Madrid - Nach Schätzungen der Welttourismusorganisation UNWTO sind in der Coronakrise im Tourismus bis zu 120 Millionen Jobs bedroht. "Frauen werden den wirtschaftlichen Schock am schnellsten und härtesten spüren, denn der Tourismussektor ist zu 54 Prozent mit weiblichen Arbeitskräften besetzt, oft in gering qualifizierter und informeller Arbeit", sagte Sandra Carvao, Leiterin der Abteilung Tourismusmarkt und Wettbewerbsfähigkeit bei der Welttourismusorganisation, dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Mittwochausgaben).

Frauen müssten in sofortige Hilfsmaßnahmen einbezogen werden, forderte Carvao. Die aktuelle Krise der Reisebranche bezeichnet Carvao als beispiellos. "In den ersten acht Monaten des Jahres gab in Bezug auf die internationalen Ankünfte einen Rückgang um 70 Prozent. Zum Vergleich: In 2009 - das schlimmste Jahr für internationalen Tourismus in der Weltwirtschaftskrise - erlebten wir minus vier Prozent", sagte die UNWTO-Expertin.

Und die Situation bleibe sehr volatil. "Wir sehen ja, was gerade in Europa passiert, und der Kontinent macht 50 Prozent aller internationalen Reisen aus. Es könnte für das gesamte Jahr also noch schlimmer werden." Mit einem Erreichen des Niveaus vor der Krise rechne sie erst 2023 oder später.

Die Weltorganisation für Tourismus (World Tourism Organization) ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen mit Sitz in Spaniens Hauptstadt Madrid.

Foto: Palme an einem Strand (über dts Nachrichtenagentur)

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