erde und dem fernen Echo von Drachenflügelschlägen. Gefallene Eisdrachen, majestätische Kreaturen mit schuppigen Leibern so weiß wie Schnee, waren auf dem Weg nach Drakar, ihre Schatten huschten über die Mauern.
Fagora stand vor ihrer Schwester Oseka, die ihr im Burghof gegenübertrat. Fagora, die Königin von Perna, war eine Frau von edler Statur, mit langem, blonden Haar, das in sanften Wellen über ihre Schultern fiel. Ihr Gesicht trug die Spuren von Weisheit und Kämpfen – tiefe, blaue Augen, die Güte und Stärke ausstrahlten. Sie trug ein Gewand aus schwerem Brokat, in den Farben von Perna – tiefes Blau und Silber –, das ihre schlanke Figur betonte.
Neben ihr standen ihr Vater Horo Adamus, ein alter Krieger mit grauem Bart und narbenübersätem Gesicht, dessen Augen vor Entschlossenheit funkelten, und Saradona, die Elbenmagierin.
Saradona war eine elegante Gestalt, mit spitz zulaufenden Ohren und Haut so hell wie Mondlicht; ihr langes, schwarzes Haar , und sie trug eine Robe aus fließendem Seidenstoff, der im Wind flüsterte.
Oseka, die ältere Schwester, war das Gegenteil von Fagoras Sanftmut. Sie hatte ein scharf geschnittenes Gesicht, mit hohen Wangenknochen und Augen so dunkel wie die Nacht, die von einem Hauch von Bosheit durchzogen schienen. Ihr Haar war blondslibern und wild, gebunden in einen strengen Zopf, und sie trug eine Rüstung aus dunklem Leder, verziert mit Symbolen der Schattenmächte.
Neben ihr thronte ihr Eisdrache Icecora, ein gewaltiges Biest mit Schuppen aus purem Eis, dessen Atem Nebelwolken in die Luft hauchte und den Boden um sich herum mit Reif bedeckte.
„Ich bin gekommen, um mein Recht auf den Thron zu erlangen. Es wurde mir ungerecht angetan, als Mutter starb“, begann Oseka das Gespräch, ihre Stimme scharf und fordernd.
Fagora lächelte bescheiden. Sie sah ihrer Schwester tief in die Augen und musterte sie eindringlich.
„Du wurdest verbannt, weil du seinerzeit mit Sethur und Rethor im Bund warst. Ich würde mich freuen, wenn du wieder eine Aufgabe in der Adamusfamilie hättest und mich unterstützen würdest.“
Oseka sah zu ihrem Eisdrachen Icecora.
„Ich bin die Erstgeborene. Wenn ich Königin werde, dann gehören Drachen mir und Vampire würden mit regieren“, erwähnte sie mit einem spöttischen Unterton.
„Du weißt genau, dass es der Wille deiner Mutter war, dass Fagora den Thron besteigt. Sie gab die Scuniakette Fagora und du hast dich mit dunklen Mächten verbunden. Fagora musste Rethor und Sethur töten und ich fürchte, du wirst den Nachfolgern der beiden Gottvampire huldigen, die durch eine Supernova zur Macht kamen“, sagte Horo Adamus und schaute Oseka böse an, seine Stimme grollend wie Donner.
Oseka erhob ihr Schwert und wirbelte es herum, um die Bewohner zu erschrecken, die sich am Rande des Hofs versammelt hatten.
„Dunkle Mächte werden kommen, mein Vater, und ich werde den Göttern des Mondes Odima dienen“, erwiderte Oseka herausfordernd. „Vampire und die dunklen Götter, sowie Eiselben werden herrschen.“
Fagora sah zur Burg, deren Türme sich stolz in den Himmel reckten. In diesem Moment lief Alina, die Tochter von Fagora, zu ihr und klammerte sich an ihr Kleid fest. Alina war ein kleines Mädchen von etwa einem Jahr, mit lockigem, blonden Haar, das ihr bis zu den Schultern reichte, und großen, unschuldigen Augen in einem sanften Grün.
