Berlin - Andreas Gassen, der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), fordert konkrete Ergebnisse vom Impfgipfel am Montag: "Das darf keine Show-Veranstaltung werden. Wir brauchen dringend Klarheit darüber, wie viele Dosen bestellt wurden und was wann verlässlich geliefert wird", sagte Gassen der "Rheinischen Post" (Samstagausgabe).

Die Impfung sei "die zentrale Antwort" auf die Pandemie. "Ob eine Dosis nun ein paar Euro mehr kostet, darf keine Rolle spielen. Die Folgen der Pandemie kosten allein Deutschland jede Woche Milliarden Euro." Mit Blick auf die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) zum Impfstoff des Herstellers Astrazeneca forderte Gassen, die Impf-Reihenfolge zu ändern: "Bund und Länder werden die Reihenfolge beim Impfen neu aufstellen müssen." Die Liefermengen der jeweiligen Impfstoffe gäben den Takt vor. "Im Augenblick könnte das vielleicht so gehen: Biontech und Moderna für die Älteren, Astrazeneca für die Jüngeren und hier das ärztliche Personal zuerst." Die Stiko empfiehlt, anders als die EU-Behörde EMA, das Mittel nur an Menschen unter 65 Jahren zu verimpfen. "Wir fordern, nun prioritär Ärzte und medizinisches Personal in den Krankenhäusern und den Praxen zu impfen. Sie stehen im Kampf gegen die Pandemie in erster Reihe", so der KBV-Chef. Wenn sie ausfielen, breche das System zusammen. "Sie sollten nun rasch den Astrazeneca-Impfstoff erhalten."

Foto: Corona-Regeln (über dts Nachrichtenagentur)