München - Der nächste CDU-Vorsitzende wird nach Ansicht des CSU-Ehrenvorsitzenden Edmund Stoiber die Entwicklungen in Deutschland und der ganzen Welt über einen langen Horizont beeinflussen. "Nach Corona wird die Weltwirtschaft anders aussehen, die Karten werden neu gemischt. Der neue Parteivorsitzende wird die Nach-Corona-Politik in Deutschland und in der Welt auf Jahre hinaus mitprägen", schreibt er in einem Gastbeitrag für die "Bild" (Freitagausgabe).

Es sei "allerhöchste Zeit, dass die Wahl stattfindet und das Führungsvakuum beendet wird". Er erwarte, "dass sich der neue CDU-Vorsitzende und CSU-Chef Markus Söder bis April - wie schon in der Vergangenheit - auch über die Frage der Kanzlerkandidatur verständigen werden". Für den anstehenden Bundestagswahlkampf prognostiziert Stoiber "eine beinharte Auseinandersetzung" mit den Grünen. "Den Wahlkampf kann die Union nur mit größtmöglicher Geschlossenheit und Kampfeswillen bestehen. Die Grünen werden ihrem Leib- und Magenthema Klimaschutz alles andere unterordnen", so der CSU-Ehrenvorsitzende. Er forderte den künftigen CDU-Chef auf, einen "Masterplan für die annähernde Rückkehr ins gewohnte Leben" zu erarbeiten. "Faktisch hat uns Corona zur Einschränkung vieler Freiheitsrechte und in einen Staatskapitalismus getrieben, aus dem wir auf absehbare Zeit wieder herauskommen müssen. Denn irgendwann werden wir die Schulden zurückzahlen müssen, die wir jetzt aufgenommen haben", mahnte Stoiber.

Foto: CDU-Parteitag 2019 (über dts Nachrichtenagentur)