Stichwortsammlung:
Lichtnahrung - Inedia completa - Asitie - Bigu -
Nahrungslosigkeit - Pranismus - Von Luft und Licht (Liebe) leben
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‌Ein  Lichtköstler oder Pranier lebt weitgehendend von (wenig) Wasser, Luft  und Prana. Wasser wird getrunken, Luft geatmet, Prana ist wie das Wasser für die Fische. Es umgibt und durchfließt jedes Geschöpf und jeden Menschen. Verliebte oder Menschen im Flow (oder im Sommer) essen automatisch weniger, ohne darüber nachzudenken.

In  allen Jahrhunderten und Kulturen hat es zumeist spirituell orientierte Menschen gegeben, die in aller Stille freiwillig oder gezwungen durch Umstände ohne Nahrung existierten.‌


Nahrungslosigkeit – biblisch und metaphorisch

Biblische Sicht
‌Es ist kein allgemein gültiges Gebot, nicht zu essen und zu trinken. Der erste Bibelvers gilt daher den "Spöttern".

...auf  dass er dir kundtäte, dass der Mensch nicht lebt vom Brot allein,  sondern von allem, was aus dem Mund des Herrn geht. 5. Buch Moses 8, 3  (AT)
... denn  das ist mir geboten durch des Herrn Wort: Du sollst kein Brot essen und  kein Wasser trinken und nicht den Weg zurückgehen, den du gekommen bist.  1. Buch Könige, 13, 9 und 17 (AT)

Märchen-Sicht
‌Im Grimmschen Märchen Das Mädchen ohne Hände wandelt sich der Charakter des fehlorientierten, treulosen Königs und  Ehemanns der Heldin im Laufe von sieben Jahren von Grund auf, in denen er weder aß noch trank und gleichwohl von Gott erhalten wurde.


Nahrungslos lebende "Heilige"

  • Katharina von Siena (1347-1380) italienische Mystikerin, ernährte sich jahrelang nur noch von der Eucharistie; durch das jahrelange Fasten konnte ihr Magen keine Nahrung mehr aufnehmen; siechte monatelang dahin und starb unter  Schmerzen.
  • Niklaus von Flüe (Bruder Klaus) (1417-1487) Schweizer Nationalheiliger
  • Giri Bala (1868–1936) indische mehrfach untersuchte Inedierin, die nach einer Einweihung im 12. Lebensjahr 56 Jahre nahrungslos und unverbrüchlich gesund lebte‌
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Bruder Klaus, Schweizer Nationalheiliger

"Die Tatsache, dass Bruder Klaus nach eigenem Bekunden und zuverlässigen Zeugenberichten zwanzig Jahre lang ohne feste Nahrung gelebt hatte, darf nicht ignoriert werden, so unangenehm sie auch sein mag.‌
‌Im Falle von Therese von Konnersreuth gibt es auch Berichte, deren Seriosität ich natürlich weder bestätigen noch bestreiten kann, wonach sie über lange Zeit einfach und ausschließlich von geweihten Hostien lebte.‌
Mit dem heutigen Wissenstand über Physiologie kann man solche Phänomene natürlich nicht verstehen. Man ist dennoch gut beraten, sie nicht als etwas völlig Absurdes abzutun. Es gibt sehr viele Erscheinungen, die zwar bekannt waren, jedoch früher als unmöglich galten und mittlerweile als mögliche Phänomene nachgewiesen werden können."‌
‌Rückübersetztes Exzerpt aus einem Aufsatz von Carl Gustav Jung (1875-1961) Schweizer Psychiater, Psychoanalytiker, Gründer einer neuen Denkschule der analytischen Tiefenpsychologie, Autor, Das Fastenwunder des Bruder Klaus, veröffentlicht von der Zeitschrift "Neue Wissenschaft", Oberengstringen, Schweiz, Heft 7, 1950/51, Heft 14, 1951, zitiert in: Synchronizität, Akausalität und Okkultismus, Deutscher Taschenbuch Verlag (dtv), München (1990) Januar 2001, 6. Auflage Juni 2003

Nahrungslos lebende bekannte Personen

  • Therese Neumann (Resl von Konnersreuth) - Trägerin von Wundmalen
  • Anna Maria Furtner (Wassertrinkerin von Frasdorf) - 1843 wurde sie fünf Wochen lang im Münchner Allgemeinen Krankenhaus untersucht. Das veröffentlichte Bulletin (12. Juli 1884) der königlichen Akademie der Wissenschaften gab an, dass man  “nicht an miraculose Zuthat” glaube und keinen Grund für “Betrug, Prahlerei oder Täuschung aus Gewinnsucht” sähe.
  • Väterchen Milch (Russischer Inedier, der sich ausschließlich von Milch ernährt)

