Berlin - Das Kanzleramt versucht, im internen Streit der Historikerkommission zu vermitteln, die im Auftrag des Bundesnachrichtendiensts (BND) dessen Geschichte erforscht. BND und Kanzleramt fürchten, Querelen könnten das Ansehen des 2,4 Millionen Euro schweren Forschungsprojekts beschädigen, schreibt der "Spiegel".

Vergangene Woche hatten die Geschichtsprofessoren Jost Dülffer, Klaus-Dietmar Henke und Rolf-Dieter Müller ihrem Kollegen Wolfgang Krieger im "Spiegel" handwerkliche Mängel bei dessen Buch über die Beziehungen des BND zu den westlichen Diensten vorgeworfen. Krieger wies das zurück und sprach von "ideologischen Differenzen". Nun veröffentlichten seine Kritiker ein internes Gutachten, in dem sie Teile von Kriegers Text als "peinlich", "dilettantisch" und "schlichtweg skandalös" bezeichnen. Für Mai ist ein weiterer Band der Kommission geplant, den Krieger herausgibt.

Dülffer, Henke und Müller wollen sich auch davon in Teilen distanzieren. Das Kanzleramt hofft, dass die Kommission zusammenbleibt. Für Juni ist die Abschlusskonferenz angesetzt.

Foto: Bundesnachrichtendienst (über dts Nachrichtenagentur)