Die russische Polizei hat 57 Sektenmitglieder entdeckt, die in einem unterirdischen Bunker lebten.

Es waren Kinder dabei, die noch nie in ihrem Leben die Sonne gesehen hatten.

Dunkelbunker in Hagen

Da kann man schon mal die Frage stellen, wie lange Menschen überhaupt ohne Sonneneinstrahlung leben können.

Sie können ein normal langes Leben leben, aber das geht nur mit der richtigen Ernährung.

(Polarnacht in Spitzbergen. Es ist Mittag und der Mond steht über den Hügeln)

Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass der Mangel an Sonnenlicht die Anfälligkeit für viele chronische Krankheiten wie Diabetes und Bluthochdruck erhöht. Aber auch Infektionskrankheiten wie Tuberkulose und Erkältung haben vermutlich ohne Sonne ein leichteres Spiel.

Und man vermutet, dass das Coronavirus UV-Licht überhaupt nicht mag.

Es ist aber extrem unwahrscheinlich, dass ein Erwachsener direkt und ausschließlich an lang anhaltender Dunkelheit sterben könnte.

Das plausibelste tödliche Szenario ist, dass ein Mangel an Sonnenlicht den Körper daran hindern könnte, Vitamin D zu produzieren. Dann könnte der Körper kein Kalzium aufnehmen und einbauen. Sehr niedrige Kalziumspiegel könnten zu Krämpfen führen und wenn das im Kehlkopfbereich geschieht, könnte ein Mensch ersticken. Eine im Normalfalle sehr unwahrscheinliche Verkettung von Ereignissen.

So etwas und andere gesundheitliche Probleme lassen sich leicht abwenden, selbst wenn man in einem Bunker lebt.

Vitamin D ist in Eigelb, Käse, fettem Fisch und angereicherter Milch, Saft und Getreide enthalten.

Kinder sind anfälliger für Vitamin-D-Mangel als Erwachsene, was den Tod durch Dunkelheit etwas plausibler machen würde.

Das größte Risiko bei Vitamin-D-Mangel ist Rachitis.

Das ist eine Krankheit, die zu Knochen- und Zahnfehlbildungen führt.

In extremer Ausprägung kann Rachitis zu anderen Gesundheitsproblemen wie Atemstörungen und Herz-Kreislauf-Problemen führen. Einige Forscher glauben sogar, dass Rachitis eine Rolle beim plötzlichen Kindstod spielen könnte.

Rachitis betraf Ende des 19. Jahrhunderts bis zu 90 Prozent der in den Städten Europas und Nordamerikas lebenden Kinder.

Sie könnte auch eine Rolle bei Ausbrüchen von Masern und Keuchhusten spielen. Wie bei Erwachsenen auch kann die richtige Ernährung und die Einnahme von Nahrungsergänzungsmittel diese Komplikationen verhindern.

Ein Leben im Dunkeln kann zu weiteren Erkrankungen führen, die durch Nahrungsergänzungsmittel nicht geheilt werden können. Sonnenlicht hilft zum Beispiel, den täglichen Serotoninzyklus des Körpers auszulösen. Wenn dieser Produktionszyklus unregelmäßig wird, kann es zu Problemen mit Schlaf und Stimmung kommen.

Ich kann das bestätigen, denn ich habe angefangen, Winterdepressionen zu bekommen, nachdem ich nach Norddeutschland gezogen bin. Vorher kannte ich das nicht.

(Josef Fritzl, der seine Tochter 24 Jahre lang in einem Keller eingesperrt und mit ihr sieben Kinder gezeugt hat)

In der Geschichte taucht ein zyklisches Interesse an der gesundheitsfördernden Wirkung des Sonnenlichts auf und ebenso zyklisch wird das Sonnenlicht verteufelt.

Im späten 19. Jahrhundert stellte sich heraus, dass Mangel an Sonnenlicht Rachitis verursachte. Und die Solartherapie kam in Mode.

