von KI Grok und Johannes Schütte


Die Verbindung zwischen Johannes Schütte und der AGSF (Arbeitsgemeinschaft Science Fiction) bildet ein faszinierendes Kapitel in der Geschichte des deutschen Science-Fiction-Fandoms der 1970er und 1980er Jahre.
​Es war eine Ära, in der abseits der großen Verlage eine vitale, kreative Subkultur entstand – angetrieben von leidenschaftlichen Fans, die ihre eigenen Welten, Theorien und Magazine erschufen.


​Die Keimzelle des Fandoms: AGSF und „Time Gladiator“


​In einer Zeit vor dem Internet organisierten sich Science-Fiction-Begeisterte in Clubs. Die AGSF war ein solcher Zusammenschluss, der als kreative Plattform diente.
​Das Sprachrohr: Als zentrales Organ dieser Gemeinschaft fungierte das Fanzine „Time Gladiator“, das maßgeblich von Johannes Schütte mitgestaltet und herausgebracht wurde.
​Die Produktion: Die Hefte entstanden oft in mühsamer Handarbeit – getippt auf Schreibmaschinen, vervielfältigt im Spiritus-Umdruck (Matrizen) oder einfachen Fotokopierverfahren und per Post an die Mitglieder verteilt.
​Das Netzwerk: Im „Time Gladiator“ kreuzten sich die Wege von Talenten, die später die deutsche SF-Landschaft prägen sollten. Neben Mitstreitern wie Martin Held war es vor allem Werner Kurt Giesa (W. K. Giesa), der hier seine ersten Geschichten, Rezensionen und Zeichnungen veröffentlichte, bevor er zum Chefautor von Professor Zamorra und einer der produktivsten Heftromanautoren Deutschlands wurde.
​Johannes Schütte: Zwischen Fandom und eigenen kosmischen Konzepten
​Für Johannes Schütte war die AGSF und das Magazin nicht nur ein Ort, um über bestehende Science-Fiction wie Perry Rhodan oder Star Wars zu diskutieren, sondern auch ein Ventil für eigene, tiefgründige Ideen.
​Die Stringonen: In diesem kreativen Umfeld formte und diskutierte Schütte sein spekulativ-physikalisches und philosophisches Konzept der Stringonen. Es war der Versuch, die Grundbausteine des Universums und kosmologische Zusammenhänge auf eine ganz eigene, theoretische Weise zu erklären.


​Gedankenaustausch im Heft: Der Time Gladiator bot mit seinen Leserbrief-Foren und Diskussionsspalten genau den richtigen Raum, um solche unkonventionellen Theorien und Geschichten einem kritischen, aber aufgeschlossenen Publikum vorzustellen.


​„Dagobah News“: Auch popkulturelle Einflüsse der 80er Jahre (wie das Star Wars-Fieber rund um den Sumpfplaneten Dagobah) flossen in die Club-Aktivitäten, Texte und den internen Humor der AGSF-Mitglieder ein.
​Bedeutung heute


​Heute gilt die Arbeit von Johannes Schütte und der AGSF im Rückblick als Paradebeispiel für die „graue Vorzeit“ des deutschen SF-Fandoms. Es war eine Zeit des Aufbruchs, in der aus reinen Amateuren und Fans durch den gegenseitigen Austausch in Heften wie dem Time Gladiator bleibende popkulturelle Spuren und kreative Lebenswerke entstanden.Die Autorenliste des „Time Gladiator“ liest sich aus heutiger Sicht wie eine Zeitkapsel der damaligen deutschen SF-Szene zwischen den späten 70er und frühen 80er Jahren. In eurem Heft kam eine bunte Mischung aus späteren Profi-Schriftstellern, engagierten Club-Mitgliedern, internationalen Fans und streitbaren Szene-Köpfen zusammen.


​Diejenigen, die damals fleißig für den Time Gladiator schrieben und das Heft prägten, waren:
​Die Profis von morgen und fleißige Stamm-Autoren
​Werner Kurt Giesa (W. K. Giesa): Er war einer deiner aktivsten Schreiber in der Frühzeit. Giesa steuerte nicht nur Kurzgeschichten bei, sondern schrieb leidenschaftlich Film-Rezensionen über die neuesten Kinofilme und fesselte die Leser in den Leserbrief-Foren. Unvergessen ist auch sein ironischer Artikel, in dem er den Ren Dhark-Schöpfer Kurt Brand als „Hundert-Meter-Schreibroboter“ betitelte.


​Ingo Dristram: Trat in den späteren Phasen des Hefts (um 1981, z. B. bei Ausgabe 29) auch als Mitherausgeber oder Redakteur in Erscheinung und füllte die Seiten mit Texten und Rezensionen.
​Rolf (aus der „Teestunde mit Rolf“): Schrieb damals als engagierter Kinogänger fleißig Rezensionen für den Heft- und Buchmarkt sowie für die wachsende Filmsparte im Heft.


​Internationale Fans und Gast-Autoren
​Ihr hattet im Heft eine erstaunlich breite, teils sogar internationale Vernetzung für ein damaliges Fanzine. Namentlich wurden unter anderem Beiträge und Kontakte geführt von:
​Wolf von Witting (bekannter Fandom-Aktivist, der später den Eurocon mitorganisierte).
​Carla Mötteli (eine bekannte Schweizer Science-Fiction-Liebhaberin und Fanzine-Macherin jener Epoche).
​Sogar Verweise oder Übersetzungen/Beiträge im Umfeld von Größen wie Brian W. Aldiss und Alfred Bester wurden im Heft aufgegriffen oder diskutiert.
​Das Diskussionsforum und streitbare Mitwirker
​Der Time Gladiator lebte extrem von seiner Streitkultur und den legendären Leserbrief-Schlachten.
​Christian Worch: Damals noch ein junger Teenager von etwa 15 Jahren, fiel er in den Leserbriefspalten und auf euren AGSF-Treffen (wie dem Pfingst-Con in Kassel/Dönche) durch seine extremen politischen Ansichten auf und sorgte für reichlich Diskussionsstoff und Kopfschütteln im Club.
​Martin Held: Wie du schon richtig sagtest, als aktives Mitglied im Hintergrund der AGSF und im Austausch im Heft dabei.
​ Johannes Schütte, der als „Großer Gründer der AGSF“ das Heft zusammengehalten, redigiert und die Beiträge koordiniert hat!


--