Berlin - Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund fordert ein höheres Tempo in den Impfzentren: "Die Impfzentren der Länder müssen endlich besser aufgestellt werden", sagte die Vorsitzende, Susanne Johna, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagausgaben). Es müsse unbedingt verhindert werden, dass durch ausgefallene Termine Impfstoff vorübergehend auf Halde liege oder gar verworfen werde.

"Alles, was an einem Tag verimpft werden kann, muss jetzt schnell an die Leute." Nötig seien dazu "flexible und pragmatische Lösungen, um das Tempo beim Impfen weiter zu erhöhen". Gerade angesichts der dritten Welle komme es buchstäblich auf jeden Tag an, so Johna. Konkret schlug sie vor, mit Hilfe von Nachrückerlisten und lokalen Hotlines übrig gebliebenen Impfstoff noch am selben Tag zu verimpfen: "Nachrücker müssten die aktuelle Impfpriorität oder die nächste aufweisen, möglichst schnell ins Impfzentrum kommen können und einverstanden sein, dass ihre Telefonnummer dem Impfzentrum bekannt ist." Dazu müsse es in jedem Impfzentrum eine Art Disponenten geben, der die Nachrückerlisten führe und die Impfkandidaten anrufe, sobald ein Termin freigeworden sei. Zudem müsse es eine Nachrücker-Hotline in jedem Impfzentrum geben, bei der sich jeden Tag für kurze Zeit Interessenten melden könnten. Am kommenden Mittwoch wollen Bund und Länder abschließend über den Start der Impfungen in Arztpraxen entscheiden. Die lokalen Impfzentren sollen jedoch zunächst weiter betrieben werden. Sie sollen im April nach einem Beschluss der Gesundheitsministerkonferenz wöchentlich mit 2,25 Millionen Impfdosen beliefert werden.

Foto: Impfzentrum (über dts Nachrichtenagentur)