Hanau - Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat zum Jahrestag des Anschlags von Hanau der Opfer gedacht und Aufklärung der Fehler auch auf staatlicher Seite verlangt. "Auch der Staat und alle, die in ihm Verantwortung tragen, sind nicht unfehlbar. Nirgendwo, auch nicht in Deutschland", sagte er am Freitagabend auf einer Gedenkveranstaltung.

"Und wo es Fehler oder Fehleinschätzungen gab, da muss aufgeklärt werden", forderte er. Aufklärung und Aufarbeitung stünden nicht in freiem Ermessen. "Sie sind Bringschuld des Staates gegenüber der Öffentlichkeit und vor allem gegenüber den Angehörigen. Nur in dem Maße, in dem diese Bringschuld abgetragen wird und Antworten auf offene Fragen gegeben werden, kann verlorenes Vertrauen wieder wachsen", so der Bundespräsident.

Deshalb müsse man sich so sehr darum bemühen. "Der Staat ist gefordert. Aber genauso sind wir es, jeder und jede von uns", bekräftigte Steinmeier.

Viele, sehr viele zeigten es Tag für Tag. "Im selbstverständlichen Miteinander des alltäglichen Lebens oder in besonderen Initiativen, die unser Gemeinwesen schützen und tragen. Und wir spüren und erfahren: Wir sind dabei nicht allein", sagte er. Wer sich für friedliches Zusammenleben einsetzt, sei in bester Gesellschaft.

"Wer Ausgrenzung ablehnt – und zwar jede Ausgrenzung – findet Freunde, Nachbarn, Mitbürgerinnen und Mitbürger, die genauso denken und handeln. Ich versichere Ihnen: es ist die überwältigende Mehrheit der Menschen in unserem Land", zeigte sich der Bundespräsident überzeugt.

Foto: Tatort in Hanau (über dts Nachrichtenagentur)