Erforschung der Nahrungslosigkeit
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‌Das Phänomen der Nahrungslosigkeit (Inedia) wurde zur Jahrhundertwende von dem Grazer Lebensreform-Arzt Dr. Karl Graninger untersucht, der in über 50jähriger Forschung rund 40 Personen, überwiegend Frauen aus unterschiedlichen Ländern und Zeiten ausfindig machte, bei denen eine medizinisch nicht erklärbare Inedia von "mehrfach 5 Wochen pro Jahr bis zu 52 Jahren" dokumentiert worden ist. Ein weiterer Inedia-Forscher der jüngeren Zeit ist Dr. Albert Bartel.

Konventionelle Mediziner sind nicht imstande, das Inedia-Phänomen zu erklären. Grobstofflich orientierte Wissenschaftler belegen die Lebensweise, die sich aus dem Feinstofflichen speist, mit dem Kampfbegriff Pseudowissenschaft, während andere, wie etwa der Schweizer Michael Werner, sie über Jahre unkontrolliert testen, um sich dann für Studienzwecke einer klinischen Überprüfung zu unterziehen.

In den Jahren 2003 (für die Dauer von 10 Tagen) und 2010 (für die Dauer von 15 Tagen) untersuchte der Neurologe Sudhir Shah den indischen Yogi Prahlad Jani (1929-2020)  in dem Sterling Krankenhaus von Ahmedabad unter ständiger Videoüberwachung. Die jeweils nicht in der Fachpresse veröffentlichten  Ergebnisse stellte das 35-köpfige Ärzteteam vor ein Rätsel, denn Jani aß  nicht, trank nicht, urinierte nicht und hatte keinen Stuhl, sondern war  "gesünder als ein durchschnittlicher Vierzigjähriger".

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Prahlad Jani (1929-2020) 

‌‌Der mit 90 Jahren kürzlich verstorbene Jani gab an, die hinduistische Göttin Amba habe ihn im Alter von acht Jahren gesegnet. Seither ernähre er sich von der strömenden Flüssigkeit ("Amrit" Nektar), die aus einem Loch in seinem Gaumen ströme. Der Austritt von Flüssigkeit aus einem Gaumenloch wurde von den Forschern bestätigt. Sie konnte allerdings nicht analysiert werden.

Die meisten angehenden Pranier sind Liquidarier (Flüssigkeitsernährte), das heißt, sie nehmen diverse (kalorienhaltige) Flüssigkeiten zu sich. Es sind keine so genannten Breatherians (Atemernährte), die ohne Essen und Trinken auskommen. Vollständige Inedier gelten weithin als Unpersonen – doch entgegen den düsteren Prognosen herkömmlicher Bücherweisheit geht es den erstaunlich zahlreichen Einsteigern bislang prächtiger als von Expertenseite vermutet. Altersforscher bestätigen, dass eine konstant um 30 Prozent reduzierte Kalorienaufnahme keine Mangelernährung bedeute und prozentual eine deutlich längere Lebensspanne zur Folge habe. ‌
‌Aus medizinischer Sicht ist die krasse Umstellungsphase auf Jasmuheens Lichtnahrung  durch den Anstieg ausscheidungspflichtiger und daher toxischer  Substanzen (wie Kreatinin und Harnstoff) im Körper gefährlich.


Die Lichtnahrungstrommlerin von Down under
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‌Die Australierin Ellen Greve (Jasmuheen) strebte im ausgehenden Jahrtausend für das Jahr 2000 – nach ihren Bedingungen – eine wissenschaftliche Überprüfung der von ihr angeführten  Inedia-Bewegung an, von der sie – wohl aufgrund ihrer grenzwissenschaftlichen Brisanz und ihres eigenen misslungenen von Fernsehkameras überwachten Selbstversuchs – bis dato nicht zustande gekommen ist.

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Yasmuheen (Ellen Greve)

Bis um die Jahrtausendwende haben schätzungsweise 5000-6000 Menschen im  deutschsprachigen Raum den Lichtnahrungsprozess durchlaufen.  Weltweit  gab es um das Jahr 2000 etwa 8000-9000 Pranier. Bis zum Jahr 2017 ist die Zahl der Pranier weltweit auf 60.000 angestiegen.

