Leverkusen - In der Diskussion über die Engpässe in der Versorgung mit Corona-Impfstoff hat sich der Vorstandsvorsitzende des Leverkusener Pharmakonzerns Bayer, Werner Baumann, klar gegen staatliche Eingriffe ausgesprochen. Er verstehe, dass Politiker aufgrund des großen Drucks nach Lösungen suchten, "aber die Idee einer Art Not-Impfstoffwirtschaft bringt überhaupt nichts, weil alle Zulieferer und Produzenten am Anschlag arbeiten", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Mittwochsausgabe).

Die Lösung sei keine Frage des Geldes oder der Kooperationsfähigkeit, sondern der verfügbaren Kapazitäten. "Wir strecken uns zur Decke und das wird von den verantwortlichen Politikern auch goutiert", sagte Baumann. Entgegen früher Planungen hat Bayer gerade bekannt gegeben, als Partner des schwäbischen Biotechunternehmens Curevac nun doch in die Impfstoffproduktion einzusteigen. "Bayer wird den gesamten Herstellungsvorgang abdecken", bestätigte der Unternehmenschef.

Dafür soll das bestehende Werk in Wuppertal auf die neue mRNA-Technik umgerüstet werden. Als Ziel ist eine Produktion von 160 Millionen Dosen 2022 ausgegeben. Im Jahr darauf soll die Zahl noch steigen. "Wenn alles funktioniert, können wir bis zum Jahresende möglicherweise schon den ersten Impfstoff liefern. Um es mal deutlich zu sagen: Das wäre eine Implementierung in unglaublicher Geschwindigkeit", sagte der Vorstandsvorsitzende des DAX-Konzerns aus Leverkusen.

Trotz der zu erwartenden Fortschritte mit den Impfungen rechnet Baumann damit, dass die Bekämpfung der Pandemie noch einige Zeit dauern wird. "Mit der Corona-Pandemie werden wir sicherlich aber noch das komplette Jahr 2021 und wahrscheinlich auch 2022 zu tun haben", sagte der Manager der FAZ. "Es ist unwahrscheinlich, dass wir innerhalb dieses Zeitraums schon in ein komplett normales Leben zurückkehren können."

Foto: Bayer (über dts Nachrichtenagentur)