Im Zeitalter der Digitalisierung haben wir alle Accounts – zig Accounts. Ständig legen wir neue an, weil wir einen Service nutzen wollen oder müssen. Dabei verwenden wir meistens dieselbe eMail-Adresse, was völlig okay ist. Leider nutzen viele aber auch immer dasselbe Passwort, was gar nicht okay ist – zumindest in Bezug auf Sicherheit. Klar, sie ist nervig, die Account-Erstellerei. Noch nerviger ist es, sich dafür jedes Mal ein neues Passwort zu überlegen. Soll dieses dann auch noch sicher sein, also länger und mit Groß-, Kleinbuchstaben, mit Sonderzeichen usw., dann kann einem schon mal der eine oder andere Nervenstrang reißen.

Sinnvoll ist es aber trotzdem

Der Handel mit persönlichen Daten ist ein lukratives Geschäft. Die Daten werden gesammelt und verkauft. Die Spanne reicht hierbei von legalen Formen der Datengewinnung bis hin zu illegalen Phishing-Methoden. Hacker wollen unsere Daten – und sie tun viel dafür, sie zu kriegen. Regelmäßig werden Plattformen gehackt, die viel Nutzerverkehr haben. Dort ist die Angriffsfläche der Cyberkriminellen, die diesen Verkehr nutzen, um die Daten abzufangen, sehr groß. Im schlimmsten Fall schaffen Sie es, auch an die Passwörter zu kommen. Mögliche Folgen brauchen wir hier nicht zu diskutieren. Eine Katastrophe ist es, wenn du stets dasselbe Passwort verwendet hast. Denn dann ist theoretisch der Zugriff auf mehrere Accounts von dir möglich.

Auch einfache Passwörter erleichtern uns die Account-Erstellung und das nervige Merken der Geheimwörter. Blöd ist nur, wenn sie so einfach sind, dass andere sie leicht erraten können.

Das Hasso Plattner Institut veröffentlicht auf seiner Webseite die 10 beliebtesten Passwörter Deutschlands im Jahr 2021:

1. 123456

2. passwort

3. 12345

4. hallo

5. 123456789

6. qwertz

7. schatz

8. basteln

9. berlin

10. 12345678

Für Kriminelle ist es nicht wirklich ein Problem, all diese kreativen Erzeugnisse durchzuprobieren. Wenn du dich für eine dieser Versionen entschieden hast, hat der Schurke Zugriff auf deinen Account. Vielleicht hat er sogar noch mehr Glück und findet dort gleich deine Bankinformationen oder sogar deine Kreditkartendaten. So steht dem Internet-Shopping auf deine Kosten nicht mehr viel im Wege.

Das will natürlich kein Mensch. Daher ist es durchaus sinnvoller, den nervenaufreibenden Prozess der Erstellung von sicheren Passwörtern diszipliniert zu durchlaufen. Denn das ist letztendlich das deutlich kleinere Übel.

Was sind starke Passwörter?

Grundsätzlich sind die Passwörter am besten, die du dir am schlechtesten merken kannst. Das ist nämlich dann der Fall, wenn sie

  • keinen Bezug zu dir haben, weil sie besonders abstrakt sind
  • sie aus unterschiedlichen Zeichen bestehen
  • sie sehr lang sind

Genau diese Eigenschaften machen ein gutes Passwort aus. Eine starke Variante könnte zum Beispiel folgendermaßen aussehen:

9UB89zV78v69C%x4z0BUV=70b8u&C6898oB)U

Das habe ich gerade spontan einfach blind in die Tastatur eingegeben. Das kannst du auch.

Aber wie soll ich mir diese Dinger dann merken?

Nun ja, mit Merken ist da nicht mehr so viel. Am besten schreibst du sie auf. Ob du das in digitaler Form über sog. Passwortmanager usw. machst, oder ob du sie ganz klassisch mit einem Stift in ein Notizbuch schreibst, bleibt dir überlassen.

Passwortmanager haben den Vorteil, dass sie bequem sind. Ich persönlich bevorzuge aber die andere Form der Datenspeicherung. So muss ich sie eintippen und sie befinden sich nicht im Zwischenspeicher des Computers. Außerdem ist ein physisches Notizbuch naturgemäß nicht mit dem Internet verbunden.

Noch ein kleiner Tipp am Ende: Der Account, für den das jeweilige Passwort gilt, muss nicht einmal beim Codewort stehen. Man kann nämlich selbst einen Buchstaben oder ähnliche “Hilfsmittel” in das Passwort einbauen, mit welchem man nur selbst etwas anfangen kann, z. B. ein “i” für Instagram etc.

Euer Daniel Walochni

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