Berlin - Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) hat die Bundesregierung dazu aufgefordert, die Wasserversorgung der Industrie auch bei Klimaveränderungen zu sichern. Der Bund sollte zügig einen konkreten Plan in der Frage vorlegen, sagte der stellvertretende BDI-Hauptgeschäftsführer Holger Lösch dem "Handelsblatt" (Mittwochsausgabe).

Deutschland sei ein wasserreiches Land ohne strukturelle Wasserknappheit. Die Wassernutzer dürften daher nicht gegeneinander ausgespielt werden. Dass Wasser mancherorts zu einem knappen Gut wird und Nutzungskonflikte verstärkt auftreten, zeigte sich zuletzt am Beispiel der Gigafactory des US-Autobauers Tesla in Grünheide bei Berlin. Der zuständige Wasserverband hatte jüngst erklärt, dass die Wasserversorgung nur für die erste Ausbaustufe des Unternehmens gesichert sei.

Darüber hinaus gebe es derzeit keine Kapazitäten, ohne dass das Versorgungssystem mit Trinkwasser für 170.000 Menschen in der Region zusammenbreche. "Die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser muss immer Vorrang haben", sagte Uli Paetzel, Präsident der DWA Deutsche Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall. Angesichts zunehmender Schwierigkeiten, den Wasserhaushalt in mancher Region zu sichern, stelle sich schon die Frage, "ob die Ansiedlung von Unternehmen in jedem Winkel Deutschlands Sinn macht", sagte Paetzel weiter. Darüber müsse diskutiert werden.

Foto: Industrieanlage (über dts Nachrichtenagentur)

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