Brüssel - In der Klimapolitik hofft EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen jetzt auf Bewegung in den USA. Mit dem neuen Präsidenten Joe Biden habe sich bereits viel zum Positiven verändert, sagte sie dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" (Mittwochausgaben).

Die Vereinigten Staaten hätten ihre Klimaziele neu gesteckt und im April einen virtuellen "Earth Day"-Gipfel mit den wichtigsten Staats- und Regierungschefs abgehalten. "Jetzt kommt es darauf an, dass unsere amerikanischen Freunde es der EU nachtun und im Detail darlegen, wie ihr Plan zur Klimaneutralität aussieht, durchdekliniert für alle Sektoren der Wirtschaft", betonte von der Leyen. "Hilfreich wäre auch, wenn sie sich wieder verlässlich an globalen Programmen beteiligten, die Entwicklungsländer finanziell dabei unterstützen, den technologischen Sprung in eine klimafreundlichere Art des Wirtschaftens hinzubekommen." Zum von der EU geplanten ökologischen Grenzausgleichsmechanismus, in dem manche Staaten Protektionismus wittern, sagte von der Leyen: "Wir wollen die Regeln der Welthandelsorganisation respektieren." Die globale Diskussion laufe bereits in die richtige Richtung. "Immer mehr Länder verstehen, dass der EU-Mechanismus eher eine Einladung ist, es der EU nachzumachen. Wir Europäer sagen: Wir wollen mit der Grenzabgabe am liebsten gar kein Geld einnehmen, sondern hätten es lieber, wenn auch anderswo klimafreundlich produziert wird."

Foto: US-Flagge (über dts Nachrichtenagentur)

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