Berlin - Der Chef der Wirtschaftsweisen, Lars Feld, rechnet wegen des harten Corona-Lockdowns mit einer schwächeren Konjunkturentwicklung als zuletzt vorhergesagt. Die Prognose des Sachverständigenrates vom November müsse "voraussichtlich etwas nach unten korrigiert werden", sagte Feld den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Dienstagausgaben).

"Es könnte aber durchaus noch bei einer Drei vor dem Komma bleiben, so wie es die Deutsche Bundesbank zuletzt erwartet hat." Für das Jahr 2021 hatte der Sachverständigenrat eine Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts von 3,7 Prozent prognostiziert. Er gehe von einer Verlängerung des Lockdowns nach dem 10. Januar aus, machte Feld deutlich. "Die weitere Dynamik im Jahr 2021 wird positiv von der gerade begonnenen Impfung beeinflusst. Es besteht aber noch immer Unsicherheit über den weiteren Infektionsverlauf, der die Dynamik hemmen kann." Die gegenwärtigen Corona-Beschränkungen seien noch immer wesentlich von der Intensität des Lockdowns im vergangenen Frühjahr entfernt, gab der Vorsitzende des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung zu bedenken. Die Grenzen seien offen und die Lieferketten blieben weitgehend intakt. Zudem sei bislang beabsichtigt, Kitas und Schulen nach den teils verlängerten Weihnachtsferien nach dem 10. Januar wieder zu öffnen. "Dies ist ebenfalls ein wichtiger Beitrag zur Fortführung der Wirtschaftstätigkeit", betonte Feld. "Bleiben Lieferketten intakt sowie Kitas und Schulen offen, wird sich der bestehende Lockdown nur mit relativ moderaten Rückgängen auf das Bruttoinlandsprodukt im 4. Quartal 2020 und im 1. Quartal 2021 auswirken."

Foto: Corona-Lockdown (über dts Nachrichtenagentur)