  • Der Ernährungsforscher D. Johnsen stufte sie als "eigentlich kriminell" ein.
  • Der spirituell orientierte Fastenarzt Dr. Rüdiger Dahlke nahm aus Interesse sieben Tage weder Nahrung noch Flüssigkeit zu sich (entspricht dem ersten Drittel des LNPs) und aß danach sieben Wochen lang nichts. Er fühlte sich großartig dabei, schlief wenig, war hochaktiv, erfuhr einen Kundalinianstieg. Er rät wegen möglicher organischer Langzeitschäden von der pranischen Radikalkur mit Austrocknungsfolgen ab.
  • Der Münchner Psychologe Wolfgang Schmidbauer vermutete "eine uneingestandene spirituell überhöhte Magersucht" hinter dem Inedia-Phänomen.

Lichtnahrungsprozess (LNP)
‌In den ersten sieben Tagen des Lichtnahrungsprozesses, der medizinisch bedenklichen Phase, wird weder gegessen noch  getrunken. Der Lichtfastende darf duschen und Eiswürfel lutschen, soll  das Wasser allerdings ausspucken. Danach sind aufbauend verdünnte Säfte  in geringer  Menge erlaubt. ‌
‌Laut  allgemeiner Vorstellung stirbt man, wenn man  mehr als 3-4 Tage ohne  Flüssigkeit auskommt, in der medizinischen  Literatur wird bestätigt,  dass man in gemäßigten Klimata bis zu 7 oder  gar 10 Tagen ohne  Flüssigkeitszufuhr überlebt. Dieses Postulat haben  beispielsweise  Überlebende von Gruben- oder Segelunglücken widerlegt.

Statistische Werte über die Befindlichkeit der Pranieranwärter
‌während des 21-Tage-Prozesses

  • 20% leiden extrem während des LNPs.
  • 70% überstehen den LNP leidlich.
  • 10% fliegen während des LNPs. So war Jasmuheens Erfahrung, allerdings nur bei ihrem ersten Lichtnahrungsprozess im Jahr 1993.
  • 2% der Pranier behalten die Praxis des Nichtessens mehrere Monate / langfristig bei.

An den Folgen des Lichtnahrungsprozesses Verstorbene (laut Presseberichten)‌
‌➤ Deutscher Timo Degen († in München, März 1997)‌
‌➤ Neuseeländerin Lani Morris († Melbourne, Juni 1998)‌
‌➤ Australierin Verity Linn († in Schottland September 1999)‌
‌➤ Ostschweizerin Anna Gut († Winter 2011)‌
‌➤ Deutscher aus Hamburg Finn Bogumil († auf der karibischen Insel Dominica, November 2017)

“Eine Umstellung auf Lichtnahrung ist nur möglich, wenn du voll und ganz in diesem Leben verwurzelt bist und in Resonanz mit der Fülle lebst. Dazu musst du Freude haben können am Essen. Für Magersüchtige geht das nicht, und für Menschen, die an Mangel leiden, genauso wenig, da sie im Mangel und nicht in der Fülle leben. Lichtnahrung kommt aus der Fülle heraus. Auch wenn ein Glas nur noch wenig Inhalt hat, schaut man freudig auf das, was man hat, und nicht auf das, was fehlt. Vor diesem Hintergrund entsteht die nährende Resonanz. [...]‌
‌Ich hatte hohes Fieber, kam insgesamt jedoch etwas besser mit der Krankheit zurecht, vielleicht weil ich zuvor drei Monate lang von Lichtnahrung gelebt hatte. Damit hatte ich einen Prozess ausgelöst, bei dem ich selber durch eine Art von Tod gegangen war und sich Kanäle in die fünfte Dimension auftaten. Es war ein Übergang durch die Leere in ein multidimensionales Bewusstsein, das sich vollendet in einem echten Einheitsbewusstsein. Dieses Einheitsbewusstsein ist zu unterscheiden von den symbiotischen Harmonievorstellungen, wie ich sie unter Esoterikern oder religiös Übererleuchteten angetroffen habe. Auf der fünften und auf den weiteren Ebenen geht es um eine ganz andere Qualität, die Individualität und Kollektivität vereint.”‌
‌Benno Kehl, Schweizer ehemaliger Franziskanermönch, Streetworker, hat sich drei Monate lang von "Licht" ernährt, Bruder Benno: die Stimme des Herzens, präsentiert von der Schweizer Zeitschrift Spuren, Martin Frischknecht, Ausgabe 96, Sommer 2010

