Berlin - Der stellvertretende FDP-Chef Wolfgang Kubicki rechnet mit Armin Laschet als künftigem Kanzlerkandidaten der Unionsparteien. "Armin Laschet wird sich die Kanzlerkandidatur nicht aus der Hand nehmen lassen. Er wirkt zwar immer rheinisch-verbindlich, ist aber zugleich sehr zielstrebig", sagte Kubicki der "Welt" (Montagsausgabe).

"Laschet ist in vielfältiger Art und Weise unterschätzt worden; die Union wird mit ihm als Spitzenkandidat wieder stärkste Kraft werden." Für die Zeit nach der nächsten Bundestagswahl rechnet der Liberale mit dem Zustandekommen eines Jamaika-Bündnisses aus CDU/CSU, Grünen und FDP. "Die wahrscheinlichste Option wird für uns ein Jamaika-Bündnis sein. Das würde gerade mit Armin Laschet Sinn machen - der braucht jetzt ja dringend Wirtschaftskompetenz. Schleswig-Holstein zeigt, dass und wie eine solche Koalition funktionieren kann."

Anders als vor vier Jahren gebe es "inzwischen auch im Bund zwischen der Führung der FDP und der Führung der Grünen eine belastbare Vertrauensgrundlage". Das werde alles nicht einfach, aber es gehe.

Als Ursachen für die erneute Niederlage von Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz im Ringen um den CDU-Vorsitz nannte Kubicki mehrere Gründe. Das digitale Format des Parteitags, durch das man niemanden für seine Politik begeistern könne. "Dazu kommt, dass Merz auf mich - wie schon vor zwei Jahren in Hamburg - auch dieses Mal wieder etwas lustlos gewirkt hat." Fakt sei aber auch, "dass innerhalb der Union im Vorfeld des Parteitags massiv gegen die Wahl von Merz mobilisiert worden ist".

Merz` Angebot, nach der verlorenen Wahl sofort als Wirtschaftsminister ins Kabinett Merkel einzutreten, bewertete Kubicki so: "Friedrich Merz unterlaufen in solchen Situationen häufiger Fehler. Das war wieder so einer."

Foto: Armin Laschet (über dts Nachrichtenagentur)