Berlin - Der deutsche Astronaut Alexander Gerst würde gern zum Mond fliegen. Das sagte er der Wochenzeitung "Die Zeit".

Derzeit ist Gerst bei der Europäischen Weltraumorganisation Esa zuständig für den Gateway, eine neue Raumstation für die Mondumlaufbahn. In der Wochenzeitung berichtet Gerst auch über seinen langen Weg zum Astronauten: Das Weltall habe ihn schon als Kind fasziniert. "Ich habe nie geglaubt, dass ich das Zeug dazu hätte, Astronaut zu werden", so Gerst. Er habe sich ganz zu Beginn seines Studiums mit einem Kommilitonen verabredet, sich einmal im Leben als Astronauten zu bewerben.

"Als dann 2008 die Ausschreibung der Esa rauskam, habe ich mich sofort beworben. Der Kumpel von damals allerdings nicht", sagte Gerst. Der Geophysiker berichtete auch davon, wie ihm sein Chemielehrer ein Studium der Luft- und Raumfahrttechnik ausgeredet habe. "Er sagte: Glaub bloß nicht, dass jemand, der Luft- und Raumfahrttechnik studiert, Satelliten konstruiert; du entwirfst da die Klinke an der Toilettentür des neuen Airbus", so Gerst.

"Ich habe mir dann gesagt: Wenn ich in einem Fach nicht ganz vorn mit dabei sein kann, lasse ich es gleich." Gerst publizierte schon früh in führenden wissenschaftlichen Zeitschriften und hätte auch eine wissenschaftliche Karriere einschlagen können. Allerdings sieht er das deutsche Wissenschaftssystem kritisch: Es gebe in Deutschland nicht genügend Respekt für junge Wissenschaftler. "Wenn das anders wäre, würden viel mehr von ihnen in der Forschung bleiben und könnten nebenbei eine Familie gründen."

Als er sich selbst aus der Wissenschaft verabschiedete, habe er gedacht: "Boah, das ist echt schön, mich nicht mehr alle paar Monate um eine Verlängerung des Vertrags kümmern zu müssen."

Foto: Alexander Gerst (über dts Nachrichtenagentur)