Die Nahrungslosigkeit, die Jasmuheen offen als 'Marketingstrategie' für eine Ideologie benutzte, hat sich als einer von vielen Suchttrends in der spirituellen Szene herausgestellt. Nach sieben Jahren Hype um den Pranismus im deutschsprachigen Raum spricht Jasmuheen seit Oktober 2004 gemäßigtere Töne. Mit ihrem Buch Der sanfte Weg zur Lichtnahrung hat sich Jasmuheen von dem radikalen Nahrungsumstellungsmodell abgewendet, das sie eine Dekade lang vertreten hat.


In eigener Sache: Ich habe Jasmuheens zweites Buch In Resonanz übersetzt. Ich kenne ihren Veranstalter (um die Jahrtausendwende), der zugleich ihr Verleger von insgesamt neun Büchern ist. 1997 war ich die Dolmetscherin einer Vortrags- und Seminartour von Jasmuheen in Deutschland und der Schweiz. Während der Zeit mit Jasmuheen unterwegs stellte ich fest, dass ich weder Hunger hatte noch fasten wollte noch  in  Erwägung zog, den LNP zu machen. Ich empfand einen leichten Ekel  gegen Nahrungsaufnahme.

Das Wort 'schwarz' im Zusammenhang mit einer fiktiven schwarzen Schwesternschaft überhaupt auszusprechen, davon hat mir Jasmuheen bei einer Unterhaltung im Waschraum der Damentoilette des Konzerthauses in Zürich unmissverständlich abgeraten. Für sie, die den Einsatz von Triggerwörtern unumwunden empfiehlt, war lediglich der Begriff Sisterhood of Oneness, übersetzt mit Schwesternschaft der Einheit, akzeptabel. Das bekräftigte sie mehrmals. ‌
‌Während unserer knappen Diskussion über obigen Themenkomplex ging mehrmals die Türe auf. Nacheinander strömten mehr als zehn bekleidete  Chorsängerinnen  in den Waschraum der Damentoilette, die alle uniform  mit schwarzem Rock  und schwarzer Bluse bekleidet waren. Genau wie wir  nutzten sie die  Pause vor ihrem Auftritt, der zeitgleich mit anderen  Aufführungen und  Jasmuheens Abendveranstaltung stattfand. Mir fiel auf,  dass auch  Jasmuheen und ich vorwiegend schwarz gekleidet waren.

Zwei Wochen später dankte mir Jasmuheen per Fax für meine schriftliche kritische Rückmeldung. Charmant begrüßte sie mich herzlich mit liebe Schwester der Dunkelheit und des Lichts und bat mich "Please bear with us ..." Wörtlich und analog übersetzt liest sich ihre Bitte folgendermaßen:‌
‌    1. Bitte ertrage uns, dulde uns, übe Nachsicht mit uns, verschone uns mit Kritik.‌
‌    2. Werde bewusst [in Bezug auf] uns.‌
‌    3. Gebäre (von) uns.‌
‌    4. Genese mit uns.

Im März 2000 verfasste ich die Schrift “Analoge Betrachtungen der Suchtsymptome innerhalb der beginnenden Lichtnahrungs-Bewegung unter Anleitung der Australierin Jasmuheen” - die ich 2007 bearbeitet und erweitert im Rahmen meiner Datenkollektion online stellte - hier SpiritualWiki - Lichtnahrung.

In der Folge wurde ich nicht mehr beauftragt, Jasmuheen zu übersetzen oder zu dolmetschen.

Im  Jahr 1998 und davor bin ich drei glaubwürdigen nicht öffentlich bekannten Menschen begegnet, die schon Jahre zuvor unabhängig voneinander allein und aus innerem Antrieb ohne äußere Anleitung oder  das Protokoll des 21-Tage-Fastens ihre Nahrungsaufnahme über Jahre reduziert und schließlich eingestellt haben. Erst viel später hatten sie von Jasmuheens Pranierbewegung erfahren.‌
‌Es ist möglich, die von innen erfolgte individuell passende Umstellung, die mitunter körperliche Gesundung, verfeinerte Wahrnehmung und eine Reihe feinstofflicher Sinnesgaben mit sich bringen kann, selbstverantwortlich zu tragen, ohne sich auf einen Handel mit leichtfertigen Lichtdealern einzulassen.


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