Gütersloh - Um den Fachkräftemangel zu bekämpfen, fordert die Bertelsmann-Stiftung einen bedingten Rechtsanspruch auf Bildungszeit, die staatlich gefördert wird. Das berichtet das "Handelsblatt" (Mittwochsausgabe) unter Berufung auf eine neue Studie der Stiftung.

"Weil Weiterbildung in der Mitte des Erwerbslebens oft an Zeitmangel scheitert, braucht Deutschland eine flexible Bildungszeit, entweder in Voll- oder in Teilzeit - und zwar für alle", sagte Bertelsmann-Bildungsexpertin Katharina Bilaine. Vorbild könnten dabei die Systeme in Österreich und Dänemark sein. Ein bedingter Rechtsanspruch, den Arbeitgeber nicht ohne objektive Gründe ablehnen können, sollte helfen, das Instrument zu verankern. Heute hätten Beschäftigte, die ihre Qualifikation ausbauen wollen, in Deutschland neben dem Aufstiegs-Bafög kaum Möglichkeiten.

Das Ergebnis seien deutlich geringere Weiterbildungsquoten als in vielen anderen Ländern. Zur Finanzierung der Bildungszeit empfiehlt die Stiftung "Lohnersatzleistungen ohne Bedürftigkeitsprüfung - etwa in der Höhe des Arbeitslosengelds". Geringverdiener und Teilzeitkräfte sollten höhere Raten oder eine Mindestsumme erhalten. Mehrjährige Qualifizierungen sollten durch ein Weiterbildungsstipendium gefördert werden - ähnlich wie beim österreichische Fachkräftestipendium oder das schwedischen Erwachsenenstipendium.

Die Pläne der Ampel kritisierte Bertelsmann als unzureichend: So böten die geplanten Ansparkonten allein "keine ausreichende Finanzierung für umfassende Weiterbildung".

Foto: Frau steht vor einem Buchregal (über dts Nachrichtenagentur)

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