Frankfurt/Main - Die Commerzbank stellt die Bewertung der gestiegenen Inflation als "Einmaleffekt" infrage und erwartet mittelfristig eine Reaktion der Zentralbanken. "Jetzt drohen sich Inflationserwartungen nach oben in Bewegung zu setzen, auf einem höheren Niveau zu verfestigen", sagte Commerzbank-Ökonom Bernd Weidensteiner in einer am Freitag veröffentlichten Analyse.

"Notenbanken müssen darauf wohl reagieren", so der Volkswirt. Einige Zentralbanken hätten sich "damit auch schon abgefunden". So werde die US-Notenbank Fed wohl im November Anleihenkäufe einschränken, in England würden "vorzeitige Zinsschritte" diskutiert. "Wir erwarten spätestens im Frühjahr eine Zinserhöhung", heißt es dazu von der Commerzbank.

Nur die EZB versuche, "sich aus allem noch rauszuhalten und versucht dies als Einmaleffekt darzustellen", so Weidensteiner. In Deutschland waren die Verbraucherpreise nach jüngsten Daten im September um 4,1 Prozent gestiegen, so stark wie seit 1993 nicht mehr. Mittlerweile mehren sich auch die Rufe nach Reaktionen auch aus der Politik. "Das ist einer der größten Skandale, es wurde vor der Energiewende versprochen, dass die Preise sinken werden", sagte der Fraktionsvorsitzende der Linken, Dietmar Bartsch, am Freitagmorgen bei RTL/ntv.

"Ich erwarte von der Ampel, dass es hier eine grundsätzliche Reform gibt."

Foto: Sonderangebote in einem Supermarkt (über dts Nachrichtenagentur)

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