Eine beachtliche Minderheit, rund einer von drei Deutschen, ist trotz aller politischer Überzeugungsversuche und starken Impfdrucks weiterhin ohne Corona-Impfung. Eine Umfrage unter den Lesern von Publikum.net im September ergab: Die Mehrheit der Ungeimpften will auch weiterhin keinen neuartigen mRNA-Impfstoff erhalten. Über die Gründe für und wider eine Corona-Impfung.

Symbolbild: unsplash.com

Mitte September lud ich Leser von Publikum.net zu einer Befragung ein: "Aus welchen Gründen haben Sie sich für die Corona-Impfung entschieden  oder lehnen eine Impfung ab?" Die (nicht-repräsentativen) Ergebnisse stimmen insgesamt mit anderen (repräsentativen) Umfragen überein.

53 Prozent der Teilnehmer sind bereits geimpft (keine Unterteilung in vollständige Impfung und Teilimpfung), während 39 Prozent der Teilnehmer nicht geimpft sind und sich auch zukünftig nicht impfen lassen wollen. Acht Prozent der Befragten sind noch nicht zur Impfung gekommen, haben es aber noch vor.

Mehrheit der Ungeimpften zweifelt an mRNA-Impfung

Von den 39 Prozent der ungeimpften Teilnehmer zweifelt ein Drittel (33 Prozent) an der Wirksamkeit und Sicherheit der neuartigen mRNA-Impfstoffe. Der Widerstand aufgrund des politischen Impfdrucks ist mit 27 Prozent ein weiterer wichtiger Grund gegen die Impfung ("Der politische Impfdruck führt bei mir erst Recht zu einer Verweigerungshaltung").

16 Prozent stimmten der Aussage zu, "Hinter der der Corona-Pandemie und der Impfkampagne stehen ganz andere politische Ziele, der Gesundheitsschutz dient nur als Vorwand". 15 Prozent glauben, eine Corona-Infektion sei nicht so gefährlich und sie würden eine Infektion vermutlich auch ohne Impfung gut überstehen. Eine kleine Minderheit von drei Prozent sind prinzipiell gegen Impfungen und sechs Prozent gaben "andere Gründen" gegen eine Corona-Impfung an.

Mehrheit der Geimpften will durch Impfung andere schützen

Von den 53 Prozent der geimpften Teilnehmer wurden 70 Prozent mit Biontech / Pfizer geimpft, je 12 Prozent mit Moderna oder Astra Zeneca und sechs Prozent bekamen "etwas anderes".

39 Prozent der befragten Geimpften wollen mit ihrer Impfung andere schützen ("Ich habe Angst, dass ich ANDERE anstecke und sie krank werden und will sie schützen") und 34 Prozent möchten sich mit ihrer Impfung selbst schützen ("Ich habe Angst, dass ich mich selbst anstecke und krank werde und will mich davor schützen"). Jeder Fünfte (21 Prozent) der Geimpften stimmt als Grund für seine Impfung der Aussage zu, "Nur mit der Impfung bekomme ich meine Freiheiten und ein normales Leben zurück, die Einschränkungen für Ungeimpfte sind zu belastend"). Sechs Prozent der geimpften Befragten gab "andere Gründe" an.

Mehr als jeder Dritte (71 Prozent) der geimpften Teilnehmer ist bereit, auch eine dritte und vierte Auffrischungs-Impfung anzunehmen, neun Prozent lehnen das für sich ab, und jeder Fünfte (20 Prozent) gibt an "Ich weiß noch nicht".

An der online-Befragung im September nahmen insgesamt 279 Personen teil (56 Prozent Frauen und 44 Prozent Männer). Rund ein Drittel der Teilnehmer (32 Prozent) gehört einer Risikogruppe an, zum Beispiel wegen Tabakrauch, Diabetes oder Übergewicht.


Forsa-Umfrage: Impfbereitschaft steigt bei Totimpfstoffen

Wie die dts-Nachrichtenagentur (Halle / Saale) meldet, kommt eine Forsa-Umfrage für das Bundesgesundheitsministerium zu einem ähnlichen Ergebnis. Zwei Drittel (65 Prozent) der rund 3000 Teilnehmenden gaben an, sich „auf keinen Fall“ in den nächsten beiden Monaten impfen zu lassen. 23 meinten "eher nein", zehn Prozent sind laut Umfrage unentschieden. Eine kleine Minderheit von zwei Prozent der ungeimpften Befragten wolle sich "auf jeden Fall" noch impfen lassen.

Die Impfbereitschaft ließe sich der Forsa-Umfrage zufolge durch klassische Totimpfstoffe steigern: 56 Prozent der befragten Ungeimpften zeigten sich bereit, sich möglicherweise mit Totimpfstoffen impfen zu lassen.

Dagegen zweifelten 74 Prozent der befragten Ungeimpften an der Sicherheit der verfügbaren Impfstoffe und fast jeder Dritte (62 Prozent) befürchte Impfschäden und  Langzeitfolgen. Zudem halte ein Großteil der Befragten (63 Prozent) die bereits Geimpften weiterhin für potenziell infektiös und anfällig für eine Erkrankung.

Negativ auf die Impfentscheidung wirke sich auch bei der Forsa-Umfrage der große politische Impfdruck aus. dts-Nachrichtenagentur: "Maßnahmen, die die Nicht-Geimpften stärker unter Druck setzen, wirken sich nach der Umfrage häufiger negativ als positiv auf die Impfbereitschaft aus."


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