Aufgrund der bedrohlichen Inzidenzen empfiehlt Prof. Dr. Stöcker allen nicht auf eine Zulassung von Proteinimpfstoffen zu warten, sondern sich schnellstmöglich mit der zweitbesten Variante, nämlich mRNA-Impfstoffen, impfen zu lassen. Prof. Stöcker hat aus diesem Grund seine LubecaVax -Impfkampagne erst einmal auf Eis gelegt.

Der Deutsche Bundestag hat beschlossen, die Bürger unseres Landes einem Impfzwang zu unterwerfen. Angesichts der katastrophalen Entwicklung der Corona-Pandemie ist das eine richtige Entscheidung. Die Gefahr, die aktuell von der Pandemie ausgeht, ist mit Sicherheit größer als die Risiken, die mit der Verabreichung der zugelassenen Impfungen verbunden sind.

Jetzt haben wir keine Zeit, auf eine ideale Impfung wie LubecaVax zu warten, die nach meiner Überzeugung ein günstigeres Nutzen-Risiko-Verhältnis bietet, oder sich über unfähige Behörden zu beschweren. Wir befinden uns bildlich gesprochen in einem Kriegszustand mit dem Coronavirus. Da hat es keinen Sinn, einer noch nicht zugelassenen Wunderwaffe entgegenzusehen, egal weshalb sie noch nicht verfügbar ist.

Bitte lassen Sie sich mit den staatlich empfohlenen Präparaten impfen, sofern Sie tagesaktuell noch keinen Immunschutz aufweisen. Ich will niemanden dazu verleiten, die aktuell gebotene Schutzimpfung zu verschieben und werde aus diesen Gründen bis zum Ende dieses Notstandes in Deutschland meine Aktivitäten in dieser Richtung einstellen.

Winfried Stöcker

Nun, das finde ich schade, sprach doch der Proteinimpfstoff Menschen an, die sehr große Angst vor den mRNA-Impfstoffen haben und sich aus diesem Grund möglicherweise überhaupt nicht impfen lassen werden. In diesem Zusammenhang wäre es auch wichtig in der EU endlich mal einen Proteinimpfstoff zuzulassen. Warum dauert das so lange? Im übrigen hat der deutsche Bundestag eine allgemeine Impfpflicht meines Wissens noch nicht beschlossen.

Allerdings ist die scheidende Bundeskanzlerin Merkel dafür: Die große "Impflücke" in Deutschland führe dazu, dass Geimpfte weiterhin eingeschränkt seien und das Gesundheitssystem teilweise überlastet sei.  "Angesichts dieser Situation halte ich es für geboten, eine solche Impfpflicht zu beschließen", sagte Merkel am Donnerstag in Berlin. Auch der künftige Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) setzt sich nun für eine allgemeine Impfpflicht ein. Die künftige Ampelkoalition aus SPD, FDP und Grünen will die Bundestagsabgeordneten frei darüber abstimmen lassen, ob sie kommt oder nicht.

Die große Impflücke vermag ich allerdings nicht zu erkennen. Wichtiger wäre es die Alten über 60jährigen, bei denen der Impfschutz inzwischen schon wieder verschwindet, durch eine Auffrischung zu schützen. Auch die 2G/3G-Spiele sehe ich nicht als zielführend an. Alle testen, die an Orte mit hohem Infektionsgeschehen gehen wollen, wäre momentan der bessere Weg und das ohne irgend jemanden auszugrenzen.

Momentaner Stand der Impfungen: 69% der Deutschen sind vollständig geimpft, das RKI räumt ein, dass nicht alle Impfungen erfasst werden. So dass Abweichungen nach oben möglich erscheinen.

Also haben wir 70% geimpfte Bürger und hinzu kommen dann noch ca. 5% Genesene. Damit wären momentan 75% der Deutschen, also 62 Millionen, geschützt. Es gibt 15 Millionen Kinder und Jugendliche, die Corona nicht sonderlich bedroht. Die Verläufe sind milde. Was soll also die große Impflücke sein?

Eine Modellierung des Robert-Koch-Instituts geht im Moment davon aus, dass mindestens 85 Prozent der 12- bis 59-Jährigen gegen Covid-19 geimpft sein sollten. Bei den über 60-Jährigen müssten es sogar mehr als 90 Prozent sein, vermeldet ZDF.

Eigentlich sind nur die Alten und "vulnerable Gruppen" durch Nachlassen des Impfschutzes bedroht. Vierzehn Prozent haben bisher eine "Boosterimpfung" erhalten. Schaut in das RKI-Impfquotenmonitoring.xlsx (live.com) und stellt Euch mal die Frage, warum wir eigentlich eine "Impfpflichtdebatte" führen und zur Hetzjagd auf Ungeimpfte geblasen haben.

Tut man es, weil es die Österreicher machen, oder weil es die EU will? Zahlt "An der Goldgrube" etwa Zielprämien an die Politik, sind unsere Politiker nicht in der Lage selbständig zu denken? Fragen über Fragen. In diesem Sinne, bleibt gesund. Und lasst Euch nicht verarschen.

Übrigens kleiner Nachtrag, im Moment sinkt im Landkreis Görlitz/Sachsen seit fünf Tagen die Inzidenz. Von ursprünglich 2500 sind wir nun laut Landkreis auf 1193,3 gefallen. "Die durch den Landkreis ermittelte 7-Tage-Inzidenz beträgt 1.193,3 je 100.000 Einwohner, der Wert des RKI liegt heute bei 1.021,7." Ja, das RKI, das hatte von den 2000-2500er Werten so rein gar nichts mitbekommen, Testrückstau und Melderückstau machten es seit 17.11. möglich. Sinkende oder stagnierende Fallzahlen könnten auch daran liegen, dass Kapazitäten erschöpft seien und Labore sowie Gesundheitsämter mit dem Testen und Bearbeiten von Meldungen nicht hinterherkämen, hat RKI-Chef Lothar Wiehler heute erkannt. Auch OBIausHV hat von einer 2500er Inzidenz im Landkreis Görlitz rein gar nichts mitbekommen. Nachlesen konnte man diese Zahlen maximal beim sächsischen Gesundheitsministerium in der Einzelaufstellung der Landkreise sowie der Coronaseite des Landkreises und bei mir.

Die Kliniken des Landkreises mit 250.000 Einwohnern sind mit 169 Coronapatienten zwar belastet, aber bei 29 Fällen auf der ITS (davon 10 Geimpft) noch nicht überlastet. Das war voriges Jahr bei deutlich niedrigeren Inzidenzen (~800) wesentlich prekärer. Die Hospitalisierungen sinken im Moment. Die meisten Schulen blieben offen.

Die Schweiz und Polen werden ab Sonntag zu neuen Corona-"Hochrisikogebieten" erklärt, teilte das Robert-Koch-Institut (RKI) am heutigen Freitag mit. Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass die Inzidenz in Zgorzelec (PL) bzw. Dolno Slanske so wesentlich anders als die Sächsische aussieht. Landkreis Liberec (Hochrisikogebiet CZ) lag jedenfalls in den letzten Monaten immer niedriger als der angrenzende Landkreis Görlitz. Damit ist das ganze "Hochrisikogebiete"-Thema eher ein bürokratisches Monster als irgendwie sinnvoll.

Coverbild: Netzfund - Screenshot gab

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