Ärzte rieten den Patienten zum Sonnenbaden, und Kinder, die in höheren Breitengraden lebten, sollten drei Stunden pro Woche unter eine Quecksilberdampflampe, die später "Höhensonne" genannt wurde.

Hier die Rachitisbehandlung von Säuglingen.

Auch ich musste, als ich ganz klein war, noch manchmal unter eine solche Höhensonne:

Gruselig, oder?

Man gab den Kindern auch Lebertran gegen Rachitis. Das war eine Art Nahrungsergänzungsmittel, das aus den Lebern fetter Fische gewonnen wurde. Nach 1922 hatte man dann entdeckt, dass Vitamin D3 die Substanz darin war, die die Kinder gesund erhielt.

Man war zu der Überzeugung gekommen, dass die Sonne viele Krankheiten heilte, darunter Gicht, Geschwüre und Arthritis. Tuberkulose-Patienten lebten monatelang in Sanatorien, in denen Sonnenlicht zu den Hauptrezepten gehörte.

In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wurde gebräunte Haut, die zuvor mit einem Leben in Arbeit und Armut verbunden war, zu einem Zeichen des Wohlstands. Gebräunte Menschen konnten sich Urlaub leisten, während die Armen in den dunklen Nischen der Fabriken arbeiteten.

(Matzender See, um 1920. )

Ab den 1930er Jahren begannen die Gesundheitsbehörden vor Hautkrebs zu warnen. In den nächsten Jahrzehnten verwandelte sich das Sonnenlicht, nach Meinung der Ärzte, von einem Allheilmittel in ein Gift.

Man forderte die Patienten auf, sich in den Schatten zurückzuziehen.

In den siebziger, achtziger und neunziger Jahren wurde wieder ungehemmt gesonnt.

Danach kam die Verteufelung der Sonne zurück und man sieht manchmal (in Norddeutschland!) Kleinkinder in Ganzkörperanzügen, die sogar UV-Strahlen abhalten.

Aber es erscheinen Studien, die Mangel an Sonnenlicht mit vielen Krankheiten von Multipler Sklerose bis Asthma in Verbindung bringen.

Die menschliche Hautfarbe variiert in etwa je nach dem Breitengrad der Herkunft unserer Vorfahren, und Anthropologen führen diese Spanne auf unseren Bedarf an Vitamin D zurück.

Wusstest du, dass helle Haut mehr Sonnenlicht aufnimmt und somit mehr Vitamin D bildet, und dass Menschen mit hellen Augen schneller Serotonin bilden?

Ich habe, durch meine jüdischen Vorfahren, sehr dunkle Haut und mein Vitamin-D-Spiegel wird fast nicht mehr messbar, wenn ich keines einnehme. Und meine dunklen Augen helfen mir nicht wirklich, im norddeutschen Winter genug Serotonin zu bilden.

Deshalb, wenn jetzt Menschen aller Haut- und Augenfarben überall auf der Welt leben, müsste man darauf ein bisschen mehr achten.

Menschen mit dunkler Hautfarbe können hier ziemlich krank und depressiv werden, weil ihnen die Sonne fehlt. Ärzte sollten das wissen.

Es gibt aber immer noch viele "Sonnenlichtskeptiker", die kaum davon zu überzeugen sind, wie wichtig die Sonne und Vitamin D sind.

Es ist schwierig aber wichtig, dass es in allen Köpfe landet, dass niedriges Vitamin D definitiv mit langfristigen Problemen wie Diabetes und Herzkrankheiten in Verbindung steht.

Ich habe auch Studien gesehen, die zeigten, dass die meisten der schweren Coronaverläufe mit niedrigem Vitamin-D-Spiegel korrelierten.

Mein Fazit ist:

Im Winter gibt es immer eine kleine Reise in den Süden, zweimal die Woche Fisch, Vitamin D und Tageslichtlampe.

Und im Sommer übertreibe ich es nie.

Mein Körper sagt, wann er Sonne will, und er sagt auch, wann ich wieder rauswill.

Man sollte die Extreme vermeiden.

Aber die Sonne ist und bleibt unser Lebenselixier.

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