München - Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu seinem Vorbild erklärt. "Wenn man mit Großen zusammenarbeiten kann, dann sollte man sie nicht kopieren, aber man kann genau hinschauen. Ich konnte von ihr viel lernen", sagte er der "Welt" (Samstagausgabe).

Von Anfang an seien er und Merkel sich in der Lage-Bewertung der Coronakrise einig gewesen, "als andere Kollegen noch zweifelten". Er schätze ihren "nüchternen und wissenschaftsorientierten Stil und bin froh und dankbar für die Zusammenarbeit". Das habe Deutschland "sehr geholfen".

Söder beschrieb, dass sich das persönliche Verhältnis nicht erst mit der Krise gewandelt habe. "Der Prozess der Annäherung dauert schon länger." Das habe schon vor der Landtagswahl 2018 begonnen. "Mich hat persönlich beeindruckt, dass die Kanzlerin trotz des unseligen Streits zwischen CDU und CSU bereit war, im Landtagswahlkampf zu helfen."

Er habe dann als neuer CSU-Chef bewusst auch in der großen Koalition auf einen konstruktiven Ansatz gesetzt. "So hat sich über die Zeit ein anderes neues Vertrauensverhältnis entwickelt." Mit Blick auf die Entscheidung über die Kanzlerkandidatur sagte Söder, dass er von der CDU erwarte, den ersten Schritt zu tun: "Die beiden Vorsitzenden werden den Parteien einen Vorschlag unterbreiten. Das Initiativrecht liegt immer bei der größeren Schwester, also der CDU."

Foto: Markus Söder (über dts Nachrichtenagentur)