Doch in diesen Augen lag bereits ein Funke von etwas Mächtigem, Ungezähmtem – eine latente Kraft, die sie selbst noch nicht verstand. Sie trug ein einfaches Kleid aus Wolle, das von der Kälte des Hofs leicht zerknittert war, und ihre kleinen Hände waren zu Fäusten geballt. Sie schaute Oseka ängstlich an, aber in dieser Angst mischte sich ein wachsender Zorn.
Fagora zeigte auf sie. „Das ist Alina, meine Tochter, und sie wird irgendwann Königin von Perna.“
Fagora verzog ihre Stirn und überlegte lange.
„Nimm mein Angebot an, aber wie ich eben vernahm, dienst du später dunklen Mächten. Ich sehe keinen Sinn, dich in unsere Familie aufzunehmen. Ich muss dich verbannen und dann werden dich in Vuljun im Gefängnis von Talor hunderte Soldaten bewachen.“
Plötzlich zog Oseka ihr Schwert, aber die Wachen hielten sie zurück.
Fagora kämpfte mit dem Gedanken, sie mit dem Schwert Viskur zu töten, aber sie konnte das Schwert nicht aus der Scheide ziehen.
Oseka blieb stehen, unbeweglich. Irgendwie konnte sie sich nicht bewegen. „Was passiert mit mir?“, fragte sie nervös, ihre Stimme zitternd.
Alina schaute sie erneut böse an. In diesem Moment konzentrierte sich das Mädchen intensiv, ihre kleinen Hände ballten sich zu Fäusten, und sie murmelte leise Worte in einer uralten Sprache, die sie intuitiv kannte – Worte, die dunkle Energien heraufbeschworen.
Alina, die bislang als unschuldiges Kind gegolten hatte, offenbarte sich hier als neue Magierin, eine Erbin verborgener Kräfte, die tief in ihrem Blut verwurzelt waren. Ohne je unterrichtet worden zu sein, floss die Magie durch sie hindurch, geweckt durch den Zorn und die Bedrohung ihrer Familie.
Eine Aura dunkler Magie umgab sie, als ob Schatten aus ihrem Inneren hervortraten, und sie lenkte diese Kraft mit einem stechenden Blick direkt auf Oseka.
Ein grünlicher Schleier, wie ein giftiger Nebel, erfasste Oseka vollständig, durchdrang ihre Glieder und lähmte sie von innen heraus, indem er ihre Muskeln mit unsichtbaren Fesseln band.
Alina hatte die Magie instinktiv angewendet, ohne Zauberstab oder Ritual, rein durch Willenskraft und den Zorn in ihren Augen, der die dunkle Essenz freisetzte.
Es war, als ob die alte Blutlinie der Adamus in ihr erwacht war, eine Mischung aus elbischer Weisheit und vampirischer Dunkelheit, die sie zur jüngsten Magierin in der Geschichte Pernas machte.
Saradona beobachtete dies mit staunenden Augen, denn solch eine natürliche Begabung war selten und gefährlich – Alina würde lernen müssen, diese Kraft zu beherrschen, bevor sie sie verzehrte.
Fagora zeigte auf die Wachen, die in der Nähe standen. „Führt sie ab. Bringt sie zu Talor in der Ashonarsekte. Dort wird sie ein Leben im Gefängnis haben.“
Alina zischte und wurde zornig, ihre Augen glühten noch immer von der verbliebenen Magie. Fagora schaute ihre Tochter erstaunt und zornig an. „Alina, warst du das etwa?“
Saradona nickte der Königin Fagora zu. „Sie war es, Alina hat die Magie. Doch wir müssen uns nicht fürchten. Sie wird ihren Weg zur richtigen Magie finden. Nur ist sie jetzt unsicher mit der neuen Gabe. Die Halskette, die Scunia hatte und die du, Königin Fagora trägst, war der Auslöser in ihr. “
Ende



