Berlin - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat in ihrer Neujahrsansprache zum Jahreswechsel 2020/21 die zurückliegenden zwölf Monate als "Jahr des Lernens" bezeichnet. "Wir mussten im Frühjahr auf ein Virus reagieren, über das es kaum gesichertes Wissen und Informationen gab, wir mussten Entscheidungen treffen, von denen wir zunächst nur hoffen konnten, dass sie sich als richtig erweisen würden", sagt Merkel laut vorab verbreitetem Redetext, und sparte nicht mit Superlativen: Die Coronavirus-Pandemie sei "eine politische, soziale, ökonomische Jahrhundertaufgabe" und eine "historische Krise".

Diese habe "allen viel und manchen zu viel auferlegt". Diese Tage und Wochen seinen "schwere Zeiten" und so werde es auch noch "eine ganze Weile bleiben". Gleichzeitig wagte Merkel einen Blick auf die im Herbst bevorstehende Bundestagswahl, zu der sie "nicht wieder antreten werde". Offensichtlich rechnet die Kanzlerin mit einer schnelleren Regierungsbildung als nach der letzten Bundestagswahl, als erst im nächsten Jahr die Regierung stand: Dieses Silvester sei deswegen "aller Voraussicht nach" das letzte Mal, dass sie sich als Bundeskanzlerin mit einer Neujahrsansprache an die Bevölkerung wenden dürfe.

"Nie in den letzten 15 Jahren haben wir alle das alte Jahr als so schwer empfunden - und nie haben wir trotz aller Sorgen und mancher Skepsis mit so viel Hoffnung dem neuen Jahr entgegengesehen", sagte die Kanzlerin.

Foto: Angela Merkel (über dts Nachrichtenagentur)