Meine liebsten Onomatopoetika stammen von Comic-Urvater Wilhelm Busch ("Ach! - Die Venus ist perdü - / Klickeradoms! - von Medici!") und der großen Erika Fuchs ("Qualm, stink"). Weiters fand Francesco Ibanez für seine 'Clever &  Smart'-Comics so schöne Geräusche wie "Muac!", "Cras!" oder "Pup, schwitz". Im deutschen MAD tat sich Herbert Feuerstein u.a. mit "Lechz!" und "Bazoing!" hervor. Rötger 'Brösel' Feldmann spezialisierte sich in den 'Werner'-Comics auf Motorrad- ("Schigger, schigger, schigger", "öttel", "farz", "verschleiß", "klöter!"), Sauf- ("Schlork!") und Kotzgeräusche ("Hualp!"). Ralf König bereicherte die deutsche Sprache dann um das schöne "Türenklapp", das Einlegen einer Kassette in einen Videorecorder ("Opa, was ist ein Videorecorder?") machte "klapper, rappel, schieb" und das für den Leser nicht sichtbare Geschehen des bei schwulen Metzgern sehr geschätzten Horrorklassikers 'Der Frikadellenmörder von Manhattan' illustrierte er mit "stech, fetz, zerschneid!".


Da ich nun die Comicwelt nicht mehr wirklich verfolge, kann ich mir da kein Urteil erlauben. Doch will mir scheinen, dass dieses schöne Stilmittel wegen Graphic Novels und Mangas ein wenig im Verschwinden begriffen ist (für Gegenbeispiele bin ich selbstverständlich dankbar). Und da hat es mich sehr gefreut, dass der von mir geschätzte Ulli Hannemann sich noch in der schönen Kunst der schriftlichen Geräuschemacherei betätigt:

"Alles kann, nichts muss. Super. So sieht ein guter Glaube aus. Andere Religionen als dieser Zahnfeekult oder Zahn-Buddhismus hätten wahrscheinlich wieder auf die altbekannt verbissene Tour reagiert: »Nein, es muss unbedingt dieser Zahn sein, Auge um Auge, Zahn um Zahn - brüll, zeter - stirb, ungläubiger Hund, du hast meinen heiligen Zahn gestohlen und besudelt, nun ist mein Glaube entehrt, der große Löwenzahn zürnt und meine Sippe ist bis ins tausendste Glied verflucht«, und hätte - zündel, mordbrenn,  knister, hack - die Zahnarztpraxis mit Feuer und Schwert dem Erdboden gleich gemacht. Denn das scheint mir neben dem immanenten Frauenhass und den nekrophilen Schwurbelmärchen ein Hauptproblem der großen  Glaubensrichtungen zu sein: der notorisch unentspannte Umgang mit unerwarteten Störungen der eigenen Religionsausübung." (Der velorene Zahn)

Klatsch, klatsch, klatsch!


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