Pullach - Die Söhne von Konzernchef Erich Sixt haben ehrgeizige Wachstumspläne für den Autovermieter. Das Unternehmen soll zur Nummer eins in Europa aufsteigen und mittelfristig in den USA eine Milliarde Dollar Umsatz erzielen, sagten Alexander und Konstantin Sixt der "Welt am Sonntag".

Dabei soll der Umsatz nicht über Preissenkungen angekurbelt werden. "Wir sind kein Umsatz-, sondern ein Profitmaximierer. Wir wollen nicht zwingend den größten Marktanteil haben", sagte Konstantin Sixt. "Wir streben vielmehr danach, der kundenfreundlichste und profitabelste Autovermieter auf der Welt zu sein." Bei den Gewinnen liege Sixt bereits jetzt in Europa an der Spitze, erklärte Alexander Sixt. Der Autovermieter werde bereits kurzfristig mehr Umsatz in den USA als in Deutschland erzielen. Die Söhne des 76-jährigen Konzernchefs Erich Sixt halten damit in der vierten Generation des börsennotierten Familienkonzerns an der Premiumstrategie des Münchner Unternehmens fest. Im Juni sollen sie die Führung von ihrem Vater übernehmen, der dann Aufsichtsratsvorsitzender wird. Der Sixt-Umsatz brach 2020 durch die Corona-Reisebeschränkungen und dem Verkauf von Leasing-Aktivitäten von 3,3 Milliarden Euro 2019 auf 1,5 Milliarden Euro ein, der Gewinn lag noch bei zwei Millionen Euro. Vor zehn Jahren eröffnete Sixt seine erste US-Filiale. Der deutsche Konzern wählt dabei Standorte an großen US-Flughäfen. In Europa liegt Sixt vom Umsatz knapp hinter dem Europcar-Konzern, der noch keine Eckzahlen für 2020 vorgelegt hat. Die künftige Sixt-Doppelspitze plant keine grundlegenden Änderungen im Geschäftsmodell. "Es sind nicht die großen transformatorischen Dinge, die wir ändern wollen", sagte Alexander Sixt. "Es ist eine Evolution keine Revolution." Die Brüder betonten den Zusammenhalt der Familie als Großaktionär des Konzerns.

"Dauerangespannte Familienkonflikte kennen wir vom Hörensagen, aber nicht aus eigenem Erleben."

Foto: Sixt Share (über dts Nachrichtenagentur)