Berlin - Vor dem Wohngipfel der Bundesregierung am kommenden Dienstag hat die Gewerkschaft IG BAU die Wohnungsbaupolitik der vergangenen Jahre scharf kritisiert. "Der Steuerzahler zahlt die Mieten-Explosion über die Kosten der Unterkunft mit", sagte Robert Feiger, IG BAU-Bundesvorsitzender, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Sonntagausgaben).

"Der Staat zahlt über 1,9 Milliarden Euro pro Jahr "zu viel" an Vermieter - Geld, das er dringend in den bezahlbaren und sozialen Wohnungsbau investieren muss." Feiger verwies dabei auf eine Berechnung des Hannoveraner Pestel-Instituts, über die die Funke-Zeitungen berichtet. Demnach sind die Mietpreise für Wohnungen von Hartz-IV-Empfängern mit einfachem Standard, für die Bund und Kommunen die Kosten übernehmen, von Anfang 2015 bis Oktober 2020 von 5,43 Euro Kaltmiete auf 6,96 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter angestiegen. Diesem Anstieg von 28 Prozent steht ein Anstieg der Verbraucherpreise von lediglich 7,5 Prozent entgegen. Hätten sich die Mietpreise analog zu den Verbraucherpreisen entwickelt, hätten Bund und Kommunen 1,9 Milliarden Euro eingespart, heißt es in den Berechnungen des Pestel-Instituts. Diese Summe entspreche fast dem Volumen, das Bund und Länder in einem Jahr in den sozialen Wohnungsbau investieren, sagte Feiger. "Das hat viel mit einer "wohnungsbaupolitischen Milchmädchenrechnung" zu tun, die Bund und Länder da aufmachen. Sie unterstützen lieber Vermieter, die ihre Mieten immer weiter nach oben geschraubt haben, anstatt das Übel an der Wurzel zu packen", so der IG BAU-Chef.

Foto: Mietwohnungen (über dts Nachrichtenagentur)